News: Alle Meldungen aus dem Jahr 2017

20.02.2017 |

Privatbanken wollen freiwillige Einlagensicherung einschränken

Der Bundesverband deutscher Banken e. V. (BdB) arbeitet daran, den Schutzumfang seines Einlagensicherungsfonds weiter einzuschränken, denn den Banken wird die Haftung für ihre Kunden zu teuer. Für Privatkunden und Stiftungen ändert sich dieses Mal nichts, aber alle anderen Einleger verlieren große Teile des bisherigen Schutzniveaus. Der Einlagensicherungsfonds ist der Topf, den die deutschen Privatbanken zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung aufgebaut haben. Am Freitag gab der BdB bekannt, dass der Vorstand beschlossen hat, ihn zu reformieren. Die Mitgliedsinstitute werden dies voraussichtlich bei der noch notwendigen Abstimmung am 5. April absegnen. Die geplanten Maßnahmen sind: Bund, Länder und Gemeinden sowie Finanzinstitute wie Vermögensverwalter, Leasing-Gesellschaften und bestimmte Wertpapierfirmen sollen ab Oktober 2017 überhaupt nicht mehr aus dem Einlagensicherungsfonds bedient werden. Bei Unternehmen, Versicherungen und halbstaatlichen Stellen wie zum Beispiel Versorgungswerke wird der Schutz in zwei Stufen heruntergefahren, und zwar entfällt er in dieser Kundengruppe im Oktober 2017 in Bezug auf Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen, und im Januar 2020 auch für Einlagen mit einer Laufzeit von mehr als 18 Monaten. Für vor dem jeweiligen Stichtag erworbene Papiere bzw. vereinbarte Einlagen gilt ein Bestandsschutz. Für den Einzelunternehmer, den kleinen Handwerker etwa, soll die Einlagensicherung gemäß Auskunft eines Sprechers weiterhin greifen. Wenn ein Unternehmer sein Geschäft in der Rechtsform einer juristischen Gesellschaft oder einer Personengesellschaft habe, sehe es anders aus, das werde eben nicht mehr geschützt. Die ausgeschlossenen Investoren könnten nach Auffassung des Bankenverbands ihre Risiken gut selbst einschätzen. Die Kräfte würden für die besonders schutzwürdigen privaten Einleger gebündelt. Auslöser des Umbaus sei der Kostendruck durch die Regulierung in den vergangenen Jahren (Bankenabgabe, Eigenkapitalanforderungen, gesetzliche Einlagensicherung usw.) und zudem durch die Zinssituation. Wenn weniger Einlagen abgesichert werden, müssen die Banken aller Voraussicht nach deutlich geringere Beiträge in den Fonds einzahlen. Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer unterlegte das mit Zahlen. Hätte es die Reform 2016 schon gegeben, wären die Entschädigungen bei der über das Dividendenstripping gestolperten Maple Bank um rund ein Drittel geringer ausgefallen. Bei der Pleite der deutschen Tochter der untergegangenen US-Bank Lehman Brothers wären es wohl sogar zwei Drittel weniger gewesen. Bei den Maßnahmen ist auch eine Widersprüchlichkeit zu erkennen: Für die öffentliche Hand entfällt der Schutz komplett, doch vor allem in den Städten und Gemeinden dürften die Verantwortlichen für die finanziellen Angelegenheiten weniger Erfahrungen haben als in Großunternehmen und Versicherungen, deren Einlagen mit weniger als 18 Monaten Laufzeit der BdB aber weiterhin absichern will.

Bis zu einem Betrag von EUR 100.000 pro Einleger gilt in der EU eine der gesetzlichen Einlagensicherungen. Für die meisten der privaten Banken in Deutschland ist als gesetzliche Einlagensicherung die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH zugeordnet. Dort haben Privatpersonen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften einen Anspruch auf Entschädigung, nicht geschützt sind die Einlagen von Kreditinstituten und institutionellen Anlegern, wie beispielsweise Finanzdienstleister, Versicherungsunternehmen und Einlagen der öffentlichen Hand. Die im BdB organisierten privaten Banken sichern darüber hinausgehende Beträge über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds. Die Sicherungsgrenze pro Einleger ist abhängig vom haftenden Eigenkapital der Bank. In einer vorangegangenen Reform wurde beschlossen, die Sicherungsgrenze stufenweise abzusenken. So sank sie im Dezember 2015 von 30 auf 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals. Es folgt zum Januar 2020 ein Anpassen auf 15 Prozent, danach zum Januar 2025 auf 8,75 Prozent.

02.02.2017 |

netbank führt Kontoführungsgebühr ein

Das Girokonto der netbank, das "giroLoyal", wird wie viele andere Konten bald nicht mehr kostenlos sein, und weniger Vorteile bei Einkommenseingang bereithalten. Am 27.2.17 endet zunächst die Vereinbarung der netbank mit der ReiseBank. In deren Filialen konnten die Kunden kostenlos Bargeld auf ihr netbank-Konto einzahlen und die Kunden mit Einkommenseingang sich nach telefonischem Vorbestellen außerdem große Bargeldsummen zwischen EUR 5.000 und EUR 25.000 auszahlen lassen. Alle weiteren Änderungen kommen zum 1.4.17: Einen Grundpreis hatte bislang niemand bei der netbank zu zahlen, auch nicht für Pfändungsschutz- oder Basiskonten, künftig sind nur noch Minderjährige davon befreit. EUR 3,50 wird der Grundpreis sein, bei einem regelmäßigen monatlichen Einkommenseingang von mindestens EUR 400,00 ist er auf EUR 1,00 ermäßigt. Der für viele Zusatzleistungen notwendige Einkommenseingang ist künftig immer mit Mindesthöhe angegeben - EUR 400,00 im Kalendermonat. Als Einkommenseingang zählen weiterhin Gehalt, Lohn, Vergütung, Bezüge, Rente, Pension, BAföG, Studiengeld, Studium, Sold, Entlohnung, Privatentnahme, Ruhegeld, Blindengeld, Blindenhilfe. Ausgeschlossen sind Mieteinnahmen. Nach dem ersten Eingang in der geforderten Höhe wird auf die attraktiveren Konditionen zum Folgequartal umgestellt. Die Zusatzleistungen waren früher unter dem Begriff Treue-Bonus zusammengefasst, sie bestehen seit geraumer Zeit nur noch aus einer beitragsfreien Bankkarte (sonst EUR 5,00 p. a.) und einer im ersten Jahr beitragsfreien MasterCard Classic (sonst EUR 20,00 p. a.). Die weltweit kostenlose Bargeldversorgung über die MasterCard Classic kann künftig ein Mal pro Monat genutzt werden, bislang fünf Mal. Auf das Auslandsentgelt verzichtet die netbank dabei. Jedes weitere Geldabheben wird mit EUR 3,00 Bargeldgebühr belastet, bislang mit 2,00% des verfügten Betrags, mindestens aber EUR 5,11; außerhalb der Eurozone jeweils zuzüglich 1,00% Auslandsentgelt. Die Bonusregelung wird auf Karten begrenzt, die vor dem 1.4.17 ausgegeben wurden. Der Bonus machte den hälftigen Kartenpreis aus ab EUR 2.000 Vorjahreswarenumsatz und den vollen ab EUR 4.000 Vorjahreswarenumsatz. Immerhin wird ein beleghaft/formlos erteilter Überweisungsauftrag nicht mehr die unverhältnismäßig hohe Gebühr von EUR 10,00 nach sich ziehen. Diesen Preis passt die netbank auf EUR 2,00 an, was gleichzeitig der Preis für eine telefonische Erteilung sein wird.

02.02.2017 |

Kurzmeldung

Gravierende Kursänderungen bei den beiden Direktbanken der Volksbank Eisenberg: Zum einen wurde die Volksbank Eisenberg Direkt eingestellt, nur noch die bestehenden Konten werden fortgeführt. Zum anderen informierte die EthikBank, dass sie wegen der Herausforderungen durch die Zinslosigkeit intern über einen monatlichen Zusatzbeitrag diskutiere (mit einer an die GLS Bank angelehnten Argumentation und Bezug auf das nachhaltige Geschäftsmodell). Es stehe noch nicht fest, ob die EthikBank dabei auf ein Beitragsmodell pro Kunde oder auf höhere Gebühren bei den einzelnen Konten zurückgreifen werde. Die Ausgestaltung werde soziale Aspekte berücksichtigen. Als Richtwert gab sie ca. EUR 5,00 pro Monat an. Genaue Informationen für die Kunden sollen spätestens im März folgen, die Gebührenanpassung ist im Sommer geplant.

30.01.2017 |

girocard kontaktlos: Esso und Lidl beginnen den Rollout

Das kontaktlose Bezahlen mit Bankkarte (girocard) wird 2017 wohl in den Alltag einziehen. Bis Ende März will Esso es bundesweit an allen Kassen ermöglichen, der Lebensmittelhändler Lidl ab diesem Frühjahr. Über den Zusammenschluss der Bankenverbände, die Deutsche Kreditwirtschaft, wurde vor Kurzem entschieden, in den Regelbetrieb zu gehen und ein erstes, weit verbreitetes Bezahlterminal-Gerät für die Nutzung lizenziert. 14 Millionen Bankkarten mit der benötigten Funktechnologie sind von Genossenschaftsbanken und Sparkassen bereits im Umlauf. Auf solchen Karten ist ein kleines Wellensymbol auf der Vorderseite abgebildet. Ab wann tatsächlich die Bankkarte nur noch vor das entsprechende Lesegerät gehalten werden muss, liegt nun an den Händlern. Sie werden in den kommenden Monaten nach und nach umstellen, oft wird es genügen, ein Software-Update der Bezahlterminals durchzuführen und die Mitarbeiter zu schulen. Auch den anderen Geldinstituten innerhalb der Deutschen Kreditwirtschaft steht es offen, nachzuziehen und den eigenen Kunden diese Möglichkeit anzubieten, denn girocard ist ein gemeinsames Zahlungssystem der Deutschen Kreditwirtschaft, die inländischen Umsätze der zum Girokonto ausgegebenen Bankkarten werden darüber abgewickelt.

Bei Kreditkarten ist das kontaktlose Zahlen seit einigen Jahren Standard, für die Bankkarten gab es hingegen noch fast nirgends Akzeptanzstellen. Das girocard-System ist das meistgenutzte Zahlungssystem in Deutschland und deshalb für potenziell viel größere Bevölkerungskreise von Interesse. Der mit einem Piepton eingeleitete Prozess ist nicht einheitlich: Wenn eine Unterschrift zu leisten ist, wird lediglich eine klassische Lastschrift erstellt. Wenn eine Zahlung per Datenverbindung autorisiert wird, ist das für den Händler zwar teurer, garantiert ihm aber den Geldeingang. Beträge unter EUR 25,00 werden bei den autorisierten kontaktlosen Zahlungen in der Regel keine PIN-Eingabe erfordern, doch die Bank kann im eigenen Interesse Sicherheitsvorkehrungen einsetzen wie ein tägliches Limit von beispielsweise in der Summe EUR 100,00 ohne PIN-Abfrage. Natürlich hätte das girocard-System schon wesentlich weiter sein können. Kassel war die Pilotregion, in der die Volks- und Raiffeisenbanken zeitweise im entschlossenen Alleingang das Projekt mit EDEKA-Hessenring und anderen Händlern der Region auf die Beine stellten. Die Sparkassen, die zweite an dem Projekt beteiligte Bankengruppe, verlief sich in dem Vorhaben, die mit Beträgen erst aufzuladende GeldKarte für die Funktion einsetzen zu wollen, bis sie einsah, dass kaum jemand das so nutzen will. Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen haben frühzeitig begonnen, alle neuen Bankkarten mit dem Funkchip auszugeben, bis zum Jahr 2020 sollen sämtliche ihrer 26 Millionen Bankkarten so ausgestattet sein.

02.02.2017 |

netbank führt Kontoführungsgebühr ein

Das Girokonto der netbank, das "giroLoyal", wird wie viele andere Konten bald nicht mehr kostenlos sein, und weniger Vorteile bei Einkommenseingang bereithalten. Am 27.2.17 endet zunächst die Vereinbarung der netbank mit der ReiseBank. In deren Filialen konnten die Kunden kostenlos Bargeld auf ihr netbank-Konto einzahlen und die Kunden mit Einkommenseingang sich nach telefonischem Vorbestellen außerdem große Bargeldsummen zwischen EUR 5.000 und EUR 25.000 auszahlen lassen. Alle weiteren Änderungen kommen zum 1.4.17: Einen Grundpreis hatte bislang niemand bei der netbank zu zahlen, auch nicht für Pfändungsschutz- oder Basiskonten, künftig sind nur noch Minderjährige davon befreit. EUR 3,50 wird der Grundpreis sein, bei einem regelmäßigen monatlichen Einkommenseingang von mindestens EUR 400,00 ist er auf EUR 1,00 ermäßigt. Der für viele Zusatzleistungen notwendige Einkommenseingang ist künftig immer mit Mindesthöhe angegeben - EUR 400,00 im Kalendermonat. Als Einkommenseingang zählen weiterhin Gehalt, Lohn, Vergütung, Bezüge, Rente, Pension, BAföG, Studiengeld, Studium, Sold, Entlohnung, Privatentnahme, Ruhegeld, Blindengeld, Blindenhilfe. Ausgeschlossen sind Mieteinnahmen. Nach dem ersten Eingang in der geforderten Höhe wird auf die attraktiveren Konditionen zum Folgequartal umgestellt. Die Zusatzleistungen waren früher unter dem Begriff Treue-Bonus zusammengefasst, sie bestehen seit geraumer Zeit nur noch aus einer beitragsfreien Bankkarte (sonst EUR 5,00 p. a.) und einer im ersten Jahr beitragsfreien MasterCard Classic (sonst EUR 20,00 p. a.). Die weltweit kostenlose Bargeldversorgung über die MasterCard Classic kann künftig ein Mal pro Monat genutzt werden, bislang fünf Mal. Auf das Auslandsentgelt verzichtet die netbank dabei. Jedes weitere Geldabheben wird mit EUR 3,00 Bargeldgebühr belastet, bislang mit 2,00% des verfügten Betrags, mindestens aber EUR 5,11; außerhalb der Eurozone jeweils zuzüglich 1,00% Auslandsentgelt. Die Bonusregelung wird auf Karten begrenzt, die vor dem 1.4.17 ausgegeben wurden. Der Bonus machte den hälftigen Kartenpreis aus ab EUR 2.000 Vorjahreswarenumsatz und den vollen ab EUR 4.000 Vorjahreswarenumsatz. Immerhin wird ein beleghaft/formlos erteilter Überweisungsauftrag nicht mehr die unverhältnismäßig hohe Gebühr von EUR 10,00 nach sich ziehen. Diesen Preis passt die netbank auf EUR 2,00 an, was gleichzeitig der Preis für eine telefonische Erteilung sein wird.

02.02.2017 |

Kurzmeldung

Gravierende Kursänderungen bei den beiden Direktbanken der Volksbank Eisenberg: Zum einen wurde die Volksbank Eisenberg Direkt eingestellt, nur noch die bestehenden Konten werden fortgeführt. Zum anderen informierte die EthikBank, dass sie wegen der Herausforderungen durch die Zinslosigkeit intern über einen monatlichen Zusatzbeitrag diskutiere (mit einer an die GLS Bank angelehnten Argumentation und Bezug auf das nachhaltige Geschäftsmodell). Es stehe noch nicht fest, ob die EthikBank dabei auf ein Beitragsmodell pro Kunde oder auf höhere Gebühren bei den einzelnen Konten zurückgreifen werde. Die Ausgestaltung werde soziale Aspekte berücksichtigen. Als Richtwert gab sie ca. EUR 5,00 pro Monat an. Genaue Informationen für die Kunden sollen spätestens im März folgen, die Gebührenanpassung ist im Sommer geplant.

30.01.2017 |

girocard kontaktlos: Esso und Lidl beginnen den Rollout

Das kontaktlose Bezahlen mit Bankkarte (girocard) wird 2017 wohl in den Alltag einziehen. Bis Ende März will Esso es bundesweit an allen Kassen ermöglichen, der Lebensmittelhändler Lidl ab diesem Frühjahr. Über den Zusammenschluss der Bankenverbände, die Deutsche Kreditwirtschaft, wurde vor Kurzem entschieden, in den Regelbetrieb zu gehen und ein erstes, weit verbreitetes Bezahlterminal-Gerät für die Nutzung lizenziert. 14 Millionen Bankkarten mit der benötigten Funktechnologie sind von Genossenschaftsbanken und Sparkassen bereits im Umlauf. Auf solchen Karten ist ein kleines Wellensymbol auf der Vorderseite abgebildet. Ab wann tatsächlich die Bankkarte nur noch vor das entsprechende Lesegerät gehalten werden muss, liegt nun an den Händlern. Sie werden in den kommenden Monaten nach und nach umstellen, oft wird es genügen, ein Software-Update der Bezahlterminals durchzuführen und die Mitarbeiter zu schulen. Auch den anderen Geldinstituten innerhalb der Deutschen Kreditwirtschaft steht es offen, nachzuziehen und den eigenen Kunden diese Möglichkeit anzubieten, denn girocard ist ein gemeinsames Zahlungssystem der Deutschen Kreditwirtschaft, die inländischen Umsätze der zum Girokonto ausgegebenen Bankkarten werden darüber abgewickelt.

Bei Kreditkarten ist das kontaktlose Zahlen seit einigen Jahren Standard, für die Bankkarten gab es hingegen noch fast nirgends Akzeptanzstellen. Das girocard-System ist das meistgenutzte Zahlungssystem in Deutschland und deshalb für potenziell viel größere Bevölkerungskreise von Interesse. Der mit einem Piepton eingeleitete Prozess ist nicht einheitlich: Wenn eine Unterschrift zu leisten ist, wird lediglich eine klassische Lastschrift erstellt. Wenn eine Zahlung per Datenverbindung autorisiert wird, ist das für den Händler zwar teurer, garantiert ihm aber den Geldeingang. Beträge unter EUR 25,00 werden bei den autorisierten kontaktlosen Zahlungen in der Regel keine PIN-Eingabe erfordern, doch die Bank kann im eigenen Interesse Sicherheitsvorkehrungen einsetzen wie ein tägliches Limit von beispielsweise in der Summe EUR 100,00 ohne PIN-Abfrage. Natürlich hätte das girocard-System schon wesentlich weiter sein können. Kassel war die Pilotregion, in der die Volks- und Raiffeisenbanken zeitweise im entschlossenen Alleingang das Projekt mit EDEKA-Hessenring und anderen Händlern der Region auf die Beine stellten. Die Sparkassen, die zweite an dem Projekt beteiligte Bankengruppe, verlief sich in dem Vorhaben, die mit Beträgen erst aufzuladende GeldKarte für die Funktion einsetzen zu wollen, bis sie einsah, dass kaum jemand das so nutzen will. Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen haben frühzeitig begonnen, alle neuen Bankkarten mit dem Funkchip auszugeben, bis zum Jahr 2020 sollen sämtliche ihrer 26 Millionen Bankkarten so ausgestattet sein.

12.01.2017 |

GE Capital Direkt dauerhaft umgeleitet

Die Internetseite der GE Capital Direkt führt seit Mittwoch zu einer Unterseite von targobank.de, die in wenigen Sätzen darüber informiert, dass aus GE Capital Direkt nun "TARGOBANK Direkt" geworden ist. Das Anhängsel gibt einen Hinweis darauf: TARGOBANK Direkt ist etwas anderes als TARGOBANK. Die Filialen sind keine Anlaufstelle, TARGOBANK Direkt sei als reine Onlinebank konzipiert. Ein Neuabschluss von Konten ist nicht möglich. Nur die bestehenden Tagesgeldkonten und Festgelder werden fortgeführt. Der spätere vollständige Übergang ist bei dieser Vorgehensweise absehbar, der derzeitige Status quo ein Übergangsprozess. Die Verzinsung des Tagesgelds ist bislang unverändert, es gelten 0,25% für Guthabenteile bis EUR 75.000. Hinter dem neuen Label steht nicht unmittelbar die TARGOBANK, sondern wie vorher die TARGO Commercial Finance AG, die ansonsten auf eine ganz andere Kundengruppe ausgerichtet ist, nämlich Firmenkunden. Hinsichtlich der Einlagensicherung ist das Tochterunternehmen selbst ein Mitgliedsinstitut, wodurch hier beim freiwilligen Einlagensicherungsfonds ein geringerer Sicherungsbetrag als bei der TARGOBANK gilt. Mehrere Kunden berichteten, dass sie ein Willkommensangebot bekommen haben, mit 0,35% für Guthabenteile bis EUR 100.000 und garantiert für sechs Monate. Dieses Angebot stammt von der TARGOBANK, denn innerhalb der Unternehmensgruppe sollen die Konten letztlich bei ihr angesiedelt werden. Wenn der Kunde das Angebot wahrnimmt, stimmt er damit der Übertragung seines Kontos zu.

Im Juli 2016 hatte die französische Bankengruppe Crédit Mutuel die Finanzunternehmen der GE Capital in Frankreich und Deutschland erworben. Es sind im Wesentlichen im gewerblichen Factoring und im gewerblichen Leasing aktive Unternehmen. Der Verkäufer, der US-Konzern General Electric, will sich in diesem Bereich aus Europa zurückziehen, sich auf die industrielle Produktion konzentrieren. Im französischen Markt waren die Factoringeinheiten von GE Capital und der Crédit Mutuel beide mittelgroß. In Deutschland war GE Capital führend in diesem Geschäft, bei dem Firmen ihre Rechnungen verkaufen, mit einem Marktanteil von zuletzt über einem Viertel, Crédit Mutuel hingegen kein namhafter Spieler. Die deutschen Gesellschaften – zu denen auch die übergeordnete GE Capital Bank mit Sitz in Mainz gehörte - wurden zusammen zur TARGO Commercial Finance AG umfirmiert und in das Portfolio der TARGOBANK-Unternehmensgruppe integriert. Mit der TARGOBANK verfügen die Franzosen hierzulande über eine Privatkundenbank, die rund vier Millionen Kunden bedient. Um das Geschäftsmodell in der allgemein für die Banken schwierigen Ertragssituation breiter aufzustellen, kamen Finanzierungen für Autohändler hinzu und eben auch die beschriebene führende Stellung im Factoring und der Einstieg beim Leasing. GE Capital Direkt sorgte in der ursprünglichen Konstellation ab Juli 2010 für Refinanzierungsmittel über Einlagen von Privatkunden, als Marke der GE Capital Bank. Für eine Zweitmarke im Bereich der Einlagen hat die TARGOBANK keine Verwendung, mehr Einlagen könnte sie jederzeit durch Zinsanhebung selbst einsammeln, standardmäßig verzinst sie auf ihrem eigenen Tagesgeldkonto mit 0,01%.