Newsletter: Direktbanken.News 09/2015

Willkommen zu den monatlichen News von modern-banking.de


Themenüberblick
1. Opel geht mit Zinskonten in die Produktion
2. LeasePlan Bank: Neuer Anbieter für Zinsanleger
3. Fidor presst Mastercard und Maestro auf eine einzige Karte
4. Rechtsanspruch auf Girokonto kommt
5. Der monatliche Newsticker
6. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
7. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen




1. Opel geht mit Zinskonten in die Produktion
Die Opel Bank erweiterte am Dienstag um Tagesgeld und Festgeld. Das für Opel neue Einlagengeschäft ergänzt die in Zusammenarbeit mit den Vertragshändlern erbrachten automobilen Finanzdienstleistungen. Autofinanzierung, Leasing und Versicherungen konnten die zurzeit rund 200.000 Kunden der Opel Bank bislang schon in Anspruch nehmen, dies wird unter der Bezeichnung "Opel Financial Services" betrieben. Den Sitz hat die Bank ebenso wie der Autobauer in Rüsselsheim. Längerfristig sollen mehr als eine Milliarde Euro Einlagen eingesammelt und etwa ein Drittel des Kredit- und Leasingvolumens auf diese Weise refinanziert werden. Für den Autobauer bedeutet die Ausweitung des Finanzgeschäfts auch, die Markenloyalität zu stärken und den Autoverkauf anzukurbeln, weil dadurch Opel-Fahrern gegebenenfalls etwas bessere Kreditzinsen angeboten werden können. Die Opel Bank ist unter den Herstellerbanken in Bezug auf das Einlagengeschäft der Nachzügler. Um dennoch Aufmerksamkeit zu erhalten, musste der Einstieg über Top-Konditionen gewählt werden. Bei täglicher Fälligkeit und monatlicher Zinsgutschrift bietet die Opel Bank zurzeit 1,05% und an Festzinsen für 12 Monate 1,40%, für 2 Jahre 1,55% und für 3 Jahre 1,75%. Bei der 12-monatigen Laufzeit sind das die höchsten Zinsen mit deutscher Herkunft. Neben der Pflichtmitgliedschaft bei der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH besteht keine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung. Beim Tagesgeld gibt es keine Mindesteinlage, beim Festgeld beträgt sie EUR 1.000. Die Höchsteinlage liegt für das Tagesgeld bei EUR 500.000 und für alle Geldanlagen eines Kunden zusammen bei einer Million Euro, wobei die Einlagensicherung die Betragsgrenze bereits bei EUR 100.000 je Kunde zieht. Eltern können für ihre minderjährigen Kinder Konten einrichten. Gemeinschaftskonten sind dagegen nicht erhältlich. Entscheidet man sich für die Festgeldanlage bei der Opel Bank, wird automatisch das Tagesgeldkonto als Verrechnungskonto miteröffnet. Die IBAN des Tagesgeldkontos wird unmittelbar am Ende der Antragsstrecke mitgeteilt, so kann der Antragsteller direkt Geld auf das neue Konto übertragen, es geht keine Zeit verloren. Alternativ kann er einen Betrag bis EUR 50.000 sofort per Lastschrift einziehen lassen. Die Eröffnungsunterlagen müssen noch ausgedruckt und unterschrieben per PostIdent eingereicht werden. Die Kontoführung findet ausschließlich online statt. Wie lange diese Top-Konditionen zu halten sind, entscheide der Markt, sagte Jörg Ziesche, Prokurist der Opel Bank. Auf absehbare Zeit wolle man aber stets zu den besten Anbietern gehören.
Der Automobilgigant General Motors, dessen Tochter Opel ist, trennte sich unter anderem im November 2006 von Teilen seiner Finanzsparte. General Motors kämpfte mit massiven Absatzproblemen und fuhr jahrelang Milliardenverluste ein. Im Juni 2009 folgte die Insolvenz gemäß US-Insolvenzrecht. Ein Team des US-Präsidenten Barack Obama steuerte das Verfahren bis in die Details, um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Nach nur 40 Tagen ging die größte Industriepleite der amerikanischen Geschichte zu Ende. Die Zahl der Automarken wurde reduziert, Fabriken geschlossen und die Schulden gesenkt. General Motors wurde zunächst mehrheitlich in Staatsbesitz genommen, 16 Monate danach durch Rückkehr an die Börse privatisiert. 2013 konnte General Motors das in der Krise an ein Konsortium aus Finanzinvestoren verkaufte Finanzierungsgeschäft außerhalb der USA zurückerwerben, darunter auch das europäische.

2. LeasePlan Bank: Neuer Anbieter für Zinsanleger
Die LeasePlan Bank machte am Montag mit im Grunde einfachen und überschaubaren Online-Spareinlagen im Gepäck den Schritt auf den deutschen Markt. Deutschland ist der erste ausländische Markt für die 2010 gegründete Bank. In den Niederlanden hat sie rund 150.000 Kunden. Die Einlagen werden vollständig in die Leasingaktivitäten der Muttergesellschaft LeasePlan Corporation N. V. investiert, die in Neuss eine Deutschland-Niederlassung unterhält. Die Bank bietet die Finanzdienstleistungen aber grenzüberschreitend an. Sie betreibt das Geschäft von der Niederlassung in Almere aus, der siebtgrößten Stadt der Niederlande, der eingetragene Firmensitz befindet sich in Amsterdam. Sie erstellte für die deutsche Zielgruppe einen Internetauftritt und richtete einen unter deutscher Rufnummer erreichbaren Telefon-Support ein. Die LeasePlan Bank will nach eigenem Bekunden kein Preisunterbieter sein, aber möglichst immer attraktive Zinssätze bieten. Beim Festgeld stehen bei EUR 1.000 Mindestanlage acht Laufzeiten zur Auswahl. Die 12-monatige Laufzeit hebt sich mit 1,40% hervor. Des Weiteren gelten für 3 Monate 1,00%, für 6 Monate 1,10%, für 9 Monate 1,20%, für 2 Jahre 1,35%, für 3 Jahre 1,45%, für 4 Jahre 1,55% und für 5 Jahre 1,70%. Die LeasePlan Bank weist auf eine Bedenkzeit bei der Anlage zu festen Zinsen hin: Der Kunde kann innerhalb von 14 Tagen nach der Eröffnung das Festgeld schließen, ohne dass ihm Kosten entstehen. In diesem Fall zahlt die LeasePlan Bank den variablen Zinssatz, den der Kunde erhalten hätte, wenn der Anlagebetrag auf dem Tagesgeldkonto verblieben wäre. Mit zurzeit 0,70% beim Tagesgeld rüttelt der Einsteiger das Zinsranking nicht durcheinander, mit den in der Heimat gezahlten 1,20% sähe das anders aus. Den Tagesgeldzins schreibt sie monatlich gut. Den jeweils für den kommenden Monat geltenden Tagesgeldzins will sie ihren Kunden am letzten Tag eines jeden Monats mitteilen. Zwischenzeitliche Änderungen will die LeasePlan Bank vermeiden, es sei denn, es käme zu gravierenden Störungen der Finanzmärkte oder bedeutenden Zinsbewegungen der Konkurrenz. Bei der Eröffnung beantragt man plötzlich das sogenannte "Online-Sparkonto". Eine Bezeichnung, die bis dahin nicht auftaucht, man könnte annehmen, es wäre neben Tagesgeld und Festgeld ein drittes Konto. Zudem wird mit Sparkonto normalerweise ein Konto mit gesetzlicher Kündigungsfrist bezeichnet. Hier ist es jedoch eher als Zugang zum Online-Banking zu sehen. Guthaben, das dort verbleibt, wird als Tagesgeld verzinst, lediglich Festgeldkonten sind separat online zu eröffnen und erhalten eine separate Nummer. Die Identität des Kontoinhabers prüft die LeasePlan Bank durch PostIdent. Zur Prüfung der Daten muss der Antragsteller zudem EUR 1,00 von seinem angegebenen Referenzkonto an die mitgeteilte Nummer des Online-Sparkontos; erst danach geht die Bearbeitung des Antrags weiter. Das Referenzkonto muss wie das Konto, das eröffnet wird, ein Einzelkonto sein. Auch darf nur über das Referenzkonto eingezahlt werden. Die Einlagen sind über die Niederländische Zentralbank bis EUR 100.000 je Einleger und Institut abgesichert. Die Zinserträge werden ohne Steuerabzüge ausgezahlt, sind von den deutschen Anlegern im Rahmen der Einkommensteuererklärung als ausländische Kapitalerträge anzugeben.
Die Muttergesellschaft LeasePlan Corporation N. V. ist eine in 32 Ländern aktive Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaft. Sie schließt markenneutral Leasingverträge zu PKWs und Nutzfahrzeugen mit Unternehmen. Die Vertriebsmitarbeiter stellen das als Gesamtpaket zusammen - vom Leasing über Wartung und Reparatur bis hin zum nötigen Versicherungspaket. Am Ende der Leasingzeit verkauft LeasePlan die Gebrauchtfahrzeuge. LeasePlan hat seit der Gründung in 1963 jedes Jahr Gewinn gemacht, 2014 waren es vor Steuern 372 Millionen Euro und im ersten Halbjahr 2015 bereits 246 Millionen Euro. Der VW-Konzern und das Frankfurter Bankhaus Metzler sind über eine Zwischenholding die Anteilseigner. Inzwischen betreibt VW sein eigenes Geschäft mit Leasing und Flottenservice in viel größerem Umfang als früher, will sich deshalb von der Beteiligung trennen. Ende Juli gab VW den Verkauf seines 50-Prozent-Anteils an einen Zusammenschluss aus Investoren bekannt, er soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Die neuen Eigentümer wären dann zwei Pensionsfonds, die Staatsfonds von Abu Dhabi und Singapur, die Bank Goldman Sachs und der Finanzinvestor TDR Capital.

3. Fidor presst Mastercard und Maestro auf eine einzige Karte
Dem Girokonto der Fidor Bank fehlte es bislang an einer Bankkarte zum Bezahlen in Geschäften wie etwa Discountern, die keine Kreditkarte akzeptieren. Das hat die Bank nun auf innovative Weise gelöst, ohne dass der Kunde zwei Karten im Portemonnaie haben muss: Seit Kurzem ist bei ausreichender Bonität die "Fidor SmartCard" beitragsfrei zum Fidor Smart Girokonto erhältlich. Es ist ein in Deutschland vollkommen neues Kartenprodukt, mit dem entweder das Zahlungssystem von Mastercard (Kreditkarte) genutzt werden kann oder das von Maestro (Debitkarte). Dass auch Maestro unterstützt wird, erkennt man erst auf der Rückseite der Karte, das entsprechende Zeichen ist dort abgebildet. Eine kleine Akzeptanzlücke bleibt dennoch, weil Maestro nicht girocard ist, es wird also ganz vereinzelt Geschäfte in Deutschland geben, in denen mit der Karte nicht gezahlt werden kann. Zahlungen über beide Wege werden direkt dem Konto belastet. PayPass ist mit an Bord, das ist die Bezeichnung für kontaktloses Zahlen bei den Produkten der Kartengesellschaft Mastercard, sowohl Mastercard als auch Maestro zählen dazu. Wegen der gepaarten Funktionen wird der Karteninhaber an vielen Kassenterminals während des Bezahlvorgangs mit der Fidor SmartCard zunächst gefragt, ob die Zahlung über Mastercard oder Maestro abgewickelt werden soll. Wenn eine solche Abfrage nicht vorgeschaltet ist, erfolgt die Abwicklung, sofern möglich, automatisch über Mastercard.
Geldabheben am Geldautomaten ist für den Karteninhaber zweimal pro Monat kostenfrei. Für jede weitere Abhebung werden ihm zwei Euro Gebühr berechnet. Dies gilt weltweit. Auch fällt kein Auslandsentgelt an. Wer gar kein oder nur selten Bargeld mit der Karte abhebt, wird für das sparsame Verhalten mit einem Bonus belohnt. Die Fidor Bank schreibt in jedem Monat ohne Bargeldabhebung zwei Euro gut, bzw. einen Euro in jedem Monat, in dem lediglich einmal abgehoben wurde. Für den Bonus besteht die zusätzliche Voraussetzung, dass monatlich auf dem Girokonto mindestens EUR 399,00 eingehen und mindestens drei bargeldlose Transaktionen vorliegen. Bei Kartenantrag von Neukunden holt die Fidor Bank eine externe Bonitätsauskunft ein, dies nicht von der Schufa, sondern von Boniversum. Wenn bereits das Girokonto besteht, ermittelt die Bank die Bonität intern aus der Kontohistorie und dem Kundenverhalten, wie zum Beispiel aus der Teilnahme an der Community. Die Karte ist für bestehende Kunden zu bekommen, wenn dies im Online-Banking im Bereich zu den Karten angezeigt wird. Zurzeit ist bei dem Algorithmus neben der internen Bonität ein monatlicher Mindestumsatz von EUR 500,00 über einen Zeitraum von drei Monaten ein notwendiges Kriterium. Auch ein Dispokredit muss eingeräumt sein, zum Zeitpunkt der Bestellung darf er aber nicht in Anspruch genommen sein.
Alternativ zur Fidor SmartCard kann man bei der Fidor Bank noch bis 7.9.15 die "Smart Prepaid Mastercard" für jährlich EUR 8,95 und eine Kartengültigkeit von drei Jahren zum Girokonto hinzubestellen. Damit sind monatlich vier statt zwei Bargeldverfügungen weltweit gebührenfrei. Ein Nachfolgeprodukt, das die kontaktlose Bezahlfunktion PayPass mitbringt und eine Debit-Card ist, wird sie am 8.9.15 ablösen. Dieses wird "Debit Mastercard" heißen, jährlich EUR 14,95 kosten, nur noch monatlich eine Bargeldverfügung kostenfrei stellen.

4. Rechtsanspruch auf Girokonto kommt
Einige Menschen sind von vielen ganz normalen Alltagsvorgängen ausgeschlossen, weil sie kein Konto bekommen. Demnächst dürfen Banken niemanden mehr abweisen, der bei ihnen ein einfaches Girokonto eröffnen will. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Entwurf für ein entsprechendes Gesetz, mit dem zum Teil auch EU-Vorgaben umgesetzt werden sollen. Auch Menschen, die obdachlos, verschuldet oder nach dem deutschen Aufenthaltsrecht nur geduldet sind, erhalten dadurch einen einklagbaren Anspruch, bei einer Bank ihrer Wahl ein sogenanntes Basiskonto zu eröffnen. Voraussetzung ist lediglich, dass sich die Person legal in der EU aufhält. Auch in anderen EU-Mitgliedstaaten soll die Kontoeröffnung ermöglicht werden. Die abschließenden Beratungen in Bundestag und Bundesrat werden für Anfang 2016 erwartet, das Gesetz soll im September 2016 in Kraft treten. Mit dem Basiskonto ist der Kunde vor allem in der Lage, am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilzunehmen; das bedeutet, er kann Überweisungen erhalten und selbst tätigen. Er erhält eine Bankkarte und kann am Geldautomaten abheben, sein Konto aber nicht überziehen. Dadurch ist das Thema Bankverbindung unter anderem bei der Arbeitsplatz- oder Wohnungssuche keine Hürde mehr, und auch die Behörden profitieren, wenn Sozialleistungen nicht bar ausgezahlt werden müssen. Das Konto muss nicht kostenlos sein, der Entwurf sagt momentan, die Kosten dürfen angemessen sein, was unbestimmt formuliert ist. Bislang landeten Menschen, die für die privaten Banken wirtschaftlich uninteressant waren, vor allem bei Sparkassen und Volksbanken. Die Sparkassen unterliegen in neun Bundesländern über die Landessparkassengesetze der Verpflichtung, ein sogenanntes Jedermann-Konto anzubieten. Ansonsten besteht seit 1995 zum Jedermann-Konto lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung der Kreditwirtschaft in Deutschland. Das hat in der Praxis nicht funktioniert. Die Möglichkeit der Banken, Personen ein Konto zu verweigern, weil sie in der Filiale randalieren oder gegenüber Mitarbeitern handgreiflich werden, bleibt von dem Gesetzesvorhaben unberührt. In den letzten Monaten sprachen einzelne Institute auffällig häufig Kontokündigungen aus, zu einem großen Teil aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten, auf diese Vertragsfreiheit wirkt sich das Gesetz ebenfalls kaum aus, weil das Basiskonto wohl in den meisten Fällen ein weiteres Kontomodell in der Produktpalette sein wird. Durch die Umstellung auf ein Basiskonto könnte der Betroffene sich hier zumindest Zeit für die Neuorientierung verschaffen. Eine Adresse, die nach dem Geldwäschegesetz vorgeschrieben ist, kann nicht jeder vorweisen. Ein wichtiger Punkt ist daher, dass gleichzeitig die Ausweispflicht bei der Kontoeröffnung gelockert werden soll, damit die fehlende feste Wohnsitzadresse kein Hinderungsgrund mehr ist, ein Konto zu eröffnen. Bei der Umsetzung des Gesetzes zum Pfändungsschutzkonto konnte man beobachten, dass die Banken Lücken gesucht haben, um wenige solcher Konten führen zu müssen. Es wurden Restriktionen bei der Kontoführung aufgebaut und Abwehrkonditionen veranschlagt. Deshalb sind genaue gesetzliche Vorgaben zum Basiskonto entscheidend.
Der Entwurf schreibt den Banken vor, was sie tun müssen, damit ein Umzug des Girokontos zu einer anderen Bank möglichst einfach zu bewerkstelligen ist. Wenn der Kontowechsel sich innerhalb des Landes vollzieht, muss die neue Bank binnen fünf Tagen den Umzug organisieren, Daueraufträge übernehmen sowie Arbeitgeber und Lastschriftempfänger informieren. Die alte Bank hat dazu die Kontoinformationen der letzten 13 Monate zur Verfügung zu stellen. Ein weiteres Ziel ist, die Gebühren vergleichbarer zu machen. Die Banken müssen die anfallenden Gebühren künftig klarer ausweisen. Deren Bezeichnungen sollen für Laien verständlich sein, vereinheitlicht werden und in einem Übersichtsblatt müssen die wichtigsten Kosten zum Konto aufgelistet sein. Welche Begriffe vereinheitlicht werden und welche Kosten auf das Übersichtsblatt kommen, müsse allerdings noch auf europäischer Ebene abgestimmt werden. Webseiten, auf denen Verbraucher die Konditionen verschiedener Anbieter vergleichen, sollen von staatlicher Seite ein Zertifikat erhalten können, wenn sie bestimmte Standards erfüllen. Dazu gehört beispielsweise, dass sie nicht nur die Gebühren gegenüberstellen, sondern auch erwähnen, über wie viele Filialen und Geldautomaten die jeweilige Bank verfügt.

5. Der monatliche Newsticker
++ EthikBank und Volksbank Eisenberg Direkt erhöhen zum 1.1.16 die Preise an vielen Stellen: Der Preis für die mTAN steigt auf 12 Cent (bisher 10 Cent). Das Erstgerät für chipTAN comfort wird nicht mehr kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern für einmalig EUR 10,00. Die zum Girokonto erhältliche Mastercard hat künftig einen jährlichen Kartenpreis von EUR 25,00 (bisher EUR 20,00), weiterhin entfällt dieser ab EUR 4.000 Vorjahresumsatz. Bei den geschäftlichen Girokonten wird der Preis pro Buchungsposten zudem auf 16 Cent (bisher 13 Cent) angehoben und betreffend dem Einzug von Lastschriften die Einrichtung des Limits bepreist, mit EUR 10,50 (Standardlimit) bzw. EUR 50,00 (Individuallimit). Beim "Mikrokonto", das die EthikBank im Programm hat, aber nicht die Volksbank Eisenberg Direkt, und das für Personen gedacht ist, die Probleme haben überhaupt ein Girokonto zu bekommen, beträgt die Kontoführungspauschale ab dem Jahreswechsel monatlich EUR 9,75 (bisher EUR 7,50) ++ ING-DiBa erhöhte am 1.9.15 die Geldprämie der Neukundenaktion zum Girokonto von EUR 75,00 auf EUR 100,00 zu sonst unveränderten Bedingungen. Dieses Angebot gilt nun bis 30.11.15. Um die Prämie zu erhalten, sind zwei aufeinanderfolgende monatliche Gehaltseingänge über mindestens EUR 1.000 in den ersten vier Monaten notwendig. Für Studenten müssen die regelmäßigen Eingänge lediglich mindestens EUR 300,00 betragen ++ der Geldsendedienst Cringle kann seit 20.8.15 komplett kostenlos genutzt werden. Die bisherigen Kosten von 10 Cent für jede sendende Transaktion wurden aufgehoben. Damit soll der Ende 2014 online gegangene Anbieter für einen größeren Nutzerkreis interessant werden. Und tatsächlich dürfte er nur so überhaupt eine Chance im Schatten der großen Player haben. Mit der App von Cringle können Privatpersonen sich gegenseitig kleine Beträge übermitteln, das Geldsenden ist auf EUR 100,00 pro Kalendermonat begrenzt. Für Cringle ist kein zusätzliches E-Payment-Konto notwendig, die Zahlungen werden direkt per SEPA-Lastschrift dem angegebenen Bankkonto belastet, das funktioniert mit jedem deutschen Konto ++ die MERKUR BANK startete am 1.9.15 folgendes Angebot beim Brokerage: Jedes Mal wenn der Depotbestand mindestens im Gegenwert von EUR 25.000 aufgestockt wird, berechtigt dies den Kunden, binnen 30 Tagen mit dem gleichen Betrag ein Festgeld zum Sonderzins zu eröffnen. Der Sonderzins beträgt dabei 2,00% p. a. für sechs Monate. Der maximale Anlagebetrag auf dem Festgeldkonto ist EUR 500.000. Als Aufstockung werden sowohl Käufe als auch Überträge aus einem Depot bei einer anderen Bank berücksichtigt. Bei Verkauf oder Übertrag der Wertpapiere zu einer anderen Bank während der Laufzeit des Festgelds behält sich die Merkur Bank vor, das Festgeld zu stornieren. Erlaubt sind aber Umschichtungen in andere Wertpapiere. Wenn der Depotbestand aufgestockt wurde, kann über das Online-Banking zum Sonderzins angelegt werden, in der Navigation ist dazu "Angebote/Festgeld/Festzins Plus" auszuwählen. Es ist möglich, an der bis auf Weiteres laufenden Aktion mehrmals teilzunehmen ++ comdirect hob zum 1.9.15 das Umschreibeentgelt beim Erwerb von Namensaktien an, auf EUR 0,95. Zuvor betrug es inklusive Mehrwertsteuer EUR 0,60 ++ comdirect macht zum Schulstart beim "JuniorDepot" ein Aktionsangebot. Die gesetzlichen Vertreter können für einen Minderjährigen dieses Wertpapierdepot eröffnen. Es wird zu denselben Konditionen geführt wie für Erwachsene, bei Produktabschluss in der Zeit von 27.8.15 bis 30.9.15 wird beim JuniorDepot jedoch ein Amazon-Gutschein über EUR 20,00 im Oktober 2015 als Eröffnungsprämie übermittelt. Daneben zahlt comdirect für den ersten Wertpapiersparplan, der innerhalb von drei Monaten nach Depoteröffnung eingerichtet wird, zwölf Monate lang einen Zuschuss in Höhe von EUR 2,50 pro Ausführung. Der Zuschuss summiert sich somit auf bis zu EUR 30,00 ++ ING-DiBa vergütet bei Eröffnung des ersten Depots bis zum 30.9.15 mit einer Geldprämie, sofern ein Depotbestand in bestimmter Höhe durch Käufe und/oder Depotübertrag innerhalb von drei Wochen nach Depoteröffnung erreicht wird. Bei einem Depotbestand ab EUR 5.000 werden EUR 20,00 Geldprämie dem Depot-Verrechnungskonto gutgeschrieben, ab EUR 50.000 Wertpapiervolumen EUR 50,00 und ab EUR 100.000 Wertpapiervolumen EUR 100,00. Übertragene Wertpapiere müssen von einer Fremdbank stammen und dürfen innerhalb von sechs Monaten nicht wieder wegübertragen werden ++ das cardNmore-Kartendoppel der Kooperationspartner Barclaycard und Netto Marken-Discount wird seit 31.8.15 nicht mehr im Neugeschäft angeboten. Mit der in dem Doppel enthaltenen Kreditkarte sammelte man bei allen Einkaufsumsätzen Punkte. Das ist für bestehende Kunden jetzt nur noch bis 30.11.15 möglich. Ende 2015 wird Netto Marken-Discount dem Bonusprogramm der DeutschlandCard beitreten, wo zum Beispiel auch EDEKA und Esso bereits Partner sind. Die mit cardNmore gesammelten Punkte kann man noch bis zum 31.5.16 einlösen oder zu DeutschlandCard mitnehmen. Die bestehenden Kreditkartenverträge an sich werden nicht gekündigt. Wenn die Gültigkeit der ausgegebenen Karte ausläuft oder der Kunde seine Karte tauschen möchte, wird keine cardNmore-Folgekarte geliefert, sondern dann die "New Visa" von Barclaycard ++ die Hanseatic Bank ersetzte bei der "GoldCard" die Aktion mit Startguthaben durch eine zum jährlichen Kartenpreis: Für Neukunden, die im Zeitraum vom 21.8.15 bis 4.10.15 online beantragen, entfällt der Kartenpreis von EUR 45,00 im ersten Laufzeitjahr. Auch entfällt durch die Aktion in den Folgejahren der Kartenpreis, wenn im jeweiligen Vorjahr ein jährlicher Kartenumsatz von mindestens EUR 3.000 erreicht wurde ++ die Volkswagen Bank vergünstigte den Sonderzins bei ihrem Einstiegsangebot zum Rahmenkredit, dem "ComfortCredit.TopZins". Für Abschlüsse ab 1.9.15 beträgt der in den ersten zwölf Monaten ab Kontoeröffnung gebundene Sollzins 2,95% p. a. (vorher 3,92% p. a.) und der effektive Jahreszins 2,99% p. a. (vorher 3,99% p. a.). Der individuelle Kreditrahmen liegt dabei zwischen EUR 2.500 und EUR 8.000. Bei Inanspruchnahme des Kreditrahmens wird der Saldo entsprechend in monatlichen Teilbeträgen in Höhe zwischen EUR 25,00 und EUR 80,00 ausgeglichen, wobei Sonderzahlungen jederzeit möglich sind. Nach Ablauf der Sonderverzinsung gelten die veränderlichen Standardkonditionen und die Höhe des Kreditrahmens kann flexibler vereinbart werden ++

6. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld


Die Opel Bank bietet seit 1.9.15 ein Online-Tagesgeld an. Die Bank führt auf ihrer Internetseite auf, welchen Zinssatz Neukunden erhalten und welchen Bestandskunden. In beiden Fällen sind dies zurzeit 1,05%. Es entsteht ein Zinseszinseffekt durch monatliche Zinsgutschrift.


Wüstenrot senkte für Abschlüsse ab 1.9.15 den Neukundenzins auf 0,90% p. a. (vorher 1,11% p. a.). Er wird weiterhin für Guthabenteile bis EUR 20.000 und die ersten vier Monate eingeräumt.


RaboDirect nahm am 1.9.15 jeweils um 0,05 Prozentpunkte zurück. Beim "RaboTagesgeld" werden die Guthabenteile bis EUR 500.000 mit 0,80% (vorher 0,85%) verzinst und die darüber mit 0,20% (vorher 0,25%). Auf dem "RaboSpar30" lauten die Zinssätze entsprechend 0,90% (vorher 0,95%) bzw. 0,30% (vorher 0,35%) und auf dem "RaboSpar90" 1,00% (vorher 1,05%) bzw. 0,40% (vorher 0,45%).


Die LeasePlan Bank, eine auf Sparen spezialisierte Bank aus den Niederlanden, ist am 31.8.15 mit 0,70% und monatlicher Zinsgutschrift eingestiegen (siehe Themenpunkt 2).

7. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

(Auswahl an relevanten Änderungen)


Die DHB Bank wird am 8.9.15 bei 3 und 6 Monaten auf 0,75% (bisher 0,90%) zurücknehmen.


Die VTB Direktbank stellte einige kurze Laufzeiten am 3.9.15 ein, dies sei vorübergehend, wie sie mitteilte. Betroffen sind beim Produkt "Festgeldkonto" die Laufzeiten von 3, 6, 9 und 12 Monaten (vorher 0,80% bis 1,00%) und beim "VTB Duo" das Angebot für 12 Monate (vorher 0,95%).


Bei der Opel Bank, die das Einlagengeschäft am 1.9.15 aufnahm, gibt es zu festen Zinssätzen lediglich drei Laufzeiten, diese aber mit vergleichsweise hohen Sätzen: 12 Monate zu 1,40%, 2 Jahre zu 1,55% und 3 Jahre zu 1,75%


RaboDirect erhöhte ab der 4-jährigen Laufzeit um 0,10 bis 0,50 Prozentpunkte, ausgehend von einem niedrigen Niveau. Es gelten seit 1.9.15 beispielsweise für 5 Jahre 0,75% (vorher 0,50%), für 8 Jahre 1,35% (vorher 0,95%) und für 10 Jahre 1,65% (vorher 1,15%).


Die LeasePlan Bank aus den Niederlanden machte am 31.8.15 den Schritt auf den deutschen Markt. Sie bietet für 3 Monate 1,00%, für 6 Monate 1,10%, für 9 Monate 1,20%, für 12 Monate 1,40%, für 2 Jahre 1,35%, für 3 Jahre 1,45%, für 4 Jahre 1,55% und für 5 Jahre 1,70% (siehe Themenpunkt 2).


Die tschechisch-slowakische J&T Banka senkte am 20.8.15, und zwar bei 4 Jahren auf 2,10% (vorher 2,15%) und bei 5 Jahren auf 2,15% (vorher 2,25%).


Die CreditPlus Bank senkte am 17.8.15 ab der 12-monatigen Laufzeit um 0,05 bis 0,20 Prozentpunkte, zum Beispiel bei 3 Jahren auf 1,20% (vorher 1,30%), bei 6 Jahren auf 1,60% (vorher 1,75%) und bei 7 Jahren auf 1,80% (vorher 2,00%).


WeltSparen ging über zu einer erhöhten Eröffnungsprämie: Es werden EUR 50,00 statt zuvor EUR 25,00 Gutschrift für die Festgelderöffnung ausgelobt. Dieses Angebot gilt ausschließlich für Neukunden der Plattform, die im Zeitraum 15.8.15 bis 30.9.15 ein Festgeldkonto bei einer der Partnerbanken eröffnen. Man nimmt nicht automatisch teil, um die Gutschrift zu erhalten, muss man sie per E-Mail an den Kundenservice von WeltSparen anfordern, mit dem Stichwort "Willkommensbonus".


Klarna aus Schweden senkte am 13.8.15 um 0,20 Prozentpunkte. Es gelten für 12 Monate 1,00% (vorher 1,20%), für 2 Jahre 1,20% (vorher 1,40%), für 3 Jahre 1,40% (vorher 1,60%) und für 4 Jahre 1,60% (vorher 1,80%).


Die HKB Bank brach am 6.8.15 auch ihr Einstiegsangebot bei 12 Monaten und 2 Jahren ab, bietet hier jetzt nur noch 1,20% (vorher 1,60%) und 1,40% (vorher 1,70%).

Noch einen schönen Monat September wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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