Newsbeitrag vom 03.09.2010

EU kritisiert versteckte Kontogebühren

Das nächste Feld der Regulierung ist abgesteckt. Die EU-Kommission will Banken zu mehr Transparenz bei den Girokonten zwingen. Binnenmarktkommissar Michel Barnier drohte in einem Schreiben an die europäischen Bankenverbände mit neuen Gesetzen, wenn die Banken sich nicht selbst auf ein einheitliches Informationsblatt verständigen. Alle Gebühren, Kosten und Provisionen, die für die Kontoeröffnung, -führung und -schließung anfallen, müssen dabei angegeben werden. An das Konto gebundene Produkte und Dienste seien ebenso einzubeziehen. Die Financial Times Deutschland zitiert aus dem Schreiben: "Die Gebührenstrukturen sind oft so undurchsichtig, dass Verbraucher nicht wissen, was sie wofür bezahlen." Über versteckte Gebühren wird abkassiert, lautet der zugespitzte Vorwurf. Die Kontogebühren sind in Italien und Spanien gemäß einer Erhebung der Kommission besonders hoch: Inklusive Karten, Überziehungszinsen und Telefonbanking fallen hier durchschnittlich mehr als EUR 300,00 pro Jahr an. Lettland, Frankreich und Österreich folgen mit rund EUR 150,00. Deutschland liegt mit rund EUR 100,00 im Mittelfeld. Dagegen müssen in Portugal, Bulgarien und Belgien weniger als EUR 50,00 bezahlt werden. Die großen Unterschiede sind für Barnier nicht nachvollziehbar und würden darauf hinweisen, dass der Markt nicht funktioniert. Bereits im letzten Jahr rang die Kommission mit der Androhung eines Gesetzes den Bankenverbänden die Selbstverpflichtung ab, einen schnellen und kostenlosen Kontenwechsel zu anderen Banken zu ermöglichen. Darum ist so oder so damit zu rechnen, dass auch das Informationsblatt zum Girokonto kommt. Anschaulicher und somit effektiver könnte aber ein Gebührenauszug sein, der alle über ein Jahr gezahlten Gebühren ausweist, wie ihn Verbraucherschützer anregten.

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