Girokonto: Die Konten der Challenger-Banken

Smartphones werden im täglichen Leben sehr intensiv genutzt. Sie sind Kommunikations- und Entertainmentzentrale, Mobilitätsplaner und für viele eben auch Bankfiliale. Die sogenannten Challenger-Banken richten ihre Produktwelt konsequent an der Kundschaft aus, die das Smartphone so vielseitig einsetzt und entsprechend auch Bankgeschäfte damit möglichst angenehm digital regeln möchte. Challenger-Banken sind Neugründungen, die die etablierten Banken herausfordern, indem sie Bankgeschäfte mitunter neu denken und ihre Angebote auf Basis moderner Softwaresysteme umsetzen. Die Bezeichnung ist vom englischen "challenge" abgeleitet, der Herausforderung.

Kernprodukt ist ein Girokonto, in der Standardversion meist ohne monatliche Grundgebühr. Girokonten von Challenger-Banken kommen auch infrage, wenn man sich eine Kreditkarte zulegen möchte, denn sie ist oft beitragsfrei enthalten. Allerdings sind es in der Regel Debit-Kreditkarten, für die Kaution von Mietwagen und Hotelreservierungen werden sie eventuell nicht akzeptiert. Die von den Challenger-Banken für das Mobile Banking bereitgestellte App ist in der Regel ansprechend gestaltet und bietet jede Menge smarte Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten. Bei manchen Angeboten gibt es keine Webseite für das Banking, lediglich die App. Bereits um das Konto zu eröffnen, wird sie benötigt. Nach dem Herunterladen der App registriert man sich mit den persönlichen Daten, bestätigt E-Mail-Adresse und Handynummer, durchläuft abschließend die Identifikation per Videoanruf oder einem alternativen Verfahren und schon steht das Konto zur Verfügung.

Aber was macht diese Konten noch aus? Der Hauptvorteil einiger Challenger-Banken wie Revolut sind niedrige Gebühren und günstige Wechselkurse im Auslandseinsatz. Auch sind die Konten leicht zu bekommen, die Bonitätsanforderungen gering. Mehrere der Konten lassen sich per Kreditkarte aufladen, d. h. mit Guthaben befüllen, um dieses unmittelbar verwenden zu können, zum Beispiel für eine Überweisung. Das ist praktischer als den Betrag zuerst von dem einen auf das andere Konto zu überweisen. Für manche ist es auch lohnend, um Umsatzziele auf der für die Aufladung verwendeten Kreditkarte zu erreichen. Es gibt noch viele kleine Annehmlichkeiten. Nutzer sind gut über die Kontobewegungen informiert, sie können Push-Nachrichten auf ihr Smartphone erhalten. So wird auch jeder Karteneinsatz vor Ort, ob erfolgreich oder abgebrochen, direkt mit einer Rückmeldung quittiert. In der Summe sorgen solche Dinge für eine angenehme Nutzererfahrung.

Einige der Challenger-Banken sind zügig international expandiert. Von Investoren mit viel Kapital ausgestattet und mit nur einem einzigen Produkt ist es einfach, den Betrieb so zu skalieren. Die Flagge auf ein Land zu setzen, reicht mittelfristig jedoch nicht aus, die jeweilige Adaption und das Einhalten der regulatorischen Anforderungen sind aufwendig und letztlich werden sie mit den neuen Kunden Geld verdienen müssen. Challenger-Banken setzen auf Design und ein selbstbewusstes Marketing, das jeden kleinen Erfolge feiert, und sie sind locker in der Ansprache, weit entfernt vom üblichen Kommunikationsstil der Branche.

Aber auch die etablierten klassischen Banken sind im App-Zeitalter angekommen, erst recht die Direktbanken. Von daher ist der technische Vorsprung der Challenger-Banken in ihrer Nische nicht allzu groß. Unbestritten sind sie experimentierfreudiger, sie können es sich eher erlauben, etwas was nicht funktioniert nach kurzer Zeit wieder einzustellen. In den großen Kundenzahlen, die kommuniziert werden, ist ein beträchtlicher Anteil inaktiver Kunden. Häufig werden die Konten der Challenger-Banken nur als zusätzliches Konto eröffnet, weil es neugierig macht oder in bestimmten Teilbereichen des Bankgeschäfts nützlich ist. In der nachfolgenden Übersicht stellen wir einige Challenger-Banken und deren jeweilige Features vor, die für Privatkunden in Deutschland interessant sein können.


Kurzübersicht

Anbieter Herkunft Rechtsstatus Kontopreis in Standardversion
Revolut GroßbritannienLitauen E-Geld-Institut -
N26 Deutschland Bank -
boon.PLANET Deutschland Bank -
Openbank Spanien Bank -
Monese GroßbritannienBelgien E-Geld-Institut -
bunq Niederlande Bank EUR 7,99 pro Monat
bnc10 SpanienGroßbritannien Fintech, kooperiert mit E-Geld-Institut -
insha Deutschland Fintech, kooperiert mit Bank -
TransferWise Großbritannien E-Geld-Institut -





Revolut aus London wurde 2015 gegründet und agiert mit E-Geldlizenzen aus Großbritannien und Litauen. Die Konten der kontinentaleuropäischen Kunden werden in Euro von der litauischen E-Geld-Tochter geführt. Zwar hat Revolut seit Ende 2018 auch eine Banklizenz in Litauen, aber die wird entgegen zwischenzeitlichen Ankündigungen noch nicht genutzt, vermutlich um Kosten einzusparen, zum Beispiel Beiträge für die Einlagensicherung. Revolut richtete sich mit seinem Kontoangebot anfangs besonders an diejenigen, die viel reisen oder über Länder- und Währungsgrenzen hinweg Geld transferieren. Hier ist Revolut häufig sehr günstig. Zum einen fällt kein Auslandsentgelt an - mit den Ausnahmen Thailändischer Bath und Ukrainische Hrywnja und in der Standardversion begrenzt auf den Währungswechsel bis zum Gegenwert von EUR 1.000 pro Monat. Zum anderen zieht Revolut beim Währungswechsel nicht die Kurse der Kreditkartengesellschaften heran, sondern fortlaufend ermittelte Interbankenkurse - was Mittelkurse sind, zu denen Banken untereinander Währungen tauschen. An Wochenenden (samstags bis sonntags, Londoner Zeit) erhebt Revolut jedoch einen Kursaufschlag, Revolut erklärt es damit, dass die Interbankenkurse an Wochenenden nicht ermittelt werden und Revolut somit ein gewisses Kursrisiko trägt. Bei den Hauptwährungen schlägt Revolut an den Wochenenden 0,50% (Änderung zum 12.8.20: 1,00%) dem letzten verfügbaren Kurs auf und bei den anderen Währungen 2,00%. Bei der ersten grenzüberschreitenden Überweisung pro Monat entfällt in der Standardversion die sonst dafür erhobene Gebühr von EUR 1,00.

Eine Kreditkarte stellt Revolut auf Anforderung aus, zu vielen Aktionszeiträumen ist das sonst kostenpflichtige Zusenden bei bestimmten Karten gratis. Speziell für den Online-Einsatz kann der Kunde virtuelle Karten bestellen, auch als Einwegkarte, was vor Missbrauch durch Datenklau schützen soll. Die Karten von Revolut sind an das Konto gebunden und Debitkarten, Guthaben muss für den Karteneinsatz vorhanden sein und die Belastung erfolgt sofort. Die Karten lassen sich bei Apple Pay und Google Pay für das mobile Bezahlen hinterlegen.

Aufladen lässt sich das Revolut-Konto mit Visa, Mastercard, Apple Pay und Google Pay. Dies ist in der Regel kostenlos, andernfalls wird, bevor der Vorgang abschließend zu bestätigen ist, die Gebühr angezeigt.

Bargeldabheben müssen in der Standardversion des Kontomodells mit EUR 200,00 pro Monat genügen, bis dahin ist es gebührenfrei (gegebenenfalls aber Entgelt des Automatenbetreibers), für Betragsanteile darüber fallen seitens Revolut 2,00% Gebühr an. Ab Premium wird Zugriff auf Kryptowährungen geboten und in der Metal-Version Versicherungsleistungen sowie 0,10% Cashback auf die Kartenzahlungen innerhalb Europas und 1,00% Cashback außerhalb Europas.

Der Kundensupport steht nur auf Englisch per Chat zur Verfügung. Wenn es zu Problemen kommt, kann dies aufwendig werden, etwa wenn die Herkunft von Geldern wegen einer punktuellen Geldwäscheprüfung zu erklären ist oder Revolut aus einem anderen Grund das Konto sperrt, um Unterlagen oder eine Rückmeldung einzufordern. Mit einer solchen kurzzeitigen Sperrung muss man laut vielen Berichten von Revolut-Kunden jederzeit rechnen. Revolut ist ein britisches E-Geld-Institut, die Konten in der EU führt die litauische Einheit, ebenfalls nur ein E-Geld-Institut, es besteht daher wie bei allen E-Geld-Instituten keine Einlagensicherung. Revolut gibt an, die Kundengelder separat von eigenen Konten bei einer Reihe von großen Banken zu verwahren. Sollte Revolut zahlungsunfähig werden, würde das Geld laut den Ausführungen dazu verwendet, um es vor anderen Gläubigern an die Kunden auszuzahlen. In der Theorie klingt das plausibel, aber ob im Fall der Fälle diese Vorgaben eingehalten werden? Als Gehaltskonto oder für größere Summen eignen sich die Konten von E-Geld-Instituten nicht!

Ein vollwertiger Ersatz für ein deutsches Bankkonto ist ein Revolut-Konto auch deshalb nicht, weil keine Lastschriften möglich sind. Selbst wenn es seitens Revolut gehen würde, akzeptieren leider immer noch einige per Lastschrift einziehenden Unternehmen oder andere Banken als Referenzkonto keine ausländische IBAN. Die Diskriminierung verstößt gegen geltendes Recht, ist aber dennoch ein Problem. Überweisungen sind bei Revolut unüblicherweise durch einen Mindest-Überweisungsbetrag von EUR 2,00 eingeschränkt.


N26 aus Berlin, 2013 gegründet, wuchs rasant. Die Basisversion des Girokontos ist gebührenfrei. Enthalten ist eine Debit-Mastercard, die für Apple Pay und Google Pay hinterlegbar ist. Auf Anforderung wird auch eine Maestro-Karte beitragsfrei bereitgestellt. In der Basisversion und ohne Gehaltseingang kann der Kunde drei Mal pro Monat einen Geldautomaten ohne Bargeldgebühr nutzen (gegebenenfalls aber Entgelt des Automatenbetreibers). Das Auslandsentgelt bei N26 beträgt 1,70%. Gebührenfreies Geldabheben ist zudem flächendeckend per Barcode im deutschen Einzelhandel möglich, über die Kooperation von N26 mit Barzahlen.de.

Mit virtuellen Unterkonten, sie heißen bei N26 "Spaces", lassen sich Ausgaben budgetieren. Die Anzahl der aktiven Spaces ist in der Basisversion auf zwei limitiert. Bei den Premiumversionen können solche Spaces mit anderen N26-Kunden geteilt werden, um zum Beispiel eine Wohngemeinschaft zu organisieren oder einen gemeinsamen Urlaub zu planen. Die Shared Spaces, zu denen man eingeladen wird, also nicht selbst einlädt, sind unbegrenzt.

N26 bietet in begrenztem Umfang die Einrichtung einer Überziehungsmöglichkeit an. Wer darüber hinaus mehr Geld benötigt, kann über N26 einen Ratenkredit beantragen.

Telefonisch ist N26 nicht kontaktierbar. Der Kundenservice ist ausschließlich per E-Mail, eingeloggt über die Nachrichten-Funktion oder per Chat kontaktierbar, dies in fünf Sprachen.


boon.PLANET ist eine Marke der deutschen Wirecard Bank, die vor allem Kompetenz im Abwickeln elektronischer Zahlungsvorgänge besitzt.

boon.PLANET ist ein vollwertiges App-basiertes Girokonto mit einer deutschen IBAN. Auch Lastschriften und Daueraufträge sind möglich. Das Konto ist ohne laufende monatliche Kosten. Es landet nicht in der Schufa, wird ausschließlich im Guthaben geführt und kann per Überweisung oder per Kreditkarte - Mastercard und Visa, aber nicht per Prepaid-Kreditkarte - kostenfrei aufgeladen werden.

Die virtuelle Debit-Mastercard von boon.PLANET lässt sich nicht nur in Apple Pay und Google Pay hinterlegen, sondern auch in Garmin Pay und Fitbit Pay. Wer eine Plastikkarte haben möchte, bekommt sie beitragsfrei auf Anforderung. Beim Abheben von Bargeld an Geldautomaten, dafür braucht man die Plastikkarte, fällt immer eine Gebühr an: bei einer Euro-Auszahlung EUR 2,00, bei Auszahlung in einer anderen Währung EUR 4,00. Ein zusätzliches Auslandsentgelt gibt es bei boon.PLANET aber nicht.

Um auf boon.PLANET aufmerksam zu machen, gestartet ist es erst im November 2019, gibt es seit Februar 2020 eine Guthabenverzinsung. Mit 0,75% ist sie besonders hoch, der Zins ist variabel und gilt für Guthabenteile bis EUR 10.000. Die Einlagen sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken abgesichert, sodass grundsätzlich der Rahmen stimmt, um das vorrangig als Zinsangebot zu nutzen.

Ansonsten ist boon.PLANET bislang funktionsarm. Geplant sind aber diverse Partnerschaften, unter anderem mit Mobilitätsanbietern, indem beispielsweise eine Verkehrs-App direkt in die Banking-App integriert wird. So sollen Verbraucher in Zukunft aus boon.PLANET heraus ein Taxi bestellen oder Fahrradverleihdienste nutzen und bezahlen können.

Niedrige Limits schränken stark ein. Pro Tag können maximal EUR 10.000 überwiesen werden, pro Woche maximal EUR 25.000. Auch gibt es ein Zahlungslimit je Händler und Tag von EUR 5.000. Die Limits kann der Nutzer noch weiter senken, aber nicht erhöhen. Als Verrechnungskonto für Tagesgeldkonten und als Hauptachse zum Verteilen auf Festgeldkonten oder Depot-Verrechnungskonten eignet sich boon.PLANET daher leider kaum.


Openbank gehört zur Großbank Santander. Openbank ist länderübergreifend aus Madrid aktiv, entsprechend ist es eine spanische IBAN beim Girokonto. Lastschriften werden nicht unterstützt, Daueraufträge hingegen schon.

Eingebunden in die bestehende Konzernstruktur bestehen Vorteile bei der Bargeldversorgung und durch die Einlagensicherung. Das Konto an sich ist ohne Grundpreis. Die enthaltene, so bezeichnete Я42-Karte bietet fünf freie Abhebungen an beliebigen Automaten (gegebenenfalls aber Entgelt des Automatenbetreibers), zusätzlich generell gebührenfreies Abheben an weltweit allen Geldautomaten der Santander. Mit einem monatlich kündbaren Abo für EUR 7,99 pro Monat zugeschaltet werden kann ein Paket aus diversen Reiseversicherungen, für die Absicherung von Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Flugzeug, Schiff und Zug und die dadurch realisierten Auslandsaufenthalte. So besteht, sofern mit der Я42-Karte bezahlt und sofern das Abo auf der Reise weiterhin eingeschaltet ist, unter anderem ein finanzieller Schutz bei Verspätung von Transportmitteln, Gepäckverlust, Diebstahl, Unfall (dies laut den Informationen für bis zu fünf Personen) sowie medizinischer Betreuung im Ausland. Es gibt dabei erfreulicherweise keinen Selbstbehalt, allerdings sind die jeweiligen Deckungssummen sehr gering, sodass es meist nur eine kleine Hilfe in diesen Notsituationen sein kann. Die oft gewünschte Absicherung für den Reiserücktritt oder Reiseabbruch ist gar nicht enthalten. Mit eingeschaltetem Abo entfällt aber auch noch das bei Openbank mit regulär 3,00% sehr hohe Auslandsentgelt. In der Banking-App integriert sind an Besonderheiten ein Ausgabenmanager, ein Passwortmanager sowie die Möglichkeit, per Robo-Advisor in Zusammenarbeit mit BlackRock in ein Portfolio aus gemanagten und indexabbildenden Fonds ab einem Euro regelmäßig zu investieren, wobei weil es ein Auslandsdepot ist, der Aufwand mit dem Deklarieren der Steuern besteht.

Wer das Girokonto bei Openbank hat, kann dort auch ein Tagesgeldkonto eröffnen. Dieses verzinst derzeit mit nominal 0,498%. Der Zins gilt ab dem ersten Euro und ist auch nach oben nicht begrenzt. Gutgeschrieben werden die Zinsen monatlich. Einzahlungen und Verfügungen müssen immer über das Girokonto bei Openbank transferiert werden.


Monese, ein E-Geld-Institut aus London. Die Konten der EU-Kunden werden von dem in Belgien registrierten Tochterunternehmen geführt, ebenfalls ein E-Geld-Institut. Monese bietet in der Standardversion eine kostenlose Kontoführung innerhalb bestimmter Limits. Für das Zusenden der Debit-Mastercard erhebt Monese EUR 4,95. Bis zu EUR 200,00 pro Monat können ohne Bargeldgebühr an Geldautomaten abgehoben werden (gegebenenfalls aber Entgelt des Automatenbetreibers), für den übersteigenden Betrag fallen 2,00% Gebühr an. Kartenzahlungen in Fremdwährung sind bis zum Gegenwert von EUR 2.000 kostenlos, danach werden ebenfalls 2,00% fällig. Und für das Überweisen in Fremdwährung an Konten, die nicht bei Monese sind, besteht gar kein Freikontingent; 2,00% fallen an, mindestens jedoch EUR 2,00 für eine solche Überweisung.

Die Karte von Monese kann sowohl bei Apple Pay als auch bei Google Pay hinterlegt werden. Monese unterstützt auf den belgischen Konten das Lastschriftverfahren. Das Auslandsentgelt beträgt 0,50%, mit Ausnahme von Währungswechsel in Rumänischer Leu, bei denen es 0,75% sind.


bunq besitzt eine eigene niederländische Banklizenz und hat selbst für die trockenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen einen lockeren Schreibstil gefunden, überschrieben mit "Papierkram". Das private Girokonto, "Premium", ist für Einzelpersonen für EUR 7,99 pro Monat zu haben. Ein kostenloses Konto gibt es bei bunq nicht; wer nur eine Prepaid-Kreditkarte sucht, wird jedoch gegebenenfalls bei der beitragsfreien "Travel Card" von bunq fündig. Das Premium-Girokonto lässt sich, falls dies mit Debit- oder Kreditkarte geschehen soll, mit bis zu EUR 500,00 pro Monat kostenlos aufladen, für darüberliegende Betragsteile werden 0,50% Gebühr erhoben. Auf dem Konto verzinst bunq die Guthabenteile bis EUR 10.000, was ausgeschaltet werden kann, falls nicht gewünscht. Für Guthabenteile größer EUR 100.000 ist andererseits ein Verwahrentgelt zu zahlen. Lastschriften werden unterstützt. Eine Maestro-Karte und eine Mastercard sind inklusive. bunq hebt den Spaßfaktor bei den Finanzen, einfaches Kategorisieren und Budgetieren von Ausgaben sowie automatisches Sparen durch Aufrunden, damit Geld für ein kleines Extra übrig bleibt, sind möglich. Außerdem errechnet die Banking-App anhand der regelmäßigen Umsätze einen zukünftigen Kontostand und gibt so einen Rahmen für mögliche Ausgaben vor. Zehn Abhebungen am Geldautomaten sind pro Monat abgedeckt (gegebenenfalls aber Entgelt des Automatenbetreibers). Es fällt kein Auslandsentgelt an und bei Kartenzahlungen kommen die Mastercard-Wechselkurse zur Anwendung. Unterkonten können mit anderen bunq-Kunden geteilt und die Gruppenausgaben einfach verfolgt werden.


Das Fintech bnc10 mit Sitz in Barcelona bietet EU-weit ein kostenloses Konto mit spanischer IBAN an. Wer die Kontoführung mit der dafür notwendigen Lizenz erbringt, wird nicht offen kommuniziert; in den Terms & Conditions der App ist ersichtlich, es ist die Prepaid Financial Services Ltd., ein britisches E-Geld-Institut. Das Konto lässt sich über die App und per Online-Banking bedienen. Die verfügbaren Sprachen sind Englisch, Spanisch und Katalanisch, auch für den Support, der per E-Mail oder WhatsApp-Chat erreichbar ist. Eine digitale Mastercard ist beitragsfrei enthalten. Sie kann zum mobilen Bezahlen bei Apple Pay und Google Pay hinterlegt werden.

bnc10 ist äußerst praktisch beim Bargeldabheben. Vor allem, weil auch direkte Entgelte der Automatenbetreiber von bnc10 erstattet werden, das macht das Angebot aus. Nachdem die Santander Consumer Bank die Vertragsbedingungen bei ihrer Kreditkarte änderte und die Erstattung herausnahm, ist bnc10 in diesem Bereich die einzige hierzulande verfügbare Möglichkeit, direkte Entgelte erstattet zu bekommen. Direkte Entgelte sind zunehmend anzutreffen, vor allem in Urlaubsregionen muss man manchmal lange suchen, zu sie zu umgehen. Für Kunden von bnc10 sind sie kein Problem, drei Mal pro Monat kann völlig kostenlos an beliebigen Geldautomaten abgehoben werden. Dabei ist die maximale Höhe der Abhebungen auf EUR 250,00 täglich und EUR 500,00 monatlich beschränkt. Seitens bnc10 fällt bei diesen drei Abhebungen keine Bargeldgebühr an, bnc10 erhebt generell kein Auslandsentgelt und wendet die Umrechnungskurse von Mastercard an, und falls der Automatenbetreiber ein direktes Entgelt erhebt, wird es von bnc10 innerhalb von 24 Stunden erstattet. Wenn der Automat das Geldabheben und die Gebühr nicht splittet, die Summe in einem Betrag abbucht, muss man die Erstattung meist aber manuell anfordern. Sicherheitshalber sollte man deshalb immer ein Foto von der am Automatendisplay eingeblendeten Gebühr machen und damit per WhatsApp bei bnc10 die Erstattung anstoßen. Damit Geldabheben möglich ist, benötigt man in der Regel eine physische Karte, sie kann bei bnc10 für einmalig EUR 4,90 angefordert werden. Und das Konto muss mit Guthaben befüllt sein, das Guthaben muss die Summe aus gewünschtem Auszahlungsbetrag und dem gegebenenfalls zunächst anfallenden direkten Entgelt decken. Das Befüllen funktioniert per Überweisung oder per Kreditkarte (Mastercard oder Visa, auch Debit-Kreditkarten, ab EUR 20,00 pro Aufladevorgang, maximal EUR 200,00 pro Tag), beide Wege sind kostenlos.

bnc10 weist darauf hin, dass das Konto nicht verwendet werden kann, um Zahlungen von öffentlichen Stellen zu erhalten, zum Beispiel Arbeitslosengeld. Lastschriften werden nicht unterstützt. Und die Karte lässt sich, das steht ebenfalls in den FAQ, weder an Parkuhren noch an Tankautomaten verwenden.


insha ist ein Fintech aus Berlin, die Konten werden von der solarisBank, ebenfalls Berlin, geführt. Challenger-Banken wie Revolut und N26 sind zu groß, um alle Kundengruppen zufriedenzustellen. Deshalb kam es zu einer zweiten Welle mit spezialisierten Challenger-Banken. insha richtet sich primär an Menschen muslimischen Glaubens, aber selbstverständlich kann auch jeder andere ein Konto dort eröffnen. Die Islam-konforme Ausrichtung definiert sich insbesondere durch das Respektieren des Zinsverbots. Alle Services sind in deutscher, englischer und türkischer Sprache verfügbar. Gebetsassistent, Moschee-Suche und Bestimmen der Gebetsrichtung (Qibla) sind in die App integriert. Ein Zakat-Rechner ermittelt die nach islamischer Lehre verpflichtende Vermögensabgabe zur Unterstützung Bedürftiger, wahlweise nach islamischem oder gregorianischem Kalender. Girokonto und Debit-Mastercard sind ohne Grundgebühr. Drei Mal Bargeldabheben pro Monat ist gebührenfrei (gegebenenfalls aber Entgelt des Automatenbetreibers). Ab dem vierten Mal Bargeldabheben fällt je nach Land und Abhebebetrag zwischen EUR 1,75 und EUR 5,00 Gebühr an. Die Kartenzahlungen außerhalb des SEPA-Raums kosten 1,20% Auslandsentgelt. Für das Überweisen in die Türkei gilt eine gesonderte Gebührentabelle. Die App bietet ein Feature zum Setzen von Sparzielen und darüber hinaus die Möglichkeit auf einfache Weise an unterschiedliche Einrichtungen zu spenden. Deren Spendenkonten sind bereits in der App hinterlegt.


Bei TransferWise geht es vor allem darum, die sonst oft sehr hohen Kosten bei Überweisungen ins Ausland zu reduzieren. TransferWise wurde 2011 von zwei Esten gegründet, hat seinen Hauptsitz in London und eine britische Zulassung als E-Money-Institut. TransferWise unterhält Konten in vielen Ländern und nutzt sie beim Verrechnen der Zahlungsströme. Die Gelder, die die Kunden versenden, überqueren so tatsächlich selten eine Grenze. Stattdessen zahlt der Kunde beispielsweise bei seiner Überweisung von Deutschland in die USA auf ein EUR-Konto von TransferWise ein und TransferWise überweist daraufhin von ihrem USD-Konto an den Empfänger. Das macht diese Transfers besonders günstig. Überweisungen in über 50 unterschiedlichen Währungen sind möglich. Man kann das für einzelne Überweisungen ins Ausland nutzen, alternativ zu einer klassischen Auslandsüberweisung. Man registriert sich bei TransferWise und veranlasst den Transfer darüber, TransferWise ist dann zwischengeschaltet. Der an TransferWise zu zahlende Betrag lässt sich vom Girokonto bei der Hausbank überweisen oder per Kreditkarte bezahlen, die Zahlart hat Einfluss auf die Gebühr. Die exakte Höhe wird im Vorfeld über den Kostenrechner angezeigt, und auch nach wie vielen Tagen das Geld ankommen sollte. Bei TransferWise gibt es zudem keine Geld- und Briefkurse, in denen sich üblicherweise eine Marge versteckt, sondern einen fortlaufend ermittelten Mittelkurs.

Wer viel Zahlungsverkehr mit dem Ausland bzw. in Fremdwährung hat, kann das Multi-Währungs-Konto bei TransferWise in Erwägung ziehen, es wird auch in einer Version für Geschäftskunden angeboten. Mit der Eröffnung kann der Kunde eigene Kontonummern für gleich mehrere Wirtschaftssysteme erhalten, nämlich die Eurozone (BE-IBAN), Großbritannien, USA, Australien und Neuseeland. Das ermöglicht das kostenlose Empfangen von Geld in den zugehörigen Währungen. Man wählt die Konten aus, die man haben möchte, muss jeweils mit mindestens GBP 20,00 oder dem Gegenwert davon aufladen, um die Bankverbindung zu erhalten. Die Kontoführung ist kostenlos, aber bei jedem Währungstausch fällt eine Gebühr an und beim Überweisen an ein Bankkonto außerhalb von TransferWise, auch wenn man Guthaben an ein eigenes Girokonto in der gleichen Währung auszahlt (eine Lösung das zu umgehen, wäre zum Beispiel Revolut über die Karte von TransferWise aufzuladen und von dort zu überweisen). Sofern Guthaben in der jeweiligen Währung vorhanden ist, gilt für die Überweisung eine günstige Pauschalgebühr, bei EUR-Überweisung beispielsweise EUR 0,63. Guthaben aufladen ohne Währungstausch ist gebührenfrei per Überweisung und SOFORT Überweisung von Klarna möglich, das Aufladen per Kreditkarte ist mit einer prozentualen Gebühr belegt. Insgesamt ist festzuhalten, dass die Höhe der Gebühren für Transaktionen in vielen Fällen variabel ist, sie wird vom Kostenrechner angezeigt, es macht einen Unterschied, welche Währungspaare beteiligt sind, ob zwischen Guthaben innerhalb des Multi-Währungs-Kontos getauscht wird, oder auf welchem Weg neu eingezahlt wird. Für den alltäglichen Zahlungsverkehr eignet sich das Multi-Währungs-Konto wegen dieser Gebühren nicht, bei Auslandsbezug aber durchaus. Zum Multi-Währungs-Konto stellt TransferWise optional eine Mastercard-Debitkarte für einmalig EUR 6,00 Gebühr aus. Mit ihr lässt sich gebührenfrei in den Währungen des Kontos bezahlen und an Geldautomaten gebührenfrei bis zum Gegenwert von GBP 200,00 abheben. Mit Apple Pay und Google Pay kann sie ebenfalls verwendet werden.

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