Sparplan: Fragen und Antworten zum Sparplan

Wir helfen Ihnen weiter. Unsere FAQs gibt es zu den Themen Direktbank, Girokonto, Tagesgeld, Festzinsanlage, Sparplan, Brokerage, Kreditkarte, Rahmenkredit, Ratenkredit und Baudarlehen. Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Sparplänen. Falls Ihre Frage nicht beantwortet wurde, schreiben Sie uns bitte an info@modern-banking.de.

Fragen und Antworten zum Sparplan (Einmalanlage/monatliches Sparen):

Welche Formen von Sparplänen gibt es?
Banken bieten für ihre Kunden verschiedene Sparkonzepte an. Die Geldanlage kann je nach Angebot einmalig zu Beginn oder in monatlichen Raten erfolgen. In unserem Vergleich haben wird die Sparform deshalb in "Einmalanlagen" und "monatliches Sparen" unterteilt, diese FAQ geht ebenfalls auf beide Varianten ein. Die Sparpläne der Banken können sich in verschiedenen Kriterien unterscheiden. Es werden Sparpläne mit festem oder variablem Zins angeboten, teilweise kommen Bonuszinsen hinzu. Auch Vertragslaufzeit und Verfügungsmöglichkeit sind unterschiedlich geregelt. Ein direkter Vergleich der Angebote ist daher oft schwierig.

Für wen eignen sich Sparpläne mit monatlichem Raten?
Sparpläne eignen sich für sicherheitsorientierte Sparer, die regelmäßig Geld beiseitelegen möchten, um auf ein Ziel hinzusparen. Außerdem eignen sie sich für Sparer, die über keinen hohen Anlagebetrag für eine Einmalanlage verfügen und mit dem Vermögensaufbau beginnen möchten. Das Sparguthaben wächst kontinuierlich, per Dauerauftrag oder automatischem Lastschrifteinzug wird Sparen zur festen Größe im Budgetplan. Oft werden Sparpläne von Eltern oder Großeltern für Kind bzw. Enkel eingerichtet.

Worin unterscheiden sich Einmalanlagen beim Sparplan von Festgeld bzw. Sparbrief?
Bei den Einmalanlagen wird ebenso wie beim Festgeld/Sparbrief die Anlagesumme für eine bestimmte Zeit eingezahlt. Allerdings hat man beim Sparplan meist die Möglichkeit, während der Laufzeit an einen Teil oder auch an den gesamten Anlagebetrag zu gelangen, beim Festgeld/Sparbrief ist eine vorzeitige Verfügung dagegen ausgeschlossen. Außerdem unterscheidet die Verzinsung. Beim Sparplan können unterschiedlich hohe Zinssätze für die einzelnen Jahre gelten, die Verzinsung mitunter variabel sein. Beim Festgeld/Sparbrief wird ein Festzins für die Gesamtlaufzeit vereinbart, die Rendite liegt hier durch den Verzicht auf Verfügbarkeit oft höher.

Für welche Zeiträume werden Sparpläne angeboten?
Sparpläne werden oft für Laufzeiten zwischen 3 und 10 Jahren angeboten. Beim monatlichen Sparen gibt es auch sehr langfristig ausgelegte Verträge mit bis zu 25 Jahren Laufzeit. Gegebenenfalls kann über eine Verfügungsmöglichkeit die Laufzeit nachträglich verkürzt werden.

Was versteht man unter dem Zinseszinseffekt?
Bei einem Zinseszinseffekt erhält man auf einen bereits zu einem früheren Zeitraum gutgeschriebenen Zinsbetrag erneut Zinsen.

Was versteht man unter dem Begriff "durchschnittliche Wertsteigerung"?
Einige Banken werben mit der "durchschnittlichen Wertsteigerung". Dazu ein Beispiel: Eine Einmalanlage in Höhe von EUR 100,00 wird mit 5,00% über zwei Jahre verzinst. Nach einem Jahr beträgt das Kapital inklusive Zinsen EUR 105,00. Dazu kommen im zweiten Jahr 5,00% Zinsen auf EUR 105,00, also EUR 5,25. Am Ende der Laufzeit erhält der Sparer EUR 110,25. Die Rendite entspricht in diesem einfachen Fall dem Zinssatz von 5,00%. Die "durchschnittliche jährliche Wertsteigerung" liegt jedoch mit 5,125% (10,25 : 2) höher. Denn sie zählt zum effektiv eingesetzten Kapital gleich die jährlich anfallenden Zinsen hinzu. Die durchschnittliche Wertsteigerung täuscht daher einen höheren Ertrag vor, als die Anlage tatsächlich abwirft. Je länger die Laufzeit, desto größer wird der Abstand zur Rendite.

Was versteht man unter dem Durchschnittszins?
Bei der Berechnung des Durchschnittszinssatzes werden die einzelnen Zinssätze lediglich addiert und durch die Anzahl der Jahre geteilt. Das Ergebnis ist ein einfacher Mittelwert, der kaum Aussagekraft hat.

Was sagt die Rendite aus?
Die Rendite-Kennzahl berücksichtigt den Zinseszinseffekt und weist den Mehrbetrag, der über die Gesamtlaufzeit erwirtschaftet wird, pro Jahr aus. Im Gegensatz zur durchschnittlichen Wertsteigerung bezieht sich die Kennzahl dabei immer auf das ursprünglich eingesetzte Kapital.

Was sollte man beim Vergleich von Sparplänen beachten?
Die Verzinsung sollte man bei Sparplänen immer über die Rendite vergleichen. Die Anbieter nennen aber stattdessen häufig die "durchschnittliche Wertsteigerung" oder den "Durchschnittszins", um ihr Angebot vorteilhafter erscheinen zu lassen. Achten Sie darauf, ob der Zins fest oder variabel ist, dies kann je nach Zinsentwicklung von Vorteil oder Nachteil sein. Bonuszinsen wirken sich häufig nicht so stark auf die Rendite aus, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Bonuszinsen werden auf die jährliche Sparrate, die jährliche Zinsgutschrift oder einmalig auf die eingezahlten Sparraten am Laufzeitende gezahlt. Bonuszahlungen auf die jährliche Zinsgutschrift wirken sich dabei am geringsten aus. Bonuszahlungen auf die jährliche Sparrate und einmalige Boni auf die eingezahlten Sparraten am Laufzeitende unterscheiden sich durch den Zinseszinseffekt. Durch Verfügungsmöglichkeiten bleiben Sie flexibel. Achten Sie hier auf den Unterschied, ob durch Verfügung der Vertrag endet oder fortgeführt wird. Beim monatlichen Sparen stellt sich zudem die Frage, ob die Sparraten in Absprache mit der Bank ausgesetzt oder reduziert werden können.

Besteht die Möglichkeit einer vorzeitigen Verfügung?
Die Verfügungsmöglichkeit ist jeweils unterschiedlich geregelt. Sofern sie angeboten wird, ist zu unterscheiden, ob durch Verfügung der Vertrag endet oder fortgeführt wird. Teilweise wird eine Verfügungsmöglichkeit mit 3-monatiger Kündigungsfrist eingeräumt, bei der EUR 2.000 pro Monat ohne Vorschusszinsen und ohne vorherige Kündigung abgehoben werden können. Das Unterschreiten des Mindestanlagebetrages kann ausgeschlossen sein. Wenn Kündigungssperrfristen genannt sind, ist die Kündigung in dieser Zeit nicht möglich. Durch Verfügung kann beim monatlichen Sparen gegebenenfalls ein Bonusanspruch entfallen.

Was passiert, wenn die monatlichen Sparraten einmal nicht gezahlt werden können?
Bei einigen Anbietern kann die Sparrate ausgesetzt werden, dies ist entweder einmalig für eine bestimmte Anzahl von Monaten möglich oder führt dazu, dass der Vertrag bis Laufzeitende ruht. Teilweise kann auch die Sparrate herabgesetzt werden, bis auf die Mindestsparrate. Das Aussetzen oder die Reduzierung der Sparleistung sollte vorab mit der Bank abgesprochen werden. Bei Angeboten, die keine Flexibilität in der Sparrate erlauben, kann es sich negativ auf die Rendite auswirken, wenn die vereinbarte Sparleistung nicht erbracht wird.

Können Vermögenswirksame Leistungen in einen Sparplan eingezahlt werden?
Zum Anlegen von Vermögenswirksamen Leistungen gibt es spezielle Banksparpläne. Allerdings werden diese im Gegensatz zum Bausparen oder dem Fondssparen nicht staatlich gefördert. Nur wenige Direktanbieter haben das Produkt im Programm, eine Übersicht hierzu finden Sie hier.

Was ist eine Einlagensicherung?
Als Einlagensicherung werden gesetzliche oder freiwillige Maßnahmen von Kreditinstituten zum Schutz der Kundeneinlagen im Falle der Insolvenz bezeichnet. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie bitte hier.

Wie sicher sind Sparpläne?
Sparpläne bei Banken sind sicherheitsorientierte Geldanlagen. Bei Insolvenz des Kreditinstituts steht die Einlagensicherung im festgelegten Rahmen für die Forderungen der Einleger ein. Informationen zur jeweils zuständigen Einlagensicherung können der Anbieterinformation entnommen werden. Diese ist in den Vergleichen jeweils über die Anbietergrafik verlinkt. Im Tagesgeld-, Festzinsanlage- und Sparplan-Vergleich nennen wir zusätzlich direkt im Vergleich, welche gesetzliche Einlagensicherung zuständig ist und ob gegebenenfalls eine freiwillige Sicherungseinrichtung darüber hinaus besteht. Begrenzen Sie Ihre Anlage möglichst auf den gesetzlich garantierten Betrag, damit Ihr Geld ausreichend abgesichert ist.

Wie kann ein Sparplan für ein Kind eingerichtet werden?
Möchten Eltern, Großeltern, Verwandte oder Bekannte einen Sparplan für ein Kind einrichten, haben sie hierzu zwei Möglichkeiten. Entweder sie sparen auf einem Sparplan unter eigenem Namen an, die Zinserträge können gegebenenfalls durch den eigenen Freistellungsauftrag freigestellt werden. In diesem Fall haben sie Zugriff auf die angesparte Summe, bis sie diese dem Kind beispielsweise zum 18. Geburtstag schenken. Kommt es während der Ansparphase zum Streit, behält der Kontoinhaber die Entscheidungsfreiheit, ob das Kind das Geld tatsächlich erhalten soll. Eine andere Möglichkeit ist, den Sparplan direkt auf den Namen des Kindes einzurichten. Die Kontoeröffnung muss dann von den Erziehungsberechtigten unterschrieben werden, es können die Freistellungsbeträge des Kindes genutzt werden. Einzahlungen sind per Dauerauftrag von einem beliebigen Konto möglich, das Ersparte gehört dem Kind.


Fragen und Antworten zum Bausparen:

Für wen lohnt Bausparen?
Bausparverträge hält die Stiftung Warentest immer dann für lohnend, wenn Bausparer von der staatlichen Förderung - Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie - profitieren können. Für Sparer mit festen Eigenheimplänen ist Bausparen auch ohne staatliche Prämien attraktiv. Der Zinssatz für das Baudarlehen steht schon bei Vertragsabschluss fest, dieser Finanzierungsanteil ist daher unabhängig von den zukünftigen Entwicklungen am Kapitalmarkt. Ein Bausparvertrag ist oft der erste Schritt zu Wohneigentum.
Auszahlen kann sich ein Bausparvertrag auch für Hauseigentümer, die künftige Reparaturen oder Modernisierungen am Haus über ein Bauspardarlehen finanzieren möchten. Für Kredite unter EUR 50.000 verlangen Banken oft hohe Zinsaufschläge oder bieten nur Ratenkredite an. Der günstige Zins beim Bauspardarlehen gilt dagegen auch bei kleinen Kreditbeträgen.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?
Vermögenswirksame Leistungen sind eine tariflich oder arbeitsvertraglich vereinbarte Geldleistung von bis zu EUR 480,00/Jahr. Die Beträge sollten angelegt werden, sonst verfällt der Anspruch. Der Arbeitgeber überweist die vermögenswirksamen Leistungen (auf Wunsch mit einem zusätzlichen Arbeitnehmer-Anteil zur Ausschöpfung der Arbeitnehmersparzulage) direkt auf das vom Arbeitnehmer benannte Anlagekonto. Auch wenn der Arbeitgeber keinen Zuschuss zahlt, ist dieser verpflichtet, auf Veranlassung freiwillige Beiträge vom Arbeitnehmer in eine VL-Anlage einzuzahlen.
Häufig genutzte Anlageformen für vermögenswirksame Leistungen sind Bausparen, Banksparen und das Fondssparen in Aktienfonds. Bausparen und VL-fähige Aktienfonds werden mit staatlichen Zuschüssen gefördert.

Wer erhält die Arbeitnehmersparzulage?
Arbeitnehmer erhalten eine Arbeitnehmersparzulage von 9,00% auf ihre vermögenswirksamen Leistungen. Sparbeträge bis jährlich EUR 470,00 (Verheiratete: bis EUR 940,00) werden gefördert. Dies entspricht einer maximalen Zulage von EUR 42,30/Jahr (Verheiratete: bis EUR 84,60).
Zum Erhalt der Arbeitnehmersparzulage muss das zu versteuernde Jahreseinkommen unter EUR 17.900 (Verheiratete: unter EUR 35.800) liegen.

Wer erhält die Wohnungsbauprämie?
Eine Wohnungsbauprämie von 8,80% auf eigene Einzahlungen erhalten unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Privatpersonen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland. Sparbeträge bis jährlich EUR 512,00 (Verheiratete: bis EUR 1.024,00) werden gefördert. Dies entspricht einer maximalen Zulage von EUR 45,06/Jahr (Verheiratete: bis EUR 90,11).
Zum Erhalt der Wohnungsbauprämie muss das zu versteuernde Jahreseinkommen unter EUR 25.600 (Verheiratete: unter EUR 51.200) liegen. Außerdem muss bei Verträgen, die ab 1.1.09 abgeschlossen wurden, das Bausparguthaben wohnwirtschaftlich verwendet werden - also zum Bauen, Kauf oder Modernisieren einer Immobilie. Nur für Bausparer, die vor Vollendung des 25. Lebensjahres unterschreiben, entfällt die Zweckbindung nach sieben Jahren. In einigen Härtefällen wie Arbeitslosigkeit oder Tod wird ebenso auf die wohnwirtschaftliche Verwendung verzichtet.
Bausparen ist oft besonders interessant für Jugendliche und Berufsstarter. Denn die Bauspar-Förderung gibt es bereits ab 16 Jahren (unabhängig vom Einkommen der Eltern) und die anrechenbaren Bezüge dieser Personengruppen liegen meist innerhalb der Fördergrenzen.

Wie wird die Arbeitnehmersparzulage beantragt?
Den Antrag zur Arbeitnehmersparzulage erhält man nach Ablauf eines Kalenderjahres von der Bausparkasse zugesendet. Wenn die Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage erfüllt werden, kann der Zuschuss in Verbindung mit der Einkommensteuererklärung beantragt werden.

Wie wird die Wohnungsbauprämie beantragt?
Der Antrag auf Wohnungsbauprämie wird nach Ablauf eines Kalenderjahres automatisch von der Bausparkasse zugesendet, sofern Einzahlungen auf dem Bausparkonto vorgenommen oder Zinsen gezahlt wurden. Wenn die Voraussetzungen für die Wohnungsbauprämie erfüllt werden, sendet man den ausgefüllten und unterschrieben Antrag zurück an die Bausparkasse.

Ist ein Bausparvertrag nur für Arbeitnehmer interessant?
Nein, auch Selbständige können vom Bausparen und der Wohnungsbauprämie profitieren. Allerdings haben nur Arbeitnehmer Anspruch auf die Arbeitnehmer-Sparzulage.

Muss ein Bausparvertrag unbedingt zum Bauen verwendet werden?
Über das angesparte Guthaben kann nach Einhaltung der Bindungsfrist von 7 Jahren frei verfügt werden. Für die Arbeitnehmersparzulage ist dies unschädlich.
Die staatliche Wohnungsbauprämie erhält man dagegen nur, wenn der Bausparvertrag für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt wird. Von dieser Regelung ist einmalig ein Vertrag ausgenommen, der vor Vollendung des 25. Lebensjahres abgeschlossen wird. Das Bauspardarlehen wird generell nur zur wohnwirtschaftlichen Verwendung gewährt.

Welche Punkte sind besonders wichtig, wenn man Bausparverträge vergleicht?
Überlegen Sie sich, ob Sie den Bausparvertrag als reine Sparform nutzen möchten oder eventuell zu einem späteren Zeitpunkt das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Prüfen Sie, ob Sie vom Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhalten und ob Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage oder Wohnungsbauprämie besteht. Auf diese Punkte abgestimmt, kann der Tarif gewählt und die Bausparsumme festgelegt werden. Für Sparer sollte die Bausparsumme die Summe der eingezahlten Beiträge plus Zinsen und möglicher Zulagen nur geringfügig übersteigen, damit die Abschlussgebühren gering ausfallen.
Das Online-Informationsangebot der Bausparkassen ist teilweise dürftig. Gegebenenfalls sollten weitere Informationen oder Beratung angefordert werden.

Welche Tarife gibt es?
Bausparkassen bieten meist mehrere Tarife an. Es gibt Tarife für diejenigen, die Bausparen als rentable Sparform nutzen möchten. Andere Tarife passen eher für Bausparer mit festen Eigenheimplänen. Daneben gibt es Produkte, die viele Optionen offen lassen. Dabei variieren Zinssätze und Bedingungen.

Was ist eine Abschlussgebühr?
Die Anbieter erheben eine Abschlussgebühr von meist 1,00% bis 1,60% der Bausparsumme. Die Bausparsumme kann der Kunde selbst festlegen, sie hat Einfluss auf den maximalen Spar- und Kreditbetrag. Die Gebühr fällt bei Vertragsbeginn an und wird mit den ersten Einzahlungen verrechnet. Eine Rückerstattung bei Darlehensverzicht gibt es nur noch selten.

Wie hoch sollte die Bausparsumme sein?
Für Sparer sollte die Bausparsumme die Summe der eingezahlten Beiträge plus Zinsen und möglicher Zulagen nur geringfügig übersteigen, damit die Abschlussgebühren gering ausfallen. Häufig geben die Bausparkassen eine Mindestbausparsumme von z. B. EUR 5.000 vor. Das Bausparkonto kann maximal bis zur Bausparsumme angespart werden.
Bei geplanter Finanzierung sollte der Bausparvertrag als Finanzierungsbaustein gesehen werden und nur einen Teil des Gesamtbetrages abdecken. Bei der Höhe der Bausparsumme orientiert man sich am besten an der gewünschten monatlichen Sparleistung. Eine nachträgliche Erhöhung der Bausparsumme ist oft problemlos möglich. I. d. R. errechnet sich die maximale Kreditsumme aus der Bausparsumme abzüglich der angesparten Beträge.

Kann in dringenden Fällen vor Ende der Bindungsfrist über Guthaben verfügt werden?
Unter Verzicht auf die staatliche Förderung und gegebenenfalls Bonuszinsen kann bereits vor Ende der Bindungsfrist von 7 Jahren über das Gesamtguthaben verfügt werden. Zu beachten sind die Kündigungsbedingungen (z. B. Kündigungsfrist) des Anbieters.

Sollte man einen schlechten Vertrag kündigen?
Wer bereits einen Bausparvertrag hat und feststellt, dass es nicht das beste Produkt ist, sollte nicht direkt kündigen. Vielmehr gilt es in der Regel durchzuhalten und für die nächsten sieben Jahre ein besseres Angebot zu suchen. Durch eine vorzeitige Kündigung würde der Bausparer, sofern ein Anspruch auf die staatliche Förderung besteht, diesen in den meisten Fällen verlieren. Auch der Bonuszins, der viele Renditetarife erst interessant macht, ginge ohne Einhaltung der vorgegebenen Mindestlaufzeit verloren.

Was passiert, wenn Sparbeträge einmal nicht gezahlt werden können?
Der Bausparvertrag ruht in diesem Fall und kann später jederzeit wieder bespart werden. Über die Höhe der Sparleistung kann der Bausparer frei entscheiden.

Was bedeutet die Mindestsparsumme?
Die Mindestsparsumme ist für die Zuteilungsreife relevant. Die Bausparkasse kann zum Beispiel vorgeben, dass mindesten 40% bis 50% der Bausparsumme angespart sein müssen, damit das Bauspardarlehen beantragt werden kann.

Bis zu welchem Betrag darf ich ansparen?
Das Guthaben - bestehend aus den eingezahlten Beiträgen, den Zinsgutschriften und den Zulagen - sollte unterhalb der vereinbarten Bausparsumme bleiben. Bausparkassen nehmen es nicht hin, wenn Verträge über die Bausparsumme hinaus als Geldanlage genutzt werden.
In der Vergangenheit versuchten die Bausparkassen teilweise aber schon früher, sich überdurchschnittlich verzinster Altverträge zu entledigen. So rechneten einige beispielsweise die Bonuszinsen, die der Kunde erst am Vertragsende ausgezahlt bekommt, vorwegnehmend auf das Guthaben an. Wenn diese Summe die Bausparsumme überschritt, kündigten sie, das Vertragsziel wäre erreicht. Andere informierten, wenn der Kunde weitersparen würde, entfielen seine Bonuszinsen, weil hier der Verzicht auf das Darlehen Voraussetzung ist, er aber auf das Darlehen gar keinen Anspruch mehr habe. Erklärte der Kunde den geforderten Darlehensverzicht, konnte die Bausparkasse kündigen. Der Bonuszins wurde dann zwar ausgezahlt, aber ein gut verzinster Vertrag aufgegeben. Oft wird auch ein Vertragswechsel nahegelegt, mit einer Startgutschrift oder mit einem niedrigeren Darlehenszins gelockt. Das Listige daran: Der Bonuszins für die bisher angesparte Zeit entfällt beim Wechsel, weil die Bedingungen so nicht erfüllt sind. Unterm Strich verliert der Bausparer viel Geld.
Wer das Bauspardarlehen nicht braucht, nur sparen möchte, sollte sich von solchen Argumentationen, schriftlich oder telefonisch vorgetragen, nicht dazu bringen lassen, einen neuen Vertrag zu unterschreiben, auch keine Vertragsaufstockung. Eine Verzichtserklärung zum Darlehen kann abgegeben werden, wenn das Guthaben kurz davor ist, die Bausparsumme zu erreichen. In neueren Verträgen ist jetzt oft festgelegt, wie viele Jahre die Bonuszinsen maximal gezahlt werden. Gemäß der aktuellen Rechtsprechung sind die Bonuszinsen nicht vorab in das Guthaben einzubeziehen. Ansonsten hängen die Erfolgsaussichten, sich gegen die eigensinnigen Vertragsinterpretationen zu wehren, vom Einzelfall ab - von den zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geltenden Allgemeinen Bausparbedingungen.

Was ist eigentlich eine Bewertungszahl?
An den Bewertungsstichtagen (in der Regel vierteljährlich) wird die Bewertungszahl aller Bausparverträge festgelegt. Die Bewertungszahl ist maßgebend für die Reihenfolge der Zuteilung. Derjenige mit dem höchsten Wert hat sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, als erster Anspruch auf Zuteilung. Die Bewertungszahl errechnet sich aus den Sparleistungen und der Liegezeit des Guthabens nach dem Prinzip "Zeit mal Geld".

Was ist ein Bauspardarlehen?
Der Bausparer legt zu Beginn die Bausparsumme fest und bespart den Vertrag in der Sparphase. Wenn die Voraussetzungen für eine Zuteilung erfüllt sind, kann - sofern gewünscht - das Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke beantragt werden. Die Konditionen des Darlehens sind bereits im Bausparvertrag zugesichert. In der Regel errechnet sich die maximale Kreditsumme aus der Bausparsumme abzüglich der angesparten Beträge.

Was bedeutet Mehrzuteilung in der Kreditphase?
Bei Tarifen mit Mehrzuteilung kann der Bausparer ein höheres Bauspardarlehen wählen und sich so mehr als die Bausparsumme auszahlen lassen. Dafür zahlt er einen höheren Tilgungsbeitrag oder er muss bereits zuvor eine relativ hohe Sparleistung erbracht haben.

Was bedeutet Wahlzuteilung in der Kreditphase?
Bei einigen Tarifen kann der Bausparer nach einer Mindestlaufzeit von beispielsweise zwei Jahren jederzeit die Zuteilung beantragen. Für eine frühe Zuteilung müssen allerdings Nachteile in Kauf genommen werden, z. B. ein hoher Tilgungsbeitrag oder ein reduziertes Bauspardarlehen.


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