Direktbanken und Online-Broker im Vergleich

Direktbanken passen in eine Zeit, in der vieles schneller und einfacher gehen soll, zumal sich Bankgeschäfte bequem per Internet oder Telefon erledigen lassen. Umfragen zufolge ist Kunden dabei ein leicht zu bedienendes Online-Banking mit modernen Kontofunktionen sowie ein qualifizierter, persönlicher Service besonders wichtig. Zunehmend wollen Kunden auch per Mobile Banking auf ihre Konten zugreifen. Auf modern-banking.de finden Sie umfangreiche Informationen zum Direktbankenmarkt und Produktvergleiche mit insgesamt 124 überregionalen Anbietern.

04.08.2014 |Portugal rettet Banco Espírito Santo
Die Lissabonner Großbank Banco Espírito Santo (BES) bedient ab heute ihre Kunden als "Novo Banco" (Neue Bank). Sie erhält eine staatliche Kapitalspritze über 4,9 Milliarden Euro. Der Präsident der portugiesischen Zentralbank, Carlos Costa, gab in der Nacht auf Montag in einer Pressekonferenz einen Rettungsplan bekannt, der zwischenzeitlich von der EU-Kommission genehmigt wurde. Die Bank wird in einen guten und einen schlechten Teil aufgespalten. In dem guten Teil, der Novo Banco, bleiben alle Kundeneinlagen, Kredite mit gewöhnlichem Risiko und Vermögenswerte. Er soll die Geschäfte im In- und Ausland normal weiterführen, so Costa. Die toxischen Forderungen und Geschäfte werden ausgelagert. Das Geld wird über einen von den Banken finanzierten nationalen Abwicklungsfonds bereitgestellt werden, welcher dann vorübergehend Alleinaktionär sein wird. Da die eigenen Mittel des Fonds nicht ausreichen, soll auf eine Kreditlinie aus einem Hilfspaket zurückgegriffen werden. 12 Milliarden Euro hatten EU, IWF und Europäische Zentralbank dem südeuropäischen Land im Zusammenhang mit dem Rettungsschirm des Jahres 2011 bereitgestellt, speziell für den Zweck, Banken in Notfällen besser mit Kapital ausstatten zu können. Von dieser Kreditlinie sind rund 6 Milliarden Euro übrig, laut Medienberichten sollen hierüber 4,4 Milliarden Euro fließen. Ziel sei es, mittelfristig an private Investoren zu verkaufen. Die Altaktionäre und nachrangige Anleihebesitzer sollen die Verantwortung für die verbleibenden Risiken tragen müssen. Das ist die neue Banken-Rettungspolitik, in der Finanzkrise hatten sich die Gläubiger bei den meisten Bankenrettungen auf Kosten der Steuerzahler völlig schadlos gehalten. Ob die Beteiligung der Aktionäre und der nachrangigen Anleihegläubiger ausreicht, um die Verluste komplett wettzumachen, wird sich zeigen. Einlagenbesitzer sollen jedenfalls nicht zur Kasse gebeten werden. Der Schutz der Spareinlagen ist auch eine erfreuliche Nachricht für die wenigen hundert deutschen Sparer, die über die WeltSparen-Plattform bei BES in Luxemburg angelegt hatten. Zur Situation in Portugal gibt es auf der Internetseite von WeltSparen übrigens derzeit keinerlei Information, ganz im Gegensatz zum intensiven Krisenmanagement betreffend der bulgarischen Fibank vor einem Monat - als wenn es das BES-Angebot nie gegeben hätte.
Über die Turbulenzen um das Imperium der Gründerfamilie Espírito Santo berichteten wir am 11.7.14. Die ESFG und zwei weitere Gesellschaften aus dem Firmen-Konglomerat leiteten in der Folge ein Insolvenzverfahren ein. Am vergangenen Mittwoch wurde das ganze Ausmaß ersichtlich, die BES teilte schockierende Geschäftszahlen mit: Sie nahm Abschreibungen und Rückstellung aufgrund der Querverbindungen mit den Espírito Santos vor. Unterm Strich stand für das erste Halbjahr 2014 ein Verlust von 3,6 Milliarden Euro. Damit waren alle zuvor zur Beruhigung der Investoren aufgezählten Kapitalpuffer vernichtet, die Mindestanforderungen für die Kapitalausstattung nicht mehr erfüllt. Ein Verkauf von Vermögensteilen und eine weitere Kapitalerhöhung standen als Lösungsansätze im Raum, um an frisches Geld zu kommen.
Größter Anteilseigner der alten BES war die Beteiligungsgesellschaft ESFG der Gründerfamilie mit zuletzt 20 Prozent Aktienanteil. Sie hatte sich noch am 14.7.14 von knapp 5 Prozent getrennt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs und der US-Hedgefonds D. E. Shaw kauften sich am Tag darauf bei der von der Pleite bedrohten Bank ein, zu 2,27 bzw. 2,7 Prozent. Die französische Crédit Agricole muss ebenfalls mit einem herben Verlust durch ihre BES-Beteiligung rechnen, sie besaß 15 Prozent.

01.08.2014 |DAB bank geht an Cortal-Consors-Mutter
Die HypoVereinsbank ist sich mit der französischen Großbank BNP Paribas über den Verkauf der Online-Tochter DAB bank einig geworden. BNP Paribas zahlt für den 81,4-Prozent-Anteil der HypoVereinsbank an dem börsennotierten Unternehmen 354 Millionen Euro, wie beide Seiten am Donnerstagabend mitteilten. Das entspricht einem Aufgeld von 16 Prozent auf den Donnerstag-Schlusskurs der Aktie. Insgesamt wird die DAB bank auf dieser Basis mit 435 Millionen Euro bewertet. Wenn die Kartellbehörden das Vorhaben billigen, erhalten auch die Kleinaktionäre ein Übernahmeangebot. Die DAB bank, vor 20 Jahren in München gegründet, war der erste deutsche Anbieter, der den Direkthandel mit Wertpapieren per Telefon und Internet nach US-Vorbild etablierte. Mutmaßungen über einen Zusammenschluss mit Cortal Consors oder comdirect, engste Rivalen, gab es seit jeher. Jetzt kommt es wohl tatsächlich dazu. Die HypoVereinsbank hatte die DAB bank zur Disposition gestellt. Sie kontaktierte aktiv etwa zehn potenzielle Bieter, weil sie selbst ihr Filialgeschäft zugunsten des digitalen Angebots massiv umbaut, rund die Hälfte ihrer Filialen schließen will. Mit der DAB bank, die regelmäßig nur wenig Gewinn machte, wusste sie in diesem Kontext nichts mehr anzufangen. Auf einen Verkauf wollte sie sich aber bis zuletzt nicht festlegen. Société Générale, die in Deutschland nur mit der kleinen OnVista Bank vertreten ist, und BNP Paribas, die bereits Cortal Consors besitzt, zeigten das größte Kaufinteresse. comdirect winkte ab, weil ihr die Preisvorstellung der HypoVereinsbank zu hoch erschien. BNP Paribas erwarb 2002 den Nürnberger Discount-Broker Consors und legte ihn mit ihrer Direktbank Cortal zusammen. Camille Fohl, Deutschland-Chef von BNP Paribas, bezeichnete das jetzige Geschäft als "einmalige Gelegenheit, um in Deutschland weiter zu wachsen". Neue Geschäftsfelder erschließen sich die Franzosen dadurch nicht. Cortal Consors und DAB bank setzten beide lange ausschließlich auf Brokerage, haben ein ähnliches Preisniveau, werben über Zins-Lockangebote und forcieren seit dem letzten Jahr den Verkauf von Girokonten. Die Kundenzahl wird durch den Zukauf aber kräftig erhöht, die DAB bank hat 567.000 Kunden und die in Österreich dominierende direktanlage.at, die zur DAB bank gehört, nochmals 67.000 Kunden. Die Geschäfte sollen weiterhin von Nürnberg und München gesteuert werden, ansonsten machte BNP Paribas noch keine Angaben zu den Plänen.

30.07.2014 |Sberbank Direct legt parallel zu den EU-Sanktionen los
Am Dienstag verständigte sich die Europäische Union auf die mehr oder weniger erwarteten Sanktionen gegen Russland. Kernstück sind Maßnahmen, die den vom Staat geführten russischen Großbanken die Refinanzierung erschweren. Präsident Putin soll so dazu gebracht werden, die Unterstützung und das Hochrüsten der Separatisten in der Ostukraine zu beenden. Am selben Tag stieg Russlands größter Finanzkonzern Sberbank, der sich mehrheitlich im Besitz der Zentralbank des Landes befindet, mit Sberbank Direct ins deutsche Einlagengeschäft ein. Eine Mitteilung, die auf dem neuen Internetauftritt unter sberbankdirect.de zu finden ist, datiert den Deutschland-Start auf den vergangenen Montag. An diesem Tag war der Internetauftritt jedoch noch nicht zu erreichen, online war lediglich ein Login zum Online-Banking. Die Domain hatte modern-banking bereits auf dem Schirm, da anvisiert war, in diesem Sommer zu beginnen. Ein Zufall, dass dies nun zeitlich mit dem politischen Ereignis zusammenfällt? Zu den Strafmaßnahmen wird gehören, russischen Banken mit einer staatlichen Beteiligung von mehr als 50 Prozent den Zugang zu den europäischen Kapitalmärkten einstweilen zu beschneiden. Die US-Regierung plant, ähnliche Sanktionen zu erlassen. Die russischen Staatsbanken könnten dann keine neuen Anleihen mehr an den liquiden Finanzplätzen im Westen herausgeben. Da sie auf umfassenden Schuldtiteln und Krediten sitzen, die regelmäßig refinanziert werden müssen, würde das empfindlich treffen, in der Folge auch die gesamte Volkswirtschaft, so die Überlegungen. Für die russischen Staatsbanken werden daher ihre Österreich-Töchter immer wichtiger, denn zum klassischen Einlagengeschäft sind vorerst keine Sanktionen geplant.
In Wien haben Sberbank, DenizBank und der Rivale VTB ihre Europa-Hauptquartiere. Mit der österreichischen Bankkonzession und unter der Marke Sberbank Direct wird jetzt in Deutschland ein online geführtes Tagesgeldkonto angeboten. Zusätzlich zu 1,20% Basiszins wird bei den aktuellen Kontoabschlüssen 0,10% p. a. Zinsbonus dazugegeben plus eine Zinsgarantie. Die Zinsgarantie gilt bis zum 31.12.14 und bezieht sich auf den Gesamtzins von 1,30% p. a. Die Zinsgutschrift ist quartalsweise. Eine Mindesteinlage ist nicht vorgegeben. Der Kontoantrag erfolgt papierlos, wie neuerdings zum Beispiel auch bei der DAB bank: Man muss lediglich den PostIdent-Coupon ausdrucken und damit zu einer Filiale der Post gehen, eine Kopie des Antrags wird dem Kunden für seine Unterlagen im PDF-Dokument bereitgestellt. Die Einlagen bis EUR 100.000 je Person sichert die Einlagensicherung der Banken & Bankiers GmbH in Österreich. Das Tagesgeldangebot stammt von der Frankfurter Zweigniederlassung der Sberbank Europe. Die Sberbank Europe steuert die zentral- und osteuropäischen Aktivitäten der Gruppe, die zugekauft sind. Im Februar 2012 erwarb die Sberbank nämlich die Auslandstöchter des österreichischen Volksbanken-Spitzeninstituts ÖVAG. Die Sberbank zählt zu den größten Bankinstituten des Kontinents. Westeuropa, abgesehen von Deutschland, ist kein Ziel der Expansion. Auf dem österreichischen Markt gibt es die Sberbank Direct nicht, hier haben sich die Russen entschieden, im Geschäft mit Privatkunden die DenizBank auszubauen. Die DenizBank hat türkische Wurzeln und ist auch den deutschen Online-Sparern bekannt. Seit Oktober 2012 ist die Sberbank Mehrheitseigentümer der DenizBank, die Anteile wurden von der angeschlagenen belgisch-französischen Dexia-Gruppe übernommen.

29.07.2014 |Kracher: EUR 150,00 Gutschrift beim Giro plus
Die Postbank startete zum "Giro plus" eine Aktion mit extrem hoher Eröffnungsprämie. Insgesamt kann man eine Gutschrift über EUR 150,00 bekommen. Das ist so viel wie zuletzt im Angebot mit Zalando-Einkaufsgutschein, das die Postbank 2013 an den Adventswochenenden unterbreitete und final in den Tagen um Weihnachten. Das jetzige Angebot ist wieder eine gute Gelegenheit. Unspektakulär aufbereitet, ist es auf der normalen Produktseite der Bank zu finden. Wenn das Girokonto hierüber online beantragt und das PostIdent bis 29.8.14 übermittelt wird, schreibt die Postbank EUR 50,00 Startguthaben gut. Dies geschieht zwischen dem 29.9.14 und dem 6.10.14. Die restlichen EUR 100,00 erhalten bei aktiver Kontonutzung diejenigen, denen ein Startguthaben gutgebucht worden ist. Als aktive Kontonutzung sind mindestens sechs unbare Sollbuchungen je Kalendermonat in einem begrenzten Zeitraum gefordert. Den Sollbuchungen muss die Ausführung eines Zahlungsauftrags zugrunde liegen, sprich eine Überweisung, eine Lastschrift oder ein Dauerauftrag. Ab Oktober bis einschließlich Dezember muss dies durchgängig erfüllt sein. Der Betrag für die Aktivität wird daraufhin Mitte Januar 2015 überwiesen.
Das Angebot richtet sich an volljährige Personen. In Bezug auf die Gutschriften ist dieses Mal keine Führung als Gehaltskonto notwendig. Zum Zeitpunkt der Gutschriften muss das Konto ungekündigt sein. In den Teilnahmebedingungen ist zum Startguthaben angegeben, dass dieses erhält, wer zum Zeitpunkt des Eintreffens der Unterlagen noch nicht Inhaber eines privaten Postbank-Girokontos war. Auf der Produktseite heißt es hingegen, das Angebot gelte "für alle Giro-Neukunden, die erstmalig ein privates Girokonto bei der Postbank eröffnen". Ob man teilnehmen kann, wenn man in der Vergangenheit schon einmal Girokunde bei der Postbank war, somit leider unklar. Telefonisch werden unterschiedliche Auskünfte erteilt, ob und ab wann man dann wieder als Neukunde zählt. Aber solche Auskünfte sind auch wenig belastbar. Gerade bei den Postbank-Aktionen hält man sich am besten genauestens an den Text der Website, in diesem Fall wohl an den mit dem Wort "erstmalig". Das Giro plus wird kostenlos geführt, wenn monatlich EUR 1.000 oder mehr bargeldlos auf dem Konto eingehen. Bis zum Alter von einschließlich 21 Jahren ist die Kontoführung unabhängig vom Geldeingang kostenlos, für Auszubildende und Studenten, die einen entsprechenden Nachweis mitschicken, ohne Altersbeschränkung auch darüber hinaus.

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