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Seitzstraße 8e
80538 München
Anbieterinformation
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Neben der Pflichtmitgliedschaft zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (gesetzliche Einlagensicherung) besteht keine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung. Für jeden privaten Einleger sind Einlagen bis EUR 100.000 abgesichert.
Scalable Capital ist der führende Robo-Advisor in Deutschland und parallel dazu auch ein Neobroker. Das Unternehmen wurde im Dezember 2014 mit dem deklarierten Ziel gegründet, durch moderne Technologie die Geldanlage zu verbessern. Der Hauptsitz befindet sich in München. BlackRock, Tencent, Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures sind die vier großen Geldgeber dahinter. Scalable Capital hat eine eigene Vermögensverwalterlizenz und mittlerweile auch eine Banklizenz.
Die Vermögensverwaltung in Form des Robo-Advisors bietet Scalable Capital seit 2016 an. Scalable Capital erstellt ETF-Portfolios für die Kunden, überwacht und managt diese mit der eigens entwickelten Risikomanagement-Technologie. Gemäß der Risikobereitschaft der Kunden werden 23 Risikoklassen unterschieden; es ist auch möglich, in nachhaltige Strategien zu investieren. Die Mindestanlage beträgt EUR 1.000. Zusätzlich zur Mindestanlage ist weiteres Einzahlen in das Portfolio möglich, auch per monatlichem Sparplan ab EUR 20,00. Für die Dienstleistungen fallen 0,75% p. a. an, monatlich anteilig auf Basis des durchschnittlich verwalteten Vermögens belastet, hinzu kommen die Produktkosten der ETFs. Zusätzlichen Schub gab die Kooperation mit der ING in Deutschland. Die Kunden der Direktbank können seit September 2017 ein Scalable-Depot eröffnen, bei dem die ING als Depotbank agiert.
Scalable Capital hat im Juni 2020 mit der Bezeichnung "Scalable Broker" auch ein kostengünstiges Brokerage gestartet, für diejenigen, die ihre Anlageentscheidungen selbst treffen und auch andere Wertpapiere handeln möchten. Trade Republic und JustTrade waren zu dem Zeitpunkt bereits am Markt. Scalable Capital hat sich als Neobroker ebenfalls etabliert. Von Beginn an konnten sie sowohl ein Webtrading als auch den Handel über eine Smartphone-App anbieten. Die App wirkt mit dem schwarzen Hintergrund und dem Design in leuchtenden Farben sehr modern. Scalable Capital arbeitete anfangs exklusiv mit gettex zusammen, seit Dezember 2020 ist auch Xetra Frankfurt angebunden. Damit hat der Kunde eine Ausweichmöglichkeit, er kann wie bei anderen Neobrokern zu ganz niedrigen direkten Orderentgelten handeln oder mit mehr Transparenz und hoher Liquidität über den größten deutschen Börsenplatz. Xetra Frankfurt ist so für Kunden des Scalable Capital Brokers ein ideales Backup, wenn die Spreads (Unterschied Kauf- und Verkaufskurs) auf den kleineren Handelsplätzen zu groß wären. Bei Sparplänen hat Scalable Capital ein exzellentes Angebot, das schon mehrfach ausgebaut wurde: Mittlerweile sind gemäß den Angaben mehr als 2.000 ETFs per Sparplan verfügbar. Die Mindestsparrate beträgt nur noch EUR 1,00. Und ob alle ein, zwei oder drei Monate ausgeführt werden soll, kann der Anleger frei festlegen, und dies mit einer Wahlmöglichkeit zwischen neun Sparterminen im Monat (1., 4., 7., 10., 13., 16., 19., 22. oder 25. eines Monats). Die Sparpläne in Aktien und ETFs werden bei Scalable Capital ohne Orderentgelt mittlerweile an der hauseigenen European Investor Exchange (EIX) zur Ausführung gebracht, zu einem "möglichst geeigneten Zeitpunkt im Laufe des Tages". Möglicherweise ist der Kurs so tendenziell etwas schlechter als zum Beispiel bei einem Online-Broker, der die Aufträge zu festen Zeiten an Xetra Frankfurt leitet. Die Kunden von Scalable Capital können zwischen den Abos "Free Broker" für 0,00 Euro pro Monat wählen und "Prime+" für EUR 4,99 monatlich. Im Free Broker kostet jede über die EIX ausgeführte Einzelorder unabhängig vom Ordervolumen EUR 0,99. Die beiden anderen Abos sind sozusagen eine echte Flatrate durch die an der EIX in unbegrenzter Anzahl ab einem Odervolumen von EUR 250,00 ohne Orderentgelt gehandelt werden kann. Auf den Orderpreis über Xetra Frankfurt wirkt sich die Wahl des Abos nicht aus, die Ausführung kostet dort seit Juli 2026 aber auch nur noch EUR 1,99 pauschal pro Order.
Scalable Capital hat im September 2025 die Vollbanklizenz von der Europäischen Zentralbank erhalten. Die vormalige Scalable Capital GmbH firmiert seitdem als Scalable Capital Bank GmbH. Mit der Banklizenz darf der Münchner Neobroker selbst Einlagen verwahren und Kredite vergeben. Die Banklizenz war ein Meilenstein bei dem Ziel, sich frühzeitig für das Ende von Payment for Orderflow zu wappnen und nahezu die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken. So führt das Unternehmen seit Ende 2024 die Depots für Neukunden selbst und migrierte im November 2025 die Altkunden von der Baader Bank. Zudem betreibt es in Kooperation mit der Börse Hannover den Handelsplatz EIX und tritt dort als Market Maker auf.
Scalable Capital wurde von Erik Podzuweit, Florian Prucker, Adam French und Prof. Dr. Stefan Mittnik gegründet. Florian Prucker und Erik Podzuweit verbindet eine langjährige gemeinsame Tätigkeit bei Goldman Sachs. Dort verantworteten beide unter anderem den Aufbau elektronischer Handelsplattformen. Dr. Stefan Mittnik ist Professor der Finanzökonometrie im Teil-Ruhestand. Er nahm in der Vergangenheit zahlreiche bedeutende Aufgaben wahr, so als Forschungsbeirat der Deutschen Bundesbank und als Forschungsdirektor des IFO-Instituts.
Nicht zu verschweigen ist der gravierende Datenschutzvorfall bei Scalable Capital im Jahr 2020. Es sollen die Daten von rund 50.000 Kunden und ehemaliger Kunden, die ihr Depot bis 10.10.20 eröffnet hatten, entwendet worden sein. Der Zugriff auf die Daten sei durch Ausnutzen rechtswidrig erlangter unternehmensinterner Zugangsinformationen erfolgt, nicht durch das Ausnutzen einer unmittelbar von außen ausnutzbaren technischen Sicherheitslücke.