Themenüberblick
1. Viele Zinsänderungen beim Tagesgeld
2. DiBa-Chef Hafner legt Vorstandsvorsitz nieder
3. Allianz am Desaster der Advance Bank schuld
4. comdirect: Relaunch des Girokontos geplant
5. DiBa sponsert Deutschen Basketballbund
6. Direktbanken-Forum gestartet
7. Der monatliche ZinsTicker
8. Tagesgeld TOP 5-Institute
1. Viele Zinsänderungen beim Tagesgeld
Die Europäische Zentralbank hat zum 6.3.03 die Leitzinsen gesenkt und damit
auf die verschlechterten Wachstumsaussichten für die Eurozone reagiert. Der
für die Refinanzierung der Geschäftsbanken massgebliche Schlüsselzins wurde
um 25 Basispunkte auf 2,50% reduziert, grundsätzliche Bereitschaft zu
weiteren Zinssenkungen wurde signalisiert. Seit Mitte März geben mehrere
Institute die Veränderung am europäischen Zinsmarkt weiter. Zum 12.3.03
senkte die Santander Direkt Bank die Zinsen deutlich. Der Zins für
Tagesgeldanlagen unter TEUR 5 liegt hier nur noch bei 2,20% (2,70%). Am
15.3.03 passt die 1822direkt einen Monat nach ihrer letzten Anpassung erneut
die Tagesgeldkonditionen an: das 1822direkt-cashkonto flexibel verzinst sich
nun mit 2,70% (vorher: 3,00%). Die Advance Bank senkt den Zins beim TopZins am
1.4.03 auf 3,00% (vorher: 3,50%) und stoppt zudem das Angebot für Neukunden, die
eigens eingerichtete Website leitet an die generelle Website des Instituts
weiter. Auch die American Express Bank und Entrium reagieren auf die neue
Marktsituation. Frühzeitig geben DaimlerChrysler Bank und DiBa die
anstehenden Zinsänderungen bekannt. Zum 15.4.03 reduzieren beide auf 3,00%
(vorher: DaimlerChrysler Bank 3,30%, DiBa 3,50%). Durch die frühzeitige Bekanntgabe
der Zinsänderung unmittelbar nach der Entscheidung der Europäische
Zentralbank hat der Marktführer DiBa offenbar eine Kettenreaktion ausgelöst
und sieht sich nun mit dem eigenen Angebot wieder gut positioniert.
Lediglich die Finansbank schwimmt gegen den Trend. Im Rahmen der
Frühjahrs-Aktion, die voraussichtlich bis zum 30.5.03 läuft, hebt die
Finansbank den Tagesgeld-Zins. Für Einlagen ab TEUR 5 werden nun 3,70%
(vorher: 3,50%) gezahlt. Der maximale Anlagebetrag ist auf TEUR 250 begrenzt. Ab
30.5.03 ist der Frühling zumindest bei der Finansbank vorbei.
2. DiBa-Chef Hafner legt Vorstandsvorsitz nieder
Der Vorstandsvorsitzende der zum niederländischen ING-Konzern gehörenden
Direktbank DiBa, Bernhard Hafner, legt Ende Juli sein Amt nieder. Nachfolger
werde sein bisheriger Stellvertreter Ben Tellings. Zu seinem Ausscheiden
Ende Juli sagte Hafner: "Damit akzeptiere ich ein ungeschriebenes Gesetz der
ING, wonach deren Führungskräfte mit 60 Jahren das Unternehmen verlassen."
Von Experten in Frankfurt hieß es indes, mit der Ablösung Hafners durch
Telling setze ING konsequent den Kurs fort, die Führungsspitzen von
Tochterunternehmen mit Managern aus den Reihen des Mutterkonzerns zu
besetzen. Der künftige DiBa-Chef Tellings ist seit einem Jahr
stellvertretender Vorstandschef der Direktbank und führte die Verhandlungen
zur Übernahme der Direktbank Entrium.
Das letzte volle Geschäftsjahr unter Hafners Führung schloss die DiBa mit
einem Rekordergebnis ab. Nach Steuern erzielte die DiBa einen Überschuss von
20,9 Mill. Euro (Vorjahr: 6,6 Mill. Euro). Einen wesentlichen Impuls für das lebhafte
Wachstum habe erneut das Tagesgeldkonto geliefert. Zugleich wuchs das
Baufinanzierungs- und das Kreditgeschäft. Die Zahl der Konten gab die DiBa
zum Jahresende 2002 mit rund 1,9 Mill. Euro an nach knapp 900.000 im Jahr
zuvor.
Hafner rechnet für 2003 mit einer gegenüber dem Vorjahr stabilen
Ergebnisentwicklung. "Unser Ziel ist es, uns zu konsolidieren und nicht
kräftig zu wachsen", sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende auf der
Bilanzpressekonferenz. Zum Stand der Integration sagte Tellings, der Prozess
verlaufe planmäßig. Noch nicht entschieden sei derzeit unter anderem, was
mit den neun City-Centern von Entrium geschehen solle, die an sich nicht in
das Konzept der filiallosen DiBa passen. (Quelle: Handelsblatt.com)
3. Allianz am Desaster der Advance Bank schuld
Laut einem Spiegel-Bericht verantwortet das Desaster der Advance Bank die
Allianz. Joachim Faber, einer der Vorstände des Versicherers, war es, der
partout ein von ihm und seinem Vorstandskollegen Paul Achleitner
entwickeltes Konzept umsetzen wollte. Die beiden träumten seit drei Jahren
von einer mobilen und an eine Direktbank angebundene Finanzberater-Truppe,
die ihre jungen, dynamischen und betuchten Kunden mit dem Laptop heimsuchen
sollte. Das Modell freilich war größtenteils abgekupfert - von MLP, dem
einst viel bewunderten Senkrechtstarter der Finanzbranche. Angesichts der
rosigen Perspektiven war ihnen nichts zu teuer. Zunächst wollten sie für
zwei Milliarden Euro den Direktbroker ConSors übernehmen. Doch nachdem sich
der Versicherungskonzern die Dresdner Bank einverleibt hatte, sollte deren
Direktbank-Tochter, die Advance Bank, als Plattform für die "Financial
Planners" dienen.
Schon während der Verhandlungen im sogenannten Integrationsausschuss
präsentierte Faber seinen neuen Kollegen eine Studie der
Unternehmensberatung McKinsey, die das Projekt in den höchsten Tönen lobte.
Die Investitionen von 700 Millionen Euro, referierte er das Papier, seien
bestens angelegt. Ab 2008 würde man mit den 1.700 Beratern und der neuen
Multikanalplattform Gewinne machen. "Solche Anfangsverluste hält niemand
durch", erwiderte Martin Blessing, damals noch Chef der Advance Bank. Und
auch andere Banker warnten vor den hochtrabenden Plänen. Sie bezweifelten,
dass die Berater die geplante Zahl neuer Kunden akquirieren könnten.
Blessing und seine Kollegen plädierten für eine verhaltenere
Investitionsstrategie. Von derart kleinkarierten Bedenkenträgern ließ sich
Faber nicht irre machen - er setzte die große Lösung durch: Hunderte Berater
wurden eingestellt, Dutzende Servicecenter im Einheitsstil eingerichtet. Und
das Konzept dilettantisch umgesetzt. Selbst über ein Jahr nach dem Start
konnten die Finanzberater für einen Kunden online kein Konto eröffnen, keine
Order aufgeben. Dazu mussten sie ein Fax schicken - für eine Direktbank ist
das Steinzeittechnologie. Zudem blieben die erhofften Kundenscharen aus,
viele der Niederlassungen wurden nie eröffnet - und alles in allem bis heute
300 Millionen Euro versenkt. Dagegen war der Jahresverlust der Advance
Bank - rund 30 Millionen Euro, bevor die Allianz das Geld mit der Gießkanne
verteilte - relativ bescheiden.
Jetzt ist der Traum vorbei - die Advance Bank wird samt der Financial
Planner abgewickelt, und der Betriebsrat verhandelt über einen teuren
Sozialplan. Dabei wollte die Allianz das Geschäft eigentlich schon im Herbst
aufgeben. Doch plötzlich gab es einen Interessenten: Die niederländische ABN
Amro - aufgeschreckt durch den Erfolg ihres Hauptkonkurrenten ING mit dessen
deutscher Direktbanktochter DiBa - wollte die Advance Bank kaufen. Also
warteten die Allianz-Manager ab. Als die Übernahme scheiterte,
verabschiedeten sie sich resigniert und ohne weitere ernsthafte
Verkaufsbemühungen von ihrem einst hoch gelobten "dritten Standbein" - und
verpassten möglicherweise eine weitere Chance, die Verluste zu begrenzen.
Denn die DiBa war an die Grenzen ihrer Kapazitäten gestoßen und verhandelte
deshalb über den Kauf der Online-Bank Entrium - hätte sich aber auch für die
Advance Bank interessiert, wie ein DiBa-Manager versichert, "aber sie ist
uns nicht angeboten worden". Vor allem die Arbeitnehmer im
Allianz-Aufsichtsrat sind über die Fehlinvestitionen bei der
Finanzberater-Truppe erbost. Hinter den Kulissen, versichern Kenner des
Konzerns, hagelte es Kritik. Nach außen aber wird der Eindruck erweckt, der
Fehler liege bei der Dresdner Bank. (Quelle: Spiegel.de)
4. comdirect: Relaunch des Girokontos geplant
Die comdirect wird ihre rund 590.000 Kunden in Deutschland künftig
umfassender bedienen. Dazu investiert sie in neue Produktangebote und
Services. Die comdirect wird in diesem Jahr ein wettbewerbsfähiges Angebot
aufbauen, unter anderem durch die Einführung neuer Produkte für die
kurzfristige Geldanlage und den Relaunch des Girokonto-Angebots. Im neuen
Kompetenzfeld - der Finanz- und Vermögensberatung - spricht die comdirect
Kunden mit Planungs- und Vorsorgebedarf an. Hierfür wird ab 2004 eine eigene
Beratermannschaft aufgebaut. 2006 sollen 180 Top-Berater etwa 17.000 Kunden
vor allem in Ballungsräumen unabhängig und ganzheitlich beraten. "Durch die
Erweiterung unseres Produkt- und Leistungsangebots schlagen wir die Brücke
zwischen der Effizienz eines Direktbank-Geschäftsmodells und den
individuellen Bedürfnissen unserer Kunden. Wir sind auf dem Weg zur
One-to-one-Bank für den modernen Anleger", erklärte Vorstandsvorsitzender
Dr. Achim Kassow während der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. comdirect
will mit diesen Schritten ihre bisherige Abhängigkeit vom stark
eingebrochenen Handel mit Wertpapieren verringern.
5. DiBa sponsert Deutschen Basketballbund
Die DiBa wird für die kommenden fünf Jahre Hauptsponsor des Deutschen
Basketballbundes (DBB). Der am 1. Mai beginnende Vertrag sichert dem DBB
jährlich TEUR 600. Gleichzeitig hat die DiBa auch einen Vertrag über die
gleiche Laufzeit mit NBA-Star Dirk Nowitzki geschlossen. Mit dem Spieler der
Dallas Mavericks, über dessen Dotierung allerdings Stillschweigen vereinbart
wurde, soll es zukünftig zwei Fernseh-Werbespots geben.
6. Direktbanken-Forum gestartet
Auf unseren Seiten steht Ihnen ab sofort ein moderiertes Forum zu den
deutschen und österreischichen Direktbanken und Online-Brokern zur
Verfügung. Hier können Sie Fragen, Neuigkeiten und Beurteilungen zu den
einzelnen Anbieter austauschen.
7. Der monatliche ZinsTicker
... der Privatkredit der DiBa vergünstigt sich ab 15.4.03 auf 7,76%
effektiver Jahreszins (bisher: 7,18%) ++ zum 15.4.03 reduziert die DiBa die
Guthabenverzinsung auf dem Girokonto auf 2,00% (bisher: 3,00%), der Zins galt zuvor
20 Monate lang ++ die hohen Zinsen bei den Sparbriefen der GarantiBank
gelten noch bis 11.4.03. Danach bietet das Institut folgende Verzinsung:
1J-4,00%, 2J-4,10%, 3-5J-4,25% ++ 1822direkt bietet individuelle
Vermögensverwaltung ab TEUR 250 an ++ ConSors erhebt ab 1.4.03 für den
gewählten Börsenplatz folgende zusätzlichen Gebühren: Xetra und Nasdaq
Deutschland: EUR 0,95, alle anderen deutschen Börsen: EUR 2,95,
außerbörslicher Handel: keine Zusatzgebühr ++ BHW Bank senkt Zinsen bei
Sparplan TopZins ++ Fimatex streicht ab 1.4.03 Teilausführungsgebühren
beim Handel über Xetra ++ ab 1.4.03 vergünstigt sich der Rahmenkredit
"DispoLight" von Entrium auf 9,65% eff. Jahreszins (vorher: 9,93% eff.) ++ Aktion
beim S Broker: Ab sofort zahlen Kunden unabhängig von der Transaktionshöhe
EUR 9,99/Order im Direkthandel (ausserbörslich). Der Preis gilt für
Internet- und Telefonorder und bezieht alle 16 Partner im Direkthandel ein.
Die Preissenkung ist befristet bis zum 17.04.03 ++ Mitte März senkten
KarstadtQuelle Bank und CC-Bank die Sparbrief-Zinsen und comdirect, DAB bank
und ConSors die Zinsen auf dem Verrechnungskonto ...
8. Tagesgeld TOP 5-Institute
... DiBa: 3,50% (ab 15.4.03: 3,00%) ab dem ersten Euro, jährliche Zinsgutschrift ++ DaimlerChrysler
Bank: 3,30% (ab 15.4.03: 3,00%) ab dem ersten Euro, monatliche Zinsgutschrift
++ BMW Bank: 3,00% ab dem ersten Euro, Zinsschritt ab TEUR 50 (2,80%),
monatliche Zinsgutschrift, Kontoführung nur online ++ EthikBank: 2,75% ab dem
ersten Euro, Zinsschritt ab TEUR 50 (3,25%), vierteljährliche Zinsgutschrift,
Kontoführung nur online ++ Finansbank: 0,75% ab dem ersten Euro,
Zinsschritt ab TEUR 5 (3,70%), Zinssatz gilt bis voraussichtlich 30.5.03,
jährliche Zinsgutschrift, eingeschränkte Einlagensicherung ...
Geiselwieslach 4, D-66839 Schmelz
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