Direktbanken und Online-Broker im Vergleich

Newsletter: Direktbanken.News 03/2003



Willkommen zu den monatlichen News von www.modern-banking.de

Themenüberblick
1. 1822direkt steigt ins Beratungsgeschäft ein
2. DiBa/Entrium machen Citibank Konkurrenz
3. Advance Bank verschwindet vom Markt
4. Broker werben um Advance Bank-Kunden
5. Harte Zeiten für Online-Broker
6. Umfrage: Reaktionen auf E-Mail-Anfragen zu langsam
7. Der monatliche ZinsTicker
8. Tagesgeld TOP 5-Institute




1. 1822direkt steigt ins Beratungsgeschäft ein
Virtuell und traditionell" - so will die 1822direkt, Tochter der Frankfurter Sparkasse, die Flaute im Online-Broking und den Konzentrationsprozess überleben. Geschäftsführer Manfred Weinel sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt, bis zum Sommer steige seine Direktbank ins provisionsabhängige Beratungsgeschäft ein, wobei via Telefon vor allem Publikumsfonds vertrieben werden sollen. In der Anfangsphase würden u. a. Produkte der Fondsgesellschaften Deka, DWS, Dit und Fidelity angeboten. Die 1822direkt ist ein Kuriosum in der deutschen Banken- und Sparkassenlandschaft. Die 1996 gestartete Direktbank ist als einzige Sparkassen-Tochter bundesweit auf Kundenfang und steht auch in Konkurrenz zum S Broker der öffentlich-rechtlichen Sparkassen. Die Muttergesellschaft ist eine freie Sparkasse, die mehrheitlich einem wirtschaftlichen Verein gehört. Laut Weinel wurden 85% der jetzt rund 156.000 Kunden außerhalb des Einzugsgebiets der Frankfurter Sparkasse gewonnen, rund drei Viertel kommen via Internet-Werbung zur 1822direkt. Die 1822direkt hat den totalen Einbruch im Online-Broking mit Wertpapieren im vergangenen Jahr vor allem über das Einlagengeschäft auffangen können. Rund 70% der neuen Konten sind Tagesgeldkonten, der Rest sind neue Girokonten. Der Gewinn - Branchenbeobachter rechnen mit rund fünf Mill. Euro im vergangenen Jahr und einer Halbierung auf nur noch 2,5 Mill. in 2003 - resultiert ausschließlich aus dem Zinsgeschäft. Zwar hat die 1822direkt im Januar/Februar rund 6.500 neue Kunden an Land gezogen, es wanderten aber auch 1.500 vornehmlich zur DiBa ab. Die Besitzer inaktiver Wertpapierdepots bei der 1822direkt sollen in diesem Jahr über eine monatliche Mindestgebühr zur Auflösung bewegt werden. Von allen Kunden haben laut Weinel 15% ein Depot, "davon ist aber schon jedes dritte leer und ohne Umsatz". Weinel sieht seine Chancen realistisch, dass er "ein Mittelständler" unter den Online-Banken bleibt. Die Zahl der Kunden soll in 2003 auf rund 170.000 steigen, in zwei Jahren peilt man zwischen 250.000 und 300.000 an. Dann, so seine Einschätzung, dürfte er für sein Haus auch "vorerst an der Decke" angekommen sein. (Quelle: Handelsblatt.com)

2. DiBa/Entrium machen Citibank Konkurrenz
Die im Februar-Newsletter angekündigte Übernahme von Entrium durch den niederländischen Allfinanzkonzern ING wurde perfekt gemacht. Der Kaufpreis der früheren Quelle Bank beträgt 300 Mio. Euro. Entrium gehörte bislang der italienischen Banca Capitalia. Entrium, der größte Bankenbrocken der in Deutschland zu haben war, passt ING gut ins Konzept. Die Niederländer halten bereits 70% an der DiBa. Durch die angekündigte Verschmelzung der beiden Banken wird ING die mit Abstand größte Direktbank in Deutschland bilden, die auch für die großen Filialbanken ein ernst zu nehmender Konkurrent im Privatkundengeschäft ist. Durch den Zusammenschluss rücken die beiden Institute nach eigenen Angaben mit 2,8 Millionen Privatkunden nahe an die Citibank mit drei Millionen Privatkunden in der Bundesrepublik heran. Die fusionierte Bank stehe auf Platz sieben im Privatkundengeschäft. Spitzenreiter ist die Postbank mit zehn Millionen Kunden, gefolgt von Deutscher Bank und Dresdner Bank. In beiden Instituten arbeiten derzeit fast 1.500 Mitarbeiter. "Wir werden die Zahl der Beschäftigten weiter ausbauen", versprach Hafner. Dies erfordere die Expansion der Direktbank. "Eigentlich wollten wir in 2003 den Fuß etwas vom Gaspedal nehmen, aber Entrium passt zu gut zu unserem Geschäftsmodell, als dass wir die Gelegenheit versäumen wollten", erläuterte er. Der Name der größten deutschen Direktbank stünde noch nicht fest. Dies solle erst nach der Integration von Entrium in der ersten Jahreshälfte 2004 beschlossen werden. Die neue Bezeichnung werde die Marken ING und DiBa weiterführen. Konkrete Pläne der zur weiteren Strategie sind bisher nicht bekannt.
Die ING setzt gegen den allgemeinen Trend auf das Direktbanken-Modell und ist damit so weit auch erfolgreich. Gestartet ist sie 1997 in Kanada. Während sich die Banksparte im Konzern zuletzt schwächer entwickelt hat, wurden im dritten Quartal 2002 erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Durch den Zukauf von Entrium erweitert ING die Kundenzahl im Direktbankgeschäft weltweit auf sechs Millionen Kunden. Ziel sei es, nach Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien die Präsenz auf ein weiteres Land auszudehnen. Im Gegensatz dazu straft ING-Chef Ewald Kist zum Beispiel das Großkundengeschäft und musste Rückzieher im Investmentbanking machen. Auch die BHF.Bank soll verkauft werden.
Interessant ist, dass in den Niederlanden selbst das Konzept Direktbank nie richtig Fuß fassen konnte, auch nicht zu den Hoch-Zeiten des Internetbooms. Internet-Angebote werden von den Großbanken ABM Amro, ING und Rabobank, die 80% des Marktes praktisch in einer Art Oligopol kontrollieren, vielmehr mit übernommen. Die Akzeptanz unter den Kunden sei von Anfang an wesentlich geringer gewesen als hierzulande. Wirtschaftlich selbstständige Einheiten mit entsprechenden Angeboten gibt es nicht. Der ambitionierte Griff der ING über die Grenze wird deshalb in erster Linie als Resultat eines ausgeprägten Wachstumsdrangs gesehen. In den Niederlanden seien keine Marktanteile mehr zu gewinnen, heißt es. Der Markt sei in festen Händen. Bemerkenswert ist die Positionierung der Niederländer aber auch unter einem anderen Aspekt. Das erfolgreiche Etablieren am deutschen Markt sei für ausländische Institute besonders schwierig, erkennen die Experten an. (Quelle: Handelsblatt.com, n-tv.de)

3. Advance Bank verschwindet vom Markt
Nach nicht einmal sieben Jahren am Markt verliert die Advance Bank ihre Unabhängigkeit. Die Allianz will ihre verlustreiche Direktbank Advance Bank vollständig in den Konzern integrieren. Allein durch den Wegfall von weiteren Investitionen in die Advance Bank und das Geschäft mit der Finanzplanung als eigenständige Einheit sollen rund 500 Millionen Euro gespart werden, teilte die Allianz in München mit. Mit der Integration werde der Name Advance Bank vom Markt verschwinden. "Wir wollen uns auf unsere beiden Marken Allianz und Dresdner Bank konzentrieren", sagte ein Allianz-Sprecher. Die Entscheidung steht unter dem Vorbehalt der entsprechenden Gremienbeschlüsse. Die rund 500 Bankmitarbeiter und 400 Finanzberater sollen so weit wie möglich von der Dresdner Bank und Allianz übernommen werden. Die Mitarbeiter sollen sich zukünftig um die Anwerbung von Neukunden und die Betreuung der Allianz-Kunden kümmern, teilte der Versicherungskonzern mit. Der Branchenprimus und die Dresdner Bank verfolgten damit ein schnelleres Wachstum in den Bereichen Altersvorsorge und Vermögensaufbau. Den rund 340.000 Kunden soll angeboten werden, zur Dresdner Bank und Allianz zu wechseln. Dennoch sollten die Kunden auch weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Geschäfte per Telefon oder über das Internet zu erledigen. Rund 60 sogenannter Finanzplanungscenter sollen geschlossen werden.
Die Allianz hatte sich bei der Advance Bank noch auf jahrelange Verluste eingestellt. Die Gewinnschwelle wollte die Bank erst im Jahr 2006 erreichen. Ursprünglich wollte der Allfinanzkonzern das Direktbanking und die Finanzplanung zum dritten Standbein neben den Versicherungsagenturen und den Filialen der Dresdner Bank ausbauen. (Quelle: Handelsblatt.com)
Lesen Sie auch das Schreiben der Advance Bank an die Kunden zu dem Strategiewechsel.

4. Broker werben um Advance Bank-Kunden
Um die Brokerage-Kundschaft der Advance Bank werben die übrigen Discount-Broker. Ab sofort übernimmt der S Broker bei Depot-Eröffnung bis zum 30.4.03 eventuell anfallende Depotübertragungskosten bei Kunden, die von der Advance Bank zum S Broker wechseln. Unter dem Motto "Happy End für Advance Bank-Kunden" startete ConSors eine Neukundenaktion, die sich gezielt an die von der Reintegration betroffenen Kunden der Advance Bank richtet. Advance Bank-Kunden, die jetzt zu ConSors wechseln, bekommen 3,60% auf ihr Cash-Konto für einen Zeitraum bis zum 30.6.03. Ein Blick auf die regulären Konditionen verrät jedoch, dass das Cash-Konto nach dem 30.6.03 nicht erste Wahl für Tagesgeld sein wird. Hier die aktuellen Konditionen: 0,50%, TEUR 5-25: 1,00%, TEUR 25-100: 1,70%, über TEUR 100: 1,90%

5. Harte Zeiten für Online-Broker
Das begonnene Jahr 2003 wird das dritte schwierige Jahr für die Online- Broker. Die Transaktionen dürften im ersten Halbjahr weiter zurückgehen, bevor sie dann in der zweiten Hälfte wieder ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktstudie der WestLB Panmure. Im Geschäftsjahr 2002 sei die Anzahl der Transaktionen beispielsweise bei den beiden deutschen börsennotierten Online-Brokern comdirect und DAB bank um 14% bzw. 27% eingebrochen. Laut Panmure dürften die Trades bei Entrium um 5% zurückgegangen sein, bei ConSors sogar bis zu 30%. Demgegenüber sei die Kundenzahl in 2002 trotz negativer Aktienmarktentwicklungen und Ergebnistendenzen um insgesamt 7% gestiegen, heißt es. Somit dürften in Deutschland zum Jahreswechsel ca. 3,0 Mill. Online-Brokerage Kunden zu verzeichnen gewesen sein, gegenüber 2,8 Mill. Ende 2001. Aus diesem Grund sieht Panmure im Online-Brokerage trotz kurzfristiger negativer Entwicklungen langfristig einen Wachstumsmarkt. Wie aus der Studie hervorgeht, konnte im Jahr 2002 die Brokerage Tochter der Deutschen Bank maxblue den größten Kundenzuwachs verzeichnen, gefolgt von Entrium. Danach käme maxblue schätzungsweise auf 500.000 Kunden. Trotz der positiven Kundenentwicklung sehe maxblue in eine unsichere Zukunft, so Panmure. Das Unternehmen erwirtschafte immer noch keine Gewinne und könne deshalb jederzeit einem Strategiewechsel des Mutterkonzerns zum Opfer fallen. Entrium liege mit schätzungsweise 180.000 Brokerage-Kunden auf Platz 6 unter den Online-Brokern. (Quelle: gelon.de)

6. Umfrage: Reaktionen auf E-Mail-Anfragen zu langsam
Derzeit gibt es in Deutschland rund neun Millionen Online-Banking-Kunden. Für zwei Drittel dieser Kunden ist die Qualität des Online-Angebots einer Bank sogar mit ausschlaggebend bei der Wahl ihrer Bankverbindung. Das ist Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von NFO Infratest Finanzforschung. Beim Leistungs- und Serviceangebot werden die einzelnen Banken den Ansprüchen ihrer Online-Kunden noch nicht in allen Punkten gerecht. Neben der sicheren und unkomplizierten Online-Abwicklung des Zahlungsverkehrs, mit der 80% der Befragten zufrieden sind, erwarten die Kunden von ihrer virtuellen Bankfiliale auch eine sehr gute Erreichbarkeit, vor allem per E-Mail und Telefon. Hier sehen die Kunden durchaus Verbesserungspotential. Rund ein Drittel der Online-Kunden sind der Meinung, dass ihre Bank E-Mail-Anfragen schneller und kompetenter beantworten könnte. Noch etwas mehr Kunden kritisieren die Online-Unterstützung ihrer Bank bei technischen Problemen und Fragen zum Internet-Banking. Online-Kunden wollen sich in ihrer virtuellen Bankfiliale auch über Produkte und Preise informieren können. Besonders wichtig: Die Informationen sollten möglichst schnell auf den Webseiten ihrer Bank auffindbar sein. Hier ist etwa jeder dritte Befragte nicht zufrieden. (Quelle: internet.com)

7. Der monatliche ZinsTicker
... zu Monatsbeginn senkten Hanseatic Bank, CC-Bank, DaimlerChrysler Bank und KarstadtQuelle Bank die Sparbrief-Zinsen ++ Zinssenkung beim Tagesgeld der 1822direkt: seit dem 15.2.03 verzinst sich das Konto mit 3,20% (vorher: 3,50%) ++ Postbank Privatkredit (Internetkonditionen) wurde zum 10.2.03 bei den kurzen Laufzeiten teurer und bei den langen Laufzeiten günstiger: 12M-9,64%, 24M-9,88%, 36M-7,51%, 48M-7,50%, 60M-7,51%, 72M-7,52%, 84M-7,45% ++ DaimlerChrysler Bank übernimmt zwei Leasinggesellschaften: die MBL Leasing GmbH im niederrheinischen Kevelaer und die HAL Auto-Leasing GmbH im bayerischen Straubing. Seit 1995 hat das Institut nach eigenen Angaben zwölf händlereigene Autoleasingfirmen übernommen. Mehr als jeder dritte neue DaimlerChrysler-Pkw wird inzwischen geleast ...

8. Tagesgeld TOP 5-Institute
... DiBa: 3,50% ab dem ersten Euro, Tankgutschein im Wert von EUR 25,00 für Neukunden (Mindestanlage von TEUR 2,5) , jährliche Zinsgutschrift ++ Advance Bank: 3,50% ab dem ersten Euro, vierteljährliche Zinsgutschrift, EUR 1,50 bei telefonischen oder schriftlichen Aufträgen, Angebot gilt nur für Neukunden ++ DaimlerChrysler Bank: 3,30% ab dem ersten Euro, monatliche Zinsgutschrift ++ 1822direkt: 3,20% ab dem ersten Euro, jährliche Zinsgutschrift, inkl. ec-Karte zur kostenfreien Bargeldversorgung an 23.000 Sparkassen-Geldautomaten, Kosten: EUR 1,50/Monat ++ GarantiBank: 3,50% ab dem ersten Euro, jährliche Zinsgutschrift, eingeschränkte Einlagensicherung ...





Noch einen schönen Monat März.

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