Newsbeitrag vom 12.07.2010

SEB verkauft an Santander

Die schwedische SEB hat sich mit der spanischen Banco Santander auf den Verkauf ihres deutschen Privatkundengeschäfts geeinigt. Der Kaufpreis betrage 555 Millionen Euro, teilten beide Unternehmen heute mit. Die SEB betreut bundesweit rund eine Million Kunden in 173 Filialen. Sie zieht sich nicht komplett vom deutschen Markt zurück, das Geschäft mit Firmenkunden und institutionellen Kunden verbleibt bei den Nordeuropäern. Die Abspaltung ist nach eigenen Angaben zunächst mit hohen Kosten verbunden und die verbleibenden Einheiten müssen neu aufgestellt werden. Die Transaktion soll nach Mitteilung von Santander 2011 abgeschlossen werden; SEB nannte Ende des Jahres 2010 als Termin. Die Transaktion unterliegt noch den aufsichtsrechtlichen Genehmigungen.

Das deutsche Privatkundengeschäft der SEB, das aus der 2001 erworbenen BfG Bank hervorging, galt als zu klein und renditeschwach. Die Schweden trugen sich schon länger mit dem Gedanken, dieses aufzugeben. Schon in mehreren Anläufen wurde mit potenziellen Interessenten gesprochen. Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass Santander zum Zuge kommen werde. Auch die italienische Unicredit wollte die SEB-Filialen, allerdings ohne die Zentrale in Frankfurt und zu einem geringeren Preis. Santander, die selbst sechs Millionen Kunden und 176 Filialen in Deutschland zählt, ist besonders gut aufgestellt bei Konsumentenkrediten. Sie integrierte hierzulande zuvor die Kreditspezialisten GE Money Bank und RBS. Der jetzige Zukauf verbreitert nun das Angebot. Die Kundenprofile beider Häuser sind sehr unterschiedlich. Gemäß einer Studie des Marktforschungsinstituts Psychonomics hat Santander viele vergleichsfreudige und fordernde Kunden, während die Kunden der SEB eine deutlich engere Beraterbindung aufweisen.

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