Die wichtigsten Online-Bezahldienste

An den Kassen im Internet lässt sich auf verschiedene Arten zahlen. In diesem Artikel stellen wir Bezahldienste wie PayPal und SOFORT Überweisung vor, die speziell für das Internet entwickelt wurden. Welche Zahlarten im jeweiligen Shop überhaupt möglich sind, legt jedoch der Händler fest. Die Zahlung ist in der Regel für den Käufer gebührenfrei. Der Verkäufer trägt eine Gebühr, die meist vom Umsatzvolumen abhängig ist und sich auf bis zu 3,9 Prozent belaufen kann. Dieser Wert wird bei Mikrozahlungen durch feste Provisionsbestandteile oder höhere Provisionssätze jedoch überschritten.

Einkäufe kommen bei Online-Bezahldiensten früher an, weil der Verkäufer unmittelbar eine Zahlungsbestätigung erhält. Zudem können die Nutzer anonym bleiben und je nach Anbieter weltweit shoppen und auch Geld empfangen. Je häufiger vertrauliche Daten im Internet preisgegeben werden, desto größer ist das Risiko, dass sie unbefugt eingesehen werden. Jeder Shop kann eine potenzielle Sicherheitslücke haben. Online-Bezahldienste haben den Vorteil, dass die sensiblen Daten nicht bei jedem Einkauf mitgeteilt werden müssen. Es reicht aus, sich mit Benutzername und Kennwort anzumelden. Das eBay-Unternehmen PayPal, was aus dem Englischen wörtlich übersetzt "Bezahlkumpel" bedeutet, ist das weltweit führende System für Zahlungsabwicklungen bei Bestellungen in Onlineshops. Bei PayPal hinterlegt der Käufer ein einziges Mal seine Kontodaten. Der Anbieter prüft, ob tatsächlich die eigene Bankverbindung angegeben wurde, indem er einen Centbetrag überweist. Der Nutzer gibt diesen Betrag in die dafür vorgesehene Eingabemaske ein. Künftig wird dann der Preis erworbener Waren einige Tage später vom gewünschten Giro- oder Kreditkartenkonto abgebucht. Ganz Sicherheitsbewusste können ihr "Online-Portemonnaie" schon vor dem Einkauf per Überweisung mit Guthaben füllen. Der Dienst Skrill (frühere Bezeichung Moneybookers) hat seinen Sitz in London, funktioniert ausschließlich auf Prepaid-Basis. Seine Akzeptanz bei Onlineshops reicht bei Weitem nicht an die von PayPal heran. Skrill ist eher empfehlenswert, um Geld über Landesgrenzen hinweg von einem Kunden an einen anderen Kunden zu übertragen, da die Geldsendungen in Echtzeit erfolgen und relativ günstig sind. Das Zahlen mit diesen Diensten ist bequem, denn man muss weder eine Überweisung ausfüllen noch seine Kreditkarte zücken und eine 16-stellige Kartennummer, das Gültigkeitsdatum, die Prüfziffer und den Securecode angeben. Auch Kleinstbeträge, etwa bei Musik-Downloads, lassen sich so schnell entrichten. Wird in fremder Währung bezahlt, trägt der Käufer eine Wechselgebühr für die Umrechnung in die nationale Währung. Zu jeder Transaktion erhält der Nutzer eine Bestätigung per E-Mail und kann alle Abrechnungen jederzeit online einsehen. Es werden lediglich Benutzername und Kennwort abgefragt, deshalb sollte man unbedingt ein sicheres Passwort wählen, das man nicht bereits für andere Internetdienste verwendet. Bei PayPal lässt sich einstellen, dass ein weiterer Sicherheitscode erforderlich ist, der zum Einloggen jeweils kostenfrei ans Mobiltelefon geschickt wird.

Da es eine Vielzahl von Online-Bezahlverfahren gibt und kaum ein Händler alle unterstützt, wird man in der Praxis mehrere Anbieter nutzen, was es dann wieder komplizierter macht. Ohnehin fährt der Käufer mit dem Bezahlen per Rechnung am besten. Er kann die Ware prüfen, bevor er das Geld überweist. Auch das Bezahlen per Lastschrift ist bequem. Man muss zwar die Kontodaten angeben, kann aber der Abbuchung notfalls innerhalb von acht Wochen widersprechen. Ein Verkäufer möchte verständlicherweise aber sicher sein, dass er das Geld tatsächlich erhält, wenn er Waren versendet. Die neuen Online-Bezahldienste sichern ihn gegen Zahlungsausfälle ab. Je nach Anbieter wird ein eventueller Schaden auf Antrag ersetzt, falls beispielsweise ein Käufer seine Lastschrift widerruft oder ein Betrüger mit gestohlener Kreditkarte bezahlt hat. Auch die Käufer werden oftmals unter bestimmten Bedingungen mit zusätzlichem Schutz bedacht, etwa für den Fall, dass die georderte Ware nicht eintrifft, denn sie treten in gewisser Weise in Vorleistung. Der Ablauf ist allerdings aufwendig. Von den Geschädigten wird meist verlangt, Belege beizubringen und möglicherweise den Verkäufer auch bei geringen Beträgen anzuzeigen. Bestimmte Leistungen sind auch für den privaten Nutzer gebührenpflichtig. Dies sind bei allen Anbietern Lastschriften, die fehlschlagen oder rückbelastet werden. Guthaben lässt sich bei PayPal kostenfrei wieder auszahlen, Skrill verlangt hingegen EUR 1,80. Skrill berechnet zudem - wenn der Account ein Guthaben aufweist und über 18 Monate inaktiv war - eine Kontoführungsgebühr von monatlich EUR 1,00. Allzu hohes Guthaben ist nicht ratsam: Konten für elektronisches Geld sind nämlich keine Bankkonten und sind nicht durch eine Einlagensicherung geschützt. Außerdem bringt ein Habensaldo keine Zinsen.

Bei giropay und SOFORT Überweisung muss man sich nicht registrieren. Bezahlt wird vom eigenen Bankkonto. Es wird eine vorausgefüllte und nicht mehr veränderbare Überweisung erstellt, die alle Details des Kaufs enthält: Rechnungsbetrag, Verwendungszweck und Bankverbindung des Verkäufers. Durch Einloggen und Eingabe einer TAN autorisiert der Käufer die Überweisung, die über die normalen Clearingwege abgewickelt wird. Das Besondere dabei: Der Verkäufer erhält wiederum unmittelbar eine Zahlungsbestätigung. giropay kann von Kunden genutzt werden, die ein zum Online-Banking freigeschaltetes Girokonto bei einem teilnehmenden Kreditinstitut haben. Teilnehmende Kreditinstute sind die Postbank, fast alle Sparkassen und Genossenschaftsbanken, viele PSD-Banken, comdirect und die DKB. Im Bezahlprozess wird der Käufer auf eine gesicherte Online-Banking-Seite seiner Bank geleitet. Das Zahlungsausfallrisiko entfällt bei giropay komplett. Im Gegensatz zu giropay ist es bei SOFORT Überweisung, das von der SOFORT GmbH angeboten wird, egal, bei welchem Institut man das Online-Banking nutzt. Der Dienst ist bei Händlern beliebt, da die Transaktionskosten niedrig sind. Aus Sicht der Käufer spricht für SOFORT Überweisung, dass innerhalb von 14 Tagen nach Zahlung - bis dahin befindet sich das Geld auf einem Treuhandkonto - ein Käuferschutz geltend gemacht werden kann, wenn die Ware nicht geliefert wurde. Die sensiblen Zugangsdaten des Bankkontos nebst PIN und TAN werden jedoch auf einer Internetseite der SOFORT GmbH eingegeben. Das Unternehmen prüft zunächst, mittels der übermittelten Zugangsdaten zum Online-Banking, ob Kontodeckung zur Ausführung der Zahlung vorhanden ist. Die Daten werden maschinell ausgelesen und nicht gespeichert, versichert SOFORT Überweisung. giropay und einige Banken und Sparkassen sehen in dieser Vorgehensweise einen Verstoß gegen ihre Geschäftsbedingungen und klagten, da Zugangsdaten nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen. Die SOFORT GmbH hält den Klägern entgegen, dass es noch zu keinem einzigen Betrugsfall gegenüber Endverbrauchern gekommen sei und es giropay und den Banken um ein Monopol im Zahlungsverkehr gehe.