News: Meldung vom 23.11.2015

Number26 entscheidet in Sekunden über Freigabe der neuen Überziehungsoption

Zu dem komplett über das Smartphone steuerbaren Girokonto bietet Number26 ab 1.12.15 den Kunden in Deutschland einen Dispokredit. Die Kunden in Österreich müssen darauf noch warten, ob und wann es dort einen Dispokredit geben wird, konnte Number26 auf Anfrage noch nicht sagen. Die Einführung eines Dispokredits ist an sich keine Innovation, das Berliner FinTech-Unternehmen hat aber wieder Wege gefunden, um Abläufe für Girokunden zu verbessern - durch eine unmittelbare Kreditentscheidung und mehr Transparenz. Das Girokonto von Number26, es wird kostenlos geführt, war bislang ein reines Guthabenkonto, es konnte nur so viel Geld überwiesen oder ausgegeben werden, wie das Guthaben zuließ. Mit der Option auf einen Dispokredit liefert Number26 jetzt in einem weiteren Punkt nach, in der Kundeninformation begleitet in der gewohnten Rhetorik gegen die Banken: "Wir sind stolz, euch das nächste Feature zu präsentieren, mit dem Number26 in den Kernbereich traditioneller Banken vordringen wird." Zu einer echten Alternative wird Number26 erst nach und nach, zuletzt wurde eine Ein- und Auszahlungsmöglichkeit in Kooperation mit Barzahlen.de vorgestellt und damit nach eigener Auffassung die Bankfiliale überflüssig gemacht. Aber auch das Girokonto und der Dispokredit von Number26 werden über eine Bank ermöglicht, durch den Kooperationspartner Wirecard Bank. Den persönlichen Überziehungsrahmen beantragt der Kunde mit einem Klick in der Banking-App. Er muss dabei einer Schufa-Abfrage zustimmen. Zusätzlich analysiert Number26 die Geldeingänge sowie Ausgaben und zieht die Angaben zum Gehalt und der Anstellungsdauer hinzu. Der Kunde erfährt daraufhin, ob und in welcher Höhe er das Konto überziehen darf. Das Kreditrisiko durch die programmierte Entscheidung ist für Number26 überschaubar, abhängig vom Scoring werden maximal EUR 2.000 (Neukunden maximal EUR 1.000) sofort nutzbare Kreditlinie eingeräumt. Der veränderliche Sollzins beträgt zurzeit 8,90% p. a., weitere Kosten entstehen nicht. Wie bei anderen Kontobewegungen auch erhält der Nutzer detaillierte und exakte Auskunft über seinen Dispokredit. Er wird per Push-Benachrichtigung informiert, wenn er ins Minus und damit in den kostenpflichtigen Bereich rutscht. Außerdem zeigt die App in Euro und Cent tagesaktuell an, welche Kosten für die Inanspruchnahme im Quartal aufgelaufen sind. Auch kann der Nutzer den Dispokredit jederzeit deaktivieren oder auf einen niedrigeren Betrag festlegen, dies wird jeweils unmittelbar umgesetzt. Das Number26-Girokonto an sich ist weiterhin ohne Schufa-Abfrage erhältlich. Wer nur das Geld ausgeben möchte, was er tatsächlich besitzt, die Flexibilität nicht benötigt, ignoriert die Funktion. Erst wenn der Dispokredit ergänzend beantragt wird, muss die Einwilligung zur Abfrage gegeben werden. Was jetzt noch fehlt, ist eine Bankkarte, denn nicht alle Einzelhändler in Deutschland nehmen Kreditkarten an. Das ist das Nächste, die angekündigte Maestro-Karte soll noch in diesem Jahr folgen. Mittelfristig will Number26 sich zu einer Plattform für Bankprodukte unterschiedlicher Anbieter entwickeln, von diesen Sparkonten und weitere Produkte in die App integrieren.