Direktbanken und Online-Broker im Vergleich

Direktbanken passen in eine Zeit, in der vieles schneller und einfacher gehen soll, zumal sich Bankgeschäfte bequem per Internet oder Telefon erledigen lassen. Umfragen zufolge ist Kunden dabei ein leicht zu bedienendes Online-Banking mit modernen Kontofunktionen sowie ein qualifizierter, persönlicher Service besonders wichtig. Zunehmend wollen Kunden auch per Mobile Banking auf ihre Konten zugreifen. Auf modern-banking.de finden Sie umfangreiche Informationen zum Direktbankenmarkt und Produktvergleiche mit insgesamt 126 überregionalen Anbietern.

23.04.2014 |Identifikation über Skype statt per PostIdent
Bei der Süd-West-Kreditbank (SWK-Bank) muss niemand mehr in die überfüllte Postfiliale, um ein Festgeldkonto zu eröffnen oder einen Kredit zu beantragen. Die SWK-Bank wird in diesen Tagen als erste Bank die gerade erst genehmigte Identitätsprüfung mittels Videotelefonie einsetzen, in diesem Fall wird die weitverbreitete Software Skype genutzt. Für den Kunden spart das Zeit, ist ortsunabhängig und bequem. Die Bank verringert die Abbruchquote, überzeugt durch einen schnellen Eröffnungsprozess und reduziert gegebenenfalls auch Fehler bei der Prüfung. Den neuen Weg wird die SWK-Bank neben dem PostIdent als Alternative anbieten. Fast alles kann heute per Internet abgewickelt werden, wie etwa zu Beginn der Bankbeziehung die Informationsbeschaffung und die Erstellung der Antragsunterlagen. Doch wer Kunde werden will, konnte bislang den Vorgang nicht am Bildschirm zu Ende bringen. Die Identität ist nach den Vorschriften des Geldwäschegesetzes zu prüfen. Direktbanken machen das in der Regel über das PostIdent-Verfahren - aufgrund des Medienbruchs eine bei Verbrauchern und Banken gleichermaßen ungeliebte Prozedur. Der potenzielle Kunde muss nämlich mit seinem Personalaufweis zu einer Postfiliale gehen, sich an Öffnungszeiten halten und am Schalter anstellen. Dort warten die Nachfolgenden oft ungeduldig, da ein PostIdent länger dauert als der Kauf von Briefmarken oder die Aufgabe von Päckchen. Das alles hält nicht wenige davon ab, sie legen den schon erstellten Antrag zunächst mal zur Seite und bringen ihn auch später nicht mehr hin. Die deutsche Bankenaufsicht informierte in einem Rundschreiben vom März, dass vom Bundesministerium der Finanzen die im Geldwäschegesetz vorgeschriebene "persönliche Anwesenheit" der zu identifizierenden Person und des Mitarbeiters als gegeben angesehen wird, wenn die Beteiligten sich im Rahmen einer Videoübertragung gegenübersitzen und kommunizieren. Der Prüfablauf wird dabei detailliert vorgegeben: Der Ausweis mit Vorder- und Rückseite ist in die Kamera zu halten, die enthaltenen Angaben müssen deutlich erkennbar sein und das Dokument vom Mitarbeiter visuell geprüft werden, nach seinen Anweisungen soll das Dokument horizontal und vertikal gekippt werden, damit er das Hologramm sieht. Der zu Identifizierende hat die Seriennummer des Ausweisdokuments vorzulesen. Während der Übertragung ist auch eine Ziffernfolge (TAN) per E-Mail oder SMS an ihn zu übertragen, die er unmittelbar online eingeben soll, zum abschließenden systemseitigen Abgleich der TAN. Von der Person und dem Ausweis sind Screenshots anzufertigen und das Gespräch ist aufzuzeichnen - nicht das Bild, aber der Ton. Eine Auslagerung der Aufgabe ist den Banken/Finanzdienstleistern erlaubt. Die SWK-Bank beauftragte einen der Identifikationsdienstleister damit, die Berliner WebID Solutions GmbH. Der Dienst soll 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zur Verfügung stehen. Die Kosten von PostIdent und dem neuen Verfahren liegen gemäß Angaben von Bank und Dienstleister in ähnlicher Höhe, eine konkrete Zahl wurde nicht genannt. Die Post stellt den Banken bis zu EUR 7,50 plus Porto in Rechnung. Durch die digitale Speicherung der Ausweisdaten und der akustischen Aufzeichnung hinterlässt eine Legitimierung über Videoübertragung im Vergleich zu einer am Schalter mehr Spuren, was abschrecken könnte. Letztlich entscheiden die Kunden, ob sich die Identifikation per Videoübertragung etabliert. Mehrere andere Banken zeigen sich aufgeschlossen, warten ab, wie es in der Praxis funktioniert und angenommen wird.

09.04.2014 |AgrarBank schließt zum Monatsende
Die AgrarBank, eine überregionale, aber wenig wahrgenommene Direktbank, wird eingestellt. Bestehende Kundenverbindungen werden an die Muttergesellschaft VR Bank HessenLand abgegeben, dort sollen sie zu den derzeitigen Konditionen weitergeführt werden. Bleibt abzuwarten, für wie lange das tatsächlich so sein wird. Über die Schließung wird auf der Internetseite mit einem Zweizeiler informiert: "Mit Wirkung vom 1.5.14 integrieren wir die Leistungen der AgrarBank in die VR Bank HessenLand eG. Sie erreichen uns künftig über www.vrbank-hessenland.de."
Gegründet wurde die AgrarBank im November 2008 und geführt als Zweigniederlassung. Die Agrar- und Ernährungsbranche ist für die alteingesessene Volks- und Raiffeisenbank, für das die Abkürzung "VR" steht, eine Kundengruppe, der man sich wegen des örtlichen Bezugs verbunden fühlt. Daher stammt der merkwürdige Name der Direktbank, ohne dass die Zugehörigkeit zu dieser Kundengruppe jemals Bedingung gewesen wäre. Das Hauptprodukt, das "GiroTagesgeld", konnte privat wie geschäftlich eröffnet werden. In der Funktion eines Girokontos ließ es lediglich Basisfunktionen zu, der Zugriff auf das Geldautomatennetz der Genossenschaftsbanken war der eigentliche Vorteil. Mit einer Verzinsung, die sich am EURIBOR orientiert, blieben die Kontoguthaben über weite Strecken knapp über null und damit nahezu unverzinst. Als Tagesgeldanlage war das zu wenig. Am ehesten stieß das Konto noch bei denjenigen auf Interesse, die ein günstiges Geschäftsgirokonto suchten. Ab Januar 2013 wurde dann allerdings der Verzicht auf eine Kontoführungspauschale von einem Durchschnittsguthaben von mindestens EUR 5.000 abhängig gemacht und die Anzahl der monatlich inbegriffenen Buchungsposten von 200 auf 50 reduziert.

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