Wieso es viele türkische Direktbanken gibt

türkischstämmige Banken, die in Deutschland aktiv sind

türkischstämmige Banken, die in Deutschland aktiv sind

Akbank, Credit Europe Bank, DenizBank (Wien), DHB Bank, GarantiBank, Oyak Anker Bank, VakifBank und Ziraat Bank sind allesamt türkische Banken, die mit guten Konditionen für Anleger auf dem deutschen Markt Fuß gefasst haben. Was steckt hinter den Tochtergesellschaften von Banken aus dem Orient?

In den Niederlanden gibt es das liberalste Bankengesetz des Kontinents, und so haben sich viele türkische Bankinstitute die Niederlande als Sprungbrett in den europäischen Markt ausgesucht. Die deutschen Ableger sind rein rechtlich also niederländische Banken. DenizBank (Wien) und VakifBank haben dagegen ihren Hauptsitz in Österreich. Akbank, Oyak Anker Bank und Ziraat Bank haben den Hauptsitz des Deutschlands-Geschäfts in Frankfurt am Main. Alle sind Mitglieder ihrer nationalen Einlagensicherung. In den Niederlanden und in Österreich liegt die gesetzliche Sicherungsgrenze wie hierzulande bei EUR 100.000 je Privatkunde. Bis zu diesen Sicherungsgrenzen ist damit alles in Ordnung, höhere Summen sollten woanders angelegt werden. Akbank, Oyak Anker Bank und Ziraat Bank sichern Kundengelder über die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und zusätzlich über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. ab, für jeden Kunden sind die Einlagen bis 30% des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank gesichert.

Noch sind die Newcomer vergleichsweise klein. Die Größte unter ihnen, die Credit Europe Bank, hat eine Bilanzsumme von 10,5 Milliarden Euro (Stand: 12/11). Das klingt wie die Portokasse der Deutschen Bank, die eine Bilanzsumme von rund 2.164 Milliarden Euro (Stand: 12/11) vorzuweisen hat. Aber dafür können sie anderes bieten: Spitzen-Zinsen für Sparer, klare, überschaubare Produkte, die jeder versteht - das ist das Geheimnis des Erfolgs.

Doch warum können die Institute so hohe Anlagezinsen bieten? Ein Grund sind ohne Zweifel die niedrigen Kosten im Direktbankengeschäft. Die Aufwendungen für Personal und Miete, die beim Betrieb einer Filiale entstehen, fallen dadurch weg. Das gilt aber auch für deutsche Direktbanken, wie etwa die ING-DiBa oder 1822direkt. Bei türkischstämmigen Deutschen sind die türkischstämmigen Institute beliebt. Sie kennen die Muttergesellschaften von ihren Besuchen in der Türkei und können Serviceangebote nutzen, die auf sie zugeschnitten sind. Neben der hohen Effizienz bei der Kundenbetreuung dürfte der Heimvorteil der Institute im Firmenkundengeschäft ein weiterer Grund sein. Sie finanzieren zum Beispiel Außenhandelsgeschäfte türkischer Unternehmen mit Kunden in der Europäischen Union. Auch beim Kauf von türkischen Staatsanleihen, die in Euro notieren, erhalten türkische Banken besonders günstige Bedingungen. Kundengelder werden somit vorrangig zu - aufgrund der schlechteren Bonität - hohen Zinssätzen in der Türkei angelegt. Außerdem sparen sich die Institute die meisten Institute die Beiträge für eine zusätzliche, freiwillige Einlagensicherung.

Bei VakifBank müssen Kunden teilweise noch Abstriche beim Service machen. Dies zeigt das Feedback, das wir von den Nutzern erhalten und auch eigene Erfahrungen im Kontakt mit den Banken bestätigen dies. Die Internetauftritte sind ebenso wenig ausgereift wie umfangreich.