Ratenkredit: Wichtige Merkmale beim Online-Ratenkredit

Eine Internetrecherche ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, einen günstigen Ratenkredit zu bekommen. Es gibt eine große Bandbreite bei Preisen und Vertragsbedingungen - deshalb immer mehrere miteinander Angebote vergleichen. Aber worauf sollte man achten? Woran erkennt man, ob eine Bank einen guten Online-Ratenkredit hat? Zunächst stehen Vorüberlegungen an: Welche Rate auf Dauer aufgebracht werden kann, was die optimale Kreditlaufzeit ist, welche Ereignisse oder Ausgaben in der Zeit bevorstehen oder unerwartet eintreten können. Mit einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder noch besser einer Finanzsoftware zur Analyse der Kontoumsätze und dem anschließenden Probesparen mit der offenbar tragbaren Rate lässt sich am sichersten einschätzen, was die Haushaltskasse verkraftet. Dann ist noch ein wenig Produktkenntnis notwendig. Die einzelnen Produktmerkmale von Online-Ratenkrediten schauen wir uns daher näher an, um bewerten zu können, wann sie kundenfreundlich gestaltet sind bzw. wie sie im Vergleich zu anderen Angeboten stehen.


  • Effektiver Jahreszins: Zins ist nicht gleich Zins. Es wird zwischen einem Sollzins und einem effektiven Jahreszins unterschieden. Während der erste ausschließlich die Zinshöhe angibt, enthält der zweite nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Berechnungsmethode den Sollzins, die unterjährige Zinsbelastung und die meisten weiteren Nebenkosten des Kredits. Folglich ist der effektive Jahreszins der höhere Zins, beim Vergleichen ist nur er maßgebend. Je kürzer die Kreditlaufzeit, desto geringer sind in der Regel die Gesamtkosten, wobei mit einer langen die Ratenhöhe niedrig gehalten werden kann. Hier gilt es, abgestimmt auf die gegebenen finanziellen Möglichkeiten, die passende Laufzeit zu wählen und gezielt die effektiven Jahreszinsen für diese Laufzeit zu vergleichen. Um sich von den angegebenen Zinssätzen nicht täuschen zu lassen, ist die Gretchenfrage, ob die Zinssätze unabhängig oder abhängig von der Bonität sind. Sind sie unabhängig davon, wird der Kredit zu identischen Konditionen an alle Kreditnehmer vergeben. Sind sie bonitätsabhängig, ermitteln die Banken einen kundenindividuellen Zins über ein internes Scoring aus den gemachten Angaben und der Schufa-Auskunft. Angeben werden die Banken zunächst die bestmöglichen Zinsen. Erkennen lassen sich bonitätsabhängige Zinsen in der Regel an einem Sternchen mit Erklärung in der Fußzeile des Zinstableaus. Oft wird die Formulierung verwendet "abhängig von individuellen Faktoren". Ein wenig aufschlussreicher ist es, wenn Zinsspannen genannt sind. Den persönlichen Zinssatz erfährt man erst am Ende des Antragsprozesses. Oder noch später, nach PostIdent und Eintreffen der Unterlagen. Damit Interessenten vorher abschätzen können, wie realistisch die Zinsangaben sind, besteht die Pflicht, in einem repräsentativen Beispiel den Zins zu nennen, von dem der Interessent erwartet darf, dass zumindest zwei Drittel aller Antragssteller ihn oder einen niedrigeren erhalten werden. Doch gilt das repräsentative Beispiel nur für eine bestimmte Konstellation aus Kreditbetrag und Kreditlaufzeit. Wer nicht über ein überaus hohes und sicheres Gehalt verfügt, was einen günstigen Zinssatz rechtfertigen könnte, spart Zeit und Frust, wenn er bonitätsabhängige Zinsen bei der Suche ausschließt.
  • Restschuldversicherung: Besondere Aufmerksamkeit gebührt der Restschuldversicherung. Banken wollen sie unbedingt mitverkaufen, weil sie gleich dreifach davon profitieren: Sie bekommen vom Versicherungspartner die Provision für die Vermittlung, die einmalig zu Beginn in Rechnung gestellten Prämien für den Versicherungsschutz können sie dem Kreditbetrag aufschlagen und mitfinanzieren, und im Versicherungsfall ist der Eingang der Tilgungsraten sichergestellt. Es gibt Restschuldversicherungen für die Risiken unverschuldete Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Tod. Meist werden diese einzeln und/oder kombiniert angeboten - aus Kundensicht zum Schutz der Angehörigen. Die Leistungen und Prämien der Policen sind wiederum unterschiedlich. Im Kleingedruckten kann der Schutz stark eingeschränkt sein, beispielsweise erst nach einer Karenzzeit einsetzen. Für den Kreditnehmer ist der Abschluss optional. Verbraucherschützer raten davon ab, weil sie Restschuldversicherungen für überteuert halten und viele anderweitig ausreichend vorgesorgt haben, in Form von Risiko-Lebens- und/oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Die Bank darf ihre Kreditentscheidung nicht vom Abschluss der Police abhängig machen, ansonsten müsste sie deren Kosten in den effektiven Jahreszins einrechnen. Wer die Rechtschuldversicherung nicht will, sollte bei der Kreditberechnung darauf achten, sie nicht dabei zu haben, sie ist dort zumeist vorausgewählt.
  • Bearbeitungsgebühr: In der Vergangenheit wurden einmalige Bearbeitungsgebühren in Höhe von ein bis dreieinhalb Prozent des Nettodarlehensbetrags erhoben. Die meisten Kreditbanken haben die Gebühr mittlerweile aus ihren Neuverträgen gestrichen. Einige Oberlandesgerichte hatten sie für unwirksam erklärt. Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof und damit eine Allgemeingültigkeit der Entscheidung haben die Banken bislang vermieden. Da die Gebühr im effektiven Jahreszins enthalten ist, ist es für den Kreditnehmer zunächst unerheblich, ob das Angebot eine Bearbeitungsgebühr oder stattdessen einen entsprechend höheren Sollzins hat. Nur wenn der Kredit früher als vereinbart zurückgezahlt wird, wäre ein Angebot ohne Bearbeitungsgebühr besser. Denn die Bearbeitungsgebühr wird nicht anteilig rückerstattet.
  • Sonstige Gebühren: Nicht berücksichtigt im effektiven Jahreszins sind Entgelte für die Kontoführung des Kreditkontos, für Kontoauszüge und besondere Geschäftsvorfälle. Die SWK-Bank etwa nimmt eine Kontoführungs- und Auszugsgebühr und stellt die Kosten für das obligatorische PostIdent in Rechnung, was ansonsten eher selten vorkommt. Die Vertragsbedingungen sollten dahingehend durchforstet werden. Dazu eignen sich gut die standardisierten "Europäischen Verbraucherkreditinformationen", die meist im PDF bei der Antragserstellung enthalten sind. Generell ist es beim Kreditvergleich immer hilfreich, mit identischen Ausgangsdaten (Kreditbetrag und -laufzeit) die ausgewiesenen Summen und Tilgungsraten gegenüberzustellen. Differenzen geben Hinweise zum Hinterfragen.
  • Flexibilität: Zunehmend mehr Flexibilität geben die Kreditgeber in ihren Verträgen durch Optionen auf kostenfreie Sondertilgungen und Ratenpausen. Bei Neuverträgen schreibt der Gesetzgeber ohnehin vor, dass jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückgezahlt werden kann, wobei der Kreditgeber hierbei eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen darf. Wenn wie angegeben jedoch mit einer kostenfreien Sondertilgung geworben wird, ist genauer zu erfragen, wie hoch die zusätzliche Tilgung in welchem Zeitraum ausfallen darf. Eine zugesicherte Ratenpause kann in Absprache mit der Bank in Anspruch genommen werden, wenn davor eine bestimmte Anzahl von Raten ordnungsgemäß bezahlt wurde. Auch ohne diese Option lohnt sich bei Engpässen, offen mit der betreffenden Bank zu sprechen, schließlich ist ihr ebenso an der Rückzahlung gelegen. Gemeinsame Lösung kann es sein, eine Fälligkeit zu verschieben oder die Ratenhöhe zu verkleinern. Wichtig ist, dass die Absprache im Vorfeld einer kritischen Lastschriftabbuchung geschieht. Nur so werden Mahnkosten und eine Belastung der Kreditbeziehung vermieden. Die meisten Anbieter reagieren verständnisvoll, wenn sie die Hintergründe und vor allem die Ernsthaftigkeit des Kreditnehmers einschätzen können.
  • Kundenbeziehung: Aus Erfahrungsberichten im Web lässt sich ableiten, wie sich der Kreditgeber zu seinen Kunden verhält, welchen Ruf er hat. Auch hier gilt es, kritisch zu sein. Die meisten schreiben ihren Bericht in den Wochen nach dem Antrag, sind zufrieden, wenn sie den Kredit bekommen haben, und verärgert, wenn sie abgelehnt wurden. Während der Kreditbeziehung wird kaum ein Kunde sich sehr negativ äußern, sofern er damit rechnen muss, dass die Bank den Bericht ihm zuordnen kann. Andererseits wird Anonymität gerne für wüste Beschimpfungen missbraucht. Aus dem Querschnitt gehen aber auch recht gut die Abläufe und deren heiklen Stellen hervor.
  • Schufafreie Kredite: Da eine Schufa-Abfrage bedeutend ist, um die Kreditwürdigkeit und damit das Kreditausfallrisikos einzuschätzen, muss der Verzicht darauf stutzig machen. Meist wird angepriesen, auch bei schlechter Bonität Kredit vergeben zu können - für Kreditsuchende mit negativer Schufa vermeintlich eine Chance. Schufafreie Kredite sind mit hoher Wahrscheinlichkeit unseriös, sie stammen in der Regel nicht von Banken. Gewöhnlich kommt überhaupt kein Kreditvertrag zustande. Das Interesse liegt einzig darin, Geld über Vorkosten zu machen, durch den Versand von wertlosen Dokumenten per Nachnahme oder empfindlich teure Hotlines, wo der Interessent vorsprechen soll. Bei seriösen Anbietern entstehen Kosten erst ab Auszahlung des Kredits. In unserem Vergleichsrechner dürfen Sie von seriösen Kreditangeboten ausgehen.
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