
türkischstämmige Banken, die in Deutschland aktiv sind
Akbank, Credit Europe Bank, DenizBank (Wien), DHB Bank, GarantiBank, Oyak Anker Bank, VakifBank und Ziraat Bank sind allesamt türkische Banken, die mit guten Konditionen für Anleger auf dem deutschen Markt Fuß gefasst haben. Was steckt hinter den Tochtergesellschaften von Banken aus dem Okzident?
In den Niederlanden gibt es das liberalste Bankengesetz des Kontinents, und so haben sich die Türken die Niederlande als Sprungbrett in den Europäischen Markt ausgesucht. Die deutschen Ableger sind rein rechtlich also niederländische Banken. DenizBank (Wien) und VakifBank haben dagegen ihren Hauptsitz in Österreich, Oyak Anker Bank und Ziraat Bank in Frankfurt am Main. Alle sind Mitglieder ihrer nationalen Garantiefonds. In den Niederlanden sind Einlagen von Privatkunden bis EUR 100.000 zu 100% abgesichert (befristet bis 31.12.10), in Österreich liegt die gesetzliche Sicherungsgrenze bei EUR 50.000 zu 100%. Bis zu diesen Sicherungsgrenzen ist damit alles in Ordnung, höhere Summen sollten woanders angelegt werden. Oyak Anker Bank und Ziraat Bank sichern Kundengelder über den Bundesverband deutscher Banken e. V. ab, für jeden Kunden sind die Einlagen bis 30% des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zu 100% gesichert.
Noch sind die Newcomer vergleichsweise klein. Die Größte unter ihnen, die Credit Europe Bank, hat eine Bilanzsumme von 9,5 Milliarden Euro (Stand: 12/08). Das klingt wie die Portokasse der Deutschen Bank, die eine Bilanzsumme von rund 2.202 Milliarden Euro (Stand: 12/08) vorzuweisen hat. Aber dafür können sie anderes bieten: Spitzen-Zinsen für Sparer, klare, überschaubare Produkte, die jeder versteht - das ist das Geheimnis des Erfolgs.
Doch warum können die Institute so hohe Anlagezinsen bieten? Ein Grund sind ohne Zweifel die niedrigen Kosten im Direktbankengeschäft. Die hohen Kosten für Personal und Miete, die beim Betrieb einer Filiale entstehen, fallen dadurch weg. Das gilt aber auch für deutsche Direktbanken, wie z. B. die ING-DiBa oder 1822direkt. Neben der hohen Effizienz bei der Kundenbetreuung dürfte der Heimvorteil der türkisch stämmigen Banken im Firmenkundengeschäft ein weiterer Grund sein. Sie finanzieren zum Beispiel Außenhandelsgeschäfte türkischer Unternehmen mit Kunden in der europäischen Union. Auch beim Kauf von türkischen Staatsanleihen, die in Euro notieren erhalten türkische Banken besonders günstige Bedingungen. Kundengelder werden somit vorrangig zu aufgrund der schlechteren Bonität hohen Zinssätzen in der Türkei angelegt. Dies funktioniert ähnlich wie bei der ING-DiBa, die zeitweilig die attraktiven Zinsen über den Kauf von langlaufenden portugiesischen Staatsanleihen refinanziert. Außerdem werden Kosten aufgrund der geringen Absicherung der Kundeneinlagen gespart: die Beiträge zu den Garantiefonds in den Niederlanden oder Österreich sind günstiger als hierzulande.
Bei den kleineren Anbietern DenizBank (Wien) und VakifBank müssen Kunden teilweise noch Abstriche beim Service machen. Dies zeigt das Feedback, das wir von den Nutzern erhalten und auch eigene Erfahrungen im Kontakt mit den Banken bestätigen dies. Die Internetauftritte sind ebenso wenig ausgereift wie umfangreich.
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