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03.06.2017 |

Zahlungsverkehr ab Januar in der zweiten Stufe

Der Deutsche Bundestag verabschiedete am Donnerstag das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD II) in der vom Finanzausschuss in einigen Punkten geänderten Fassung. Basierend auf der Richtlinie der Europäischen Union, im Oktober 2015 festgelegt, werden in Deutschland die nun auf nationaler Ebene beschlossenen Änderungen zu weiten Teilen am 13.1.18 in Kraft treten. Sie betreffen mehrere bestehende Gesetze wie das Kreditwesengesetz, das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz und das Bürgerliche Gesetzbuch. Aus Verbrauchersicht ist manches von Vorteil. So dürfen Händler ab dem kommenden Jahr in vielen Fällen keine gesonderten Preisaufschläge mehr für Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften verlangen. Dies gilt sowohl für Zahlungen an der Ladenkasse als auch im Internet. Die Kartenzahlungen sollen gleichzeitig sicherer werden und es soll mehr Wettbewerb im Bereich der Zahlungsdienste herrschen. Gerade vom Bestellen und Flugbuchen im Internet kennt man die Preisaufschläge, die oft erst ganz am Ende des Prozesses durch die Wahl eines Zahlungsmittels noch hinzugerechnet werden. Bislang war nur vorgeschrieben, dass es ein zumutbares Zahlungsmittel geben muss, bei dem keine zusätzlichen Kosten anfallen. Künftig sind für die besonders gängigen Zahlungsmittel wie die girocard, die Kreditkarten von Mastercard und Visa und alle Überweisungen und Lastschriften im SEPA-System die Zusatzkosten untersagt. Dass die Regelung nicht alle Kreditkarten umfasst, hängt mit Besonderheiten bei der Vertragsgestaltung der Kreditkartengesellschaften zusammen. Für American Express und Diners Club gilt sie nicht, auch Zahlungen mit PayPal werden von ihr nicht erfasst.

Sicherheit und Wettbewerb: Die Haftung der Verbraucher sinkt für unautorisierte Zahlungen von derzeit höchstens EUR 150,00 auf EUR 50,00. Zudem verschiebt sich die Beweislast zum Zahlungsdienstleister, der nachvollziehbare Beweismittel vorlegen muss, um dem Kunden grobe Fahrlässigkeit oder gar Betrug nachzuweisen. Fehlüberweisungen von Kunden können einfacher zurückgeholt werden; für den Zahlungsdienstleister des Empfängers wird eine Mitwirkungspflicht gelten, damit das falsch überwiesene Geld wieder beim Absender ankommt. Bei den elektronischen Zahlungsvorgängen müssen die Anbieter künftig für eine starke Kundenauthentifizierung sorgen. Das verlangt mindestens zwei voneinander unabhängige Komponenten aus den Kategorien Wissen, also etwa eine Zahlenkombination, Besitz, beispielsweise eine Bankkarte, oder ein ständiges Kundenmerkmal, wie es der Fingerabdruck ist. Zusätzlich muss der Zahlungsvorgang dynamisch mit einem bestimmten Betrag und einem bestimmten Zahlungsempfänger verknüpft werden. Konkrete Standards dazu soll demnächst die Europäische Bankenaufsichtsbehörde in einer Verordnung definieren. Der Kontozugriff durch sogenannte Zahlungsauslösedienstleister und Kontoinformationsdienstleister wird legitimiert. Bei Nutzung von SOFORT Überweisung etwa muss der Zahlende seine sensiblen Zugangsdaten zum Bankkonto nebst TAN auf einer Internetseite des Dienstes eingeben, sodass dieser bei der Bank des Kunden die Zahlung vom Konto auslösen kann. Banken können sich einem solchen Austausch nicht mehr verwehren. Die Dienstleister werden aber der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterstellt, um Missbrauch zu vermeiden.

01.06.2017 |

Wüstenrot stellt seine verkleinerte Bank zur Disposition

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) prüft Optionen für die Zukunft der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank. Diese ist unter der Marke "Wüstenrot direct" bekannt, sie wurde erst kürzlich zu einer als solche von W&W bezeichneten Digitalbank für Privatkunden neu ausgerichtet. Die Überlegungen reichen von einer weiteren Fokussierung der Geschäftsaktivitäten über Kooperationen bis hin zum Verkauf, teilte die börsennotierte W&W am späten Mittwochabend per Adhoc-Meldung mit. Die Analyse erfolge "ausdrücklich ergebnisoffen". W&W besteht aus Versicherungen, Bausparkasse und Bank. Die Wüstenrot Bausparkasse und die Bank sind Schwestergesellschaften. W&W hat Doppelstrukturen zugunsten der Bausparkasse abgebaut, am Ende könnte stehen, dass der Bankbetrieb und die umfangreichen regulatorischen Anforderungen dafür wegfallen. Im Wesentlichen ist es eine Entwicklung, die nach dem Ende 2015 novellierten Bausparkassengesetz einsetzte, denn Bausparkassen haben nun mehr Möglichkeiten, sie dürfen Baufinanzierungen mit 100 Prozent Beleihungsauslauf anbieten und Pfandbriefe zur Refinanzierung begeben. W&W nutzte das frühzeitig, verlagerte dieses Geschäft. Die Bilanzsumme der Bank verminderte sich durch den Übertrag des Bestands an Baufinanzierungen an die Bauspar-Schwester von über 10 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Die Wertpapierdepots wurden im Oktober 2016 auf einen Kooperationspartner ausgelagert, die ebase. Zudem fand im April 2017 der Übertrag der Einlagekonten von der Bank zur Bausparkasse statt. Über die damit verbundene Reorganisation des gesamten Bankgeschäfts hatten wir berichtet, die Kunden äußern sich im Netz weiterhin sehr unzufrieden, da es noch immer in kaum einem Bereich rund läuft. Bei der Bank verblieben die Girokonten, die Karten, das Vermitteln von Depots und Investments sowie einige digitale Aktivitäten. Unabhängig von einem möglichen Verkauf der Bank werde W&W auch die bislang in der Bank angesiedelten, im Aufbau befindlichen digitalen Aktivitäten an ein Geschäftsfeld innerhalb der W&W übertragen. Zu diesen Aktivitäten gehört unter anderem Treefin, ein FinTech-Zukauf. Nutzer von Treefin bekommen auf der Plattform einen Allfinanz-Überblick zu ihren eigenen Konten, Kreditkarten, Depots und Versicherungen, was in den nächsten Monaten insbesondere auf die W&W-Kunden zugeschnitten werden soll.

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