Girokonto: Information
- Kontoangebot/AnzeigeOpenbank
- Eröffnungsangebot für Giro-Neukunden mit EUR 250,00 Geldprämie, es gelten Bedingungen
- Kontoführung ohne Grundpreis, Debit-Visa-Card für den ersten Kontoinhaber frei, optional auch girocard für den ersten Kontoinhaber frei erhältlich
- Kontoangebot/AnzeigeING
- Eröffnungsangebot für Giro-Neukunden mit EUR 200,00 Geldprämie und Tagesgeld-Sonderzins von 3,75% p. a., es gelten Bedingungen
Die meisten Bankkunden behalten ihr Girokonto selbst dann, wenn die Kosten steigen. Aus Gewohnheit bleiben sie ihrer Bank oder Sparkasse über Jahre treu. Aus gutem Grund, denn immerhin laufen regelmäßig Gehaltszahlungen, Abbuchungen und Daueraufträge über das Konto. Der empfundene Aufwand für einen Wechsel wiegt bei den meisten höher als die mögliche Kostenersparnis. Mit einem optimalen Girokonto lassen sich jedoch jährlich dreistellige Euro-Beträge sparen. Außerdem helfen die meisten Geldinstitute ihren neuen Kunden beim Wechseln, auch über externe Webservices, die automatisch die Umsätze analysieren und den Versand an die Anzuschreibenden übernehmen. Das macht dann kaum noch Arbeit.
In der Niedrigzinsphase brachen bei den klassischen Geschäftsmodellen der Banken die Erträge weg. Die Kosten für die Bereitstellung der Girokonten ließen sich kaum noch wie früher aus Zinserträgen querfinanzieren. So ersetzten vor allem die Filialinstitute nach und nach beliebte Gratiskonten durch Konten mit Monatspauschalen. Wurden bereits Monatspauschalen verlangt, wurden diese entweder angehoben oder einzelne Postenpreise erhöht bzw. eingeführt. In jüngster Zeit hat sich dies mit dem höheren Zinsniveau gedreht, neue Girokunden werden wieder mit Eröffnungsanreizen oder günstigen Konten umworben. Auch bei den Preisänderungen ist es ruhiger geworden, dazu trug das BGH-Urteil zur aktiven Zustimmungspflicht bei, da es den Banken in der Praxis sehr erschwert, Erhöhungen umsetzen, ohne einen Teil der Kunden zu verlieren, der nicht reagiert. Solange die Banken am Zinsgeschäft wieder gut verdienen können, ist der Preisdruck bei den Girokonten geringer.
Bei den Direktbanken war die Dynamik der Preiserhöhungen weniger ausgeprägt. Hier gibt es nach wie vor einige Anbieter mit Girokonten ohne monatliche Grundgebühr. Für Auszubildende und Studenten gilt dies bei vielen Anbietern ohnehin uneingeschränkt. Für alle anderen Kundengruppen ist ein Verzicht auf die Grundgebühr fast immer an Bedingungen geknüpft. Die Varianten reichen von einem obligatorischen monatlichen Geldeingang über ein mindestens zu haltendes Durchschnittsguthaben bis hin zur Verbindung mit Zusatzgeschäften.
Direktbanken sprechen mobile Kunden an, die keinen Wert auf ein großes Filialnetz legen. Viel Gewicht fällt hier der Bargeldversorgung zu, da das Geldziehen an fremden Automaten teuer ist. Innerhalb des Sparkassenverbunds kann man beispielsweise 22.000 Geldautomaten kostenlos nutzen. Die Genossenschaftsbanken kommen auf rund 15.500 Automaten und die Cash Group (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank und Postbank sowie deren Tochterinstitute) kommt auf 6.000 Automaten. Ob die Bank an eines dieser Geldautomatennetze angebunden ist und ob es im eigenen Umfeld entsprechende Automaten gibt, sollte man sich anschauen. Einige Direktbanken behelfen sich, indem sie ihren Kunden eine kostenfreie Bargeldversorgung über Debit- oder Kreditkarten von Mastercard oder Visa ermöglichen und dabei die Abhebegebühren der Kartengesellschaft zu pauschalen Großhandelskonditionen übernehmen. Das Geldziehen ist dann an praktisch allen Geldautomaten im gesamten Euroraum für den Kunden kostenfrei, manchmal sogar weltweit. Wer viel reist, profitiert davon. Löchrig ist die ansonsten komfortable Lösung, da mehrere Sparkassen und Volksbanken ihre Automaten für diese bestimmter Direktbanken gesperrt haben. Eine zusätzliche Option für jeden sind die Bargeldservices im Handel.
Für diverse mit einem Girokonto verbundene Leistungen erheben die Banken unterschiedlich hohe Gebühren. Voraussetzung für die Belastung von Preisen ist jedoch, dass die Bank diese im Preisverzeichnis nennt. Neben dem monatlichen Grundpreis und dem Kostenfaktor Geldabheben fallen insbesondere die Gebühren für Buchungen, Karten sowie Sollzinsen ins Gewicht. Auch bieten die Banken meist mehrere TAN-Verfahren beim Online-Banking an, nicht bei allen Banken kann ein kostenloses genutzt werden. Unnötige Ausgaben sollten vermieden werden. Denn durch Überweisungen per Beleg und den Versand von Kontoauszügen per Post werden selbst Online-Girokonten kostspielig. Andererseits werden in letzter Zeit auch vermehrt Premiumkonten angeboten, die viele Extras enthalten und/oder einen niedrigeren Sollzins versprechen. Tatsächlich kommen die meisten Kunden mit einem Standardkonto aber günstiger weg als beim Premiummodell mit hoher Kontoführungspauschale. Ohnehin ist es flexibler, statt auf eine Guthabenverzinsung des Girokontos zu setzen, oder Giro- und Tagesgeldkonto aus einer Hand haben zu wollen, überschüssiges Guthaben konsequent auf ein zum jeweiligen Zeitabschnitt gut verzinstes Tagesgeldkonto umzubuchen. Die meisten zum Konto ausgegebenen Karten sind Debitcards, hier gibt es girocards mit und ohne Cobadging-Lösung und Debit-Mastercards bzw. Debit-Visa-Cards. Mit diesen Karten gezahlte Beträge gehen direkt vom Girokonto ab. Echte Kreditkarten sind in der Regel nur gegen Aufpreis zu bekommen, oder man wählt für diesen Zweck gleich eine der kontounabhängig angebotenen Kreditkarten. Wichtig für die Produktauswahl bzw. -zusammenstellung ist daher zunächst, die eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten zu kennen, zum Beispiel welches TAN-Verfahren beim Online-Banking und welche Geldautomatenabdeckung man präferiert und ob ein für die kostenlose Kontoführung geforderter Mindestgeldeingang akzeptabel wäre.
Änderungen bei den Girokonten
- Die Openbank (vormals Santander Consumer Bank) zahlt Giro-Neukunden, die online ein Girokonto eröffnen und anschließend den freiwillig angebotenen Kontowechselservice nutzen, eine Geldprämie von EUR 250,00. Die Prämienhöhe ist eine Höchstmarke; zwischen 2022 und 2026 pendelte sie bei Santander zwischen EUR 75,00 und EUR 150,00. Einbezogen sind die Kontomodelle "BestGiro" und "BestGiro Student", wobei die Produktseite des Studentenkontos den Bonus selbst nicht ausweist. Das Konto muss bis 31.8.26 über die Website eröffnet werden, ein Filialabschluss wird nicht prämiert. Teilnehmen kann, wer in den vergangenen 24 Monaten kein Girokonto bei der Bank hatte. Unabhängig von dieser Frist bleibt ausgeschlossen, wer aus einer früheren Aktion bereits einen Willkommensbonus für ein Girokonto der Bank erhielt. Über den Kontowechselservice müssen die neuen Girokunden innerhalb von drei Monaten nach Kontoeröffnung mindestens vier Zahlungspartner über die neue Bankverbindung informieren. Als Zahlungspartner zählen Lastschriftempfänger und diejenigen, die regelmäßig Geld überweisen. Die Bank nutzt einen automatisierten Webservice der fino run GmbH; darüber kann alles in die Wege geleitet werden. Ein eigenhändiger Kontoumzug per Selbstversand erfüllt die Bedingung nicht. Die Offensive flankiert die Umfirmierung und die Produktänderungen bei den diversen Karten, die ausschließlich Anträge ab dem 2.6.26 betreffen, insbesondere bei der Bargeldabhebung und beim Auslandsentgelt. So entfiel im Neugeschäft das Auslandsentgelt von 1,85% bei der zum Konto gehörenden Debit-Visa-Card und ebenso bei "BestCard Smart", "BestCard Extra" und "BestCard Premium". Die Debit-Visa-Card erlaubt nun sechs gebührenfreie Abhebungen pro Kalendermonat weltweit (ggf. aber Entgelt des Automatenbetreibers), gebührenfrei in unbegrenzter Zahl sind mit ihr darüber hinaus weiterhin auch die Abhebungen an CashPool-Automaten im Inland. Die "BestCard Basic" hat hingegen im Neugeschäft keine kostenlose Abhebemöglichkeit mehr, die vier gebührenfreien Abhebungen pro Kalendermonat weltweit sind weggefallen. Und seit 3.8.26 ist zu girocards, die ab 2.6.26 beantragt werden, der jährliche Kartenpreis für den ersten Karteninhaber mit EUR 0,00 (vorher EUR 12,00) angegeben.
- Die norisbank stellte ihr Eröffnungsangebot zum "Top-Girokonto" am 3.8.26 auf einen variablen, unbefristeten Tagesgeld-Sonderzins um. Neukunden, die ab diesem Tag ein "Top-Girokonto" samt dem automatisch miteröffneten Tagesgeldkonto "Top-Zinskonto" abschließen, erhalten dort 2,25% p. a. Zuvor waren es die hohen 4,00% p. a., befristet bis 31.12.26 und gedeckelt bei EUR 250.000. Der neue Satz hat keine Zinsgarantie mehr, die Bank kann ihn jederzeit anpassen; der Zinsaushang führt ihn als "Top-Zinskonto mit variablen Sonderzinssatz" neben dem regulären Zinssatz von derzeit 0,75%. Eine Betragsobergrenze nennt die norisbank nicht mehr. Ebenso gestrichen sind betreffend des Sonderzinses die Bedingung zur Nutzung des Online-Kontowechselservices und die Herkunftsklausel, nach der das Tagesgeldkonto ausschließlich per Überweisung von einer Fremdbank zu befüllen war und die Gelder zuvor nicht innerhalb der Deutsche-Bank-Gruppe gelegen haben durften. Zwei Bedingungen gelten hingegen auch nun noch: Der Sonderzins gilt nur für das zuerst eröffnete Top-Zinskonto, während bis zu vier weitere Unterkonten den Standardzins erhalten, und er setzt voraus, dass der Kunde daneben das Girokonto führt. Kündigt er es, fällt auch das Tagesgeldkonto auf den regulären Zinssatz zurück. Der Sonderzins hängt somit dauerhaft am Girokonto. Der frühere Satz war für einen Zeitraum zugesagt, der neue ist ausdrücklich variabel. Die Werbeaussage "Top-Zinsen nicht nur für kurze Zeit" ist damit ein Versprechen ohne Bindung, und die Historie stützt sie nur bedingt - seit Juli 2025 änderte die norisbank ihr Sonderzinsangebot am die jeweiligen Neukunden in gut einem Jahr sechs Mal: 2,55%, binnen neun Tagen 3,11%, dann 3,00%, 3,33%, im April 2026 zeitweise gar kein Sonderzins, ab 20.5.26 4,00% und nun 2,25%. Unverändert ist unter den bekannten Bedingungen zusätzlich die Kontowechsel-Prämie von EUR 120,00 erhältlich.
- Die Postbank bietet Giro-Neukunden beim Kontomodell "Giro pur" eine einmalige Geldprämie von EUR 150,00, wenn der Kontoeröffnungsantrag zwischen 3.8.26 und 14.9.26 eingeht und die weitere Bedingungen erfüllt sind. Eröffnet werden muss über postbank.de, die Postbank-App oder das Online-Banking; ein Antrag in der Filiale führt zu keinem Prämienanspruch. Bedingung für die Gutschrift ist eine Nutzung als Gehalts- oder Zahlungskonto, wobei die Postbank hierbei insbesondere einen unbaren Geldeingang von mindestens EUR 500,00 im ersten vollen Kalendermonat nach der Kontobeantragung verlangt. Das Konto muss zudem zwölf Monate bestehen bleiben. Mit den EUR 500,00 unbarem Geldeingang in einem einzigen Kalendermonat setzt die Postbank eine niedrige Hürde, wo Wettbewerber meist drei aufeinanderfolgende Monate Eingänge ab EUR 700,00 oder EUR 1.000 verlangen. Auffällig ist die Lücke zwischen den beiden Schwellen des Angebots: Die Prämienbedingung lautet auf EUR 500,00, die Befreiung vom Grundpreis greift erst ab EUR 900,00. Wer dazwischen bleibt, zahlt über die Haltefrist zwölfmal EUR 5,90 und behält von den EUR 150,00 netto nur EUR 79,20 - rund die Hälfte.
- ING erweiterte ihr Eröffnungsangebot zum Girokonto am 30.7.26 um einen Zinsanreiz und verlängerte kurz darauf auch den Hauptbestandteil bis 30.9.26, die angebotene Geldprämie von EUR 200,00. Wer das Girokonto beantragt, bekommt das Extra-Konto automatisch dazu und darauf in den ersten vier Monaten einen Sonderzins von 3,75% auf Guthabenteile bis EUR 250.000. Dies gilt im Produkt-Bündel aus Girokonto und Tagesgeld anstatt der 3,20% p. a., die weiterhin für Tagesgeld-Neukunden angeboten werden, die ihr erstes Extra-Konto ohne Girokonto eröffnen. Voraussetzung für den Tagesgeld-Sonderzins ist, dass in den vergangenen zwölf Monaten kein Extra-Konto bei der ING bestand. Einkommenseingänge, Werbeeinwilligung und App-Login verlangt die ING für den Zins nicht, sie gelten nur für die Geldprämie.
- Die comdirect spaltete ihr Eröffnungsangebot für Neukunden am 7.7.26 bei den Girokonten nach Kontomodell auf: "Aktiv" und "Plus" blieben bei EUR 100,00 Geldprämie, kehrten bei der Bedingung aber zu der Mindestanzahl an Transaktionen zurück. Die bisherige Bedingung zum Geldeingang von mindestens EUR 700,00, in mindestens zwei von vier Monaten nach der Eröffnung, gilt nun allein beim Kontomodell "Extra", bei dem nun EUR 150,00 Geldpräme von comdirect ausgelobt sind. Extra hat einen Grundpreis von EUR 2,90 monatlich, es ist das mittlere Kontomodell, zwischen kostenlos geführtem Konto und Premiummodell. Unverändert zusätzlich gefordert ist in beiden Eröffnungsangeboten, dem Empfang werblicher E-Mails der Commerzbank AG einzuwilligen und diese Einwilligung bis zur Gutschrift nicht zu widerrufen.
- Die BBBank hat am 6.7.26 im Online-Neugeschäft auf das neue "BetterSmart Konto" umgestellt. Es ersetzt dort für volljährige Neukunden das bisher angebotene BBBank-Girokonto und das Junge Girokonto. Für Kontoinhaber im Alter unter 30 Jahren bleibt die Kontoführung ohne Mindestgeldeingang kostenlos. Ab 30 Jahren müssen monatlich mindestens EUR 1.000 eingehen. Fehlt der Geldeingang, berechnet die Bank EUR 4,95 für den betreffenden Monat. Voraussetzungen für die kostenlose Kontoführung sind zudem die Nutzung des Online-Postfachs und die Nutzung von Online-Überweisungen. Damit verändert die BBBank vor allem die Konditionen für Kunden ab 30 Jahren. Das bisher angebotene BBBank-Girokonto hat einen Grundpreis von EUR 2,95 monatlich, im damaligen Neukundenangebot waren die ersten 24 Monate entgeltfrei. BetterSmart ist bei ausreichendem Geldeingang dauerhaft kostenlos, ohne diesen jedoch mit EUR 4,95 teurer als der Vorgänger. Die Eingangsklausel ist weit gefasst, weil mehrere Teilbeträge zusammengerechnet werden und keine bestimmte Art des Geldeingangs vorgeschrieben ist. Deutlich aufgewertet wurde das Kartenpaket. Inbegriffen ist eine Debit-Visa-Karte namens "DirectCard", mit der Kunden weltweit bezahlen und unbegrenzt Bargeld abheben können, ohne Auslandsentgelt. Beim BBBank-Girokonto kostete die DirectCard EUR 19,95 jährlich. Automatenbetreiber können allerdings ein eigenes Entgelt verlangen. Zusätzlich stellt die Bank eine digitale girocard bereit; eine physische girocard ist bei BetterSmart nicht vorgesehen. BetterSmart eignet sich damit stärker für Kartenzahlungen und Bargeldversorgung im Ausland, aber weniger für Kunden, die eine klassische girocard aus Kunststoff benötigen. Neukunden können derzeit für die Eröffnung eine Geldprämie von EUR 50,00 erhalten. Beim vorherigen Angebot waren es zuletzt bis zu EUR 150,00, allerdings mit weiteren Bedingungen. Die Bank kürzte den einmaligen Anreiz also und ersetzte ihn durch eine dauerhaft entgeltfreie Kontoführung - vorausgesetzt, der Geldeingang stimmt.
- Wer ab 1.7.26 ein Girokonto bei der ING eröffnet, muss sich für die Geldprämie von EUR 200,00 mindestens einmal mit den eigenen Zugangsdaten in die ING-App einloggen; bei Gemeinschaftskonten gilt das für jeden Kontoinhaber. Diese Login-Pflicht ist neu und in keiner früheren Aktion der Bank aufgetaucht - sie zielt sichtbar darauf, die Nutzung der Banking-App zu verankern. Zugleich verlängerte die ING das Eröffnungsangebot bis 31.7.26. Am Kern änderte sich nichts: EUR 200,00 für zwei aufeinanderfolgende Einkommenseingänge in den ersten vier Monaten, mindestens EUR 1.000 oder EUR 700,00 unter 28 Jahren, dazu die Einwilligung zu "Tipps für Sie persönlich". Nur echte Einkommenseingänge zählen, keine Eigenüberträge. Die Geldprämie schreibt ING nach dem zweiten entsprechenden Geldeingang auf das zugehörige Tagesgeldkonto gut, welches, falls noch nicht vorhanden, zum Girokonto miteröffnet wird. Teilnehmen kann, wer in den vergangenen zwölf Monaten kein ING-Girokonto besaß.
- 1822direkt hob am 23.6.26 die Eröffnungsprämie beim "GiroDirekt" an, verlangt im Gegenzug aber wieder mehr. Statt bisher EUR 100,00 sind nun EUR 150,00 für die Kontoeröffnung erhältlich, der Bonus für die zusätzlich bestellte Visa-Kreditkarte verdoppelte sich von EUR 25,00 auf EUR 50,00. Zusammen sind damit EUR 200,00 erreichbar, nach zuvor EUR 125,00. Bei der Prämie für die Kontoeröffnung, wofür zuletzt schlichte Kartenzahlungen und eine Werbeeinwilligung genügten, fordert die Bank jetzt wieder einen echten Einkommenseingang, in drei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils mindestens EUR 1.000 aus Lohn, Gehalt, Rente, Besoldung oder BAföG. Hinzugekommen ist dabei auch die Pflicht, das Konto tatsächlich zu nutzen: Einkommenseingänge, die im Wesentlichen nur auf andere eigene Konten weitergeleitet werden, zählen nicht.
- Deutsche Bank, Postbank und norisbank ersetzen bei den girocards ihrer Girokontomodelle das Co-Badge Maestro durch Debit-Mastercard. Die drei Institute der Deutsche-Bank-Gruppe gehen weitgehend gleich vor; im Neugeschäft werden seit etwa dem 22.6.26 nur noch die neuen girocards ausgegeben. Wie der Austausch für bestehende Privatkunden abläuft, ist bei der norisbank am sichtbarsten, durch eine Info-Seite unter www.norisbank.de/girokonto/karten/norisbankcard.html. Die Seite erklärt, dass die norisbank Maestro-Karten unabhängig vom aufgedruckten Gültigkeitsdatum ersetzt, nennt aber kein konkretes Zeitfenster. Nach Erhalt der neuen Karte bleibt die alte drei Monate gültig; mit Aktivierung stimmen die Kunden den neuen Bedingungen zu und die alte Karte endet dann sofort. Die PIN bleibt erhalten. Wer das Girokonto nach dem 1.2.25 eröffnet hat, stimmte den aktuellen Bedingungen ohnehin bereits zu. Bei der Deutschen Bank lässt sich der Zielzustand auf der Produktseite ablesen: Zum AktivKonto und BestKonto gehört die Deutsche Bank Card als girocard mit Debit-Mastercard-Funktion. Geschäftskunden erhalten hingegen künftig eine eigenständige Debit-Mastercard zusätzlich zur reinen girocard, in den beiden höherpreisigen Kontomodellen ist diese Debit-Mastercard inklusive. Bei der Postbank lässt sich die Umstellung im Preisverzeichnis nachvollziehen - und dort offenbart sich der einzige belegte Nachteil. Speziell im Modell "Giro pur" kostet der durch das neue Co-Badge erst mögliche Auslandseinsatz mehr als bei den übrigen Karten der Postbank: Beim Bezahlen in Fremdwährung sowie bei EUR-Umsatz außerhalb der Euroländer erhebt sie ein Auslandsentgelt von 2,00% (mindestens aber EUR 2,50) statt 1,85% ohne Mindestbetrag. Die neue Kartengeneration trägt eine 16-stellige Mastercard-Nummer und eine dreistellige Prüfziffer (CVC), sie ist dadurch auch im Online-Handel einsetzbar. Damit rückt die bisherige Kontokarte funktional näher an eine Debit-Mastercard heran, ohne die girocard im stationären Inlandseinsatz zu verdrängen. Hintergrund ist das europaweite Maestro-Aus. Mastercard stellt das Scheme schrittweise ein, weshalb Banken ein neues internationales Co-Badge brauchen oder darauf verzichten.
- Per E-Mail informierte die spanische Openbank S. A. Mitte Juni 2026 ihre Kunden in Deutschland, das Online-Banking bzw. auch der Internetauftritt seien ab Mitte Juli nicht mehr über openbank.de, sondern über openbank-espana-zweigniederlassung.de zu erreichen. Die Nachricht war in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich, ebenso die anstehende Domain-Rochade. Hintergrund ist die Umstrukturierung der spanischen Santander-Gruppe auf dem deutschen Markt, die zwei Openbank-Stränge entstehen ließ. Die vormalige Santander Consumer Bank AG, die seit 15.5.26 als Openbank Deutschland AG firmiert, nutzt noch die etablierte Webadresse santander.de und soll künftig die naheliegende Domain openbank.de primär nutzen. Genau über diese Domain lief bislang das Produktangebot der deutschen Zweigniederlassung der Openbank S. A., die sie nun freiräumen muss. Die neue Webadresse löste bei vielen der angeschriebenen Kunden begründete Irritationen aus. Die sperrige Bindestrich-Domain mit dem Zusatz "espana-zweigniederlassung" weist exakt jene Merkmale auf, vor denen bei der Phishing-Prävention regelmäßig gewarnt wird. Statt eine eindeutig der offiziellen Adresse zuzuordnende Subdomain einzurichten, etwa nach dem Muster de.openbank.es, wählte die Bank ein Format nach dem Phishing-Lehrbuchmuster: Markenname plus beschreibende Zusätze, per Bindestrich an eine frei registrierbare Second-Level-Domain gehängt. Eine DENIC-Abfrage widerlegt den Anfangsverdacht: Inhaberin der am 18.5.26 registrierten Domain ist die Openbank S. A. mit Sitz in Madrid, die hinterlegte E-Mail-Adresse weist auf gruposantander.com. Inzwischen kündigt auch ein Banner auf openbank.de den Domainwechsel an. Damit ist die Faktenlage klar. Gut gelöst ist es dennoch nicht.
- Tomorrow hat sein Girokontoangebot ein weiteres Mal neu sortiert. Seit 1.6.26 kostet "Now" im Regelpreis EUR 4,90 statt EUR 4,00 im Monat, "Change" EUR 8,90 statt EUR 8,00. Das bisherige Premiummodell "Zero" wurde im Neugeschäft durch "Plus" ersetzt; Plus kostet EUR 17,90 statt bisher EUR 17,00 für Zero. Der Aufschlag beträgt jeweils EUR 0,90 monatlich. Für Now gilt beim Grundpreis weiter das Prinzip "Zahle so viel du möchtest", wenn der Kontoinhaber jünger als 21 Jahre alt ist oder monatlich mindestens EUR 500,00 auf dem Konto eingehen. Plus ist kein umbenanntes Zero, sondern ein anderes Produkt. Für Bestandskunden läuft Zero unverändert weiter. Das alte Modell ist auf Nachhaltigkeitswirkung ausgerichtet, mit rund EUR 5,00 monatlichem Klimabeitrag und messbarer CO₂-Kompensation; Plus verschiebt die Verkaufsargumente hin zu Versicherungen und Komfort. Den Gegenwert für die höheren Grundpreise bündelt Tomorrow in den beiden teureren Kontomodellen. Über die HanseMerkur sind dort erstmals Versicherungen enthalten; zuvor enthielt kein Tomorrow-Modell eine Versicherung. Change umfasst eine Auslandsreise-Krankenversicherung, eine Notfall- und eine Ticketversicherung. Plus erweitert das um Versicherungen bei Reiserücktritt und Reiseabbruch, Flug- und Gepäckverspätung, Reisegepäck- und Handydiebstahl. Bargeldeinzahlungen über Barzahlen.de/viacash kosten laut Preisliste in allen drei neuen Modellen 1,50% des Einzahlungsbetrags. Bei Now waren es bislang 1,75% des Einzahlungsbetrags, bei Zero waren die Einzahlungen kostenfrei. Die bislang vergünstigte jährliche Zahlweise bietet Tomorrow im Neugeschäft offenbar nicht mehr an; im neuen Preisverzeichnis ist die Regelung dazu nicht mehr enthalten. Für Bestandskunden ändern sich die Grundpreise bis auf Weiteres nicht und die neuen Versicherungen gelten nur für ab dem 1.6.26 eröffnete Konten. Erst beim Wechsel des Kontomodells, etwa von Zero zu Plus, greifen diese neuen Konditionen.
- Die norisbank erweiterte ihr Neukundenangebot zum Girokonto am 20.5.26 erneut um eine Zinskomponente: 4,00% p. a. Sie reagierte damit auf den deutschen Marktstart von Chase am selben Tag, der US-Anbieter hat nämlich dieselbe Zinshöhe für Tagesgeld aufgerufen, für die ersten vier Monate. Was auch bei der norisbank nach einem Spitzenwert klingt, ist eng eingehegt: Der Sonderzins gilt bei ihr auf dem gekoppelten Tagesgeldkonto auf Guthabenteile bis EUR 250.000 im Zeitfenster 1.7.26 bis 31.12.26. Wer früher einzahlt, erhält bis 30.6.26 nur 0,75%. Anders als bei Chase gilt der Sonderzins also nur mit einem zu eröffnenden Girokonto und nicht sofort, läuft dafür mit bis zu sechs Monaten länger. Bei der norisbank ist zudem zu beachten, dass es sich allein um Neugeld handeln darf, das per Überweisung von einer Fremdbank außerhalb der Deutsche-Bank-Gruppe eingeht. Sowohl für den Sonderzins als auch für die weiterhin gewährte Geldprämie müssen Neukunden bis 30.11.26 über den Kontowechselservice drei Zahlungspartner informieren. Unmittelbar davor lief das Eröffnungsangebot ohne Zinskomponente; Anfang 2026 lag sie schon einmal bei 3,33% p. a.
