News: Alle Meldungen aus dem Jahr 2018

03.07.2018 |

ComStage geht an Société Générale

Die französische Großbank Société Générale übernimmt von der Commerzbank den ETF-Anbieter ComStage und weitere Teile des in der Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) gebündelten Geschäfts. Beide Banken informierten am heutigen Dienstag darüber. Der Verkauf solle dazu beitragen, das Geschäftsmodell und die IT-Infrastruktur zu vereinfachen, teilte die Commerzbank mit. Schon Ende 2016 hatte sie entschieden, sich von EMC zu trennen, um Kapital für das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden freizusetzen und die Kosten zu reduzieren. Mit der Société Générale einigte sie sich nun. Société Générale ist mit ihrer Tochter Lyxor selbst ETF-Anbieter. ETFs sind eine beliebte Anlageform, sie bilden klassischerweise die Wertentwicklung von Börsenindizes nach. Weil meist nur prozentual niedrige Gebühren vereinnahmt werden, sind ETFs ein Skalengeschäft, entsprechend ist Größe wichtig. Durch die Übernahme kann Société Générale beim verwalteten Volumen an der Deutschen Bank (Xtrackers) vorbeiziehen und in Europa hinter Blackrock (iShares) die Nummer zwei werden. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Die zuständigen Behörden und die Arbeitnehmervertreter müssen noch zustimmen. Die Übertragung der Handelsbücher werde dann voraussichtlich ab Ende 2018 schrittweise erfolgen. Beide Seiten versprachen, einen reibungslosen und transparenten Übergang für die investierten Anleger sicherzustellen.

Die EMC-Sparte der Commerzbank umfasst neben ComStage die Emission und das Marketmaking von strukturierten Investmentprodukten. Die Aktivitäten sind in Frankfurt, Luxemburg, London, Hongkong, Paris und Zürich angesiedelt. Im Rahmen der Transaktion sollen etwa 520 Mitarbeiter zur Société Générale wechseln. Nicht Bestandteil der Transaktion sind - weil für die Commerzbank mit der Ausrichtung auf Firmenkunden wichtig - das Eigenkapitalmarktgeschäft, das beispielsweise Unternehmen bei Börsengängen und Kapitalerhöhungen begleitet, der Aktienhandel und die Aktienanalyse. Auch die Aktivitäten in der Absicherung von Rohstoffrisiken behält die Commerzbank.

26.06.2018 |

Google Pay für Kunden von zunächst vier Banken verfügbar

Über Google Pay mit dem Smartphone an der Ladenkasse bezahlen, das können unter einigen Voraussetzungen nun auch Bankkunden in Deutschland. Der baldige Start hatte sich abgezeichnet, heute wurde er und die bis dahin noch unbekannten Details auf einer Presseveranstaltung des Internetkonzerns Google in Berlin bekannt gegeben. Das Verfahren läuft über den Nahfeldfunk NFC. Um Google Pay nutzen zu können, benötigt man ein NFC-fähiges Smartphone mit Android-Betriebssystem ab Version 5.0 und eine Mastercard oder eine Visa Card, die von der richtigen Bank ausgegeben worden ist. Zu Beginn nehmen nämlich lediglich comdirect, Commerzbank (ausgenommen CoBranding-Karten wie die von Deutsche Bahn und Tchibo), N26 und der Wirecard-Ableger boon an Google Pay teil. In näherer Zukunft sollen weitere dazukommen, namentlich genannt sind die Landesbank Baden-Württemberg und Revolut. Die Kunden, die die Voraussetzungen erfüllen, können die Google-Pay-App aus dem Google Play Store herunterladen und sich registrieren. Man hinterlegt seine Kreditkartendaten durch Eingeben oder Abfotografieren. Sind mehrere Kreditkarten als Zahlungsmittel gespeichert, lässt sich in der App jeweils wählen, welche verwendet werden soll. Eine Kreditkarte ist zu bestimmen, von der die Zahlungen standardmäßig abgebucht werden. Auch Treue- und Geschenkkarten von bestimmten Händlern lassen sich speichern, um Platz im Portemonnaie zu schaffen. Man muss, sofern noch nicht eingerichtet, eine PIN-, Muster-, Passwort- oder Fingerabdruck-Displaysperre einrichten, um vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Einsatzbereit für Zahlungen ist das Smartphone dann grundsätzlich überall, wo schon bislang kontaktlos mit Kreditkarte von Mastercard oder Visa bezahlt werden kann. Erkennbar ist das an den Symbolen für kontaktlos und für die entsprechende Kreditkartengesellschaft. Am Terminal im Laden kann man so statt der Karte das Smartphone zücken. NFC muss eingeschaltet sein. Das Smartphone ist wie bei einer kontaktlosen Kartenzahlung nahe vor das Terminal zu halten, mit der Rückseite zum Terminal. Für kleine Beträge genügt es schon, das Display zu aktivieren und den bestätigenden Piepton abzuwarten. Beträge größer EUR 25,00 werden hingegen nur freigegeben, wenn das Display auch entsperrt ist. Es ist aber nicht notwendig, in die App zu gehen. Mit girocards funktioniert Google Pay nicht, da diese keine Tokens unterstützen. An das Terminal übergibt Google Pay nämlich nicht die echten Kartendaten, sondern lediglich eine einmalig verwendete Zeichenkette - ein Token. Einige dieser Tokens sind auf dem Telefon gespeichert, sodass sich Google Pay auch ein paar Mal ohne Internetverbindung benutzen lässt. Im Unterschied zu alternativen Android-Bezahl-Apps wie Glase (übrigens mit 1,00% bis 3,00% Cashback auf jede Zahlung, aber mit Abstrichen bei Komfort und Zuverlässigkeit) lässt sich wie beschrieben nicht jede Mastercard oder jede Visa Card als Zahlungsmittel hinterlegen, Google schließt Vereinbarungen mit den einzelnen Banken. Das ist ebenfalls die Vorgehensweise von Apple, was einer der Gründe ist, wieso Apple Pay noch nicht in Deutschland verfügbar ist, denn Apple will einen Teil der vom Händler zu tragenden Transaktionsgebühren abhaben, die kartenausgebenden Banken sehen verständlicherweise aber wenig Grund, die Erträge mit Apple zu teilen. Auf der Presseveranstaltung betonte Google, es verdiene an diesen Google-Pay-Zahlungen nicht mit, was bei der Konstellation nicht schlüssig erscheinen mag. Jedenfalls muss sich mobiles Bezahlen hierzulande erst noch etablieren und Marktmacht aufgebaut werden. So ist der Bezahldienst für Google in erster Linie ein weiteres Mittel, Nutzer noch stärker an sich zu binden. Auch profitiert Google vom umfassenden Einblick in das Einkaufsverhalten.

Für den Online-Einkauf gelten die Beschränkungen auf Karten bestimmter Banken nicht, im Google-Account lassen sich auch Karten anderer Banken hinterlegen. Google Pay, das bis Februar "Android Pay" hieß, ist weiterhin auch das Online-Bezahlverfahren im Google Play Store und soll sich nun parallel ausdehnen: Der Google-Pay-Knopf wird in zahlreiche Google-Dienste wie YouTube integriert und er wird anderen Websites und Apps angeboten, mit dem Vorteil des schnellen Kaufabschlusses ohne Angabe von Zahlungs- und Adressdaten.

18.05.2018 |

brokerport wird (wie) flatex

Der Online-Broker brokerport, vormals benk, informierte seine Kunden per Postbox-Nachricht über die Änderung zahlreicher Preise. Festzustellen ist, dass die neuen Preise identisch zu denen von flatex sind, egal ob für Inlandsorders, außerbörslichen Handel, Auslandsbörsen oder die Nebenleistungen. Zwar fallen beispielsweise für die Inlandsorder als Normalpreis künftig nur noch EUR 5,90 statt EUR 6,49 an eigenen Orderspesen an, über die Prepaid- und Preispakete konnte man bislang aber günstiger handeln. Die für brokerport charakteristischen Prepaid- und Preispakete werden zum 1.7.18 eingestellt, dennoch bewirbt brokerport sie auf dem Internetauftritt noch, und das neue Preisverzeichnis gilt für Bestandskunden ab 15.7.18. In dem Anschreiben von brokerport ist die einleitende Kernaussage: Es wird übersichtlicher. Und weiter heißt es: "Neben einigen nötigen Preiskorrekturen werden viele unserer Angebote jetzt noch günstiger für Sie. Hier können wir die Zusammenarbeit mit unserer Schwesternmarke flatex positiv für Sie nutzen." In diesem einen Satz legt brokerport eher beiläufig einen Bezug zu flatex dar, aber es geht darüber hinaus, denn brokerport ist mit dem neuen Preisverzeichnis künftig keine Alternative mehr zu flatex, sondern eigentlich dasselbe. Der Schritt dürfte das vorweggenommene Ende der Marke brokerport bedeuten. Preisliche Unterschiede sind noch an zwei Stellen auszumachen, und zwar ist im Preisverzeichnis von brokerport weiterhin die Depotgebühr bei Inaktivität von sechs Monaten aufgeführt, die es bei flatex nicht gibt, und die Preise der Kurspakete für Realtimekurse.

brokerport, flatex und auch ViTrade sind nach den vielen Neuordnungen innerhalb der FinTech Group allesamt Marken der FinTech Group Bank, vormals biw Bank. Ebenso gehörte die im November 2015 geschlossene Aktionärsbank mal zur Gruppe, damals waren vier Online-Broker in einer Hand, die ursprünglich aus zwei zunächst kooperierenden, später rivalisierenden Lagern stammten.

16.05.2018 |

Zinsmarkt der Deutschen Bank gewinnt durch Zweitlisting an Relevanz

Über ihren Zinsmarkt vermittelt die Deutsche Bank nun auch die Festgeldangebote der HSH Nordbank. Der Zinsmarkt ist wie WeltSparen, Zinspilot und Savedo eine Plattform für die Zinsanlage bei anderen Banken. Er dümpelte mit einem überschaubaren Angebot lange vor sich hin, die Anleger konnten bislang lediglich unter Festgeldern von pbb direkt und der französischen mymoneybank auswählen, die Zinssätze dabei höher als bei der Deutschen Bank selbst, aber wenig spektakulär. Die HSH Nordbank ist am Montag hinzugekommen. Sie ist bekanntlich auch über Zinspilot verfügbar, hat sich dort als Zugpferd erwiesen und sammelte seit vergangenen November 1,3 Milliarden Euro an Einlagen ein, auch mit dem Tagesgeld, das es über den Zinsmarkt nicht gibt. Dem Zinsmarkt dürfte die Einbindung aber dennoch helfen sich zu etablieren, weil ein Markt definitiv mehr Auswahl bieten muss, die Festgeldzinsen der HSH Bank für die angebotenen Laufzeiten derzeit die höchsten unter den inländischen Banken darstellen, und weil sich einige aus persönlichen Präferenzen für die Anlage über die Deutsche Bank entscheiden werden, wenn Deutsche Bank oder Zinspilot die Optionen sind. Auf beiden Vertriebswegen sind es für 3 sowie 6 Monate derzeit 0,85% und für 9 sowie 12 Monate 0,90%. Die Mindestanlage der HSH Bank beträgt via Deutsche Bank EUR 1.000, via Zinspilot nur einen Euro. Die Höchsteinlage ist EUR 100.000. Das ist auch sinnvoll, weil dies die Obergrenze des gesetzlich vorgeschriebenen Einlagenschutzes ist und nach wie vor nicht klar ist, welcher Einlagensicherung die HSH Nordbank nach dem eingeleiteten Verkauf an Finanzinvestoren ab wann angehören wird.

Für den Zinsmarkt, der im Juni 2017 eröffnete, waren anfangs lediglich die Depotkunden des hauseigenen Online-Brokers maxblue zugelassen. Seit November 2017 können auch Kunden mit Girokonto oder einem Anlagekonto der Deutschen Bank über das Online-Banking dort anlegen. Neue Kunden will die Deutsche Bank aber auch anlocken: Wer keines der genannten Konten oder das Depot hat, bekommt als Abwicklungskonto das Girokontomodell "AktivKonto" ohne den sonst fälligen Grundpreis mit dazu und darf es auch für Zahlungsverkehr nutzen. Dieser Produktabschluss ist ausschließlich online möglich. Befreit vom Grundpreis ist man für die Zeit, in der über die Plattform getätigte Zinsanlagen bestehen, und sechs Monate darüber hinaus, danach fallen monatlich EUR 4,99 an bzw. ab einer Anhebung im Juli EUR 5,90. Überhaupt greift die Deutsche Bank bei ihrem Zinsmarkt auf das System von Zinspilot zurück, wobei sie nicht einfach die White-Label-Lösung einbindet und den eigenen Namen draufsetzt. Sie übernimmt die Aufgabe des zentralen Abwicklungsinstituts (bei Zinspilot ist es entweder die Sutor Bank oder die FinTech Group Bank) und sucht eigene Partnerbanken, will gute Zinsen mit einem guten Gefühl verbinden, folglich nur solche mit halbwegs guter Bonität aus sicheren Ländern anbinden.

03.04.2018 |

onvista bank: Aktionen, um Wechselwillen zu bestärken

Bestandskunden der onvista bank, die noch Wertpapiere bei einem anderen Anbieter haben, können eine Aktion nutzen, mit einem Volumen ab EUR 20.000 eine Geldprämie für den Übertrag bekommen. Außerdem startete onvista bank eine wöchentliche Verlosung, bei der jeder Trade ab EUR 1.500 nun automatisch ein Los bedeutet. Die beiden neuen Angebote zeigen nochmals, onvista bank ist agiler geworden und will mehr Marktanteile. Während große Wettbewerber wie flatex und ING-DiBa im Brokerage ihre Konditionen zuletzt verschlechtert haben, ob durch Negativzinsen, Preisanhebungen oder Wegfall vormals gebührenfreier ETF-Käufe, bringt sich onvista bank genau dort ins Spiel, wo sich deren Kunden ärgern. So wechseln zurzeit nicht wenige von flatex ins Festpreis-Depotmodell der onvista bank, wegen des günstigeren Orderpreises über Xetra und Tradegate; onvista bank hebt zudem hervor, keine Negativzinsen und keine Gebühren auf ausländische Dividendenzahlungen zu verlangen. Und für ETF-Anleger bei ING-DiBa ist onvista bank eine Alternative, da es seit März auch bei den Einmalanlagen Sonderkonditionen gibt, mit einer Auswahl von 700 ETFs.

Die Übertragungsaktion mit dem Namen "move on" ist nicht auf eine bestimmte Art von Wertpapieren beschränkt, sie läuft im Zeitraum 3.4.18 bis 30.6.18, die Geldprämie beträgt EUR 100,00. EUR 150,00 sind es stattdessen, wenn auch beauftragt wird, das Fremdbankdepot zu schließen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Bestandskunden, dazu zählen alle, deren Depot vor dem 3.4.18 schon aktiviert war. Das Formular zum Übertragen ist auf der Aktionsseite herunterzuladen und muss innerhalb des Aktionszeitraums auf dem Postweg bei onvista bank eingehen. Der Übertrag darf aus mehreren Depots stammen, um das geforderte Mindestvolumen von EUR 20.000 zu erreichen. Auf der dritten Seite des Formulars ist ein Kästchen zum Ankreuzen für das Schließen des Fremdbankdepots. Wenn aus mehreren Depots übertragen wird, müssen zum Erhalt der höheren Prämie auch alle geschlossen werden. Zwar wird eine Haltefrist von zwölf Monaten ab dem Zeitpunkt des Depotübertrags auferlegt, diese engt jedoch nur wenig ein, da Verkäufe prämienunschädlich sind, wenn der Gegenwert als Guthaben auf dem Verrechnungskonto oder in Wertpapieren bei onvista bank verbleibt. Kursrückgänge während der Haltefrist beeinflussen die Prämie nicht. Ausgenommen von der Aktion sind Eurex-Produkte und finanzen.net-Depots. Und erstmals besteht bei onvista bank ebenso ein Ausschluss zu comdirect, Commerzbank und ebase. Die Depotüberträge dürfen nicht von diesen kommen, weil onvista bank seit einiger Zeit zu comdirect bzw. der Gruppe gehört. Die Prämie wird frühzeitig gutgeschrieben, vier bis sechs Wochen nach Wertpapiereingang. Bei Nichteinhalten der Haltefrist oder bei vorrangigem Ziel der Prämiengewinnung behält sich onvista bank die Rückforderung vor.

Zu den Kalenderwochen vom 3.4.18 bis 30.6.18 finden die Verlosungen statt. Daran nehmen auch neue Kunden teil. Jeder in der jeweiligen Vorwoche stattgefundene Trade ab EUR 1.500 bedeutet ein Los, egal ob im Handel von Aktien, Fonds oder Zertifikaten. Die Wochenpreise variieren, in der ersten Woche ist ein Kreuzfahrtgutschein von AIDA im Wert von EUR 1.000 zu gewinnen, ein Johann-Lafer-Arrangement im Wert von EUR 800,00 und ein Erlebnisgutschein von Jochen Schweitzer über EUR 500,00. Die Gewinner benachrichtigt die Bank per E-Mail. Ausgenommen von den Verlosungen sind Depots Minderjähriger, finanzen.net-Depots sowie Trades in Eurex-Produkten, CFDs und Sparplanausführungen.

28.03.2018 |

Wüstenrot Bank verkauft

Wüstenrot & Württembergische (W&W) veräußert die als Direktbank agierende Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank an die Bremer Kreditbank (BKB). Der Vertrag wurde am Dienstag unterzeichnet, gleichzeitig sei eine Kooperation für den wechselseitigen Vertrieb von Finanzprodukten vereinbart worden, heißt es in den Meldungen beider Seiten. Der Kaufpreis wird nicht genannt. Nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Zustimmungen soll der Eigentümerwechsel stattfinden. W&W hatte im vergangenen Mai bekannt gegeben, verschiedene Optionen für die Zukunft der konzerneigenen Bank zu prüfen. Die Bank hatte W&W aber schon zuvor stark verkleinert, was erkennen ließ, dass sie für W&W abkömmlich geworden ist. Ein novelliertes Bausparkassengesetz erlaubt Bausparkassen mehr als zuvor, weshalb W&W viel Geschäft hin zur Bausparkasse des Konzerns verlagerte, vor allem das mit Baufinanzierungen, Pfandbriefen und Einlagen. Auch wurden die digitalen Aktivitäten an ein Geschäftsfeld innerhalb der W&W übertragen. In der Bank verblieben an eigenen Produkten die Girokonten und Kreditkarten. Alle anderen von der Bank vertriebenen Produkte vermittelt sie lediglich, Tagesgeldkonten an die Bausparkasse und Depots an ebase. Wer beispielsweise Girokonto und Tagesgeldkonto unterhält, hat seit der Reorganisation zwei getrennte Online-Zugänge dafür.

Um den Käufer aus Bremen entsteht nach Zukauf des Bankhauses Neelmeyer und der Oldenburgischen Landesbank gerade eine Bankgruppe, die nun noch größer wird. Die BKB gehört Finanzinvestoren aus den USA und Großbritannien, bedient bislang die Segmente mittelständische Firmenkunden und Vermögensverwaltung für Privatkunden. Mit der Wüstenrot Bank aus dem Südwesten gibt es keine Überschneidungen. Sie soll am Standort in Ludwigsburg präsent bleiben können, hat rund 110 Mitarbeiter und 350.000 Kunden. Die Reorganisation im vergangenen Jahr führte zu diversen technischen Ausfällen, und nochmalige Änderungen würden wieder eine Belastung für die Kunden darstellen. Auf ihrer Internetseite bemüht sich die Wüstenrot Bank wohl auch deshalb, mit der Nachricht verbundenen Befürchtungen entgegenzuwirken: Es ändere sich vorerst nichts, so der Tenor, weder bei den Kontonummern (IBAN/BIC) noch bei den gewohnten Ansprechpartnern und Beratern vor Ort etc.

26.03.2018 |

WeltSparen holt Investments auf die Plattform

Das Zinsportal WeltSparen, bekannt für die Vermittlung von grenzüberschreitenden Zinsanlagen, startete heute ein Angebot von ETF-Portfolios. Das neue Produkt hat den Namen "WeltInvest". Es stellt einen simpel konzipierten Weg dar, global gestreut in ETFs zu investieren. Anders als bei der Vermögensverwaltung durch Robo-Advisor überwachen keine Algorithmen die Anlage, und die ETF-Auswahl wird abgesehen vom jährlichen Rebalancing auch nicht angepasst. Das Angebot ist eher eine Alternative zur direkten Anlage über Online-Broker in ähnliche Portfolios, wobei das Selbst-Umsetzen insbesondere beim Erwerb im Rahmen von ETF-Aktionskonditionen günstiger sein kann und WeltInvest die weniger aufwendige Lösung ist. Vier Portfolios sind zur Auswahl gestellt. Die Anleger müssen selbst entscheiden, welches am besten zu ihnen passt. Die Portfolios bestehen aus jeweils sechs bis sieben Vanguard-ETFs. Die einzelnen ETFs sind dieselben, nur sind sie je nach Aktienanteil von 30, 50, 70 oder 100% unterschiedlich gewichtet. Komponenten sind Aktien-ETFs zu Nordamerika, Europa, Wachstumsmärkten, Japan, Asien/Pazifikregion ohne Japan, mittelständischen Unternehmen und ein Anleihen-ETF. Vanguard ist dabei Kooperationspartner von WeltSparen, ein ETF-Gigant mit genossenschaftlicher Struktur; im europäischen Markt sind seine kostengünstigen ETFs mit irischem Domizil aufgelegt. Partner für die Depotführung ist die mittlerweile ausschließlich auf das B-to-B-Geschäft spezialisierte DAB BNP Paribas. Die Gesamtkosten für den Anleger betragen gemäß den Angaben im Schnitt jährlich 0,49% der investierten Summe. Darin enthalten mit durchschnittlich 0,16% p. a. die Kosten auf Fondsebene, 0,23% p. a. für die Anlagevermittlung durch WeltSparen und 0,10% p. a. als Pauschale für Depotführung und Transaktionen über die DAB.

Die WeltInvest-Depots werden bislang nur in Deutschland vertrieben. Die Einstiegssumme ist mit EUR 2.000 niedrig. Zuzahlungen sind ab EUR 200,00 möglich. Der Button zum Anlegen führt auf die gewöhnliche Antragsstrecke mit Eröffnung des WeltSparen-Kontos bei der MHB-Bank. Ist das Konto eingerichtet, kann der Kunde den Anlagebetrag darauf einzahlen und über das Online-Banking von WeltSparen in ein bei der DAB verwahrtes ETF-Portfolio investieren. Für den Abschluss ist eine Extra-Geldprämie von EUR 25,00 bis EUR 200,00 erhältlich, abhängig von der Höhe des erstmals in WeltInvest investierten Anlagebetrags, z. B. gilt die Stufe mit EUR 25,00 Prämie für Anlagebeträge von EUR 2.000 bis unter EUR 10.000 und die Stufe mit EUR 50,00 Prämie ab EUR 10.000 bis unter EUR 20.000. Bedingung ist, dass innerhalb der ersten drei Monate keine Auszahlung stattfindet. Um das Prämienangebot wahrzunehmen, muss man eine E-Mail mit dem Stichwort "Willkommensprämie" an den Kundenservice von WeltSparen schicken. Die Möglichkeit, eine Willkommensprämie für das erste Tagesgeld oder Festgeld zu bekommen, ist davon unberührt. Gemeinschaftsdepots und Minderjährigendepots können nicht eingerichtet werden, momentan auch noch keine Sparpläne, diese sollen im zweiten Quartal 2018 mit einer Mindestrate von EUR 50,00 folgen. Auch schnell in ein anderes ETF-Portfolio zu wechseln, ist technisch noch nicht möglich. Behelfsweise ist das Depot in einem solchen Fall aufzulösen, der Verkaufserlös wird dem WeltSpar-Konto gutgeschrieben und kann dann über das Online-Banking mit der neuen Anlagestrategie neu angelegt werden.

01.03.2018 |

HSH Nordbank wird privatisiert

Hamburg und Schleswig-Holstein verkaufen die gemeinsame Landesbank, die HSH Nordbank, an eine Gruppe von mehreren angelsächsischen Finanzinvestoren. Auf einer Pressekonferenz in Kiel am Mittwoch, dem letzten Tag der Verkaufsfrist, informierten Olaf Scholz und Daniel Günther, die Ministerpräsidenten der beiden Bundesländer, dass der Verkaufsvertrag unterzeichnet ist. Die Abwicklung wurde vermieden. Verkaufen oder abwickeln lautete die Auflage aus Brüssel. Die Käufer sind Cerberus, J. C. Flowers und mit kleineren Anteilen Golden Tree, Centaurus Capital und die Bawag. Die Bawag ist eine österreichische Bank, die Cerberus und Golden Tree zuzurechnen ist. Sie zahlen zusammen fast eine Milliarde Euro für 94,9 Prozent der Anteile. Die restlichen 5,1 Prozent gehörten schon zuvor zu J. C. Flowers.

Die Nachricht ist unter anderem für die Anleger relevant, die über die Zinspilot-Plattform angelegt haben. Die HSH Nordbank macht dort seit Ende November hohe Zinsangebote. Für die Anleger stellt sich wegen der ungewissen Zukunft der Bank die Frage, ob man die Tagesgeld- bzw. Festgeldanlage wagen kann. Der eingeleitete Verkauf bedeutet: Es wird mit der Bank weitergehen. Sie muss einen neuen Namen bekommen und mit ausschließlich privaten Eigentümern kann sie kein Mitglied im Einlagensicherungssystem des Sparkassenverbands bleiben. Bei einem Ausscheiden wird es aber eine Übergangsfrist geben und in Bezug auf die Grundabsicherung bis EUR 100.000 je Einleger ist davon auszugehen, dass sich nahtlos eine Zugehörigkeit zu einem anderen gesetzlichen Einlagensicherungssystem anschließt.

Der Eigentümerwechsel wird voraussichtlich erst in einigen Monaten wirksam. Die beiden Landesparlamente, die BaFin und die EU-Kommission müssen noch zustimmen. Die Länder haften weiterhin mit den Garantien für Verluste aus Altgeschäften der HSH Nordbank. Der Kaufpreis könnte sich reduzieren, falls die Bank diese nicht voll in Anspruch nimmt. Und sollten sie vorzeitig beendet werden, bekommen die Länder einen Ausgleich für entgangene Garantie-Gebühren. Die Bundesländer hatten die HSH Nordbank zwei Mal mit staatlichen Mitteln vor der Insolvenz gerettet, daraus stammt die übernommene Garantie über zehn Milliarden Euro. Die Geschichte der HSH Nordbank ist von zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Fehleinschätzungen geprägt. Für die beiden Länderhaushalte werden die Verluste abzüglich des Verkaufserlöses je nach Quelle zumeist auf desaströse elf bis vierzehn Milliarden Euro geschätzt.

27.02.2018 |

Kreditofferten tief im Negativbereich

Das Vergleichsportal Check24 und das Kreditportal smava liefern sich ein Duell über Aktionskredite, bei denen die Kreditnehmer weniger zurückzahlen müssen als sie leihen. Der vorläufige Tiefpunkt ist ein Effektivzins von minus 5,00% p. a. Der Aktionszins gilt bei einem Nettodarlehensbetrag von exakt EUR 1.000, bei Check24 mit einer Laufzeit von 12 Monaten, bei smava mit einer Laufzeit von 36 Monaten. Die beiden Konkurrenten unterboten sich in den Stunden zuvor mehrmals gegenseitig: Weil Check24 am Sonntag zunächst mit minus 1,50% verstoß, senkte smava am Montag von minus 0,40% auf minus 3,00%. Am Abend konterte Check24 mit minus 3,50%, smava legte aber nochmals nach und rief gar minus 5,00% aus. Check24 bietet seit dem heutigen Dienstag ebenfalls minus 5,00%. Aktionskredite waren in der Vergangenheit immer mal wieder im Repertoire der beiden Portale, smava machte im November 2015 den Anfang mit einem Null-Prozent-Kredit. Im Juli 2017 ging smava dann mit minus 0,40% das erste Mal in den Negativbereich und legte dieses Angebot im vergangenen Januar nochmals neu auf.

Die beiden Portale finanzieren die Aktionskredite aus ihrem Marketingbudget. Sie zahlen dabei Geld an die Bank, die den Kredit tatsächlich vergibt. Dieser Zuschuss reduziert die Höhe der monatlichen Rate für den Kreditnehmer, drückt den Effektivzins. Die kreditvergebende Bank bekommt einen marktüblichen Zins, bei Check24 ist es die SWK-Bank, bei smava die Fidor Bank. Check24 und smava sind nicht umsonst so großzügig, sie wollen an Kreditkunden kommen für Folgegeschäfte mit höheren Beträgen. Check24 will das jetzige Angebot zunächst bis 15.3.18 laufen lassen, smava bis 31.3.18. Die Anzahl der Abschlüsse ist nicht limitiert. Beide verlangen bei den Aktionskrediten eine "gute" bzw. "sehr gute" Bonität. Den Kredit kann man nur einmal bekommen. Zusätzliche Kosten wie zum Beispiel für Kontoführung oder Identitätsprüfung fallen nicht an. Diejenigen, für die der vorgegebene Nettodarlehensbetrag und die vorgegebene Laufzeit passen, können sich unterm Strich EUR 27,51 (Check24) bzw. EUR 76,94 (smava) schenken lassen. Jedoch sollte niemand einen solchen Kleinstkredit aufnehmen, wenn er ihn nicht benötigt; nahezu jeder Bankkredit wird von der Schufa oder anderen Auskunfteien erfasst und kann sich auf die Bonitätsbewertung auswirken.

Das Kreditportal Finanzcheck.de beteiligte sich durch eine bewusste Überspitzung des Wettbietens: Finanzcheck.de startete um 13 Uhr auch einen Aktionskredit, allerdings limitiert. Dabei war praktisch ausgelobt, dass jeweils EUR 1.000 an die ersten 100 Kunden verschenkt werden, die den so benannten "Ofina-Kredit" mit diesem Betrag und einer 12-monatigen Laufzeit auswählen und die Kreditanforderungen erfüllen. Das Angebot wurde bereits nach dreieinhalb Stunden als ausverkauft gekennzeichnet und diente natürlich dazu, sich im Medienrummel zu präsentieren.

23.01.2018 |

Mastercard hält Banken dazu an, die Biometrie-Lösungen anzubieten

Ab April nächsten Jahres sollen alle Banken, die Mastercards herausgeben, den Kunden die Möglichkeit verfügbar machen, mithilfe biometrischer Sicherheitsverfahren zu bezahlen. Das gab Mastercard am Montag öffentlich bekannt. Es geht dabei um Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung als zusätzlicher Sicherheitsfaktor beim Online-Shopping mit Mastercard, als Ersatz für den Securecode (Passwort in Verbindung mit individuellem Begrüßungstext) oder mTANs. Mastercards werden ausschließlich über Lizenznehmer herausgegeben, nicht direkt von der Kreditkartengesellschaft. Die Banken seien durch ein entsprechendes Mandat nun beauftragt, ihren Kunden ab dem genannten Zeitpunkt die biometrischen Sicherheitsverfahren anzubieten. Der Kunde soll die Wahl haben, ob er eines dieser modernen Verfahren verwenden möchte. Laut der Kreditkartengesellschaft seien diese zugleich sicher und benutzerfreundlich, auch entsprechen sie der neuen PSD2-Regulierung zur Kundenauthentifizierung. Das Einkaufserlebnis sei besser und die Abbruchraten niedriger. Die Freigabe von Mastercard-Transaktionen mit biometrischen Daten trägt die Bezeichnung "Mastercard Identity Check Mobile". Sie läuft über eine App. Die jeweilige Bank kann diese im angepassten Design bereitstellen. Der Karteninhaber installiert sie auf seinem mobilen Gerät. Während des Checkouts im Online-Shop wird er dann eine Push-Nachricht erhalten und die Zahlung in der App freigeben können. Ein Fingerabdrucksensor ist in fast allen neuen Smartphones und Tablets verbaut, ob zum Entsperren des Geräts oder für die Bezahltransaktion, der Gebrauch ist genauso einfach. Bei der Option Gesichtserkennung knipst der Karteninhaber zur Einrichtung zunächst ein Selfie und hinterlegt es. Bei der Transaktion wird die frische Aufnahme durch ein Blinzeln mit den Augen ausgelöst. Das dient dazu, beim Abgleich mit der Vorlage zu unterscheiden, ob ein Foto vor die Kamera gehalten wird oder ob es tatsächlich die Person ist. Freilich ist der Gebrauch von biometrischen Daten für Finanztransaktionen auch nicht unumstritten, denn sie sind im Gegensatz zu Passwörtern nicht änderbar, was man sich wünschen würde, wenn es zu Datendiebstahl kommt. Und auf Datenschutz bedachte Kunden werden nicht noch mehr von sich preisgeben wollen, sich beim Online-Einkauf nicht auch noch fotografieren lassen wollen.

Mastercard erprobt seit Jahren biometrische Technologien. Der Identity Check Mobile von Mastercard ist schon seit Oktober 2016 in Europa verfügbar, aber nur ganz wenige Banken haben ihn bislang umgesetzt. Wenn es nach Mastercard geht, ist jetzt - nach kontaktlosem Zahlen und Zahlen mit Smartphone - auch für die Biometrie die Zeit gekommen. Der Internetkonzern Alibaba hat auf dem chinesischen Heimatmarkt ein ähnliches System etabliert, der Gesichtsscan wird dabei durch ein Lächeln ausgelöst.

02.01.2018 |

Nach jeder fünften Mastercard-Zahlung eine kostenfreie Leistung

Das Bonusprogramm von Mastercard ist seit heute hierzulande verfügbar, es hat den Namen "Priceless Specials". Inhaber einer Mastercard-Kreditkarte oder Debit Mastercard können teilnehmen, unabhängig davon, von welcher Bank in Deutschland die Karte ausgestellt ist. Das ist interessant für alle, die eine solche Karte haben, weil sie nach einmaliger Registrierung auf dem für Priceless Specials errichteten Portal auf mastercard.de automatisch so bezeichnete Coins sammeln, die sie recht schnell in Leistungen von Partnerunternehmen einlösen können. Für jeden Bezahlvorgang ab 50 Cent gibt es unabhängig vom Transaktionswert einen Coin, und schon allein für die Registrierung direkt 15 Coins und einen Gutscheincode über EUR 10,00 von tchibo.de. Mit dem Gutscheincode lässt sich ohne Mindestbestellwert Kaffee oder ein anderer Artikel einkaufen. Die geschenkten Coins reichen bereits für die ersten Leistungen, die alle entweder für 5, 10 oder 15 Coins zu haben sind. Beispiele: für 5 Coins auf der nächsten Autobahnfahrt kostenfrei einen Kaffee in einer Tank & Rast-Autobahnraststätte holen oder zweimal versandkostenfrei (sonst EUR 2,95) beim Spielzeughändler myToys bestellen; für 10 Coins dreimal Essen von Restaurants ohne Lieferkosten (je nach Restaurant und Lage zwischen EUR 2,50 und EUR 4,90) von einem Fahrradkurier von foodora bringen lassen oder 10% Preisnachlass beim Kauf des nächsten FlixBus-Bustickets sparen; für 15 Coins die Online-Videothek maxdome drei Monate lang schauen. Das gleichzeitige Sammeln von Punkten oder Meilen bei anderen Bonusprogrammen - bei Payback, DeutschlandCard usw. - ist nicht eingeschränkt, die Coins sind zusätzlich. Laut den Angaben sieht Mastercard im Gegensatz zu anderen Bonusprogrammen nicht den Inhalt des Warenkorbs, sondern nur die bezahlte Summe und den Händler, bei dem eingekauft wurde. Das Einverständnis zum Erhalt von Marketing-Mitteilungen, wonach Mastercard bei der Registrierung fragt, ist nicht verpflichtend.

02.01.2018 |

Kommunalkredit Invest nun auch auf dem deutschen Einlagenmarkt

Seit heute gibt es einen weiteren Anbieter zum Anlegen von Tages- und Festgeld über das Internet: die Kommunalkredit Invest. Sie grüßt mit Servus Zins! Kommunalkredit Invest ist eine Marke, die aus Österreich kommt, dort Ende September 2017 startete. Schon zum damaligen Zeitpunkt deutete die dahinterstehende Kommunalkredit Austria AG an, das Angebot bald auf Deutschland auszuweiten. Den deutschen Markt bedient sie über ihre seit Anfang 2017 bestehende Zweigstelle in Frankfurt am Main und ein Kommunikationscenter der FinTech Group in Zwickau. Die Einlagen sind über eine österreichische Einlagensicherung abgesichert, die Banken & Bankiers GmbH. Während in der Alpenrepublik der Einstieg spektakulär war, mit einem Tagesgeld-Sonderzins von 1,11% p. a. für die ersten vier Monate, werden in Deutschland beim Tagesgeld von Beginn an nur Standardkonditionen geboten. Und diese sind zudem etwas tiefer als im Nachbarland. Eine Bereicherung ist Kommunalkredit Invest so zunächst lediglich mit den Festzinsangeboten bei den langen Laufzeiten, dort platziert sie sich im oberen Feld. Es ist keine Mindesteinlage zu berücksichtigen, aber es wird zinsmäßig unterschieden, ob mit einem Anlagebetrag unterhalb oder ab EUR 10.000 investiert wird. Ab der genannten Betragsgröße sind für 6 Monate 0,41% erhältlich, für 9 Monate 0,60%, für 12 Monate 0,70%, für 2 Jahre 0,80%, für 3 Jahre 1,01%, für 4 Jahre 1,05%, für 5 Jahre 1,15%, für 6 Jahre 1,20%, für 7 Jahre 1,30%, für 8 Jahre 1,40%, für 9 Jahre 1,50% und für 10 Jahre 1,80%.

Entscheidet man sich für das Tagesgeld oder das Festgeld, beantragt man papierlos zunächst ein gebührenfreies Transferkonto. Den Antrag bestätigt der Interessent mit einem per SMS übermittelten Code. Er kann sich wahlweise per PostIdent oder VideoIdent legitimieren lassen. Die Bank prüft den legitimierten Antrag, was laut FAQ innerhalb weniger Tage geschehe. Zur Eröffnungsbestätigung erhält der neue Kunde zwei SMS-Nachrichten mit seinen Zugangsdaten für das Online-Banking. Erst dann kann er die Tagesgeld- bzw. Festgeldanlage über das Online-Banking einrichten. Auch müssen die Überweisungen immer über das Transferkonto laufen, und das externe Konto bei den dort eingehenden und abgehenden Überweisungen darf nur das hinterlegte Referenzkonto sein. Diese Zwischenschritte beim Eröffnen und Überweisen machen das Handling etwas mühsam. Kommunalkredit Invest schloss einen fünfjährigen Servicevertrag zur Nutzung einer White-Label-Bankplattform der FinTech Bank AG. Dazu gehören der verwendete Antragsprozess, die Schnittstellen für die Identifikation, die eSignature und das Online-Banking, sowie im Hintergrund unter anderem die Datenverwaltung und das Meldewesen. Dadurch konnte Kommunalkredit Invest ohne lange Vorlaufzeit an den Markt gehen, ohne in eine Eigenentwicklung zu investieren.

Die Kommunalkredit Austria ist auf das Finanzieren von Infrastrukturvorhaben der öffentlichen Hand spezialisiert. Sie finanziert beispielsweise den Bau oder die Sanierung von Autobahnen, Schulen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Windparks und Solaranlagen, in Kerneuropa sowie selektiv in weiteren europäischen Ländern. Das Know-how bei den Abläufen und Bedürfnissen in der Zusammenarbeit mit Bund, Land, Kommunen etc. ist ein Wettbewerbsvorteil. Die öffentlichen Investitionen tragen einen erheblichen Teil zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bei. Deshalb besteht ebenso ein erheblicher Finanzierungsbedarf, von diesem Kuchen will sich die Bank ein großes Stück nehmen. Die Kommunalkredit Austria hat eine bewegte Vergangenheit, das Vorläuferinstitut kostete den österreichischen Steuerzahler mit der Notverstaatlichung im November 2008 viel Geld - und dies trotz des vermeintlich biederen und risikoarmen Geschäftsmodells. Überhoben hatte sich die Kommunalkredit Austria, als sie eben nicht mehr nur die öffentliche Hand finanzierte, sondern auch Geschäfte mit komplexen Derivaten in Steueroasen betrieb und ihre Bilanzsumme in kurzer Zeit extrem angewachsen war. Im September 2015 wurde schließlich der gute Teil dieses Vorläuferinstituts an ein Konsortium britisch-irischer Investmentfirmen rund um den deutschen Investmentbanker Patrick Bettscheider verkauft und am ursprünglichen Geschäftsmodell neu ausgerichtet.

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