Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen von Bankprodukten, die bundesweit angeboten werden und den Abschluss per PostIdent/VideoIdent ermöglichen. Insgesamt sind 136 Anbieter in unseren Produktvergleichen gelistet. Thematisch liegt der Schwerpunkt von modern-banking.de auf dem Direktbankenmarkt.

29.07.2016 |

Wüstenrot lagert Wertpapiergeschäft aus

Im Wertpapierbereich nimmt Wüstenrot künftig lediglich noch eine vermittelnde Rolle ein. Den bestehenden Depotkunden teilte Wüstenrot in einem Schreiben mit, dass ihre Depots am 31.10.16 zu ebase überführt werden sollen. ebase ist eine auf die Depotverwaltung spezialisierte Vollbank, gehört zur comdirect-Gruppe und ist ausschließlich im Geschäft von Unternehmen zu Unternehmen tätig. Nur über Partner wie Fondsvermittler oder Banken kann dort eröffnet werden, für welche ebase jeweils eigene Preismodelle anlegt. Der Wüstenrot-Kunde müsse für den Übertrag nichts unternehmen, er werde automatisch vorgenommen und es würden ihm dabei keine Kosten entstehen. Wenn der Kunde dem angekündigten Übertrag widerspricht, muss er gemäß dem Schreiben bis spätestens 30.9.16 selbst einen Übertrag zu einem anderen Anbieter verlassen. Wer gemanagte Fonds im Depot zusammen mit anderen Werten wie Aktien, Anleihen oder ETFs hat, wird bei ebase zwei getrennte Depots dafür bekommen. Die Handhabung erscheint mehr als umständlich, bislang ging alles mit einem Depot. Beide Depots werden jedenfalls über einen gemeinsamen Online-Zugang ersichtlich sein. Wüstenrot verspricht, dass die Umstellung zu Verbesserungen an anderen Stellen führt, und zwar durch komfortablere Funktionen und erweiterte Handelsmöglichkeiten (wie etwa Auslandsbörsen). Die betreffenden Bestandskunden werden im Oktober neue Depotnummern und Zugangsdaten für das ebase-Portal erhalten. Diese Zugangsdaten verfallen nach neun Wochen, wenn sie bis dahin nicht benutzt worden sind, eine neue PIN ließe sich dann aber jederzeit online anfordern. Girokonto, Tagesgeld und Kreditkarten sind unverändert bei Wüstenrot im Online-Banking.

Im Neugeschäft ist schon umgestellt - Wüstenrot wirbt statt für das bisherige "Top Depot direct" für das bei ebase geführte "Wüstenrot Investmentdepot" und das "Wüstenrot Wertpapierdepot". Bei beiden fällt keine Depotgebühr an. Von der Unterteilung hängt ab, wo man handeln kann. Das Wüstenrot Investmentdepot ist auf den Handel über Kapitalanlagegesellschaften ausgelegt. 6.700 gemanagte Fonds sind erhältlich, nahezu alle davon ohne Ausgabeaufschlag. Das Angebot entspricht dem, was häufig auch bei Online-Fondsvermittlern vorzufinden ist. Daneben gibt es eine Auswahl von rund 350 ETFs von fünf ETF-Anbietern, in die per Einmalanlage oder Sparplan investiert werden kann, wobei dies hier vergleichsweise teuer ist, da neben eigenen Spesen von 0,20% vom Kurswert nun auch durchschnittlich ca. 0,21% vom Kurswert an Fremdkosten auf der Abrechnung erscheinen. Beim Wüstenrot Wertpapierdepot läuft hingegen alles über den fortlaufenden Handel an den Börsen und dem außerbörslichen Direkthandel. Die Orderpreise sind fast genauso wie beim alten Depot von Wüstenrot, jedoch fällt zusätzlich ein Börsenplatzentgelt an (für Xetra 0,0015% vom Kurswert, mindestens EUR 1,50) und der Preis für Limits ist ein wenig günstiger (EUR 2,50 statt EUR 2,90).

  1. Produktlink Wüstenrot
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26.07.2016 |

O₂ mit frischen Ideen ins Girokontogeschäft eingestiegen

Das Girokonto von O₂ ist da. Die dazugehörigen Apps für iOs und Android stehen in den Stores zum Download bereit und die O₂-Mutter Telefónica informierte gestern darüber auf ihrer Internetseite. Dass Telefónica an einem solchen Angebot arbeitet, war bekannt, doch die Details zu dem komplett über das Smartphone verwalteten Konto waren bis vor dem Launch noch unklar. Zu den Glanzpunkten des Angebots zählen die Belohnung mit Datenvolumen zum Surfen bei Anbindung an einen O₂-Mobilfunktarif, eine kostenlose Debit-MasterCard inklusive Funkchip zum kontaktlosen Zahlen, Einloggen per Fingerabdruck oder Passwort, Push-Benachrichtigungen über Kontobewegungen, die Möglichkeit Geld an eine Handynummer oder eine E-Mail-Adresse seiner Kontakte zu senden. Die monatliche Kontoführungsgebühr in Höhe von 99 Cent entfällt in den ersten drei Monaten generell, dann unter Nutzung als Gehaltskonto oder Kartenumsatz von mindestens EUR 100,00 im Vormonat. Aber: Eine Bankkarte mit girocard- und/oder Maestro-Funktion fehlt völlig und Schecks einlösen ist nicht möglich. Als Mobilfunkanbieter spielt O₂ bei dem Girokontoangebot seinen Trumpf aus – wen freut es nicht, gratis mobil im Internet surfen zu können. Anhand des Kartenumsatzes im Vormonat wird ein Status zugeteilt: Bei weniger als EUR 100,00 Kartenumsatz - im Bronze-Status - erhält man 100 Megabytes (MB) Datenvolumen zusätzlich zu seinem O₂-Tarif und kann weltweit einmal im Monat kostenfrei Geld am Automaten abheben. Im Silber-Status ab EUR 100,00 bis unter EUR 500,00 Kartenumsatz sind es 300 MB und ein Freikontingent von drei Abhebungen im Monat. Dient das Konto als Gehaltskonto oder ab EUR 500,00 Kartenumsatz ist der Gold-Status erreicht, was im Folgemonat zu 500 MB und unbegrenzt kostenfreien Abhebungen führt. In der Startphase gibt es mehr Datenvolumen, und zwar einmalig 1.000 MB zur Begrüßung, einmalig 1.000 MB für den ersten Einkauf mit Karte, im Silber-Status befristet bis Jahresende im Monat 500 statt regulär 300 MB und 1.000 statt regulär 500 MB im Gold-Status. Nur volljährige Personen bekommen das Konto. Der Antrag läuft über die herunterzuladende Smarthone-App, die einzelnen Schritte sind ansprechend gestaltet, die Legitimation im Video-Telefonat schließt sich unmittelbar an (alternativ ist PostIdent möglich). Das Girokonto wird mit dem Partner Fidor Bank realisiert, da Telefónica wie bis vor Kurzem auch N26 (früher Number26) keine Banklizenz hat. Mobilfunkanbieter suchen nach neuen Einnahmequellen, nachdem Nachrichtendienste wie WhatsApp das früher lukrative Geschäft mit SMS-Kurznachrichten kaputtgemacht haben. Die Positionierung von Telefónica mit einem hochmodernen Girokonto für die Hosentasche ist stimmig und gut umgesetzt. Nach der Übernahme des Konkurrenten E-Plus vor zwei Jahren verfügt Telefónica über eine große Kundenbasis in Deutschland, kommt mit den verschiedenen Marken auf insgesamt über 43 Millionen ausgegebene SIM-Karten. Es lässt sich übrigens auch ein Dispokredit beantragen oder den von Fidor Bank bekannten Geldnotruf-Button drücken, um EUR 100,00 bzw. EUR 200,00 kurzzeitig zu leihen. Ein heikler Punkt ist, dass mit den Bankgeschäften und der Handynutzung sehr viele Daten bei ein und demselben Anbieter zusammenkommen. Den Bedenken versucht O₂ entgegenzuwirken, die vollständigen Daten aller Banking-Transaktionen lägen bei der Fidor Bank, das ist dabei die Kernaussage. In der Datenschutzerklärung der Fidor Bank steht aber auch unmissverständlich, dass mit der Nutzung des Angebots unter anderem der Übermittlung von Transaktionsdaten an Telefónica eingewilligt wird. Transaktionsdaten sind demnach insbesondere IP-Adresse, Transaktionsart, Höhe der Transaktion und verwendetes Zahlmittel.

Das Girokontoangebot von O₂ ist nicht auf die eigenen Telefonkunden beschränkt, den Bonus mit dem Datenvolumen kann man jedoch nur mit O₂-Mobilfunktarif erhalten. Ohne den dürfte für die meisten das von der Fidor Bank selbst angebotene Girokonto interessanter sein. Das unterscheidet sich darin, dass es bedingungslos kostenlos geführt wird und die ausgegebene Karte lässt sich sowohl im Zahlungsnetz von MasterCard als auch von Maestro verwenden. Ein Gehaltseingang ab EUR 1.000 belohnt die Fidor Bank im Folgemonat mit einer Geldgutschrift von EUR 1,00. Außerdem sind Zusatzfunktionen von Fremdanbietern integriert, beispielsweise der Handel mit Edelmetallen. Allerdings hat die Fidor Bank nur eine App zur Information über Kontobewegungen, keine richtige Banking-App, die wird nach der Entwicklung für O₂ aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

25.07.2016 |

Banklizenz für Number26 zieht Kontoumzug nach sich

Number26 erhielt vor wenigen Tagen die beantragte Vollbanklizenz und nennt sich fortan N26. Beides kommunizierte das Berliner Startup am Donnerstag. Anderthalb Jahre nach der Einführung des ganz auf das Handy ausgerichteten Girokontos ist das Unternehmen in der Lage, mehr als nur die Nutzeroberfläche zu gestalten. Durch den Wandel zu einer echten Bank hat N26 mehr Freiheiten, erhofft sich unter anderem Innovationen schneller realisieren zu können. Die Abstimmung mit der bisherigen Partnerbank entfällt. Im Hintergrund arbeitete die regulierte Wirecard Bank für N26. Über sie liefen die tatsächlichen Bankgeschäfte. N26 sagt sich davon los, alle Kundenkonten sollen umziehen. Voraussichtlich Anfang September werde man die Kunden zu den Details informieren. Den Umzug verspricht N26 leicht zu machen. Letzten Endes ist es aber wie bei jedem Wechsel des Girokontos zu einer anderen Bank: IBAN und BIC ändern sich, es gibt neue Karten und die Vertragspartner müssen informiert werden. Eine girocard wird es auch dann nicht geben, obwohl sich viele Nutzer das wünschen und nicht jeder Laden Maestro oder MasterCard akzeptiert. Der Markenname von Number26 ist nun N26. Er wird von dem weiterhin als Number26 GmbH firmierenden Unternehmen verwendet, als deren Tochter ist die N26 Bank GmbH angegliedert. Umfragen hätten ergeben, dass der verkürzte Name im Ausland besser ankomme. N26 hat nach eigenen Angaben mittlerweile rund 200.000 Kunden in acht Ländern. Ende 2015 waren es noch 100.000. Das ist beeindruckend, jedoch ist anzuzweifeln, ob das tatsächlich alles aktive Kunden sind, zumal es in der kurzen Zeit einige negative Veränderungen gab. Wenn Geldabheben und Kontoführung für den Kunden gratis sind, kostet das den Anbieter natürlich trotzdem. N26 musste zuletzt das Abheben an Geldautomaten limitieren, vorangegangen waren Kündigungen an diejenigen, die extrem häufig Bargeld abgehoben haben, und N26 führte das mit EUR 6,00 Monatspauschale und keinerlei kostenfreien Geldabhebungen das "Flex-Konto" ein, bietet dieses Kontomodell Interessenten mit schwacher Bonität ersatzweise an. Die Banklizenz hatte N26 in Deutschland beantragt und erhalten. Der Europäische Pass berechtigt EU-weit im Bankgeschäft aktiv zu sein, wenn ein Institut in einem der EU-Länder zugelassen ist, was kaum ein Girokontoanbieter so stark nutzt wie N26. Die Gründer wollen in den nächsten Jahren einige Millionen Europäer erreichen. Im Juni hatten namhafte Investoren zusätzliche 40 Millionen US-Dollar an Kapital für den ambitionierten Ausbau bereitgestellt. Das Geschäftsmodell stützt sich nach wie vor auf Einnahmen aus den Kartenumsätzen und künftig mehr auf Provisionen, die wie mit TransferWise erzielt werden, einem Dienst für internationale Überweisungen. Die Produktvielfalt soll sich mit der Plattform für Kooperationen in den nächsten Monaten stark vergrößern. N26-Kunden bekommen direkt in ihrer App Zugang zu Angeboten aus den Bereichen Sparen, Investieren, Kredit und Versicherungen. Für den morgigen Dienstag ist der Start einer Kooperation mit dem Frankfurter Fintech vaamo angesetzt, eine Geldanlage in ETF-Portfolios gegen eine basierend vom Anlagevolumen prozentual berechnete Jahresgebühr. Auch eigene Produkte stehen in der Pipeline: eine Möglichkeit Kosten unter Freunden digital rasch aufzuteilen und ein Kredit, bei dem die Bank aufgrund der modernen IT in Sekunden entscheidet und das Geld sodann sofort verfügbar stellt.

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