Brokerage: Bei onvista bank für FreeBuy-Depot oder 5 EUR-Festpreis entscheiden?

Die onvista bank ist grundsätzlich einer der preisgünstigsten Online-Broker. Sie hat aber zwei Preismodelle mit jeweils einem eigenen Preisverzeichnis, eines für das FreeBuy-Depot und eines für das Depot mit 5 EUR-Festpreis. Das FreeBuy-Depot gibt es zudem in den Varianten "Cash" und "Trade". Für Interessenten stellt sich vor der Depoteröffnung zwangsläufig die Frage, welches das bessere Preismodell für sie ist. In dem Artikel verdeutlichen wir die Unterschiede, zeigen in welchen Punkten das eine oder das andere vorteilhafter ist und wie man einen Neukundenvorteil hinzu bekommt.

Depotgebühr und Rahmenbedingungen

Die Depotführung ist bei onvista bank generell kostenlos. Es fallen somit keine Kosten an, wenn kein Handel stattfindet. Das Setzen, Ändern und Löschen von Limits ist kostenlos. Auch sind fast alle Gebühren für die Serviceleistungen identisch, die ab und zu mal zum Tragen kommen können, wie etwa die Gebühr für das Eintragen von Namensaktien, das Ausüben von Bezugsrechten etc.

Der springende Punkt bei den Inlandsorders

Beim Festpreis-Depot wissen Anleger genau, mit welchen Orderkosten sie rechnen müssen. Die Order wird einheitlich mit EUR 5,00 plus EUR 1,50 Handelsplatzgebühr abgerechnet. In der Summe sind es somit EUR 6,50 - egal wie hoch das Ordervolumen ist. Wenn als Börsenplatz Xetra Frankfurt, Tradegate oder Quotrix gewählt wird, bleibt es dabei, ansonsten kommen noch die Börsengebühren hinzu, die onvista bank im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern dem Kunden weiterbelastet, und die Maklercourtage.

Das FreeBuy-Depot ist komplizierter, in der Preisgestaltung eine Besonderheit am Markt. FreeBuy bedeutet, dass der Kauf von Wertpapieren kostenfrei ausgeführt wird. Ein FreeBuy ist also ein Gratis-Trade, wohlgemerkt aber nur für inländische Kaufaufträge. Verkaufsaufträge sind in jedem Fall kostenpflichtig. Die Anzahl der verfügbaren FreeBuys wird jeweils aktuell im Webtrading angezeigt. Sofern vorhanden, werden sie automatisch verwendet. Für eine Kauforder bei aufgebrauchten FreeBuys und generell für die Verkaufsorder berechnet sich der Orderpreis aus EUR 5,99 Grundgebühr plus 0,23 Prozent vom Kurswert. Mit dem Ordervolumen steigt folglich der Preis, die Summe aus Grundgebühr und prozentualer Gebühr vom Kurswert ist erst bei EUR 39,00 gedeckelt. EUR 1,50 Handelsplatzgebühr an den deutschen Börsenplätzen, Tradejet und Quotrix, und zudem Börsengebühren und Maklercourtage sind sowohl beim Einsatz von FreeBuys als auch bei kostenpflichtigen Aufträgen vom Kunden zu zahlen. Im außerbörslichen Handel sind es stattdessen EUR 0,80 Handelsplatzgebühr an Zusatzkosten. Wirklich kostenfrei sind deshalb auch die FreeBuys nicht.

So viele FreeBuys bekommt der Kunde: Zu Beginn werden für den ersten Kalendermonat zwei FreeBuys gutgeschrieben. Danach hängt die Anzahl entweder davon ab, wie hoch im Vormonat durchschnittlich der Geldbestand auf dem Depot-Verrechnungskonto war oder wie viele Transaktionen durchgeführt wurden. Der Kunde entscheidet sich bei der Depoteröffnung für eine der beiden Zählweisen. Die Tabellen zeigen, ab welcher Stufe wie viele FreeBuys zugeteilt werden. Das Durchschnittsguthaben auf dem Depot-Verrechnungskonto lässt sich zum Verständnis oder zur Kontrolle einfach nachrechnen, indem man die Endsalden eines jeden Tages im betreffenden Kalendermonat addiert und durch die Anzahl der Tage teilt. Bei den Transaktionen zählt das Datum der Wertpapierabrechnung für die Zuordnung im Kalendermonat. Die FreeBuys lassen sich nicht lange aufheben oder ansammeln, nicht genutzte verfallen nämlich mit dem Monatswechsel.


Durchschnittliches Kontoguthaben im Vormonat Anzahl FreeBuys
EUR 2.000 1
EUR 3.000 2
EUR 5.000 4
EUR 10.000 6
EUR 25.000 10

Transaktionen im Vormonat Anzahl FreeBuys
10 2
30 7
60 15
90 25
130 35
250 80


Bei welchem Anlegerverhalten lohnt sich das FreeBuy-Depot oder das Festpreis-Depot?

Für ca. 90 Prozent der Interessenten dürfte das Festpreis-Depot die kostengünstigere Alternative sein. Beim FreeBuy-Depot ist die reguläre Ordergebühr einfach zu happig, sodass für Kauf und Verkauf zusammen gesehen der Kunde in den meisten Fällen mehr bezahlt.

Bei einem ganz bestimmten Handelsverhalten fährt er aber mit dem FreeBuy-Depot in der Cash-Variante gut: Es ist das Preismodell für diejenigen, die regelmäßig ein hohes Guthaben auf ihrem Depot-Verrechnungskonto haben und Bestände aufbauen wollen, gegebenenfalls über mehrere Käufe. Eine Buy-und-Hold-Strategie oder anders formuliert ein Handelsverhalten mit vielen Käufen und wenigen Verkäufen passt ideal zu diesem Preismodell. Das Depot-Verrechnungskonto stattet man am besten mit möglichst viel Guthaben aus, sodass genügend FreeBuys zugeteilt werden. Für die Käufe fallen so nur die Zusatzkosten an (Handelsplatzgebühr und gegebenenfalls Börsengebühren und Maklercourtage). Der entgangene Zinsgewinn für das Vorhalten der Gelder ist bei dem aktuellen Zinsniveau gering.

Wenn hingegen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen zu erwarten ist, liegt die Schwelle, ab der sich das FreeBuy-Depot nicht mehr für den Kunden rechnet, bei einem Ordervolumen von EUR 1.800. Das FreeBuy-Depot ist dann nur bei eher kleinen Ordervolumen geeignet.

In der Trade-Variante ist für die Zuteilung von FreeBuys statt Kontoguthaben viel Aktivität notwendig, was zu Orderkosten führt. Entsprechend kann sich dies nur bei den kleinen Ordervolumen bis EUR 1.800 für den Kunden rechnen, egal welches Verhältnis aus Käufen und Verkäufen besteht.

Auch möglich, aber aufwendig, wäre, das FreeBuy-Depot in erster Linie zu nutzen, um Bestände aufzubauen und sie auf einen anderen Online-Broker zu übertragen, wenn die Zeit zum Verkaufen kommt.

ETFs können übrigens in beiden Preismodellen per Sparplan ohne Ordergebühren erworben werden. Beim Verkauf gelten die Ordergebühren gemäß der jeweiligen Gebührenstruktur.

Unterschiede bei Teilausführungen, Handelsplatzgebühr, US-Handel und Neukundenaktionen

Teilausführungen können speziell beim FreeBuy-Depot unerwartet Mehrkosten verursachen, denn bei diesem Preismodell von onvista bank sind nur taggleiche Teilausführungen an den amerikanischen Börsen kostenfrei. Die Grundgebühr, die Handelsplatzgebühr und die fremden Kosten fallen in allen anderen Fällen bei Teilausführung gleich mehrfach an. Im Festpreis-Depot sind neben den taggleichen Teilausführungen an den amerikanischen Börsen auch die an den für die meisten deutschen Anleger viel relevanteren Börsenplätzen Xetra Frankfurt und Xetra Zertifikate kostenfrei. An den anderen deutschen Börsen können sie wiederum das Ordern verteuern. Im außerbörslichen Handel und über Tradejet und Quotrix sind Teilausführungen generell ausgeschlossen.

Die Handelsplatzgebühr von EUR 1,50 berechnet onvista bank beim Festpreis-Depot im Handel in Deutschland immer, auch für außerbörsliche Ausführungen. Positiv: Über Xetra Frankfurt verzichtet onvista bank hier auf das Weiterbelasten der Börsengebühren, sie sind mit der Handelsplatzgebühr durch eine Ausnahmeregelung abgegolten. Beim FreeBuy-Depot berechnet onvista bank die Handelsplatzgebühr ohne Ausnahme, im außerbörslichen Handel ist die Handelsplatzgebühr in diesem Preismodell auf EUR 0,80 reduziert.

Der US-Handel kostet im Festpreis-Depot in der Summe pauschal EUR 12,50. Im FreeBuy-Depot ist der Preis prozentual vom Kurswert mit einer Mindest- und einer Höchstprovision in USD, diese Bestandteile sind gestaffelt in der Höhe auch abhängig von der Anzahl der durchgeführten US-Trades; zuzüglich USD 5,00 Handelsplatzentgelt.

Das hier vorgestellte Festpreis-Depot ist im Grunde eine Neukundenaktion. onvista bank legte sie im November 2012 zum 15-jährigen Jubiläum auf, damals hieß das noch "Jubiläums-Depot". onvista bank verlängerte das Angebot immer wieder, ohne Pausen, sodass man sich heute noch für dieses Preismodell entscheiden kann. Die EUR 5,00 bei den Orderspesen sollen dauerhaft gelten. Das Festpreis-Depot lässt sich nicht mit anderen Neukundenaktionen kombinieren. Wer sich stattdessen für das FreeBuy-Depot entscheidet, kann eine von drei verschiedenen Neukundenaktionen wählen:

  • iPad-Aktion (als Gegenleistung sind 50 Trades in kurzer Zeit notwendig)
  • Fondsübertrag-Aktion (Geldprämie bei Übertrag von gemanagten Fonds im Gegenwert von mindestens EUR 8.000)
  • FreeBuy Cash mit Festpreis (Festpreis von EUR 3,99 in den ersten sechs Monaten ab Depoteröffnung für die kostenpflichtigen Trades)

Wechsel unkompliziert möglich

Ein Wechsel von FreeBuy-Depot zu 5 EUR-Festpreis, oder umgekehrt, kann mit einer einfachen E-Mail an den Kundensupport oder telefonisch veranlasst werden. Die Bestätigung erhält man über die Postbox im Online-Banking. Wirksam wird der Wechsel mit Beginn des folgenden Monats.

Eine Prämie gibt es wie beschrieben nur beim FreeBuy-Depot. Deshalb lohnt es sich, darüber einzusteigen. Nicht jeder wird das Apple iPad ertraden oder Fondsanteile mitbringen können. Die weniger kommunizierte Aktion mit EUR 3,99 Festpreis ist aber für jeden ein guter Deal: Man kann die FreeBuys nutzen, verbunden mit einem ganz niedrigeren Festpreis für die kostenpflichtigen Trades in den ersten sechs Monaten. Im Anschluss lässt sich - vorausgesetzt es wird weiterhin angeboten - immer noch ins Preismodell 5 EUR-Festpreis wechseln.

  1. Anbieterlink FreeBuy-Depot
    passt ideal zu einer Buy-und-Hold-Strategie
    passt bei Ordervolumen kleiner EUR 1.800
    es kann an einer von drei Neukundenaktionen teilgenommen werden
    können keine FreeBuys eingesetzt werden, sind die Orderspesen hoch
    Mehrkosten bei Teilausführungen
  2. Anbieterlink 5 EUR-Festpreis-Depot
    Xetra Frankfurt und Quotrix mit transparentem, günstigem Endpreis von EUR 6,50