Information zu
Hamburg Direct Bank
- Hausanschrift
- Gerhart-Hauptmann-Platz 50
- 20095 Hamburg
- weitere Daten
- BIC: HHDBDEH2XXX
- Gruppe/Gesellschafter: Hamburg Commercial Bank AG
- Gründungsjahr: 2026
- Banktyp: Direktbank
- Einlagensicherung: Ist der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (gesetzliche Einlagensicherung) und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. (freiwillige Einlagensicherung) angeschlossen.
Über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH sind je privatem Einleger und zugeordnetem Kreditinstitut Einlagen bis EUR 100.000 abgesichert. Über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. sind darüber hinaus Einlagen gesichert, für private Einleger jeweils bis 8,75 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank, bei einer Obergrenze von drei Millionen Euro. Zur Hamburg Commercial Bank AG sind es konkret drei Millionen Euro je privatem Einleger (Stand: 8.1.25). Die individuelle Sicherungsgrenze kann auch im Internet unter einlagensicherungsfonds.de abgefragt werden. Zum Januar 2030 sinkt die allgemeine Obergrenze bei privaten Einlegern auf eine Million Euro. Der Schutz des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. beginnt dort, wo die gesetzliche Sicherung aufhört. Er übernimmt im Falle der Insolvenz eines mitwirkenden Instituts die Einlagenteile, welche die gesetzliche Mindestabsicherung übersteigen, bis zur Sicherungsgrenze.
Hamburg Direct Bank ist eine Direktbankmarke der Hamburg Commercial Bank AG (HCOB) mit Sitz in Hamburg. Seit März 2026 bietet die HCOB Privatkunden auf diesem direkten Weg Tagesgeld und Festgeld an. Technisch setzt das Angebot auf einer von flatexDEGIRO entwickelten Outsourcing-Lösung auf - für Kontoeröffnung, Kontoführung und regulatorische Prozesse. Rechtlicher Vertragspartner der Kunden ist allein die HCOB.
Die HCOB hat eine wechselvolle Unternehmensgeschichte. Sie entstand im Juni 2003 aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein zur HSH Nordbank, die damit zur Landesbank beider Bundesländer wurde. Das Institut expandierte aggressiv in die Schiffs- und Immobilienfinanzierung und baute eine Bilanzsumme auf, die im Jahr 2008 rund 208 Milliarden Euro erreichte. Als die Finanzkrise den Schifffahrtsmarkt zusammenbrechen ließ, gerieten die Kreditportfolios unter massiven Druck. Hamburg und Schleswig-Holstein retteten die Bank mit einer Kapitalzufuhr von drei Milliarden Euro und einer Garantie über zehn Milliarden Euro für Kreditausfälle (sogenannte Zweitverlust-Risikoabschirmung). Das anschließende EU-Beihilfeverfahren verpflichtete die beiden Länder als Eigentümer, die Bank bis Ende Februar 2018 abzuwickeln oder zu veräußern.
Im November 2018 vollzog sich damit die erste, und bislang einzige Privatisierung einer deutschen Landesbank: Ein Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestors Cerberus Capital Management übernahm die Bank für rund eine Milliarde Euro. Neben Cerberus beteiligten sich J. C. Flowers, GoldenTree Asset Management, Centaurus Capital und BAWAG P.S.K. Hamburg und Schleswig-Holstein trennten sich von einem Institut, das sie jahrelang mit Steuergeldern gestützt hatten. Nach Angaben beider Länder schleppte die Bank Altlasten von rund zehn Milliarden Euro mit. Im Februar 2019 wurde sie in Hamburg Commercial Bank AG umbenannt; im Januar 2022 wechselte sie von der Einlagensicherung der Sparkassen in die Sicherungssysteme der privaten Banken.
Die neuen Eigentümer restrukturierten das Institut: Die Bilanzsumme schrumpfte von über 200 Milliarden Euro auf rund 33,6 Milliarden Euro zum Jahresende 2024. Geschäftsfelder wurden aufgegeben oder verkauft, die Belegschaft reduziert. Seither konzentriert sich die HCOB auf Immobilien- und Projektfinanzierung in Deutschland und Europa, die Finanzierung der Schifffahrtsindustrie sowie das Firmenkundengeschäft. Die Spezialisierung auf wenige, margenstarke Nischen machte das Institut trotz seines deutlich geringeren Volumens profitabel: Das Vorsteuerergebnis 2025 betrug 289 Millionen Euro.
Die Finanzinvestoren bereiten ihren Ausstieg vor: Goldman Sachs und Morgan Stanley wurden mit der Begleitung möglicher Transaktionen beauftragt, Gespräche mit Interessenten laufen. Vorstandschef Luc Popelier, seit September 2024 im Amt, bezeichnete einen Verkauf an einen strategischen Investor als wahrscheinlichstes Szenario.
Vor diesen Hintergründen erschließt sich die strategische Logik betreffend der Hamburg Direct Bank. Die HCOB refinanziert ihr Kreditgeschäft über Kapitalmarktfunding, Unternehmenseinlagen und seit Mai 2024 über die Einlagenvermittlung Raisin. Die Direktbankmarke ergänzt diesen Mix, verbreitert die Refinanzierungsbasis. Vorstandschef Popelier formulierte es explizit: Die Hamburg Direct Bank erschließe eine zusätzliche stabile Fundingquelle und stärke die Profitabilität. Das Kerngeschäft in der Firmen- und Projektfinanzierung bleibe unverändert; weitere Privatkundenprodukte seien nicht geplant.
Das Produktangebot der Hamburg Direct Bank ist entsprechend fokussiert. Eine Besonderheit: Über das Juniorkonto können Erziehungsberechtigte auch für Minderjährige das Tagesgeld und das Festgeld eröffnen - etwas, das nicht bei jedem Direktanbieter selbstverständlich ist.