Direktbanken und Online-Broker im Vergleich

Girokonto: Übersicht zu den Geldautomatenverbünden der Banken

Von Fremdkunden nehmen nahezu alle privaten Banken am Geldautomaten ein direktes Kundenentgelt von einheitlich EUR 1,95, wenn die girocard innerhalb Deutschlands für die Abhebung verwendet wird. Dagegen legt jede Sparkasse und jede Genossenschaftsbank die Gebühr eigenständig fest. Dabei bewegen sich die meisten in der Spanne zwischen EUR 1,95 und EUR 4,95. Einige differenzieren preislich zudem zwischen Standorten mit weiteren Geldmaschinen in der Nähe und Standorten ohne Wettbewerb. Lesen Sie, wie Sie im In- und Ausland ohne Kosten an Bargeld kommen.

Die deutschen Banken haben sich zu mehreren Netzwerken zusammengeschlossen, um ihren Kunden möglichst flächendeckend eine kostenlose Bargeldversorgung anbieten zu können. Das größte und am weitesten verzweigte Netz an Geldautomaten unterhalten die Sparkassen mit 24.600 Geldautomaten. Es folgt das BankCard ServiceNetz der Volks- und Raiffeisenbanken mit 19.200 Stellen sowie die 1998 gegründete Cash Group der großen Privatbanken mit 9.000 Automaten. Kleinster Verbund ist der CashPool mit 2.800 Stellen, der im Juli 2000 gebildet wurde. Die Ähnlichkeit der Namen von Cash Group und CashPool lädt zu Verwechslungen ein. Auch könnte man annehmen, dass beispielsweise die Sparda-Banken dem BankCard ServiceNetz angehören, da sie dem Verband der Volks- und Raiffeisenbanken angeschlossen sind. Doch die Sparda-Banken gehen hier andere Wege und zählen zum CashPool. Direktbanken gehören häufig über die Muttergesellschaft einem Verbund an. Die nachfolgende Übersicht enthält Informationen zu Mitgliedsbanken und Geldautomatenzahl. Über die verlinkten Internetseiten kann jeweils der nächstgelegene Geldautomat abgefragt werden.


Geldautomatenverbund Information
Sparkassennetz Mitgliedsbanken: Sparkassengruppe,
ca. 24.600 Geldautomaten,
kostenfreie Bargeldabhebung
BankCard ServiceNetz Mitgliedsbanken: ca. 98% der Volks- und Raiffeisenbanken, PSD Banken
ca. 19.200 Geldautomaten,
kostenfreie oder vergünstigte Bargeldabhebung
Cash Group Mitgliedsbanken: Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Commerzbank, Postbank,
ca. 9.000 Geldautomaten,
kostenfreie Bargeldabhebung
CashPool Mitgliedsbanken: BBBank, National-Bank, Santander Consumer Bank, Sparda-Banken, TARGOBANK und weitere,
ca. 2.800 Geldautomaten,
kostenfreie Bargeldabhebung

Eine flächendeckende Bargeldversorgung können Banken auch über die Kreditkarte bieten. Speziell die Direktbanken, die über kein eigenes Geldautomatennetz verfügen, haben sich für eine solche Lösung entschieden. Für den Kunden ist das komfortabel, er kann dabei praktisch alle Geldautomaten kostenfrei nutzen. Je nach Anbieter ist die Kostenfreiheit auf Deutschland, die Eurozone oder in der Anzahl der Verfügungen begrenzt. Die pauschalen Abhebungsgebühren der Kartengesellschaft übernimmt dabei die Bank. Wichtig ist nur, dass der Geldautomat die verwendete Kreditkarte akzeptiert - das erkennt man an einem entsprechenden Logo am Gerät. Die Karte verliert in dieser Anwendung ihre Kreditfunktion, Abhebungen werden genauso schnell wie mit einer girocard belastet (bei monatlicher Kartenabrechnung durch die Wertstellung). Etwas umständlich ist, dass der Kontoinhaber sich mit der jeweiligen Geheimzahl für Bank- und Kreditkarte zwei Nummern merken muss. Löchrig wurde die Lösung als mehrere Sparkassen und Volksbanken ihre Automaten für die Kreditkarten bestimmter Direktbanken sperrten, obwohl die Geräte für den Einsatz von Kreditkarten bestimmt sind. Sparkassen und Volksbanken verfügen über das dichteste Geldautomatennetz in Deutschland und sehen die Direktbanken mit ihren Kontomodellen als "Trittbrettfahrer". Der Streit beschäftigt seit mehreren Monaten die Gerichte und auch das Bundeskartellamt. Anbieter, die bei ihren Girokonten das kostenlose Geldabheben über die Kreditkarte ermöglichen, sind Cortal Consors, DKB, ING-DiBa, Santander Bank, SKG Bank, TARGOBANK, Wüstenrot und Volkswagen Bank direct. 1822direkt und comdirect greifen auf die Kreditkarte nur zurück, um speziell im Ausland den Bargeldservice uneingeschränkt anzubieten.

Betreiber von Geldautomaten können ein direktes Kundenentgelt berechnen. Dies ist neuerdings bei MasterCards erlaubt - und mache Betreiber tun das auch. Die Gebühr wird am Automaten ausgewiesen und ist von einer kostenlosen Bargeldverfügung nicht abgedeckt. In einzelnen Ländern sind direkte Kundenentgelte generell erlaubt. In den USA beispielsweise belasten einige Geldautomaten eine sogenannte Service Fee von ein bis drei Dollar.

Außerhalb der Eurozone fällt zusätzlich immer ein Auslandsentgelt an. Es werden verschieden hohe Prozentsätze von meist 1,00% bis 2,00% aufgeschlagen, die sich mitunter im Umrechnungskurs verstecken. DKB, Cortal Consors und Wüstenrot verzichten beim Geldabheben auf das Auslandsentgelt. Zur Umrechnung der Währung wenden Banken einen vorgegebenen Devisenkurs an, wobei Devisenkurse günstiger sind als die beim Bargeldwechsel maßgeblichen Sortenkurse. Die Banken rechnen jedoch nicht mit einem einheitlichen Devisenkurs, bei größeren Abhebungen kann es zu Differenzen von einigen Euros kommen.


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