Brokerage: Bei onvista bank für FreeBuy-Depot oder 5 EUR-Festpreis entscheiden?

Die onvista bank ist grundsätzlich einer der preisgünstigsten Online-Broker. Sie hat aber zwei Preismodelle mit jeweils einem eigenen Preisverzeichnis, eines für das FreeBuy-Depot und eines für das Depot mit 5 EUR-Festpreis. Das FreeBuy-Depot gibt es zudem in den Varianten "Cash" und "Trade". Für Interessenten stellt sich vor der Depoteröffnung zwangsläufig die Frage, welches das bessere Preismodell für sie ist. In dem Artikel verdeutlichen wir die Unterschiede, zeigen in welchen Punkten das eine oder das andere vorteilhafter ist und wie man einen Neukundenvorteil hinzu bekommt.

Depotgebühr und Rahmenbedingungen

Die Depotführung ist bei onvista bank generell kostenlos. Es fallen somit keine Kosten an, wenn kein Handel stattfindet. Das Setzen, Ändern und Löschen von Limits ist kostenlos. Auch sind fast alle Gebühren für die Serviceleistungen identisch, die ab und zu mal zum Tragen kommen können, wie etwa die Gebühr für das Eintragen von Namensaktien, das Ausüben von Bezugsrechten etc.

Der springende Punkt bei den Inlandsorders

Beim Festpreis-Depot wissen Anleger genau, mit welchen Orderkosten sie rechnen müssen. Die Order wird einheitlich mit EUR 5,00 plus EUR 2,00 Handelsplatzgebühr abgerechnet. In der Summe sind es somit EUR 7,00 - egal wie hoch das Ordervolumen ist. Wenn als Börsenplatz Xetra Frankfurt, Tradegate oder Quotrix gewählt wird, bleibt es dabei, ansonsten kommen noch die Börsengebühren hinzu, die onvista bank im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern dem Kunden weiterbelastet, und die Maklercourtage.

Das FreeBuy-Depot ist komplizierter, in der Preisgestaltung eine Besonderheit am Markt. FreeBuy bedeutet, dass der Kauf von Wertpapieren kostenfrei ausgeführt wird. Ein FreeBuy ist also ein Gratis-Trade, wohlgemerkt aber nur für inländische Kaufaufträge. Verkaufsaufträge sind in jedem Fall kostenpflichtig. Die Anzahl der verfügbaren FreeBuys wird jeweils aktuell im Webtrading angezeigt. Sofern vorhanden, werden sie automatisch verwendet. Für eine Kauforder bei aufgebrauchten FreeBuys und generell für die Verkaufsorder berechnet sich der Orderpreis aus EUR 5,99 Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Kurswert. Mit dem Ordervolumen steigt folglich der Preis, die Summe aus Grundgebühr und prozentualer Gebühr vom Kurswert ist erst bei EUR 49,00 gedeckelt. Die Handelsplatzgebühr ist seit der Preisanhebung im März 2019 mit EUR 2,00 für die börslichen und außerbörslichen Inlandsorders gleichhoch. Zuvor waren es EUR 1,50 für börsliche Inlandsorders und lediglich EUR 0,80 außerbörslich. Zudem hat der Kunde beim FreeBuy-Depot ausnahmslos auch Börsengebühren und Maklercourtage zu zahlen, auch beim Einsatz von FreeBuys. Wirklich kostenfrei sind deshalb auch die FreeBuys nicht.

So viele FreeBuys bekommt der Kunde: Zu Beginn werden für den ersten Kalendermonat zwei FreeBuys gutgeschrieben. Danach hängt die Anzahl entweder davon ab, wie hoch im Vormonat durchschnittlich der Geldbestand auf dem Depot-Verrechnungskonto war oder wie viele Transaktionen durchgeführt wurden. Der Kunde entscheidet sich bei der Depoteröffnung für eine der beiden Zählweisen. Die Tabellen zeigen, ab welcher Stufe wie viele FreeBuys zugeteilt werden. Die Kontingente verringerte onvista bank per Juni 2019 deutlich. Das Durchschnittsguthaben auf dem Depot-Verrechnungskonto lässt sich zum Verständnis oder zur Kontrolle einfach nachrechnen, indem man die Endsalden eines jeden Tages im betreffenden Kalendermonat addiert und durch die Anzahl der Tage teilt. Bei den Transaktionen zählt das Datum der Wertpapierabrechnung für die Zuordnung im Kalendermonat. Die FreeBuys lassen sich nicht lange aufheben oder ansammeln, nicht genutzte verfallen nämlich mit dem Monatswechsel.


Durchschnittliches Kontoguthaben im Vormonat Anzahl FreeBuys
EUR 2.000 1
EUR 3.000 2
EUR 5.000 3
EUR 10.000 4
EUR 25.000 5

Transaktionen im Vormonat Anzahl FreeBuys
10 1
30 5
60 10
90 20
130 30
250 70


Bei welchem Anlegerverhalten lohnt sich das FreeBuy-Depot oder das Festpreis-Depot?

Für mehr als 90 Prozent der Interessenten dürfte das Festpreis-Depot die kostengünstigere Alternative sein. Beim FreeBuy-Depot ist die reguläre Ordergebühr einfach zu happig, sodass für Kauf und Verkauf zusammen gesehen der Kunde in den meisten Fällen mehr bezahlt.

Bei einem ganz bestimmten Handelsverhalten fährt er aber mit dem FreeBuy-Depot in der Cash-Variante gut: Es ist das Preismodell für diejenigen, die regelmäßig ein hohes Guthaben auf ihrem Depot-Verrechnungskonto haben und Bestände aufbauen wollen, gegebenenfalls über mehrere Käufe. Eine Buy-und-Hold-Strategie oder anders formuliert ein Handelsverhalten mit vielen Käufen und wenigen Verkäufen passt ideal zu diesem Preismodell. Das Depot-Verrechnungskonto stattet man am besten mit möglichst viel Guthaben aus, sodass genügend FreeBuys zugeteilt werden. Für die Käufe fallen so nur die Zusatzkosten an (Handelsplatzgebühr und gegebenenfalls Börsengebühren und Maklercourtage). Der entgangene Zinsgewinn für das Vorhalten der Gelder ist bei dem aktuellen Zinsniveau gering.

Wenn hingegen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen zu erwarten ist und die Ausführungen hauptsächlich über Xetra Frankfurt, Tradegate, Quotrix stattfinden, rechnet sich das FreeBuy-Depot nicht mehr für den Kunden, auch nicht bei ganz niedrigen Ordervolumen.

In der Trade-Variante ist für die Zuteilung von FreeBuys statt Kontoguthaben viel Aktivität notwendig, was zu Orderkosten führt. Entsprechend kann sich dies für den Kunden auch nicht rechnen, egal welches Verhältnis aus Käufen und Verkäufen besteht.

Möglich wäre, aber aufwendig, das FreeBuy-Depot in erster Linie zu nutzen, um Bestände aufzubauen und sie auf einen anderen Online-Broker zu übertragen, wenn die Zeit zum Verkaufen kommt.

ETFs können übrigens in beiden Preismodellen per Sparplan für günstige EUR 1,00 Gebühr pro Ausführung erworben werden. Beim Verkauf gelten die gewöhnlichen Ordergebühren gemäß dem jeweiligen Preisverzeichnis.

Unterschiede bei Teilausführungen, Handelsplatzgebühr, US-Handel und Neukundenaktionen

Teilausführungen können speziell beim FreeBuy-Depot unerwartet Mehrkosten verursachen, denn bei diesem Preismodell von onvista bank sind nur taggleiche Teilausführungen an den amerikanischen Börsen ohne Mehrkosten. Die Grundgebühr, die Handelsplatzgebühr und die fremden Kosten fallen in allen anderen Fällen bei Teilausführung gleich mehrfach an. Im Festpreis-Depot sind neben den taggleichen Teilausführungen an den amerikanischen Börsen auch die an den für die meisten deutschen Anleger viel relevanteren Börsenplätzen Xetra Frankfurt und Xetra Zertifikate kostenfrei. An den anderen deutschen Börsen können sie wiederum das Ordern verteuern. Im außerbörslichen Handel und über Tradejet und Quotrix sind Teilausführungen generell ausgeschlossen.

Eine Handelsplatzgebühr von mittlerweile EUR 2,00 berechnet onvista bank sowohl beim Festpreis-Depot als auch beim FreeBuy-Depot im Handel in Deutschland immer, auch für außerbörsliche Ausführungen. Börsengebühren und Maklercourtage kommen dabei noch hinzu. Positiv: Im Festpreis-Depot verzichtet onvista bank über Xetra Frankfurt, Tradegate und Quotrix auf das Weiterbelasten der zusätzlichen Börsengebühren, sie sind mit der Handelsplatzgebühr durch eine Ausnahmeregelung abgegolten, und Maklercourtage fällt dort ohnehin nicht an.

Der US-Handel kostet im Festpreis-Depot in der Summe seit einer Anhbebung im Juni 2019 pauschal EUR 15,00. Im FreeBuy-Depot ist der Preis prozentual vom Kurswert mit einer Mindest- und einer Höchstprovision in der Fremdwährung USD, diese Bestandteile sind gestaffelt in der Höhe auch abhängig von der Anzahl der durchgeführten US-Trades; zuzüglich USD 5,00 Handelsplatzentgelt. Zusätzlich ist bei beiden Preismodellen in den An- und Verkaufskursen eine Marge von 0,005 USD/EUR enthalten für die Umrechnung der in US-Dollar getätigten Geschäfte und Belastung auf dem in Euro geführten Konto, beim Kauf wird sie vom veröffentlichten EUR/USD-Mittelkurs der Europäischen Zentralbank abgezogen und beim Verkauf aufgeschlagen.

Das hier vorgestellte Festpreis-Depot ist im Grunde eine Neukundenaktion. onvista bank legte sie im November 2012 zum 15-jährigen Jubiläum auf, damals hieß das noch "Jubiläums-Depot". onvista bank verlängerte das Angebot immer wieder, ohne Pausen, sodass man sich heute noch für dieses Preismodell entscheiden kann. Die EUR 5,00 bei den Orderspesen sollen dauerhaft gelten. Zurzeit gibt es neben den günstigen Orderpeisen auch EUR 50,00 Orderguthaben für die Eröffnung obendrauf - im Rahmen der dafür geltenden Aktionsbedingungen. Wer sich stattdessen für das FreeBuy-Depot entscheidet, kann eine dieser zwei Neukundenaktionen wählen:

  • iPad-Aktion (als Gegenleistung sind 50 Trades in kurzer Zeit notwendig)
  • FreeBuy Cash mit Festpreis (Festpreis von EUR 3,99 in den ersten sechs Monaten ab Depoteröffnung für die kostenpflichtigen Trades)

Wechsel unkompliziert möglich

Ein Wechsel von FreeBuy-Depot zu 5 EUR-Festpreis, oder umgekehrt, kann mit einer einfachen E-Mail an den Kundensupport oder telefonisch veranlasst werden. Die Bestätigung erhält man über die Postbox im Online-Banking. Wirksam wird der Wechsel mit Beginn des folgenden Monats.

Eine attraktive Prämie gibt es wie beschrieben beim FreeBuy-Depot. Deshalb kann es sich lohnen, darüber einzusteigen. Nicht jeder wird das Apple iPad ertraden oder Fondsanteile mitbringen können. Die weniger kommunizierte Aktion mit EUR 3,99 Festpreis ist aber für jeden ein guter Deal: Man kann die FreeBuys nutzen, verbunden mit einem ganz niedrigeren Festpreis für die kostenpflichtigen Trades in den ersten sechs Monaten. Im Anschluss lässt sich - vorausgesetzt es wird weiterhin angeboten - immer noch ins Preismodell 5 EUR-Festpreis wechseln.

  1. Anbieterlink FreeBuy-Depot
    1. passt ideal zu einer Buy-und-Hold-Strategie
    2. es kann an einer von zwei Neukundenaktionen teilgenommen werden
    3. können keine FreeBuys eingesetzt werden, sind die Orderspesen hoch
    4. Mehrkosten bei Teilausführungen
  2. Anbieterlink 5 EUR-Festpreis-Depot
    1. Xetra Frankfurt, Tradegate und Quotrix mit transparentem, günstigem Endpreis von EUR 7,00
    2. zurzeit EUR 50,00 Orderguthaben für die Eröffnung, es gelten Bedingungen
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