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17.02.2015 |

Verbraucherschützer rütteln an Mindestgebühr für Kontoüberziehung

Die bei der Deutschen Bank pauschal anfallenden EUR 6,90 bei Überziehung über das vereinbarte Dispolimit hinaus sind nach Auffassung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main unzulässig (Az. 1 U 170/13). Die Deutsche Bank erhebt diese Mindestgebühr einmalig pro Quartal. Sie stellt sie aber nicht in Rechnung, wenn die Zinskosten für die geduldete Überziehung den Betrag von EUR 6,90 übersteigen. Dadurch sind vor allem Kunden betroffen, die geringfügig in den geduldeten Bereich rutschen. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte dagegen geklagt und das vorläufige Ergebnis am Montag veröffentlicht. Das Urteil fiel demnach bereits im Dezember, in zweiter Instanz. Es ist noch nicht rechtskräftig, weil die Bank Revision zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegte. Die Richter in Frankfurt werteten es als nicht akzeptabel, für eine geringe Überziehung eine Gegenleistung in dieser Höhe zu verlangen. Umgerechnet als Zins sei der Sollzins sittenwidrig überhöht. Auch das Argument der Bank, mit der Pauschale würde der höhere administrative Aufwand abgegolten, ließen die Richter nicht gelten. Die Bank lasse sich damit die Bonitätsprüfung vergüten, die sie ausschließlich im eigenen Interesse erbringe und nicht auf den Kunden abwälzen dürfe. Sie handele gegensätzlich zur ständigen Rechtsprechung, nach der das Entgelt für einen Kredit grundsätzlich von der Laufzeit abhängig sein müsse.

Eine geduldete Überziehung liegt vor, wenn trotz ausgeschöpften Dispokredits weiterhin Ausgaben vom Konto abgebucht werden. Während der Dispokredit ausdrücklich vereinbart wurde, kann eine Bank einen Extrapuffer tolerieren, einen Anspruch hat der Kunde nicht darauf. Üblicherweise verlangen Banken für den übersteigenden Teilbetrag einen höheren Überziehungszins, was von den Richtern nicht beanstandet wurde. Bei der Deutschen Bank beträgt dieser zurzeit 15,70% p. a. statt bonitätsabhängig zwischen 8,70% bis 11,70% p. a. Exakt wie bei der Deutschen Bank findet sich im Preisverzeichnis der norisbank die strittige Mindestgebühr. Und auch die TARGOBANK verlangt sie - hier in Höhe von EUR 4,95 und pro Monat, nicht pro Quartal. Die Postbank, wie die norisbank eine Tochter der Deutschen Bank, hatte die Gebühr noch nicht übernommen.

07.02.2015 |

WeltSparen untergräbt Nachahmer

Die drei Plattformen für Festzinsanlagen im Ausland bzw. zur Bündelung von Festzinsanlagen schenken sich nichts. WeltSparen, der Anbieter, der das Feld als erstes absteckte, hat nun weitere Zinsangebote online gestellt. Das Unmoralische daran ist, dass sie von den Bankpartnern stammen, mit denen Savedo und Zinspilot vor wenigen Wochen gestartet sind und ihre Plattformen etablieren möchten. Savedo macht dies zurzeit überflüssig. Die tschechisch-slowakische J&T Banka, bislang bei Savedo der einzige Zinsanbieter, ist seit 6.2.15 auch bei WeltSparen - mit identischen Zinssätzen. Für die Interessenten wird es praktischer sein, sich für WeltSparen zu entscheiden, da hier die größte Auswahl besteht. So besteht nach dem einmaligen Eröffnungsaufwand zu Beginn die Möglichkeit, darüber hinaus Anlagegeld auf die weiteren kooperierenden Banken aus Bulgarien bis Portugal zu verteilen. Von den beiden Zinsanbietern auf der Zinspilot-Seite hat WeltSparen die Hanseatic Bank überzeugen können, zweigleisig zu fahren. Während dieses Kreditinstitut aus Hamburg Tagesgeld (derzeit 0,45%) über Zinspilot vermitteln lässt, sind es bei WeltSparen seit 5.2.15 die Festgelder von 12 Monaten bis 5 Jahren. Es besteht aber kein Zinsvorteil gegenüber dem direkten Abschluss bei der Hanseatic Bank, die Sätze liegen lediglich bei 0,70% bis 1,50%.

Die J&T Banka ist interessanter. Für zwölf Monate bis 5 Jahre gibt es zwischen 1,80% und 2,40%, bei jährlicher Zinskapitalisierung. Auf WeltSparen beträgt die Mindesteinlage EUR 10.000. Wenige Stunden nach dem Erscheinen des Angebots, wurde auf Savedo die Mindesteinlage zur J&T Banka von EUR 20.000 auf ebenfalls EUR 10.000 herabgesetzt. Die 1998 gegründete J&T Banka hat ihren Hauptsitz im tschechischen Prag, das Zinsangebot für die deutschen Anleger stammt von ihrer slowakischen Niederlassung in Bratislava. Weitere Niederlassungen betreibt sie in Russland und Kroatien. Die J&T Banka ist ein Unternehmen der J&T Finance Group, diese hält Beteiligungen in verschiedenen Industriezweigen. Die Anlagewährung ist der Euro. Sollte eine Entschädigung durch die zuständige tschechische Einlagensicherung in Anspruch genommen werden müssen, erfolgt die Rückzahlung jedoch in Kronen. Die Tschechische Republik ist EU-Mitgliedstaat. Sofern der deutsche Kunde nicht rechtzeitig eine Ansässigkeitsbescheinigung vorlegt, wird eine Quellensteuer von 19 Prozent einbehalten. Ist die Bescheinigung vorhanden, fällt keine Quellensteuer an. Die Anleger, die den Sparer-Pauschbetrag überschreiten, müssen sich in beiden Fällen mittels der Einkommensteuererklärung um die Versteuerung der Zinserträge in Deutschland kümmern.

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