Information zu
Chase
- Hausanschrift
- J.P. Morgan SE
- Taunustor 1
- 60310 Frankfurt am Main
- weitere Daten
- BIC: CHASDEF2XXX
- Gruppe/Gesellschafter: JPMorgan Chase & Co., New York
- Gründungsjahr: 2026
- Banktyp: Direktbank
- Einlagensicherung: Ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (gesetzliche Einlagensicherung) und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. (freiwillige Einlagensicherung) angeschlossen.
Über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH sind je privatem Einleger und zugeordnetem Kreditinstitut Einlagen bis EUR 100.000 abgesichert. Über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. sind darüber hinaus Einlagen gesichert, für private Einleger jeweils bis 8,75 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank, bei einer Obergrenze von drei Millionen Euro. Zur Hamburg Commercial Bank AG sind es konkret drei Millionen Euro je privatem Einleger (Stand: 22.5.26). Die individuelle Sicherungsgrenze kann auch im Internet unter einlagensicherungsfonds.de abgefragt werden. Zum Januar 2030 sinkt die allgemeine Obergrenze bei privaten Einlegern auf eine Million Euro. Der Schutz des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. beginnt dort, wo die gesetzliche Sicherung aufhört. Er übernimmt im Falle der Insolvenz eines mitwirkenden Instituts die Einlagenteile, welche die gesetzliche Mindestabsicherung übersteigen, bis zur Sicherungsgrenze.
Chase ist die Privatkundenmarke der J.P. Morgan SE mit Sitz in Frankfurt am Main. Operativ steuert JPMorganChase das Deutschlandgeschäft aber aus Berlin, wo der Konzern im November 2025 in der ehemaligen Axel-Springer-Passage eine Zentrale mit rund 400 Arbeitsplätzen eröffnete. Im Mai 2026 startete Chase am deutschen Markt mit einem App-basierten Tagesgeldkonto und einem Aktionszinssatz von 4,00% p. a. für die ersten vier Monate, als die besten Sonderzinsangebote ansonsten bei etwas mehr als 3,00% p. a. lagen.
Die J.P. Morgan SE ist die kontinentaleuropäische Bankeinheit der US-amerikanischen JPMorganChase. Sie entstand im Januar 2022 durch grenzüberschreitende Fusion der J.P. Morgan AG in Frankfurt mit der J.P. Morgan Bank Luxembourg und der J.P. Morgan Bank Ireland. Seitdem bündelt sie das EU-Geschäft unter einer Lizenz und unterhält Niederlassungen in mehreren Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in London. Sie zählte zum Jahresende 2024 nach Bilanzsumme zu den fünf größten Kreditinstituten Deutschlands, erzielte ein Vorsteuerergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro und beschäftigte 5.190 Mitarbeiter, davon 746 in Frankfurt. Als bedeutendes Institut steht sie unter gemeinsamer Aufsicht von BaFin, Bundesbank und EZB.
Die Geschäftstätigkeit der J.P. Morgan SE umfasst vier Segmente: Banking & Payments, Markets, Securities Services und Private Bank. Das Privatkundengeschäft unter der Marke Chase ist in diesem Gefüge ein Neuzugang - erstmals wendet sich der US-Konzern in Deutschland Endverbrauchern zu statt nur institutionellen Kunden.
Hinter Chase steht mit JPMorganChase die nach Bilanzsumme größte Bank der USA und nach Marktkapitalisierung die weltweit größte Bank. JPMorganChase betreut weltweit über 80 Millionen Privatkunden und beschäftigt mehr als 300.000 Mitarbeiter. Die Aktie notiert an der New York Stock Exchange. Einen Mehrheitseigentümer gibt es nicht, die Aktien streuen breit. Die heutige Struktur entstand im Kern aus der Fusion der J.P. Morgan & Co. mit der Chase Manhattan Corporation im Dezember 2000 sowie der späteren Übernahme der Bank One im Juli 2004.
Im September 2021 startete JPMorganChase mit Chase im Vereinigten Königreich seinen ersten Privatkundenauftritt außerhalb der USA. Der Konzern nahm dafür einkalkulierte Verluste in Kauf: Auf dem Investorentag im Mai 2022 prognostizierte er für die UK-Tochter Jahresverluste von rund 450 Millionen US-Dollar über mehrere Jahre hinweg und einen kumulierten Verlust von über einer Milliarde US-Dollar bis zum geplanten Break-Even - ursprünglich für 2027 oder 2028 erwartet. Chase UK hat mittlerweile mehr als drei Millionen Kunden, integrierte den 2021 übernommenen digitalen Vermögensverwalter Nutmeg und peilt den Break-Even bereits ab 2025 an. Deutschland ist nun der zweite europäische Markt und damit das Folgeprojekt eines langfristig angelegten Aufbaus.
Das Tagesgeld bildet nach Konzernplanung nur den Auftakt. Bis Ende 2028 soll das Portfolio um ein Girokonto mit Debitkarte, Konsumentenkredite, Investmentlösungen, Aktienhandel sowie das geplante Altersvorsorgedepot ergänzt werden. Mark O'Donovan, Chef des International Consumer Banking bei JPMorganChase, formulierte das Ziel, Chase als digitale Hausbank im deutschen Markt zu etablieren. Anders als bei kapitalmarktfern refinanzierten Direktbankmarken kleinerer Geschäftsbanken sichert das deutsche Einlagengeschäft für JPMorganChase nicht primär die Refinanzierung. JPMorganChase zielt darauf ab, die Erlösquellen zu streuen, die in Großbritannien aufgebaute Plattform zu skalieren und langfristige Privatkundenbeziehungen aufzubauen, die sie später quer durch das Produktportfolio monetarisieren können.
Der Markenname geht zwar auf den US-Finanzminister Salmon P. Chase (1808–1873) zurück, nach dem die 1877 gegründete Chase National Bank benannt wurde. Das englische Wort selbst bedeutet "Jagd" oder "verfolgen" – ein passendes Bild für den offensiven Markteintritt." Internationale Großbanken haben im deutschen Privatkundenmarkt aber nicht zwangsläufig Erfolg. Das zeigt das Beispiel Goldman Sachs, die die für Deutschland geplante Markteinführung von Marcus nach mehrjähriger Vorbereitung 2022 abbrach.