Direktbanken und Online-Broker im Vergleich

Festzinsanlage: Auslandsanlagen in den Euroländern

Viele kleine ausländische Institute drängen mit aggressiven Zinsangeboten auf den deutschen Markt. Die nachfolgende Übersicht enthält Anbieter, die aus dem Ausland um deutsche Kunden werben. Der Firmensitz liegt dabei in einem der Länder, die den Euro eingeführt haben, eine Niederlassung in Deutschland wird nicht betrieben.
Für Kunden in Deutschland handelt sich um Auslandsanlagen, es sind Steuerregelungen und Einschränkungen beim Überweisungsverkehr zu beachten. Für die Identitätsprüfung sind je nach Land unterschiedliche Bestimmungen gültig. Und i. d. R. unterliegt die Vertragsbeziehung ausländischem Recht.
Da Zinserträge im Wohnsitzland zu versteuern sind, geben Anleger die ausländischen Zinserträge direkt bei der jährlichen Einkommensteuererklärung an. In bestimmten Fällen will das Finanzamt dann alle Kapitaleinnahmen in der Steuerklärung sehen. Erzielte man bei mehreren Geldinstituten Kapitalerträge, kann der Nachweis aufwendig werden. Inländische Zinserträge und ausländische Zinserträge innerhalb der EU werden steuerlich gleich behandelt. Sie werden zusammengerechnet und vom Sparer-Pauschbetrag abgezogen. Gehen sie über den Sparer-Pausbetrag hinaus, sind sie mit dem Abgeltungssteuersatz zu versteuern. Liegt der persönliche Einkommenssteuersatz unter 25 Prozent, wird dieser zugrunde gelegt. Ein Freistellungsauftrag - wie bei deutschen Sparkonten üblich - kann nicht eingereicht werden bzw. ist bei dem Verfahren nicht notwendig. Gemäß der EU-Zinsrichtlinie für Auslandskunden in der EU werden Kontrollmeldungen unter den Finanzbehörden ausgetauscht. Ziel dabei ist eine grenzüberschreitende Zinsbesteuerung überpüfbar zu machen. Um das Bankgeheimnis zu wahren, bemühten sich Österreich und Luxemburg um eine Sonderstellung. Banken in beiden Ländern führen seit Juli 2011 stattdessen anonym eine Quellensteuer von 35 Prozent ab, also deutlich mehr als die heimische Abgeltungssteuer. Eine Erstattung der zehnprozentigen Differenz erfolgt über das heimische Finanzamt, dem der Anleger auch in diesem Fall verpflichtet ist, die Einnahmen zu deklarieren.
Für Überweisungen können die SEPA-Überweisungen genutzt werden. Diese kosten bei korrekten Angaben zum Begünstigten genauso viel wie Inlandsüberweisungen, bei Online-Aufträgen muss der Betrag bereits nach einem Bankarbeitstag auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben sein. Statt Kontonummer und Bankleitzahl sind IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) zu verwenden. Die für das eigene Konto maßgebliche IBAN und der BIC geben Banken i. d. R. auf den Kontoauszügen und im Online-Banking an. Bei Überweisungsbeträgen über EUR 12.500 ist die Meldepflicht gegenüber der Deutschen Bundesbank zu beachten, das dazu benötigte Formular Z4 steht online zum Download bereit.





BIGBANK bedient den deutschen Markt aus der Ferne. Unternehmenssitz ist die Stadt Tartu in Estland. Festgeldanlagen bietet sie in einer Variante mit jährlicher Zinsauszahlung an und in einer mit Zinsauszahlung am Laufzeitende ohne Zinseszinseffekt. Das Angebot mit jährlicher Zinsauszahlung ist regelmäßig trotz niedrigerer Nominalsätze rentabler, es gelten aktuell: 2 Jahre - 3,30%, 3 Jahre - 4,05%, 4 Jahre - 4,20%, 5 Jahre - 4,40%, 6 Jahre - 4,50%, 7 Jahre - 4,55% und 10 Jahre - 4,60%. Die Mindestanlage beträgt EUR 1.000. Ab einem Anlagebetrag von EUR 10.000 ergibt sich ein Zinsaufschlag von 0,05% gegenüber den genannten Sätzen. Ab einem Anlagebetrag von EUR 100.000 können individuelle Sätze vereinbart werden. Wer Geld anlegen möchte, muss zunächst den Zugang zum Online-Banking beantragen und das PostIdent durchführen. Eine deutsche Mobilfunknummer ist anzugeben, da später für jedes Einloggen ein Passwort per SMS übermittelt wird. Wenn das PostIdent bei BIGBANK eingetroffen ist, kann der Kunde die Festzinsanlage im Online-Banking einrichten.

Die Bank hat keine Niederlassung in Deutschland, lediglich eine ins Deutsche übersetzte Internetseite sowie eine mit deutschsprachigen Mitarbeitern besetzte Telefonhotline. Für die Einlagensicherung ist die estnische Einlagensicherung, der Tagatisfond zuständig. Formell sind über ihn EUR 100.000 je Privatperson gesichert, jedoch stellt sich bei den Sicherungssystemen kleiner Staaten zwangsläufig die Frage, was die Sicherheit im Ernstfall taugt. Estland hat gerade einmal 1,3 Millionen Einwohner. Die Finanz- und Wirtschaftskrise traf das Land hart. Arbeitslosenquote und Inflation sind hoch. Kurzum: Es besteht ein gewisses Risiko. Andererseits ist die Staatsverschuldung gering und man steht wirtschaftlich besser da als die Nachbarstaaten Lettland und Litauen. Im Januar 2011 führte Estland den Euro als Landeswährung ein und erst seitdem führen wir das Festgeld der BIGBANK auf unseren Seiten auf.


Yapi Kredi Bank Nederland N. V. führt in ihrer Produktpalette das "Euro-Plus Festgeldkonto", welches zu folgenden Konditionen angeboten wird: 6 Monate - 2,35%, 12 Monate - 3,25%, 2 Jahre - 3,25%, 3 Jahre - 3,50%, 4 Jahre - 3,75% und 5 Jahre - 4,00%. Bei Laufzeiten über 12 Monaten werden die Zinsen jährlich, jeweils nach einem Laufzeitjahr, ausgezahlt. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit einer Zinsauszahlung zum Ende der Laufzeit ohne Zinseszinseffekt, die nominalen Zinssätze liegen in diesem Fall dementsprechend etwas höher. Die Mindestanlage beträgt EUR 5.000. Zur Anlage auf dem Festgeldkonto muss zunächst das "Euro-Plus Sparkonto" (Tagesgeld) eröffnet werden. Gibt der Kunde keine anderslautende Weisung, wird die Anlage zum Laufzeitende um die gleiche Laufzeit zu dem dann geltenden Zinssatz verlängert.

Die Yapi Kredi Bank Nederland N. V. betreibt ihr Privatkundengeschäft vom zentralen Standort in Amsterdam. Über die niederländische Einlagensicherung der Niederländischen Zentralbank sind Einlagen bis EUR 100.000 je Privatkunde abgesichert.


Die Amsterdam Trade Bank N. V. bietet mit ihrem "Internet Festgeldkonto" folgende Zinssätze: 6 Monate - 2,70%, 9 Monate - 2,70%, 12 Monate - 3,00%, 2 Jahre - 3,45%, 3 Jahre - 3,55%, 4 Jahre - 3,55% und 5 Jahre - 3,55%. Eine Besonderheit liegt darin, dass die Zinsen der Anlage monatlich auf das Tagesgeldkonto bei der Amsterdam Trade Bank, das zuvor eröffnet werden muss, ausbezahlt werden. Zum Laufzeitende wird auch der angelegte Betrag automatisch auf das Tagesgeldkonto übertragen. Die Mindestanlage beträgt EUR 5.000.

Die Amsterdam Trade Bank, die ein Tochterunternehmen der russischen Alfa Bank ist, hat ihren Sitz in der niederländischen Hauptstadt. Über die niederländische Einlagensicherung der Niederländischen Zentralbank sind Einlagen bis EUR 100.000 je Privatkunde abgesichert.


Zusätzlich möchten wir an dieser Stelle auf unsere AT-Seite hinweisen. Hier werden Festzins-Angebote für den österreichischen Markt gelistet. Bei deutschem Wohnsitz können die Angebote von bankdirekt.at AG, DenizBank AG und easybank genutzt werden.


Über den Link "INFORMATION" gelangen Sie wieder zur Einstiegsseite im Bereich Festzinsanlage.