Newsbeitrag vom 31.07.2025

Distingo dehnt die Einführungsphase - weiterhin 3,00% p. a. für Tagesgeld

Die französische Distingo Bank ist seit der zweiten Juli-Hälfte mit einem eigenen Internetauftritt am deutschen Einlagenmarkt aktiv. Ihr Willkommensangebot war ursprünglich nur bis zum 31.7.25 und damit sehr kurz angesetzt - heute gab sie den Interessenten einen Monat mehr Zeit, sie verlängerte bis 31.8.25. Wer bis dahin das Tagesgeldkonto eröffnet, erhält 3,00% p. a. auf Guthabenteile bis EUR 100.000 für die ersten drei Monate ab IBAN-Zuteilung. Das Angebot ist attraktiv, zumal mit monatlicher Zinsgutschrift, aber steuerlich ist es eine Auslandsanlage. Und nach Ablauf der Sonderverzinsung wird Distingo Bank zinssensible Kunden kaum halten können, wenn der Standardzins wie derzeit bei 1,50% liegt.

Die Distingo Bank ist eine Direktbankmarke der "Compagnie Générale de Crédit aux Particuliers - Credipar", einem im französischen Poissy ansässigen Kreditinstitut. Es gehört einem 50:50-Joint-Venture zwischen Banque Stellantis France (dem Finanzarm des Autoherstellers) und Santander Consumer Finance. Das Geschäftsmodell kombiniert Einlagengeschäft und Konsumentenkredite. In Deutschland betreibt Banque Stellantis über ihre Niederlassung in Neu-Isenburg bereits Stellantis Direktbank und Opel Direktbank, und Santander ist bereits mit den Direktbankenmarken Openbank, Zinia und Suresse Direkt Bank am Markt. Distingo existiert in Frankreich seit elf Jahren. Ende 2024 zählte sie über 208.000 Kunden und verwaltete Spargelder von mehr als 6,4 Milliarden Euro.

Seit Mitte 2023 ist Distingo indirekt bereits über die Zinsplattform WeltSparen in Deutschland verfügbar. Dort bietet sie einzig ein Tagesgeld an, derzeit mit 2,01%.

Am 21.7.25 veröffentlichte Distingo eine Pressemitteilung zum Start des Angebots unter eigenem Marketing und eigener Website. Neben Tagesgeld bietet sie ein zwölfmonatiges Festgeld mit 2,00% an, für Anlagebeträge von EUR 1.000 und EUR 100.000. Die Festgeldanlage setzt ein bestehendes Tagesgeldkonto voraus. Der Webauftritt wirkt modern, offenbart jedoch Nachlässigkeiten bei der Umsetzung. Animationen verlangsamen den Seitenaufbau, eine Impressum-Seite ist nicht zu finden - weder direkt noch über Umwege wie Kontaktseite - und stellenweise ist der Rechtsklick deaktiviert, was eine Browser-Benachrichtigung anzeigt. Diese Punkte können das Vertrauen beeinträchtigen, wenn Erstbesucher einschätzen wollen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt.

Benötigt werden beim Kontoeröffnungsprozess ein gültiges Ausweisdokument, ein maximal drei Monate alter Adressnachweis (zum Beispiel eine Rechnung des Energieversorgers), die Steuer-Identifikationsnummer und ein deutsches Referenzkonto. Scans vom Ausweisdokument und vom Adressnachweis sollen hochgeladen werden, anschließend sieht die Bank zusätzlich VideoIdent nach deutschem Standard über ID Now vor. PostIdent ist nicht verfügbar. Als Vertragssprache wird Deutsch vereinbart. Die IBAN erhält man wenige Minuten nach erfolgreichem Identitätscheck per E-Mail. Binnen fünf Arbeitstagen muss eine Ersteinzahlung von mindestens EUR 10,00 vom Referenzkonto eingezahlt sein. Kunden können bis zu drei Referenzkonten hinterlegen. Standardmäßig sind Verfügungen innerhalb von sieben aufeinanderfolgenden Tagen auf EUR 50.000 begrenzt. Es besteht die Möglichkeit, das Limit zu ändern. Gemeinschafts- oder Minderjährigenkonten gibt es nicht.

Die Einlagen unterliegen dem französischen Einlagensicherungsfonds (Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution, FGDR) bis EUR 100.000 pro Kunde. Dies entspricht dem harmonisierten EU-Standard. Der Unterschied zu Anbietern mit Sitz in Deutschland: Auslandsanbieter wie Distingo zahlen die Zinserträge brutto aus und der Anleger muss sie gegebenenfalls eigenständig in Deutschland versteuern. Die Zinsangebote eignen sich deshalb nur für Anleger, die den Mehraufwand bei der Steuererklärung nicht scheuen. Für drei Monate können sie von einem überdurchschnittlichen Zins profitieren.

  1. Anbieterlink/Anzeige
    direkt zur Website der Distingo Bank