Newsbeitrag vom 01.02.2021

AutoBank: Eigentümer stimmen geordneter Abwicklung zu

Auf der Hauptversammlung der AutoBank am 29.1.21 wurde wie erwartet die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene geordnete Abwicklung beschlossen. Das Unternehmen teilte nach der Hauptversammlung mit, der Abbauprozess werde voraussichtlich 18 bis 24 Monate dauern. Ziel sei es, "im Rahmen der geordneten Abwicklung sämtliche Verpflichtungen [...] vollständig und entsprechend den getroffenen vertraglichen Vereinbarungen zu erfüllen". Nach dem Abbau werde die AutoBank ihre Banklizenz zurückgeben.

Auch die Festgeldverträge der Online-Kunden in Österreich und Deutschland behalten laut den Angaben für beide Seiten ihre Gültigkeit, mit den ursprünglich vereinbarten Laufzeiten. Die AutoBank hatte Laufzeiten von 6 Monaten bis 4 Jahre im Programm. Die längeren gehen über den geplanten Abbauzeitraum hinaus. Denkbar wäre, dass die Bank sich von diesen Verträgen zu einem späteren Zeitpunkt trennen wird, durch Übertrag an eine andere Bank oder doch noch durch vorzeitiges Auflösen unter Zahlung einer Ausgleichszahlung. Betreffend der Sicherheit der Einlagen betonte die AutoBank nochmals, dass die Einlagensicherung im gesetzlichen Rahmen auch während der Abbauphase gegeben ist und sich der Einlagekunde daher keine Sorgen um sein Geld machen müsse. Die für die Einlagensicherung zuständige Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. passte ihren Text auf der Homepage betreffend der AutoBank an, weil die Entscheidung nun getroffen ist. Die Aussage des Textes ist dabei dieselbe geblieben: Die Einlagensicherung besteht; ein Sicherungsfall, in dem die Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. tätig werden müsse, liegt nicht vor. Zwischenzeitlich wurden von der AutoBank auch aktuelle Zahlen zum Bestand genannt. Demnach waren es zum Jahreswechsel noch 150 Millionen Euro an Kundeneinlagen auf Tagesgeldkonten und 80 Millionen Euro auf Festgeldkonten. Bei den Kreditportfolios handelt es sich um Autokredit- und Leasingverträge mit österreichischen Kunden von in der Summe ca. 70 Millionen Euro und mit deutschen Kunden von knapp über 20 Millionen Euro. Auf ihrer Internetseite informiert die AutoBank ihre Einlagekunden mittels eines Fragen-Antworten-Katalogs über die Situation. Der Fragen-Antworten-Katalog hat den Stand 12.1.21, wodurch die Formulierungen noch so sind als stünde die Entscheidung noch an und einige Fragen, wie es nun weitergeht, offen bleiben. Zudem stockte die Bank wegen der vermehrten Anfragen ihren Telefonservice im Einlagenbereich personell auf.

Die Bank ist daran gescheitert, frisches Kapital aufzubringen. Der Vorstand rechnet für das Geschäftsjahr 2020 mit einem Verlust in der Größenordnung von 6,5 Millionen Euro und mit dem Unterschreiten des von der österreichischen Finanzmarktaufsicht zusätzlich zu den regulatorischen Mindesterfordernissen vorgeschriebenen Kapitalpuffers, die regulatorischen Mindesterfordernisse selbst würden zum 31.12.20 voraussichtlich nicht unterschritten.

Die AutoBank ist in Wien und München an der Börse notiert. Die Wiener Notierung basierte bislang auf einem Vertrag mit Lang & Schwarz, der endet aber am 26.2.21, weil Lang & Schwarz die Tätigkeit in diesem Bereich einstellt. Eine Einbeziehung an der Wiener Börse auf Grundlage eines eigenen Börsenantrags wird die AutoBank nun nicht mehr verfolgen. Vielmehr plant sie, ihre Notierung in München zeitnah ebenfalls aufzuheben.

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