Girokonto: Bargeld abheben im Handel und an Tankstellen

Mit der girocard können sich Verbraucher direkt an der Kasse Bargeld von ihrem Bankkonto auszahlen lassen. Einen solchen Bargeldservice bieten Aldi Süd, REWE, Penny, die toom-Baumärkte, Netto Marken Discount, einzelne EDEKA-Märkte, famila, sky-Supermärkte, plaza Bau- und Gartencenter und Shell. In jeder Gegend gibt es dadurch eine Vielzahl von Stellen, wo gebührenfreies Geldabheben möglich ist, selbst wenn das Automatennetz der eigenen Bank sonst eher weitmaschig ist.

Außen oder in den Eingangshallen von gut besuchten Einzelhändlern haben einzelne Banken Geldautomaten aufgestellt, um präsent zu sein, wo der Kunde regelmäßig hingeht. Für die Kunden einer Bank im jeweiligen Geldautomatenbund ist dies praktisch. Für alle anderen kann ein solcher Automat wegen der zu zahlenden Auszahlungsgebühren nur eine Notlösung sein. Der Bargeldservice direkt an der Kasse einiger Supermärkte und Tankstellen ist dagegen für nahezu jeden Einkaufenden geeignet. In den allermeisten Fällen fallen hier für niemanden Auszahlungsgebühren an. Ein Extragang an den passenden Geldautomaten ist so nicht mehr notwendig, zwei Erledigungen des täglichen Bedarfs können in einem erledigt werden.

Wie der Bargeldservice funktioniert

Der Kunde kauft für einen Mindestbetrag ein, zahlt seine Artikel oder die Tankfüllung mit girocard und teilt der Kassenkraft mit, dass er zusätzlich eine Barauszahlung wünscht. Kaufsumme und der gewünschte Auszahlungsbetrag werden addiert und vom Bankkonto per Lastschrift eingezogen. Bisweilen sorgt ein Blick auf den Kontoauszug hinterher für Verwirrung. Denn es erscheint lediglich eine Abbuchung vom Unternehmen xy. Die Bargeldabhebung, die darin enthalten ist, kann das Unternehmen in der Abbuchung nicht gesondert kennzeichnen. Wenn der Kunde den Kassenbon aufgehoben oder ein gutes Gedächtnis hat, weiß er aber noch wie hoch die eigentliche Summe für den Einkauf bzw. wie hoch die Abhebung war. Der Bargeldservice ist für alle Verbraucher mit einem deutschen Bankkonto verfügbar, egal bei welcher Bank sie ihr Konto haben. Sie benötigen dazu die girocard, Kreditkarten werden bislang nicht akzeptiert. Manche Kunden scheuen sich jedoch so Geld zu holen, da man keine Diskretionszone hat.

Wo es den Bargeldservice gibt

  • Aldi Süd: Der Discounter hat ein riesiges Filialnetz. Das Geschäftsgebiet von Aldi Süd umfasst die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, den südlichen Teil von Hessen und den westlichen Teil von Nordrhein-Westfalen. Ab einem Einkaufswert von EUR 20,00 können sich Verbraucher gebührenfrei bis zu EUR 200,00 auszahlen lassen.
  • REWE-Handelsgruppe: Zur REWE-Handelsgruppe gehören die Supermärkte REWE und Penny sowie die toom-Baumärkte. Ab einem Einkaufswert von EUR 20,00 können sich Verbraucher in den genannten Märkten gebührenfrei bis zu EUR 200,00 auszahlen lassen.
  • Netto Marken-Discount: Netto ist der Discounter der EDEKA-Gruppe, bietet den Service seit März 2013 an. Ab einem Einkaufswert von EUR 20,00 können sich Verbraucher gebührenfrei EUR 10,00 bis maximal EUR 200,00 einmal täglich auszahlen lassen.
  • EDEKA: Die über 4.000 selbständigen EDEKA-Kaufleute bieten nur vereinzelt einen Bargeldservice an. Es gibt ihn insbesondere in den Regionen Südbayern, Südwest und Minden-Hannover. In den Märkten mit dem Service ist die Auszahlung kostenlos, es besteht nicht einmal Einkaufszwang. Ob der Bargeldservice künftig häufiger vorzufinden ist, steht noch nicht fest, eine flächendeckende Lösung ist aufgrund der genossenschaftlichen Struktur unwahrscheinlich.
  • famila Handelsmarkt, sky-Supermarkt, plaza Bau- und Gartencenter: Regional im Norden Deutschlands gibt es zum einen die Supermarktkette famila und zum anderen die coop Konusumgenossenschaft, die mit Supermärkten (sky) und Bau- und Gartencentern (plaza) vertreten ist. Ab einem Einkaufswert von EUR 20,00 können sich Verbraucher gebührenfrei bis zu EUR 200,00 auszahlen lassen.
  • Shell: Shell rollte den Bargeldservice in Zusammenarbeit mit der Postbank ab 2009 aus. Rund 1.300 von 2.200 Shell-Tankstellen haben auf die notwendigen bedienten Kassentresore umgestellt. Seit 2011 erhöht sich die Zahl der teilnehmenden Stationen kaum noch. Aufsteller oder Schilder weisen darauf hin, wenn es eine Station ist mit der Möglichkeit Bargeld zu besorgen. Aber auch in den Karten von vielen Geldautomaten-Findern sind diese Stationen eingetragen. Bei dem Tresorsystem hat der Kassierer auf die Bargeldbestände keinen freien Zugriff mehr. Das bedeutet, der Tresor lagert das eingenommene Geld ein und gibt das Wechselgeld, ebenso den Abhebebetrag, abgezählt heraus. Mit der VISA-Card der DKB oder einer Bankkarte eines Cash-Group-Instituts (Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Commerzbank, Postbank und jeweils deren Tochterunternehmen) ist die Dienstleistung entgeltfrei. Kunden fremder Institute zahlen gemäß des einheitlichen Fremdkundenentgelts der privaten Banken EUR 1,95 je Abhebung. Bei Shell ist das Geldabheben unabhängig vom Tanken oder einem Einkauf im Shop. Der Höchstbetrag richtet sich hier nach den individuellen Kartenlimits.

Warum Unternehmen ihn anbieten

Handel und Tankstellen verringern durch den geringeren Kassenbestand ihr Überfallrisiko. Dadurch muss auch weniger Bargeld abtransportiert werden, die Kosten für den Geldtransport mit Sicherheitsunternehmen und die Versicherung sinken. Darüber hinaus ist der Bargeldservice eine nette Gefälligkeit, die zur Kundenbindung beiträgt. Und wegen des Mindestumsatzes liegen vielleicht mehr Artikel als eigentlich benötigt im Einkaufskorb, was den Umsatz ankurbelt.