Newsbeitrag vom 17.02.2021

Produktseitiger Umbau trifft das Girokonto bei comdirect

Beim Girokontoangebot der comdirect wurde am 15.2.21 eine Reihe von Änderungen vorgenommen. Teilweise ist das Angebot mit ihnen ziemlich unübersichtlich geworden. Im Neugeschäft gelten die Änderungen sofort, für Bestandskunden ab 1.5.21. Hauptsächlich geht es um die Kontoführung, sie ist nicht mehr bedingungslos kostenlos, um die Kartenausstattung und um SEPA-Echtzeitüberweisungen. Alle Änderungen treffen ebenso auf das Girokonto in Kooperation mit O2 zu. Sie folgen auf den in der Vorwoche angekündigten Umbau der Commerzbank zu einer "digitalen Direktbank mit Beratung", wobei hier die Konditionen der Direktbankmarke comdirect eher in Richtung der Kontomodelle der Commerzbank gehen. comdirect hat seit vergangenem November keine eigene Rechtspersönlichkeit mehr, ist auf die Commerzbank verschmolzen worden. Damals hieß es ganz ähnlich, die Commerzbank wolle sich mit comdirect im Privatkundengeschäft neu aufstellen, digital weiterentwickeln.

Die ersten sechs Monate nach Eröffnung führt comdirect das Girokonto kostenlos. Danach ist die Kontoführung weiterhin kostenlos, wenn im jeweiligen Kalendermonat eine von vier Bedingungen erfüllt wird: entweder ein Geldeingang ab EUR 700,00 vorliegt oder drei Zahlungen mittels Apple Pay oder Google Pay getätigt werden oder ein Trade bzw. eine Sparplanausführung in Wertpapieren stattfindet oder der Kontoinhaber ist Schüler, Auszubildender, Praktikant oder Student und zudem unter 28 Jahre alt. Ansonsten fällt - soweit kein Verwahrentgelt anfällt - ein Grundpreis von EUR 4,90 pro Monat an. Das Verwahrentgelt, in dem Zusammenhang verschachtelt mit der Befreiung vom Grundpreis, fällt künftig für alle comdirect-Kunden an, die ab 17.1.20 eröffnet haben, für Guthabenteile größer EUR 100.000, die Kontostände auf sämtlichen Konten einer Kundenverbindung zusammengerechnet. Das Verwahrentgelt trifft dann einen größeren Kundenkreis, da comdirect bei der Regelung zum Verwahrentgelt das Eröffnungsdatum abänderte und die Schwelle auf den nun einheitlichen Betrag herabsetzte. Der Geldeingang in der geforderten Höhe muss kein Gehalt sein und er muss nicht in einer Summe eingehen, allerdings werden Eingänge von Auslandsüberweisungen, Bargeldeinzahlungen und Überweisungen innerhalb der Kundenverbindung nicht berücksichtigt. Wie bei einigen anderen Direktbanken kann man von einem externen Konto einen Dauerauftrag auf das Girokonto leiten oder Geld manuell darauf überweisen, um den Grundpreis zu umgehen. Nicht wenige lassen Gelder deshalb mittlerweile im Kreis laufen.

Statt der bislang beitragsfreien Visa-Kreditkarte stellt comdirect nun eine Debit-Visa-Card aus. Die Debit-Visa-Card hat comdirect für die hauptsächliche Verwendung gut ausgestattet, sie unterstützt mobiles Bezahlen mit Apple Pay und Google Pay, das Bezahlen im Internet und im stationären Handel und drei Mal pro Monat ist Geldabheben mit ihr weltweit ohne Gebühr (ggf. aber Entgelt des Automatenbetreibers). Die Umsätze werden bei einer Debitkarte anders als bei einer Kreditkarte direkt dem Girokonto belastet. Auf Wunsch ist ergänzend eine reine girocard beitragsfrei erhältlich. Neue girocards der comdirect haben kein Cobranding mehr mit V PAY und das gebührenfreie Geldabheben über die neue girocard hat comdirect auf das Inland beschränkt, dort ist es an Cash-Group-Automaten und Shell-Tankstellen möglich. Benötigen wird diese girocard deshalb wohl nur, wer Bargeld einzahlen oder bei Händlern mit Karte bezahlen möchte, die ausschließlich die girocard akzeptieren.

Ausgehende SEPA-Echtzeitüberweisungen sind bei comdirect möglich. Zunächst für Beträge bis EUR 2.000 eingeführt, sogar kostenlos, macht comdirect das nun kostenpflichtig, mit EUR 1,00 pro Echtzeitüberweisung. Bareinzahlungen auf das eigene Girokonto sind an Einzahlautomaten/Kassen der Commerzbank möglich, kosten künftig nach den drei gebührenfreien Einzahlungen im Kalenderjahr EUR 4,90 pro Vorgang statt zuvor EUR 2,90. Zubuchbar bei dem Kontomodell sind ein uneingeschränktes gebührenfreies Geldabheben für monatlich EUR 6,90, eine echte Visa Card für monatlich EUR 1,90 und Reiseversicherungen für monatlich EUR 7,90 (enthält Auslandsreiserücktritt, Auslandsreisekranken, Auslandsreisegepäck, Mietwagenschutz; die Absicherung durch den Mietwagenschutz bedingt die vorherige Bezahlung mit der Visa Card). Oder man nimmt alle drei zubuchbaren Leistungen im Paket für monatlich EUR 14,90 statt EUR 16,70, was comdirect mit dem neuen Kontomodell namens "Girokonto plus" inklusive eines bevorzugten Kundenservices anbietet.

Die Bestandskunden, die bereits ein Girokonto von comdirect haben, werden auf die Änderungen durch eine Nachricht im Online-Postfach hingewiesen und im neuen Preis- und Leistungsverzeichnis auf den letzten beiden Seiten. Schon in den kommenden Wochen bekommen sie automatisch die neue Debit-Visa-Card zugeschickt. Falls der Bestandskunde nichts unternimmt, behält auch seine vorhandene Visa-Kreditkarte ihre Gültigkeit - bei dieser führt comdirect den Kartenpreis von EUR 1,90 pro Monat ein und streicht dafür das Auslandsentgelt. Die Karte soll im Online-Banking unter "Verwaltung > Meine Daten > Konto/Depot kündigen" ab Mitte April gekündigt werden können. Wer nicht darauf warten möchte, kann sie auf schriftlichem Weg kündigen. Die girocard mit V-PAY-Funktion wird erst zum Ablaufdatum getauscht, bis dahin ist das Geldabheben mit ihr noch in den anderen Euroländern an beliebigen Geldautomaten gebührenfrei. Die Lieferung der Debit-Visa-Card kommt mit einer kleinen Aktion: Wenn der Bestandskunde die Karte innerhalb von sechs Wochen nach Erhalt mindestens drei Mal für das mobile Bezahlen mittels Apple Pay oder Google Pay nutzt, schreibt comdirect etwa nach zehn Wochen einmalig EUR 5,00 Geldprämie dem Konto gut.

  1. Anbieterlink
    zum Girokonto der comdirect
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