News: Meldung vom 01.06.2017

Wüstenrot stellt seine verkleinerte Bank zur Disposition

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) prüft Optionen für die Zukunft der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank. Diese ist unter der Marke "Wüstenrot direct" bekannt, sie wurde erst kürzlich zu einer als solche von W&W bezeichneten Digitalbank für Privatkunden neu ausgerichtet. Die Überlegungen reichen von einer weiteren Fokussierung der Geschäftsaktivitäten über Kooperationen bis hin zum Verkauf, teilte die börsennotierte W&W am späten Mittwochabend per Adhoc-Meldung mit. Die Analyse erfolge "ausdrücklich ergebnisoffen". W&W besteht aus Versicherungen, Bausparkasse und Bank. Die Wüstenrot Bausparkasse und die Bank sind Schwestergesellschaften. W&W hat Doppelstrukturen zugunsten der Bausparkasse abgebaut, am Ende könnte stehen, dass der Bankbetrieb und die umfangreichen regulatorischen Anforderungen dafür wegfallen. Im Wesentlichen ist es eine Entwicklung, die nach dem Ende 2015 novellierten Bausparkassengesetz einsetzte, denn Bausparkassen haben nun mehr Möglichkeiten, sie dürfen Baufinanzierungen mit 100 Prozent Beleihungsauslauf anbieten und Pfandbriefe zur Refinanzierung begeben. W&W nutzte das frühzeitig, verlagerte dieses Geschäft. Die Bilanzsumme der Bank verminderte sich durch den Übertrag des Bestands an Baufinanzierungen an die Bauspar-Schwester von über 10 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Die Wertpapierdepots wurden im Oktober 2016 auf einen Kooperationspartner ausgelagert, die ebase. Zudem fand im April 2017 der Übertrag der Einlagekonten von der Bank zur Bausparkasse statt. Über die damit verbundene Reorganisation des gesamten Bankgeschäfts hatten wir berichtet, die Kunden äußern sich im Netz weiterhin sehr unzufrieden, da es noch immer in kaum einem Bereich rund läuft. Bei der Bank verblieben die Girokonten, die Karten, das Vermitteln von Depots und Investments sowie einige digitale Aktivitäten. Unabhängig von einem möglichen Verkauf der Bank werde W&W auch die bislang in der Bank angesiedelten, im Aufbau befindlichen digitalen Aktivitäten an ein Geschäftsfeld innerhalb der W&W übertragen. Zu diesen Aktivitäten gehört unter anderem Treefin, ein FinTech-Zukauf. Nutzer von Treefin bekommen auf der Plattform einen Allfinanz-Überblick zu ihren eigenen Konten, Kreditkarten, Depots und Versicherungen, was in den nächsten Monaten insbesondere auf die W&W-Kunden zugeschnitten werden soll.