Information zur
First Investment Bank AD (Raisin-Plattform)

  • Hausanschrift
  • Raisin
  • Immanuelkirchstr. 14a
  • 10405 Berlin
  • Kontakt
  • Telefon: +493021784002 (Raisin)
  • E-Mail: kundenservice@raisin.com (Raisin)
  • Internet:
  • weitere Daten
  • BIC: FINVBGSF
  • Gruppe/Gesellschafter: 42,5% Ivailo Mutafchiev, 42,5% Tzeko Minev, 15,00% Streubesitz
  • Gründungsjahr: 1993
  • Banktyp: Multi-Channel-Bank
  • Einlagensicherung: Ist dem Bulgarian Deposit Insurance Fund (gesetzliche Einlagensicherung in Bulgarien) angeschlossen. Je Einleger und Kreditinstitut sind hierüber Einlagen bis zu einem Gegenwert von 190.000 Bulgarische Lew abgesichert. Bei einem Wechselkurs von BGN 1,956/EUR 1,00 (Stand: 23.4.15) sind dies EUR 100.000.

Die First Investment Bank ist ein bulgarisches Geldinstitut mit Sitz in Sofia. Die Bank ist in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft tätig, in Bulgarien ist das eine Akzionerno Druchestwo (AD). Bei den Kunden ist sie vor allem unter ihrer Abkürzung Fibank bekannt. Es handelt sich um eines der größten Kreditinstitute Bulgariens. Gegründet wurde sie im Oktober 1993. Sie verfügt über eine Banklizenz als Universalbank. Außerdem ist die Bank ein lizenzierter Primärhändler für Anleihen des bulgarischen Staates. Seit Mai 2007 ist die Fibank börsennotiert, an der Wertpapierbörse in Sofia im Aktienindex SOFIX gelistet. Jeweils 42,5 Prozent der Aktien befinden sich im Besitz der beiden Gründer Ivailo Mutafchiev und Tzeko Minev, die restlichen 15 Prozent sind im Streubesitz verschiedener Aktionäre. Die Fibank beschäftigt über 3.000 Mitarbeiter in 150 Filialen. Sie ist auch in anderen Balkanstaaten vertreten, im Wesentlichen in Albanien für dort tätige bulgarische Unternehmen, darüber hinaus mit einer Niederlassung auf Zypern sowie unter dem Namen Universal Investment Bank (UNIBank) in Mazedonien. In den letzten Jahren (2011 bis 2014) hat sie gemäß den ausgewiesenen Bilanzzahlen stets profitabel gewirtschaftet.

In Deutschland ist das Geldinstitut durch das Festzinsanlageangebot auf der Raisin-Plattform bekannt. Gelder werden von Raisin und dem Abwicklungspartner MHB-Bank eingesammelt und auf Konten bei ausländischen Banken weitergeleitet. Raisin ging mit der Fibank als erstem Zinsanbieter auf der Plattform im Dezember 2013 in den Regelbetrieb. Im Juni 2014 mussten die Anleger bereits zittern, es kam zu einem Bankrun in Bulgarien, getrieben von per SMS und E-Mail gestreuten Gerüchten zu einer möglicherweise drohenden Zahlungsunfähigkeit einzelner Institute. Tausende Bulgaren strömten in die Fibank-Filialen und räumten innerhalb weniger Stunden mehr als 400 Millionen Euro von ihren Konten. Die Bank schloss an diesem einen Tag vorzeitig ihre Türen, weil sie für die in Schlange wartenden Kunden verständlicherweise nicht genügend Bargeld vorrätig hatte. Ähnliches geschah eine Woche zuvor bei der Corpbank in Bulgarien, die im Anschluss daran unter die Kontrolle der bulgarischen Zentralbank gestellt und später abgewickelt werden musste. Die bulgarische Regierung ordnete die bis heute nicht vollends geklärten Umstände als Destabilisierungsversuch von Kriminellen ein, im Zusammenhang mit der aufgrund einer politischen Krise vorgezogenen Parlamentswahl. Wenige Stunden danach meldete sie die Festnahme von mehreren Verdächtigen. Die Europäische Kommission stützte den bulgarischen Bankensektor wegen der Ereignisse mit einem Notdarlehen über 1,7 Milliarden Euro. Diese Maßnahme erzielte den gewünschten psychologischen Effekt. Die Lage entspannte sich. Für Raisin war diese turbulente Zeit ein holpriger Start, die Fibank-Festzinsangebote wurden vorübergehend offline genommen und mitgeteilt, die Bank wolle bis zur Beruhigung der Lage auf Neugeschäft in Deutschland verzichten. Raisin informierte auf der Homepage über die Nachrichten aus Bulgarien. Einige der deutschen Kunden bekamen kalte Füße und nutzten die Option, sich ihr Geld unter Zinsverzicht vorzeitig zurückzahlen zu lassen. Diese Option gibt es nämlich bei den Fibank-Festgeldkonten im Gegensatz zu anderen, die nur in Ausnahmefällen wie Tod oder Scheidung vorzeitig aufgelöst werden können. Insgesamt gesehen zeigte sich jedoch, wie anfällig das bulgarische Bankensystem und wie dünn und wenig überprüfbar die Nachrichtenversorgung in solchen Situationen sein kann.

Bulgarien hat 7,3 Millionen Einwohner, ist das ärmste EU-Land. Die Währung, der Bulgarische Lew (BGN), wurde nach einer schweren Wirtschaftskrise und Zahlungsschwierigkeiten des Staates im Jahre 1996 zunächst 1:1 an die D-Mark gekoppelt, seit der Euro-Einführung ist sie im Verhältnis 1:1,9558 an den Euro gekoppelt. Die Staatsverschuldung ist mit 23,6 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (Stand: 9/14) vergleichsweise gering. Die Nachteile aus Sicht der deutschen Anleger liegen im Wesentlichen darin, dass die gesamte Abwicklung komplizierter ist als bei einer Festgeldanlage im Inland und die bulgarische Einlagensicherung schon bei der Corpbank finanziell überfordert war. Der Kunde muss sich um die abzuführende Kapitalertragsteuer in Deutschland kümmern. In Bulgarien fällt Quellensteuer an, ein reduzierter Satz von fünf statt zehn Prozent, sofern eine sogenannte Ansässigkeitsbescheinigung vorliegt. Die reduzierte Quellensteuer in Höhe von fünf Prozent ist in Deutschland voll anrechenbar.