Themenüberblick
1. 1822direkt steigt ins Beratungsgeschäft ein
2. DiBa/Entrium machen Citibank Konkurrenz
3. Advance Bank verschwindet vom Markt
4. Broker werben um Advance Bank-Kunden
5. Harte Zeiten für Online-Broker
6. Umfrage: Reaktionen auf E-Mail-Anfragen zu langsam
7. Der monatliche ZinsTicker
8. Tagesgeld TOP 5-Institute
1. 1822direkt steigt ins Beratungsgeschäft ein
Virtuell und traditionell" - so will die 1822direkt, Tochter der Frankfurter
Sparkasse, die Flaute im Online-Broking und den Konzentrationsprozess
überleben. Geschäftsführer Manfred Weinel sagte im Gespräch mit dem
Handelsblatt, bis zum Sommer steige seine Direktbank ins provisionsabhängige
Beratungsgeschäft ein, wobei via Telefon vor allem Publikumsfonds vertrieben
werden sollen. In der Anfangsphase würden u. a. Produkte der
Fondsgesellschaften Deka, DWS, Dit und Fidelity angeboten. Die 1822direkt
ist ein Kuriosum in der deutschen Banken- und Sparkassenlandschaft. Die 1996
gestartete Direktbank ist als einzige Sparkassen-Tochter bundesweit auf
Kundenfang und steht auch in Konkurrenz zum S Broker der
öffentlich-rechtlichen Sparkassen. Die Muttergesellschaft ist eine freie
Sparkasse, die mehrheitlich einem wirtschaftlichen Verein gehört. Laut
Weinel wurden 85% der jetzt rund 156.000 Kunden außerhalb des Einzugsgebiets
der Frankfurter Sparkasse gewonnen, rund drei Viertel kommen via
Internet-Werbung zur 1822direkt. Die 1822direkt hat den totalen Einbruch im
Online-Broking mit Wertpapieren im vergangenen Jahr vor allem über das
Einlagengeschäft auffangen können. Rund 70% der neuen Konten sind
Tagesgeldkonten, der Rest sind neue Girokonten. Der Gewinn -
Branchenbeobachter rechnen mit rund fünf Mill. Euro im vergangenen Jahr und
einer Halbierung auf nur noch 2,5 Mill. in 2003 - resultiert ausschließlich
aus dem Zinsgeschäft. Zwar hat die 1822direkt im Januar/Februar rund 6.500
neue Kunden an Land gezogen, es wanderten aber auch 1.500 vornehmlich zur
DiBa ab. Die Besitzer inaktiver Wertpapierdepots bei der 1822direkt sollen
in diesem Jahr über eine monatliche Mindestgebühr zur Auflösung bewegt
werden. Von allen Kunden haben laut Weinel 15% ein Depot, "davon ist aber
schon jedes dritte leer und ohne Umsatz". Weinel sieht seine Chancen
realistisch, dass er "ein Mittelständler" unter den Online-Banken bleibt.
Die Zahl der Kunden soll in 2003 auf rund 170.000 steigen, in zwei Jahren
peilt man zwischen 250.000 und 300.000 an. Dann, so seine Einschätzung,
dürfte er für sein Haus auch "vorerst an der Decke" angekommen sein.
(Quelle: Handelsblatt.com)
2. DiBa/Entrium machen Citibank Konkurrenz
Die im Februar-Newsletter angekündigte Übernahme von Entrium durch den
niederländischen Allfinanzkonzern ING wurde perfekt gemacht. Der Kaufpreis
der früheren Quelle Bank beträgt 300 Mio. Euro. Entrium gehörte bislang der
italienischen Banca Capitalia. Entrium, der größte Bankenbrocken der in
Deutschland zu haben war, passt ING gut ins Konzept. Die Niederländer halten
bereits 70% an der DiBa. Durch die angekündigte Verschmelzung der beiden
Banken wird ING die mit Abstand größte Direktbank in Deutschland bilden, die
auch für die großen Filialbanken ein ernst zu nehmender Konkurrent im
Privatkundengeschäft ist. Durch den Zusammenschluss rücken die beiden
Institute nach eigenen Angaben mit 2,8 Millionen Privatkunden nahe an die
Citibank mit drei Millionen Privatkunden in der Bundesrepublik heran. Die
fusionierte Bank stehe auf Platz sieben im Privatkundengeschäft.
Spitzenreiter ist die Postbank mit zehn Millionen Kunden, gefolgt von
Deutscher Bank und Dresdner Bank. In beiden Instituten arbeiten derzeit fast
1.500 Mitarbeiter. "Wir werden die Zahl der Beschäftigten weiter ausbauen",
versprach Hafner. Dies erfordere die Expansion der Direktbank. "Eigentlich
wollten wir in 2003 den Fuß etwas vom Gaspedal nehmen, aber Entrium passt zu
gut zu unserem Geschäftsmodell, als dass wir die Gelegenheit versäumen
wollten", erläuterte er. Der Name der größten deutschen Direktbank stünde
noch nicht fest. Dies solle erst nach der Integration von Entrium in der
ersten Jahreshälfte 2004 beschlossen werden. Die neue Bezeichnung werde die
Marken ING und DiBa weiterführen. Konkrete Pläne der zur weiteren Strategie
sind bisher nicht bekannt.
Die ING setzt gegen den allgemeinen Trend auf das Direktbanken-Modell und
ist damit so weit auch erfolgreich. Gestartet ist sie 1997 in Kanada.
Während sich die Banksparte im Konzern zuletzt schwächer entwickelt hat,
wurden im dritten Quartal 2002 erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Durch
den Zukauf von Entrium erweitert ING die Kundenzahl im Direktbankgeschäft
weltweit auf sechs Millionen Kunden. Ziel sei es, nach Deutschland,
Frankreich, Italien und Spanien die Präsenz auf ein weiteres Land
auszudehnen. Im Gegensatz dazu straft ING-Chef Ewald Kist zum Beispiel das
Großkundengeschäft und musste Rückzieher im Investmentbanking machen. Auch
die BHF.Bank soll verkauft werden.
Interessant ist, dass in den Niederlanden selbst das Konzept Direktbank nie
richtig Fuß fassen konnte, auch nicht zu den Hoch-Zeiten des Internetbooms.
Internet-Angebote werden von den Großbanken ABM Amro, ING und Rabobank, die
80% des Marktes praktisch in einer Art Oligopol kontrollieren, vielmehr mit
übernommen. Die Akzeptanz unter den Kunden sei von Anfang an wesentlich
geringer gewesen als hierzulande. Wirtschaftlich selbstständige Einheiten
mit entsprechenden Angeboten gibt es nicht. Der ambitionierte Griff der ING
über die Grenze wird deshalb in erster Linie als Resultat eines ausgeprägten
Wachstumsdrangs gesehen. In den Niederlanden seien keine Marktanteile mehr
zu gewinnen, heißt es. Der Markt sei in festen Händen. Bemerkenswert ist die
Positionierung der Niederländer aber auch unter einem anderen Aspekt. Das
erfolgreiche Etablieren am deutschen Markt sei für ausländische Institute
besonders schwierig, erkennen die Experten an. (Quelle: Handelsblatt.com,
n-tv.de)
3. Advance Bank verschwindet vom Markt
Nach nicht einmal sieben Jahren am Markt verliert die Advance Bank ihre
Unabhängigkeit. Die Allianz will ihre verlustreiche Direktbank Advance Bank
vollständig in den Konzern integrieren. Allein durch den Wegfall von
weiteren Investitionen in die Advance Bank und das Geschäft mit der
Finanzplanung als eigenständige Einheit sollen rund 500 Millionen Euro
gespart werden, teilte die Allianz in München mit. Mit der Integration werde
der Name Advance Bank vom Markt verschwinden. "Wir wollen uns auf unsere
beiden Marken Allianz und Dresdner Bank konzentrieren", sagte ein
Allianz-Sprecher. Die Entscheidung steht unter dem Vorbehalt der
entsprechenden Gremienbeschlüsse. Die rund 500 Bankmitarbeiter und 400
Finanzberater sollen so weit wie möglich von der Dresdner Bank und Allianz
übernommen werden. Die Mitarbeiter sollen sich zukünftig um die Anwerbung
von Neukunden und die Betreuung der Allianz-Kunden kümmern, teilte der
Versicherungskonzern mit. Der Branchenprimus und die Dresdner Bank
verfolgten damit ein schnelleres Wachstum in den Bereichen Altersvorsorge
und Vermögensaufbau. Den rund 340.000 Kunden soll angeboten werden, zur
Dresdner Bank und Allianz zu wechseln. Dennoch sollten die Kunden auch
weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Geschäfte per Telefon oder über das
Internet zu erledigen. Rund 60 sogenannter Finanzplanungscenter sollen
geschlossen werden.
Die Allianz hatte sich bei der Advance Bank noch auf jahrelange Verluste
eingestellt. Die Gewinnschwelle wollte die Bank erst im Jahr 2006 erreichen.
Ursprünglich wollte der Allfinanzkonzern das Direktbanking und die
Finanzplanung zum dritten Standbein neben den Versicherungsagenturen und den
Filialen der Dresdner Bank ausbauen. (Quelle: Handelsblatt.com)
Lesen Sie auch das Schreiben der Advance Bank an die Kunden zu dem
Strategiewechsel.
4. Broker werben um Advance Bank-Kunden
Um die Brokerage-Kundschaft der Advance Bank werben die übrigen
Discount-Broker. Ab sofort übernimmt der S Broker bei Depot-Eröffnung bis
zum 30.4.03 eventuell anfallende Depotübertragungskosten bei Kunden, die von
der Advance Bank zum S Broker wechseln. Unter dem Motto "Happy End für
Advance Bank-Kunden" startete ConSors eine Neukundenaktion, die sich gezielt
an die von der Reintegration betroffenen Kunden der Advance Bank richtet.
Advance Bank-Kunden, die jetzt zu ConSors wechseln, bekommen 3,60% auf ihr
Cash-Konto für einen Zeitraum bis zum 30.6.03. Ein Blick auf die regulären
Konditionen verrät jedoch, dass das Cash-Konto nach dem 30.6.03 nicht erste
Wahl für Tagesgeld sein wird. Hier die aktuellen Konditionen: 0,50%, TEUR
5-25: 1,00%, TEUR 25-100: 1,70%, über TEUR 100: 1,90%
5. Harte Zeiten für Online-Broker
Das begonnene Jahr 2003 wird das dritte schwierige Jahr für die Online-
Broker. Die Transaktionen dürften im ersten Halbjahr weiter zurückgehen,
bevor sie dann in der zweiten Hälfte wieder ansteigen. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Marktstudie der WestLB Panmure. Im Geschäftsjahr 2002 sei die
Anzahl der Transaktionen beispielsweise bei den beiden deutschen
börsennotierten Online-Brokern comdirect und DAB bank um 14% bzw. 27%
eingebrochen. Laut Panmure dürften die Trades bei Entrium um 5%
zurückgegangen sein, bei ConSors sogar bis zu 30%. Demgegenüber sei die
Kundenzahl in 2002 trotz negativer Aktienmarktentwicklungen und
Ergebnistendenzen um insgesamt 7% gestiegen, heißt es. Somit dürften in
Deutschland zum Jahreswechsel ca. 3,0 Mill. Online-Brokerage Kunden zu
verzeichnen gewesen sein, gegenüber 2,8 Mill. Ende 2001. Aus diesem Grund
sieht Panmure im Online-Brokerage trotz kurzfristiger negativer
Entwicklungen langfristig einen Wachstumsmarkt. Wie aus der Studie
hervorgeht, konnte im Jahr 2002 die Brokerage Tochter der Deutschen Bank
maxblue den größten Kundenzuwachs verzeichnen, gefolgt von Entrium. Danach
käme maxblue schätzungsweise auf 500.000 Kunden. Trotz der positiven
Kundenentwicklung sehe maxblue in eine unsichere Zukunft, so Panmure. Das
Unternehmen erwirtschafte immer noch keine Gewinne und könne deshalb
jederzeit einem Strategiewechsel des Mutterkonzerns zum Opfer fallen.
Entrium liege mit schätzungsweise 180.000 Brokerage-Kunden auf Platz 6 unter
den Online-Brokern. (Quelle: gelon.de)
6. Umfrage: Reaktionen auf E-Mail-Anfragen zu langsam
Derzeit gibt es in Deutschland rund neun Millionen Online-Banking-Kunden. Für
zwei Drittel dieser Kunden ist die Qualität des Online-Angebots einer Bank
sogar mit ausschlaggebend bei der Wahl ihrer Bankverbindung. Das ist
Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von NFO Infratest Finanzforschung.
Beim Leistungs- und Serviceangebot werden die einzelnen Banken den
Ansprüchen ihrer Online-Kunden noch nicht in allen Punkten gerecht. Neben
der sicheren und unkomplizierten Online-Abwicklung des Zahlungsverkehrs, mit
der 80% der Befragten zufrieden sind, erwarten die Kunden von ihrer
virtuellen Bankfiliale auch eine sehr gute Erreichbarkeit, vor allem per
E-Mail und Telefon. Hier sehen die Kunden durchaus Verbesserungspotential.
Rund ein Drittel der Online-Kunden sind der Meinung, dass ihre Bank
E-Mail-Anfragen schneller und kompetenter beantworten könnte. Noch etwas
mehr Kunden kritisieren die Online-Unterstützung ihrer Bank bei technischen
Problemen und Fragen zum Internet-Banking. Online-Kunden wollen sich in
ihrer virtuellen Bankfiliale auch über Produkte und Preise informieren
können. Besonders wichtig: Die Informationen sollten möglichst schnell auf
den Webseiten ihrer Bank auffindbar sein. Hier ist etwa jeder dritte
Befragte nicht zufrieden. (Quelle: internet.com)
7. Der monatliche ZinsTicker
... zu Monatsbeginn senkten Hanseatic Bank, CC-Bank, DaimlerChrysler Bank
und KarstadtQuelle Bank die Sparbrief-Zinsen ++ Zinssenkung beim Tagesgeld
der 1822direkt: seit dem 15.2.03 verzinst sich das Konto mit 3,20% (vorher: 3,50%)
++ Postbank Privatkredit (Internetkonditionen) wurde zum 10.2.03 bei den
kurzen Laufzeiten teurer und bei den langen Laufzeiten günstiger:
12M-9,64%, 24M-9,88%, 36M-7,51%, 48M-7,50%, 60M-7,51%, 72M-7,52%, 84M-7,45%
++ DaimlerChrysler Bank übernimmt zwei Leasinggesellschaften: die MBL
Leasing GmbH im niederrheinischen Kevelaer und die HAL Auto-Leasing GmbH im
bayerischen Straubing. Seit 1995 hat das Institut nach eigenen Angaben zwölf
händlereigene Autoleasingfirmen übernommen. Mehr als jeder dritte neue
DaimlerChrysler-Pkw wird inzwischen geleast ...
8. Tagesgeld TOP 5-Institute
... DiBa: 3,50% ab dem ersten Euro, Tankgutschein im Wert von EUR 25,00 für
Neukunden (Mindestanlage von TEUR 2,5) , jährliche Zinsgutschrift ++ Advance Bank: 3,50% ab dem ersten Euro, vierteljährliche Zinsgutschrift, EUR 1,50 bei telefonischen oder schriftlichen Aufträgen, Angebot gilt nur für Neukunden ++ DaimlerChrysler Bank: 3,30% ab dem ersten Euro, monatliche Zinsgutschrift ++ 1822direkt: 3,20% ab dem
ersten Euro, jährliche Zinsgutschrift, inkl. ec-Karte zur kostenfreien
Bargeldversorgung an 23.000 Sparkassen-Geldautomaten, Kosten: EUR 1,50/Monat
++ GarantiBank: 3,50% ab dem ersten Euro, jährliche Zinsgutschrift,
eingeschränkte Einlagensicherung ...
Geiselwieslach 4, D-66839 Schmelz
Tel.: +49 6887 9191770, E-Mail: info@modern-banking.de, Internet: www.modern-banking.de
Rechtsform: Einzelunternehmen, Inhaber: Frank Rassier, USt-ID Nr.: DE223559923
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