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23.09.2016 |

Nach Abmahnung: Postbank will zu ihrem Versprechen stehen

Als die Postbank in der zweiten Augusthälfte die Einführung des Kontoführungsentgelts ankündigte, wollte sie keinerlei Ausnahmen machen. Von November an sollten alle Kontoinhaber beim "Giro plus" eine Pauschale von monatlich EUR 3,90 zahlen, auch diejenigen, die ihr Girokonto im Rahmen eines Aktionsangebots eröffnet hatten. Eine fragliche Vorgehensweise, weil die Postbank in vielen der Aktionsangeboten bis vor wenigen Monaten noch eine dauerhaft gebührenfreie Kontoführung zusagte. Die Verbraucherzentrale Hamburg war der Auffassung, dass dies auf diese Art und Weise nicht geht. Deshalb mahnte sie die Postbank ab. Diese gab nun nach den Angaben der Verbraucherschützer die eingeforderte Verpflichtungserklärung ab, zukünftig kein Kontoführungsentgelt bei diesen Verträgen zu verlangen. Die individuelle Vereinbarung habe Vorrang vor einer gegebenenfalls über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen gerechtfertigten Preiserhöhung, so die Verbraucherzentrale. Wenn die betreffenden Kunden das Entgelt zahlen sollen, wäre der richtige Weg gewesen, mit ihnen einen neuen Vertrag zu schließen. In dem abgemahnten Musterfall hatte eine Kundin am 31.12.15 über ein Aktionsangebot eröffnet, ein aussagekräftiger Text ist auf Seite 4 ihres Eröffnungsantrags unter der Rubrik "Besondere Merkmale" enthalten. Die Verbraucherzentrale Hamburg zeigt den Ausschnitt auf ihrer Internetseite. Die Formulierung lautet: "Sie zahlen für die beleglose Kontoführung Girokonto dauerhaft und bedingungslos kein Entgelt. Eröffnen Sie ein Postbank Giro plus, so erhalten Sie bis zu 250 Euro Prämie. Einzelheiten zum Prämienerhalt entnehmen Sie bitte den Teilnahmebedingungen." Die Verbraucherzentrale rät den Kunden, bei denen das entsprechend schriftlich im Vertrag festgehalten ist, im November zu prüfen, ob sich die Postbank daran hält. Zieht die Postbank trotz ihrer abgegebenen Verpflichtungserklärung das Entgelt ein, droht ihr eine hohe Vertragsstrafe. Die Verbraucherzentrale Hamburg bittet Postbank-Kunden, diesbezügliche Verstöße am besten per E-Mail an info@vzhh.de mitzuteilen. Die Postbank geht in ihrer FAQ unter www.postbank.de/kontowelt nun auch auf diese Konstellation ein. Sollte sich der Kunde nicht sicher sein, ob die Bedingung auf ihn zutrifft, kann er seinen Vertrag vorab von ihr per E-Mail an direkt@postbank.de prüfen lassen.

Entscheidend soll offenbar sein, ob das Versprechen im Vertrag abgedruckt ist oder nur auf der Produktseite stand. Denn die Postbank antwortet weiterhin abschlägig in einem anderen Punkt der FAQ, bei der sie die Frage so an sich stellt: "Ich habe das Konto im Rahmen einer Aktion abgeschlossen, da wurde mir ein kostenloses Konto versprochen. Wieso muss ich jetzt zahlen?" Ein Sonderfall bleiben die Tchibo-Konten. Mit dem Kaffeeröster Tchibo warb die Postbank damit, dass für alle Zeiten keine Gebühr für die Kontoführung anfällt. Hier sah die Postbank schon früher ein, dass sich das neue Preismodell nicht durchsetzen lässt. Die Kontoführung bleibt bei Tchibo-Konten unentgeltlich, wenn der Kontoinhaber der Preiseinführung widerspricht. In der FAQ schreibt die Bank, man solle formlos mit dem Vermerk "Tchibo" widersprechen. Die Ausgangsbasis ist also bei den Aktionskonten mitunter ähnlich, wobei die eine Kundengruppe nichts zu unternehmen braucht, eine andere muss widersprechen, und ansonsten auf die Argumentation zu den veränderten Marktbedingungen verwiesen wird.

21.09.2016 |

Bank 1 Saar Direkt ist eingestellt

Die größte Genossenschaftsbank an der Saar, die Bank 1 Saar, hat ihre Direktbankenmarke Bank 1 Saar Direkt aufgegeben und mit ihr das Vorhaben, überregional Kunden zu gewinnen. Auf der bisherigen Internetseite findet man seit Dienstag eine Mitteilung vor, die nur indirekt die Information enthält, dass das Projekt nicht mehr weiter verfolgt wird. Stattdessen stellt sie eine nebensächliche Konsequenz in den Fokus, das Zusammenlegen der Internetauftritte bank1saardirekt.de und bank1saar.de. Die Bank 1 Saar biete als Omnikanalbank ihre Produkte und Services künftig über einen zentralen Internetauftritt an. Dieser erhielt gleichzeitig ein moderneres Design, nach dem gewohnten Muster der Volksbanken. Die Direktkunden können ihre bestehenden Produkte nach wie vor nutzen - über das Online-Banking der Bank 1 Saar. In erster Linie wird dies ein Tagesgeldkonto sein. Als im April 2007 die vielen Plakate in der Heimatregion zum Bewerben der neuen Direktbank aufgestellt wurden, war es mit 3,25% verzinst, später mit bis zu 3,75%, seit November 2014 praktisch unverzinst. Girokonto, Kreditkarte und der vermittelte easyCredit waren schon jeher genauso bei Bank 1 Saar im Programm und sind es noch immer. Das Online-Brokerage der Direktbank wurde schon vor Längerem aussortiert.

19.09.2016 |

Kontowechsel: Das erledigen jetzt die Banken

Seit Sonntag ist der Teil des deutschen Zahlungsdienstegesetzes in Kraft, der sowohl der bisherigen als auch der neuen Bank auferlegt, eine umfassende Hilfe bereitzustellen, um einen nahtlosen Wechsel des Girokontos zu ermöglichen. Das Gesetz basiert auf einer EU-Richtlinie. Ein Bankwechsel ist für Girokunden dadurch weniger mühsam, was den Wettbewerb ankurbeln soll und bei den aktuellen Anhebungen der Kontogebühren zur rechten Zeit kommt. Für die fristgerechte und korrekte Ausführung haften die beteiligten Institute gemeinsam, sodass man nicht mehr befürchten muss, einen Lastschriftempfänger oder einen Dauerauftrag zu vergessen, was Mahnkosten und Ärger nach sich ziehen würde. Voraussetzung für den Kontowechselservice ist, dass die Konten in Deutschland und in derselben Währung geführt werden. Allerdings ist der gesetzlich vorgeschriebene Weg nicht digital, und damit nicht so unkompliziert und effizient wie er sein könnte. Um den Kontowechselservice in Anspruch zu nehmen, muss der wechselwillige Kunde ein mehrseitiges Ermächtigungsformular ausdrucken, ausfüllen und unterschreiben. Ein solches muss nun jede Bank bereitstellen. Dort sind die Termine einzeln festlegbar, ab wann die alte Bank Daueraufträge nicht mehr ausführen soll, keine Lastschriften mehr von ihr akzeptiert werden sollen, und der Tag, an dem das alte Konto zu schließen sowie das Restguthaben zu überweisen sind. Ebenso die Termine, wann die neue Bank die Daueraufträge übernehmen und ab wann sie Lastschriften akzeptieren soll. Das Formular ist per Post an die neue Bank zu senden. Erst dann kommunizieren alte und neue Bank per Post oder Fax miteinander, um die zu benachrichtigenden Zahlungspartner des Kunden zu ermitteln und sofern gewünscht zu informieren. Der Gesetzgeber räumt für den Prozess insgesamt zwölf Arbeitstage ein, ein ambitionierter Zeitplan, der sich aber durch eventuelle Rückfragen und die Postlaufzeiten verlängern kann. Das alte Institut muss kostenlos eine Liste übermitteln, mit sämtlichen verfügbaren Informationen betreffend Daueraufträgen, erteilten Lastschriftmandaten und wiederkehrend eingehenden Überweisungen in den vergangenen 13 Monaten. Von dieser Liste kann der Kunde kostenlos eine Kopie anfordern. Nach Erhalt der Daten ist die neue Bank bei entsprechendem Auftrag für das Wiedereinrichten der Daueraufträge und für die Benachrichtigung der Zahlungspartner wie Arbeitgeber, Versicherungen, Vereine und Versorger zuständig. Einzelne Institute bepreisen die gesetzlich auferlegten Aufgaben, welche nicht ausdrücklich kostenlos ausgeführt werden müssen. Auf die netbank trifft dies zu, was ihr sicherlich einiges an Arbeit ersparen wird. Als übertragenes Institut berechnet sie eine Grundgebühr von EUR 6,30, je systemseitiger Löschung eines Dauerauftrags EUR 0,67, je systemseitiger Verhinderung einer Lastschrift EUR 0,70 und je systemseitiger Verhinderung einer Überweisung EUR 0,70. Als empfangendes Institut berechnet sie eine Grundgebühr von ebenfalls EUR 6,30, für die Einrichtung eines Dauerauftrags EUR 0,67, je Anschreiben an einen Lastschriftempfänger EUR 4,00 und je Anschreiben an einen Zahler per Überweisung EUR 4,00. Der Gesetzgeber erlaubt ein angemessenes und sich an den tatsächlichen Kosten orientierendes Entgelt. Dabei muss die Bank den Kunden über mögliche Kosten informieren, bevor dieser den Kontenwechselservice in Anspruch nimmt. Will der Kunde das Informieren seiner Zahlungspartner selbst erledigen, hat die Bank ihm Musterschreiben zur Verfügung zu stellen. Sollte das alte Konto im Minus stehen, und lässt sich dieses nicht durch Guthaben oder Dispokredit auf dem neuen Konto ausgleichen, ist das Schließen des Kontos nicht möglich und der Kunde wird darüber unterrichtet. Es ist empfehlenswert, alles zeitnah zu kontrollieren. Und bei Zahlungen an Anbieter wie Amazon und PayPal, wo Kontodaten online hinterlegt werden, muss der Kunde in jedem Fall noch selbst nachsteuern.

Neben der Kontowechselhilfe gemäß Zahlungsdienstegesetz besteht immer noch die Wahl, einen der freiwilligen Wechselservices der Bank zu nutzen. Diese bestehen seit einigen Monaten insbesondere aus einer Online-Anwendung beziehungsweise App externer Dienstleister wie FinReach, fino und Kontowechsel24. Nach einmaligen Login mit den Zugangsdaten zum Online-Banking des alten Kontos werden die Kontoumsätze automatisiert analysiert. Der Kunde markiert per Klick, welche Zahlungspartner er über seinen Wechsel benachrichtigen will. Das System verschickt dann in seinem Auftrag die Benachrichtigungen per Brief. Es drängt sich die Frage nach dem Datenschutz auf, wenn sensible Daten von externen Diensten auf solche Weise ausgelesen werden. Auch kann es passieren, dass die Dienstleister aufgrund des online begrenzt abrufbaren Zeitraums nicht an alle Daten herankommen. Zwar ist das Verfahren schnell, aber weniger umfassend und ohne die Haftungsübernahme. Die noch jungen Unternehmen werden wohl anpassen müssen, um kein Geschäft zu verlieren. So erklärte FinReach kürzlich, eine mit dem Zahlungsdienstegesetz konforme Kontowechselhilfe entwickelt zu haben, um die geforderten manuellen Prozesse den Banken abzunehmen.

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