Brokerage: Teilausführungen können Orderkosten erhöhen

Wird ein Wertpapierauftrag an der Börse nicht auf einmal, sondern in mehreren Teilen ausgeführt, können deutlich höhere Handelskosten anfallen als im Normalfall. Ursache hierfür sind vor allem die Mindestgebühren, die die Banken für jeden Auftrag erheben. Regelmäßig kommt es beim Computerhandelssystem der Deutschen Börse Xetra zu Teilausführungen, aber auch in dem durch Makler geführten Parketthandel können sie auftreten. Doch nicht immer ist eine Aufteilung der Aufträge schlecht. Und nicht alle Banken greifen ihren Kunden doppelt oder dreifach in die Tasche. Überdies können die Anleger selbst die Teilung der Orders verhindern.

Dass es im Xetra-Handel häufig zu Teilausführungen kommt, ist den Aussagen der Deutschen Börse zufolge systembedingt. Denn das System sei so konzipiert, dass die Aufträge der Anleger schnellstmöglich zu den bestmöglichen Preisen ausgeführt würden. Zudem ist die einzelne Aktie hier die kleinste Handelseinheit. Dies werde den Banken allerdings nicht gesondert in Rechnung gestellt, egal in wie viele Teile ein Auftrag letztlich zerfalle, so ein Börsensprecher. Voraussetzung dafür ist jedoch die Abwicklung des Auftrages innerhalb desselben Börsentages.

Wenn eine Bank mehrfache Mindestgebühren oder auch Handelsgebühren in Rechnung stellt, tut sie dies demnach aus eigenem Kalkül. Sie stellt sich dann auf den Standpunkt, dass aus einem Auftrag mehrere geworden sind - und ihr Aufwand deswegen entsprechend höher ist. Der eigentlich im Vergleich zum Parketthandel über Makler günstigere Xetra-Handel kann dann schnell teuer werden. Die Problematik hat in der Vergangenheit zahlreiche Anleger aufgebracht. Mit Erfolg: Viele Banken verzichten inzwischen auf mehrfache Gebühren bei tagesgleicher Abrechnung auf Xetra.

Doch Anleger haben auch die Möglichkeit, Teilausführungen grundsätzlich über einen "Fill or kill"-Auftrag zu vermeiden. Es handelt sich bei einer solchen Order um eine Sonderform einer limitierten Order, die entweder ganz oder gar nicht ausgeführt wird.

Das Ganze ist zwar vor allem ein Problem des Computerhandels über Xetra, doch kommt es im Parketthandel ebenfalls - wenn auch seltener - zu Teilausführungen. Besonders anfällig dafür sind illiquide, also vergleichsweise wenig gehandelte Werte. Zudem könne die Aufteilung einer Order in mehrere Tranchen hier durchaus sinnvoll sein, wenn beispielsweise die Ordergröße so groß sei, dass sie den Aktienkurs maßgeblich beeinflussen würde. Experten raten daher, auf die Handelsumsätze an den jeweiligen Börsenplätzen zu achten und den liquidesten Markt zu wählen. Häufig sei dies die Heimatbörse des Unternehmens.

Auch die Börsen haben das Problem der Teilausführungen erkannt und eigene Initiativen gestartet. An der Börse Stuttgart gibt es beispielsweise im Parketthandel mit Wertpapieren aus dem Deutschen Aktienindex Dax, dem M-Dax oder dem Tec-Dax bis zu einem Volumen von EUR 10.000 keine Teilausführungen.