Newsletter: Direktbanken.News 09/2017

Willkommen zu den monatlichen News von modern-banking.de


Themenüberblick

1. Bargeldabheben grundsätzlich bei jedem Händler möglich
2. Commerz Finanz tritt nach Commerzbank-Ausstieg als Consors Finanz auf
3. Zinspilot verleibt sich Savedo ein
4. Der monatliche Newsticker
5. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
6. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


1. Bargeldabheben grundsätzlich bei jedem Händler möglich

CardProcess, ein Dienstleister der Genossenschaftsbanken für bargeldlose Transaktionen, hat eine Erlaubnis der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) erhalten, die Funktion "Bargeld abheben" an seinen Händlerterminals freizuschalten. Dadurch können sich Verbraucher bald bei noch viel mehr Händlern, auch kleinen und mittleren, bis zu EUR 200,00 gebührenfrei von ihrem Bankkonto auszahlen lassen, und zwar bei Zahlung via girocard mit PIN. Die fünf inländischen Bankenverbände, vertreten über die DK, haben mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Regeln abgestimmt und vereinbart, dass Netzbetreiber wie CardProcess mit einer entsprechenden Erlaubnis der DK die Bargeldabhebungen abwickeln dürfen. Bislang mussten Händler, die ihren Kunden das Bargeldabheben ermöglichen wollten, eine Einzelvereinbarung mit der BaFin treffen. Das machten nur einige große Filialisten wie Aldi Süd, die REWE-Handelsgruppe, Netto Marken-Discount und Galeria Kaufhof. Mit dem FinTech-Unternehmen Barzahlen.de zusammenzuarbeiten, war eine Alternative dazu. Die jetzt leicht zugängliche Funktionalität stellt einen Teil deren Geschäftsmodells infrage.

Bei den Kassenterminals von CardProcess wird in der aktuellen Softwareversion das Bargeldabheben bereits unterstützt, es muss lediglich aktiviert werden, wenn der Händler sich dafür entscheidet. CardProcess ist jetzt der erste Netzbetreiber, andere werden sicherlich folgen. Mit der Auszahlung ist ein Mindesteinkaufswert von EUR 20,00 verbunden, weshalb sich Geldabheben und Brötchen beim Bäcker holen schwierig miteinander verbinden lassen wird. Nach oben kann der Händler den Mindesteinkaufswert frei definieren. Das Angebot bedeute für ihn einen Service, keinen Zwang, eine Bargeldbevorratung sei deshalb nicht notwendig, heißt es seitens CardProcess. Wäre dies anders, würde es der Grundidee widersprechen, denn mit den Bargeldabhebungen reduziert der Händler seinen Bargeldbestand in der Kasse und damit das Diebstahlrisiko. Neu ist auch, dass der Bargeldbetrag künftig separat in die Abbuchung eingestellt wird. Bislang war der Abbuchung aufgrund technischer Gegebenheiten nur die Gesamtsumme aus Einkauf und Auszahlung zu entnehmen. Die Banken profitieren von der gefundenen Regelung enorm, sie gewährleistet eine Bargeldversorgung ohne eigene Kosten, gerade in ländlichen Regionen, wo viele Filialen und Geldautomaten abgebaut wurden. Bei der Lösung über Barzahlen.de haben die Banken hingegen eine individuell vereinbarte Provision zu tragen, wenn sie ihren Girokunden das zusätzliche Kassennetz bereitstellen wollen, was bislang DKB, N26 und die Sparda-Banken tun.

2. Commerz Finanz tritt nach Commerzbank-Ausstieg als Consors Finanz auf

Die Commerzbank und die französische Großbank BNP Paribas haben ihr Joint Venture "Commerz Finanz GmbH" beendet, wie die bisherigen Partner am 21.8.17 mitteilten. Aus dem Unternehmen herausgelöst wurden von der Commerzbank vermittelte Kreditverträge, sodass rund 300.000 Verträge mit einer Kreditsumme von insgesamt 3,5 Milliarden Euro an sie übergingen. Ebenso wechselten 150 der 1.000 Mitarbeiter zur Commerzbank. Die Transaktion sei per 18.8.17 mit Genehmigung der Aufsichtsbehörden bereits vollzogen worden, Geld sei dabei nicht geflossen. Die Commerzbank hielt bis dahin 49,9 Prozent der Anteile. Sie hatte das Joint Venture mit BNP Paribas von der Dresdner Bank geerbt, die 2001 zusammen mit der französischen Cetelem bei der ehemaligen WKV Bank eingestiegen war. Nun gehört BNP Paribas der auf die hochmargige Kreditvergabe spezialisierte Anbieter allein. Hauptprodukt ist eine auf Maestro basierende Debitkarte, die mit einem revolvierenden Kredit und gegebenenfalls Versicherungen verbunden ist. Als Finanzierungslösung für kleinere und größere Anschaffungen wird dieses Paket über diverse Einzel- und Online-Händler an die Verbraucher gebracht. Nicht wenige Verbraucher beklagen, im Nachhinein erst festgestellt zu haben, dass ihre Kosten viel höher liegen, als aus dem Gespräch mit dem jeweiligen Verkäufer hervorging. BNP Paribas benannte das Unternehmen in Consors Finanz um und plant, die bisherige Strategie und die Kooperation mit den 15.000 Handelspartnern fortzusetzen, im Bestand ein Kreditvolumen von 4,4 Milliarden Euro. BNP Paribas hat in Deutschland bereits eine starke Präsenz mit der Marke Consorsbank, eine Direktbank. Mit Consors Finanz baut sie diese Präsenz aus. Auf Consors Finanz und ein neues Erscheinungsbild wurde am 24.8.17 umgestellt, der Internetauftritt zog nach consorsfinanz.de um.

Die beiden ehemaligen Partner kommunizierten in ihrer jeweiligen Pressemitteilung nur den sie betreffenden Part. Die Commerzbank legte dar, die Ratenkredite seien für sie mittlerweile ein wichtiges Wachstumsfeld, sie wolle sie wieder auf eigene Rechnung betreiben, digitalisieren und ausbauen. Produktgeber ihrer Ratenkredite war lange Zeit die Commerz Finanz. Im Juni wechselte die Commerzbank die Ratenkredite gegen eigene aus, anfangs auch mit der Möglichkeit sie online, abzuschließen. Zurzeit ist das nicht möglich, für den Abschluss wird auf eine Terminvereinbarung mit der Filiale verwiesen. Laut einer Aussage vom April 2017 von Falko Schöning, Bereichsleiter Kredite und Vorsorge, habe die Commerzbank zugesagt, der Commerz Finanz für eine Übergangszeit keine Konkurrenz zu machen. Doch auch die Commerzbank verspreche sich Potenziale, vor allem im Online-Handel. Sie könne sich vorstellen, gegen Ende des Jahres ins Geschäft mit Ratenkrediten an der Ladenkasse und im E-Commerce einzusteigen.

3. Zinspilot verleibt sich Savedo ein

Bei den Zinsplattformen, die Konten mit guten Zinsen von europäischen Auslandsbanken vermitteln, verschieben sich die Marktverhältnisse: Die Deposit Solutions GmbH, Betreibergesellschaft von Zinspilot, hat Savedo übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Deal ist seit 10.8.17 perfekt, auf beiden Plattformen wurde er später durch eine Pressemitteilung bekannt gegeben. Die Übernahme fügt Deposit Solutions in der Kundenbasis ausgehend von 60.000 registrierten Anlegern 18.000 hinzu, außerdem zwölf anbietende Anlagebanken und eine Präsenz auf den Einlagemärkten in Österreich und den Niederlanden. Zinspilot vermittelt die Tagesgeld- und Festgeldkonten über einen direkten Kanal und schlagkräftig über Schnittstellen. Über eine solche sind die Zinsangebote auf Zinspilot zum Beispiel auch für die Kunden von flatex im Online-Banking verfügbar. Der jetzige Deal hilft, international im direkten Geschäft mit den Anlegern zu wachsen, denn Savedo hatte hier schon expandiert. Er hilft Deposit Solutions außerdem, mit der Raisin GmbH mitzuhalten, einem Berliner Unternehmen, das mit WeltSparen und 90.000 Anlegern bislang unstrittig die Nummer eins war. Savedo, dem Dritten im Markt, hatten Marktbeobachter gegenüber den beiden Konkurrenten keine großen Chancen mehr eingeräumt. Savedo suchte die Nischen, ein Großteil der Anlagebanken bei Savedo stammt aus Osteuropa, zudem sind Investments in Edelmetalle im Angebot und die von der Kursentwicklung eines Aktienkorbs abhängigen Festgeldzinsen mit der Bezeichnung "FestgeldPlus".

Christian Tiessen, Gründer und Geschäftsführer, bleibe an Bord, er soll künftig neben seiner Funktion als Geschäftsführer bei Savedo auch die Internationalisierung auf der Einlagenseite von Deposit Solutions übergreifend vorantreiben. Die Marke Savedo bleibe erhalten. Doch das kann wohl nur für eine Übergangsphase sinnvoll sein, auch die weiteren Maßnahmen zeigen in eine andere Richtung. Die Plattform soll nämlich schon bald mit der Technologie von Deposit Solutions laufen und die Savedo-Kunden sollen Zugang zu den zusätzlichen Angeboten von Zinspilot bekommen. Am Standort in Berlin will der Hamburger Käufer nur die Hälfte der rund 50 mitübernommenen Mitarbeiter weiter beschäftigen.

4. Der monatliche Newsticker

++ die Postbank nimmt per 1.1.18 mehrere Änderungen vor: Den vierteljährlichen Postversand der Kontoauszüge stellt sie ein; bislang war das eine Möglichkeit für den Kunden, die Kontoauszüge kostenfrei zu beziehen. Bei der Zusendung zweimal monatlich bzw. monatlich erhöht sich der Preis pro Zusendung auf EUR 1,90 (bisher EUR 0,90), bei Zusendung buchungstäglich bzw. wöchentlich bleibt es bei EUR 0,90. Der monatliche Online-Kontoauszug und das Drucken am Auszugsdrucker sind die weiteren Alternativen. Speziell bei "Giro plus" und "Giro Basis" werden die Girobriefumschläge für Zahlungsaufträge auf dem Postweg nicht mehr kostenfrei zur Verfügung gestellt; bislang konnte man so pro Jahr eine Serie von zwölf Girobriefumschlägen bekommen. Künftig sind einmalig zwölf Girobriefumschläge im Willkommenspaket der bestätigten Kontoeröffnung enthalten, die Bestellung von weiteren Serien kostet dann jeweils EUR 8,40, was dem Porto von EUR 0,70 pro Briefumschlag entspricht. Auch wird die Postbank den Preis für Auslandsüberweisungen (außerhalb des SEPA-Raums) erhöhen. Sie unterscheidet zwischen beleghaft oder per Online-Banking beauftragt, per Online-Banking beauftragt erhebt sie 1,5 Promille des Überweisungsbetrags, mindestens EUR 8,00. Bislang waren es dort pauschal EUR 1,50. Die Postbank wickelt die Auslandszahlungen über Korrespondenzbanken ab, meist über die Deutsche Bank, die Gebühren der Korrespondenzbanken kommen jeweils hinzu

++ für die Geschäftskunden der Deutschen Bank entfiel beim "db Business AktivKonto" bislang der Kontopreis von EUR 8,90, wenn sie im Monatsschnitt mindestens EUR 5.000 auf dem Konto hatten. Ab 1.10.17 gilt das nicht mehr, die vorteilhafte Regelung vom Grundpreis befreit zu werden, fällt weg. Es ist eine Preisschraube, die in ihrer Wirkung das Konto stark verteuert. Dabei wechselten zuletzt noch viele Geschäftskunden von der Tochter Postbank zur Deutschen Bank, wegen der dortigen Aufschläge per 1.7.17 hatte die Deutsche Bank kurioserweise zwischenzeitlich das günstigere Konto bei entsprechendem Guthaben

++ ING-DiBa erhöhte die Eröffnungsprämie beim Girokonto von EUR 50,00 auf EUR 75,00. Das aufgebesserte Angebot gilt für die Eröffnung des ersten Girokontos im Zeitraum 1.9.17 bis 30.11.17. Weiterhin müssen zum Prämienerhalt spätestens vier Monate nach Kontoeröffnung mindestens zwei monatliche Gehaltseingänge in Höhe von mindestens EUR 1.000 vorliegen bzw. bei Studenten in Höhe von mindestens EUR 300,00

++ 1822direkt setzte beim "GiroSkyline" für Abschlüsse ab 21.8.17 die Eröffnungsprämie hoch, von EUR 100,00 auf EUR 120,00. Dafür muss das neu eröffnete Konto nun allerdings bis zum vorgegebenen Datum mindestens drei monatliche Gehaltseingänge ab EUR 600,00 (Lohn, Gehalt, Rente, Besoldung) aufweisen, zuvor genügten zwei ab EUR 500,00

++ SOFORT Überweisung ist seit 28.8.17 eine von drei Klarna-Bezahloptionen. SOFORT Überweisung war ein deutscher Zahlungsdienst, der 2014 von Klarna aufgekauft wurde. Das eigenständige Auftreten ist nun Geschichte. Unter dem Dach von Klarna ist diese Option, die weiterhin auf ein Zahlformular der Sofort GmbH leitet, mit "Sofort bezahlen" bezeichnet. Klarna stellte sich selbst sowohl optisch als auch strukturell um, an weiteren Bezahloptionen gibt es "Später bezahlen", was aus Kundensicht für den Kauf per Rechnung und aus Händlersicht für das Abgeben des Ausfallrisikos steht, und "In Raten bezahlen". Eine der größten Veränderungen sind die Icons im Checkout bei den Online-Shops, sie visualisieren auffallend in rosa entsprechend die drei Bezahlarten und dass diese irgendwie zusammengehören. Die Gemeinsamkeit ist, dass die Bezahlarten über Klarna laufen. Und Klarna, mittlerweile im Besitz einer Banklizenz, möchte die Kunden enger an sich binden, bietet ihnen deshalb auch einen Online-Zugang und eine App, mit der sie ihre Rechnungen einsehen und beispielsweise eine Retoure melden können, um Mahnungen bei auf Rechnung bestellter Ware zu vermeiden. Der neuen Struktur soll bald auch Billpay untergeordnet werden. Diesen deutschen Anbieter von Rechnungs- und Ratenkauf hatte Klarna im Februar übernommen

++ Bank11direkt leitet bei Klick auf das Text- und Bildelement zu Tagesgeld oder Sparbriefkonto auf die jeweiligen Produktseiten der Bank11. Das eigene Tagesgeld und das eigene Sparbriefkonto werden nicht mehr zum Abschluss angeboten. Es gibt keinerlei Produkte mehr, die Kredite fielen schon im vergangenen November weg. Bank11direkt war bis 31.8.17 eine als GmbH geführte Tochtergesellschaft der Bank11, sie wurde nun auf die Muttergesellschaft verschmolzen.

++ flatex erhebt ab 1.11.17 bei Namensaktien eine Zusatzgebühr, und zwar EUR 0,60 pro börslich ausgeführte Kauforder. Es ist eine eigene Gebühr für den Aufwand, Namensaktien in das Aktienregister der entsprechenden Gesellschaft einzutragen. Beim Verkauf fällt sie nicht an. Außerdem werden für die flatex-Kunden im Handel an den Börsenplätzen in den USA und Kanada große Orders teurer. Der bisherige Orderpreis von EUR 9,90 gilt dann nicht mehr unbegrenzt, bei einem Ordervolumen größer EUR 25.000 werden ab 1.11.17 auf den übersteigenden Teilbetrag zusätzlich 0,04% erhoben

++ bei ING-DiBa ist die Aktion für neue Depotkunden zurück, bei der in den ersten sechs Monaten für EUR 4,50 pro Trade gehandelt werden kann und es zudem EUR 75,00 Geldprämie ab EUR 5.000 Depotvolumen gibt. Die Aktion gilt vom 1.9.17 bis 30.11.17 und lief zu denselben Konditionen und Bedingungen im zweiten Quartal 2017

++ die onvista bank stellte per 1.9.17 den Handel an zehn Auslandsbörsen ein, lediglich die US-Börsen NYSE, Nasdaq und AMEX bleiben verfügbar. Konkret entfallen sind die skandinavischen Handelsplätze - sie waren seit der Übernahme der deutschen Kunden des schwedischen Online-Brokers Nordnet Bank im Oktober 2010 im Programm - und außerdem die London Stock Exchange und die zwei Börsenplätze in Toronto. Die onvista bank begründet die Verknappung mit MiFID II. Die ab Anfang 2018 geltende Richtlinie sehe nämlich einen höheren Aufwand bei den Meldepflichten vor. Gleichzeitig sei die Nachfrage an diesen Auslandsbörsen bei den eigenen Kunden sehr gering

++ die TARGOBANK macht beim Brokerage seit 31.8.17 ein Angebot, bei dem in den ersten zwölf Monaten für EUR 4,90 pro Trade gehandelt werden kann, zuzüglich des Börsenplatzentgelts und der Börsengebühren, die dem Kunden weiterbelastet werden. Das Angebot läuft unter einem neuen Preismodell, dem "Direkt-Depot". Die Konditionen des Direkt-Depots sind in den meisten Punkten identisch zum "Klassik-Depot", das ebenfalls für Online-Nutzer geeignet ist. Unterschiede bestehen darin, dass beim Direkt-Depot die Nutzung des Online-Postfachs obligatorisch ist, in den Filialen die Beratung und das Ordern ausgeschlossen sind, und ausnahmslos alle der erhältlichen Investmentfonds beim Ausgabeaufschlag mit 50% rabattiert werden. Das Direkt-Depot können ausschließlich Kunden und Neukunden eröffnen, die in den letzten zwölf Monaten kein Depot bei der TARGOBANK unterhielten. Nicht genutzt werden kann mit einem Direkt-Depot die Aktion der TARGOBANK mit 0,75% Geldprämie für übertragenes Fondsvolumen

++ Consorsbank tauschte beim Angebot an neue Kunden, die Wertpapierbestand von einem Fremdbankdepot mitbringen, die Prämie aus. Bei Depoteröffnung ab 24.8.17 ist hierbei eine Geldprämie ausgeschrieben, über Jahre hinweg war es zuvor ein Sonderzins beim Tagesgeld. Das neue Angebot ist besonders bei sehr hohem mitgebrachtem Depotvolumen lukrativ, denn die Staffel, mit der dieses einer Geldprämie beigemessen wird, reicht bis EUR 500.000 Volumen mit EUR 5.000 Geldprämie. Der Betrag ist die höchste je dagewesene Prämie. Es gibt ähnliche Angebote von den Wettbewerbern, aber bei der Commerzbank ist bei EUR 2.000 Schluss, bei maxblue bei EUR 2.500 und bei der TARGOBANK bei EUR 1.500. Die Staffel von Consorsbank hat insgesamt neun Stufen. Ihr Schema ist auf Höhe der einzelnen Stufen eine einprozentige Prämierung; in der Praxis wird man den angepeilten Kurswert kaum exakt treffen können, wobei für die Bewertung des Volumens ausschließlich der Tag der Einbuchung maßgeblich ist. Der Übertrag muss bis spätestens drei Monate nach Depoteröffnung eingegangen sein, nur erstmalig bei Consorsbank verwahrte Bestände werden berücksichtigt und eine Haltefrist von zwölf Monaten ist auferlegt

++ bei den Kreditkarten von Amazon.de und Air Berlin, beide von der Landesbank Berlin ausgestellt, wird die optional gegen Aufpreis erhältliche Bankkarte (girocard/Maestro) abgeschafft. Die umlaufenden Bankkarten sind ab 1.1.18 nicht mehr gültig. Sie waren ursprünglich dafür gedacht, um auch in Geschäften, die keine Kreditkarten akzeptieren, bezahlen und Bonuspunkte sammeln zu können. Mittlerweile werden Kreditkarten zum Beispiel auch in vielen Supermärkten akzeptiert, was der Grund sein dürfte, wieso die zusätzliche Bankkarte aus dem Angebot genommen wird

++ die Pleite von Air Berlin hat auch Auswirkungen auf die von der Fluggesellschaft vertriebenen topbonus-Kreditkarten der Landesbank Berlin. Die Karten sind weiterhin gültig, jedoch stellte die topbonus Limited, die das Bonusprogramm der Fluggesellschaft betreibt, am 25.8.17 ebenfalls einen Insolvenzantrag. Bonusmeilen für Gratisflüge und andere Prämien waren das Hauptargument, um die Karten zu nutzen. Die Karteninhaber ließ topbonus wissen, dass das Sammeln und Einlösen zunächst ausgesetzt bleibe, die Teilnahme am Programm aber dennoch fortbestehe und topbonus mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter an einem tragfähigen Zukunftskonzept arbeite. Und die Landesbank Berlin schrieb die Karteninhaber per E-Mail zu einer kurzfristig angesetzten Aktion an, bei der sie sage und schreibe 5,00% Cashback gewährt auf Kartenumsätze bei Restaurants, Reisebüros, Hotels, Tankstellen, Supermärkten sowie Airlines vom 29.8.17 bis 30.9.17. Es ist offenbar eine Maßnahme, um die Kunden in der Zeit der Verunsicherung zu halten. Den Cashback gibt es, wenn sich der Kunde für die Teilnahme zuvor über den personalisierten Link in der E-Mail registriert. Er wird spätestens bis 31.10.17 dem Kreditkartenkonto gutgeschrieben, sofern das Konto ordnungsgemäß geführt und bis zu diesem Zeitpunkt nicht gekündigt worden ist

++ die Volkswagen Bank GmbH ist seit 1.9.17 eine direkte Tochter der Volkswagen AG, nicht mehr eine Tochter der Volkswagen Financial Services AG. Dennoch wird die Bank auch zukünftig unter der Marke Volkswagen Financial Services auftreten. Die gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung wurde im November vergangenen Jahres eingeleitet. Sie ist wohl unter dem aufsichtsrechtlichen Aspekt sinnvoll, um in Wachstumsfeldern wie dem Carsharing und den Abrechnungsdiensten für die Nutzung von Mobilitätsangeboten nicht den Eigenkapitalanforderungen für eine Bank entsprechen zu müssen. Während in der Bank das europäische Einlagen- und Kreditgeschäft gebündelt ist, verbleiben in Volkswagen Financial Services die anderen Aktivitäten, wie das Leasing-, Versicherungs-, Dienstleistungs- und das außereuropäische Kreditgeschäft

5. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld

Die FIMBank aus Malta kündigt für den 15.9.17 eine Anhebung an, von niedrigen 0,05% auf 0,25%.

Die Austrian Anadi Bank aus Österreich senkt am 15.9.17 von 0,50% auf 0,42%.

Die Opel Bank schmälert am 7.9.17 auf 0,35% (bisher 0,40%).

Bei Oney Bank aus Frankreich gab es eine weitere Zinssenkung, am 1.9.17 von 0,75% auf 0,62%, und für den 15.9.17 ist auch schon eine angekündigt, dann von 0,62% auf 0,55%.

Die Santander Direkt Bank senkte am 1.9.17 beim "SuperKonto" für die Guthabenteile bis EUR 100.000 auf nur noch 0,10% (vorher 0,25%).

Die Santander Consumer Bank senkte am 1.9.17 beim "Geld-Management-Konto" für die Guthabenteile bis EUR 100.000 auf 0,10% (vorher 0,15%).

Während es gute Neukundenangebote am Markt gibt, senken mehrere Anbieter ihre Standardkondition auf ein äußerst niedriges Niveau, so auch Sberbank Direct am 31.8.17 auf 0,20% (vorher 0,40%).

Consorsbank verzinst seit 25.8.17 nur noch die Guthabenteile bis EUR 100.000 mit dem regulären Zins von 0,05%, zuvor bis EUR 250.000. Guthabenteile oberhalb der Betragsstufe bleiben unverzinst.

East West Direkt aus Luxemburg senkte drei Mal im August: am 8.8.17 von 0,75% auf 0,65%, am 17.8.17 von 0,65% auf 0,45% und zuletzt am 25.8.17 von 0,45% auf 0,35% - nach FIMBank und Oney Bank ein weiterer Tagesgeldanbieter aus EU-Ländern, der nach einem Einstieg mit hohen Zinsen in schneller Folge herunterzieht.

comdirect verzinst seit 16.8.17 nur noch die Guthabenteile bis EUR 10.000 mit 0,01%, zuvor bis EUR 50.000. Auf Guthabenteile oberhalb der Betragsstufe zahlt comdirect keine Zinsen.

mbs direkt zahlt seit 15.8.17 auf den Gesamtbetrag keine Zinsen mehr, wenn der Anlagebetrag EUR 500.000 oder mehr beträgt. Zuvor galten dann 0,005%.

ING-DiBa verringerte am 15.8.17 den Standardzins für die Guthabenteile bis EUR 50.000 auf 0,10% und für die Guthabenteile größer EUR 50.000 bis EUR 100.000 auf 0,05%. Zuvor galten 0,20% ab dem ersten Cent bis EUR 100.000. Den befristeten Neukundenzins von 0,75% p. a. räumt ING-DiBa bei Eröffnung ab 15.8.17 ebenfalls nur noch bis zur Betragsgrenze von EUR 50.000 ein (vorher EUR 100.000). Die Senkung betrifft mehrere Millionen Kunden, viele nutzen das Tagesgeldkonto dort zum Beispiel noch, weil sie auch ein Girokonto oder Depot bei ING-DiBa haben.

Die DHB Bank senkte am 14.8.17 beim "NetSp@r-Konto" auf 0,30% (vorher 0,35%) und beim "Tagesgeldkonto" auf 0,25% (vorher 0,30%). Ebenso senkte sie bei dem im Juni eingeführten "KündigungsgeldONLINE" in allen drei Varianten die Sätze jeweils um 0,05 Prozentpunkte.

6. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

(Auswahl an relevanten Änderungen)

Die Opel Bank verringert am 7.9.17 bei 12 Monaten auf 0,60% (bisher 0,66%), bei 2 Jahren auf 0,70% auf (bisher 0,77%) und bei 3 Jahren auf 0,80% (bisher 0,88%).

Die AutoBank erhöhte am 1.9.17 bei 12 Monaten von 0,70% auf 0,85%. Unter den Anbietern mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland sind die 0,85% für diese Laufzeit zurzeit der höchste Zinssatz.

Die VakifBank senkte am 1.9.17 die Laufzeiten bis 2 Jahre um 0,05 bis 0,21 Prozentpunkte, erhöhte die bei 3 bis 6 Jahren um 0,04 bis 0,09 Prozentpunkte und strich die von 7 bis 10 Jahren, wo zuvor 1,46% bis 1,61% galten, aus dem Programm. Das sind die neuen Zinssätze: 6 Monate - 0,45% (vorher 0,50%), 9 Monate - 0,45% (vorher 0,60%), 12 Monate - 0,50% (vorher 0,70%), 2 Jahre - 0,80% (vorher 1,01%), 3 Jahre - 1,20% (vorher 1,16%), 4 Jahre - 1,30% (vorher 1,26%), 5 Jahre - 1,40% (vorher 1,36%), 6 Jahre - 1,50% (vorher 1,41%)

Die Younited Credit aus Frankreich kürzte am 31.8.17 bei 3 Jahren von 1,32% auf 1,00%.

Oney Bank aus Frankreich senkte am 31.8.17 für den Anlagestarttermin 15.9.17 bei 12 Monaten auf 0,80% (vorher 0,85%).

Die Austrian Anadi Bank aus Österreich senkte am 30.8.17 für den Anlagestarttermin 15.9.17 bei 6 Monaten auf 0,66% (vorher 0,71%), bei 12 Monaten auf 0,76% (vorher 0,81%), bei 2 Jahren auf 0,81% (vorher 0,91%) und bei 3 Jahren auf 1,01% (vorher 1,11%).

Die SWK-Bank erhöhte am 30.8.17 zwei Laufzeiten: die 12-monatige Laufzeit auf 0,60% (vorher 0,40%) und die 2-jährige auf 0,90% (vorher 0,50%)

East West Direkt aus Luxemburg senkte am 25.8.17 bei 6 Monaten auf 0,60% (vorher 0,70%) und bei 12 Monaten auf 0,85% (vorher 1,05%). Vorangegangen war am 17.8.17 eine Senkung bei 6 Monaten auf 0,70% (vorher 0,90%).

Wyelands Bank aus Großbritannien senkte am 18.8.17 bei 12 Monaten auf 1,15% (vorher 1,25%) und bei 2 Jahren auf 1,25% (vorher 1,40%).

net-m privatbank 1891, zuvor bei 9 und 12 Monaten vorne, senkte am 17.8.17 auf ein tiefes Niveau. Es gelten nun bei 6 Monaten 0,15% (vorher 0,40%), bei 9 Monaten 0,20% (vorher 0,75%), bei 12 Monaten 0,25% (vorher 0,85%) und bei 2 Jahren 0,35% (vorher 1,00%).

BESV aus Frankreich verringerte am 15.8.17 bei 12 Monaten auf 1,00% (vorher 1,20%).

Wyelands Bank aus Großbritannien senkte am 14.8.17 bei 6 Monaten auf 0,75% (vorher 1,00%).

Noch einen schönen Monat September wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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