Newsbeitrag vom 09.01.2026

easybank-Marke ersetzt Barclays

Die BAWAG Group betreibt ihr von Barclays übernommenes deutsches Privatkundengeschäft ab Februar unter der Marke easybank. Damit führt sie ihre seit 1997 in Österreich aktive Direktbankmarke auch auf dem deutschen Markt ein. Die BAWAG gab die Markenumstellung am 7.1.26 in einer Pressemitteilung bekannt. Auf www.barclays.de/marke finden Kunden Informationen zur Umstellung. Die neue DE-Domain der easybank, www.easybank.de, ist bereits erreichbar und verlinkt auf die Informationsseite.

Der Rückzug der britischen Barclays aus dem Privatkundengeschäft in Kontinentaleuropa ermöglichte der BAWAG im Sommer 2024 den Zukauf. Nach regulatorischer Genehmigung wurde die Transaktion im Februar 2025 vollzogen. Die übernommene Hamburger Unternehmenseinheit zählt zu Deutschlands größten Kreditkartenanbietern. Auch über CoBranding-Partner wie Eurowings gibt sie Karten heraus, und sie bietet Ratenkredite sowie ein Tagesgeldkonto an. Die Parteien vereinbarten, dass die BAWAG den Markennamen Barclays übergangsweise für das Geschäft weiternutzen darf.

Die BAWAG ist Österreichs viertgrößte Bank und betreibt ein Filialnetz. Die easybank, ihre Direktbankmarke, ist Österreichs kundenstärkste Direktbank und führt dort mehr als 1,3 Millionen Kundenkonten. Das Vorhaben, mit der easybank nach Deutschland zu expandieren, bestand seit mehreren Jahren. Charakteristisch für easybank in Österreich sind gebührenfreie Einstiegsprodukte, der Fokus auf eine junge Zielgruppe und Sonderzinsen auf Tagesgeldkonten unter verschiedenen Produktnamen, die nach Ablauf der Sonderverzinsung auf einen marginalen Standardzins fallen.

Umstellung in Stufen

Im Februar ändert sich im Grunde nur die Optik: neuer Name, neues Farbschema, angepasste Designelemente. Zugangsdaten, Online-Banking-Funktionen und Konditionen bleiben unverändert. Die Banking-App erhält ein leicht geändertes Design per Update. Die Kreditkarten bleiben bis zu ihrem Ablaufdatum gültig. Ab März 2026 tauscht die Bank sie nach und nach gegen Karten im easybank-Branding aus.

Die technische Migration des Geschäfts auf die BAWAG-Systeme steht noch an. Die Bank will sie bis zum ersten Quartal 2027 abschließen. Anschließend werde die Banking-App grundlegend neu entwickelt und um Funktionen erweitert. "Mit der Marke easybank geben wir unseren Kunden ein Versprechen ab: Wir möchten einfaches Banking für alle ermöglichen", erklärte Tobias Griess, verantwortlich für easybank in Deutschland.

Brokerage angekündigt

Spätestens 2027 werde die easybank das Produktangebot in Deutschland ausweiten. In der Pressemitteilung angekündigt ist explizit der Einstieg ins Online-Brokerage. In Österreich zählt die easybank in diesem Segment zu den Top-3-Anbietern nach flatex.at. Im Dezember 2021 hatte die BAWAG die Hello bank von BNP Paribas übernommen und sie der easybank zugeordnet. Die 1995 als direktanlage.at gegründete Hello bank dominierte jahrelang den österreichischen Brokerage-Markt und brachte rund 80.000 Depotkunden ein.

Vorbelastet durch kurzfristiges Gewinnoptimieren

Ob die easybank an den Erfolg in Österreich anknüpfen kann, bleibt offen. Zwar blieben die Konditionen nach der Barclays-Übernahme offiziell unverändert, doch die Vorgehensweise der neuen Führung geriet in die Kritik. Hauptsächlich im September und Oktober 2025 erhielten zahlreiche Bestandskunden mit älteren beitragsfreien Kartenverträgen E-Mails oder Einblendungen im Banking, die sie vor die Wahl stellten: Wechsel zum Platinum Double mit EUR 99,00 Jahresgebühr oder bankseitige Kündigung. Die Strategie dahinter: profitable Kartenkunden behalten, unprofitable unter Druck setzen. Das beschädigte Vertrauen und prägt die Erwartungshaltung. Ende 2025 beruhigte sich die Lage merklich, neue Kündigungsmeldungen blieben aus, und manche Kunden wurden nicht gekündigt, obwohl sie nicht wechselten.

Reibungspunkte treten jedenfalls bei solchen Übergängen häufig auf. Bestandskunden sollten daher während der Phase bis Anfang 2027 weiterhin Mitteilungen und Änderungen am Preisverzeichnis aufmerksam lesen.