Festzinsanlage: Auslandsanlagen in EU-Ländern

Viele kleine ausländische Institute drängen mit aggressiven Zinsangeboten auf den deutschen Markt. Die nachfolgende Übersicht enthält Anbieter, die aus dem Ausland um deutsche Kunden werben. Der Firmensitz liegt dabei in einem der EU-Länder, eine Niederlassung in Deutschland wird nicht betrieben.
Für Kunden in Deutschland handelt sich um Auslandsanlagen, es sind Steuerregelungen zu beachten. Für die Identitätsprüfung sind je nach Land unterschiedliche Bestimmungen gültig. Und die Vertragsbeziehung unterliegt ausländischem Recht.
Da Zinserträge im Wohnsitzland zu versteuern sind, geben Anleger die ausländischen Zinserträge direkt bei der jährlichen Einkommensteuererklärung an. In der Regel will das Finanzamt dann alle Kapitaleinnahmen in der Steuerklärung sehen. Erzielte man bei mehreren Geldinstituten Kapitalerträge, kann der Nachweis aufwendig werden. Inländische und ausländische Zinserträge innerhalb der EU werden steuerlich gleich behandelt. Sie werden zusammengerechnet und vom Sparer-Pauschbetrag abgezogen. Gehen sie über den Sparer-Pauschbetrag hinaus, sind sie mit dem Abgeltungssteuersatz zu versteuern. Liegt der persönliche Einkommenssteuersatz unter 25 Prozent, wird dieser zugrunde gelegt. Ein Freistellungsauftrag - wie bei deutschen Einlagekonten üblich - kann nicht eingereicht werden bzw. ist bei dem Verfahren nicht notwendig. Gemäß der EU-Zinsrichtlinie für Auslandskunden in der EU werden Kontrollmeldungen unter den Finanzbehörden ausgetauscht. Ziel dabei ist eine grenzüberschreitende Zinsbesteuerung überpüfbar zu machen. Um das Bankgeheimnis zu wahren, bemühten sich Österreich und Luxemburg um eine Sonderstellung. Banken in beiden Ländern führen seit Juli 2011 stattdessen anonym eine Quellensteuer von 35 Prozent ab, also deutlich mehr als die heimische Abgeltungssteuer. Eine Erstattung der zehnprozentigen Differenz erfolgt über das heimische Finanzamt, dem der Anleger auch in diesem Fall verpflichtet ist, die Einnahmen zu deklarieren.
Für Überweisungen können die SEPA-Überweisungen genutzt werden. Diese kosten bei korrekten Angaben zum Begünstigten genauso viel wie im Inland, bei Online-Aufträgen muss der Betrag bereits nach einem Bankarbeitstag auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben sein. Statt Kontonummer und Bankleitzahl ist die IBAN (International Bank Account Number) zu verwenden.





Fibank
Ungarn
  • 6 Monate1,00%
  • 12 Monate1,60%
  • 2 Jahre1,70%
  • 3 Jahre1,90%
  • 5 Jahre2,50%

Alior Bank
Polen
  • 6 Monate0,75%
  • 12 Monate1,40%
  • 2 Jahre1,45%
  • 3 Jahre1,50%

FirstSave €uro
Großbritannien
  • 12 Monate1,25%
  • 2 Jahre1,35%
  • 4 Jahre1,50%

Novo Banco
Portugal
  • 12 Monate1,25%
  • 2 Jahre1,35%
  • 3 Jahre1,45%

Banca Sistema
Italien
  • 12 Monate1,10%
  • 2 Jahre1,20%
  • 3 Jahre1,40%
  • 4 Jahre1,50%
  • 5 Jahre1,65%
  • 10 Jahre1,75%

J&T Banka
Tschechien
  • 6 Monate0,30%
  • 9 Monate0,45%
  • 12 Monate0,90%
  • 2 Jahre1,00%
  • 3 Jahre1,00%
  • 4 Jahre1,00%
  • 5 Jahre1,10%
  • 10 Jahre1,10%

WeltSparen, ein Online-Marktplatz für Zinsanlagen im Ausland, wird von der Raisin GmbH betrieben. Über diesen Weg ist es möglich bei Banken anzulegen, die aus Deutschland bislang schwer zugänglich waren, auf Konten, die mehr bringen als hierzulande üblich. Die vertretenen Auslandsbanken haben so die Möglichkeit, auf dem gemessen am Einlagevolumen größten Markt des Kontinents Einlagen aufzunehmen. Der organisatorische Aufwand ist dabei gering, sie müssen weder eine deutschsprachige Internetseite erstellen noch ein Callcenter beauftragen, und schon gar nicht eine eigene Niederlassung errichten.

Über WeltSparen gibt es aus EU-Ländern derzeit Angebote von Alior Bank aus Polen, Banca Sistema aus Italien, First Investment Bank (Fibank) aus Bulgarien, der FirstSave €uro aus Großbritannien, der J&T Banka aus Tschechien und der luxemburger Niederlassung der Novo Banco aus Portugal. Anlagewährung ist bei diesen Festgeldern der Euro, die Mindesteinlage EUR 10.000 mit Ausnahme von Banca Sistema und Novo Banco, die eine Mindesteinlage von EUR 5.000 haben, und von FirstSave €uro mit EUR 2.000. Trotz dieser weitgehenden Übereinstimmung hat jedes Produkt seine eigenen Merkmale, die auf der Internetseite von WeltSparen in den hinterlegten Produktinformationsblättern beschrieben sind. So werden die Zinsen bei den angebotenen mehrjährigen Laufzeiten von Alior Bank, Banca Sistema und Fibank auf einen Schlag am Laufzeitende gezahlt, ohne dass ein Zinseszinseffekt entsteht, das schmälert die Rendite. Eine Option, unter Verzicht auf Zinsen vorzeitig zu kündigen, besteht für Anleger bei Alior Bank, Banca Sistema, Fibank und Novo Banco, jedoch nicht bei FirstSave €uro und J&T Banka.

WeltSparen lobt zurzeit eine Gutschrift für die Festgelderöffnung aus. Die Gutschrift können Neukunden der Plattform bekommen, die ab 16.11.15 bei der Plattform erstmalig registrieren und ein Festgeldkonto bei einer der Partnerbanken eröffnen. Die Aktion läuft bis auf Weiteres. Die Höhe der Gutschrift richtet sich nach der Laufzeit des abgeschlossenen Festgelds: EUR 25,00 bei 12- bis 18-monatiger Laufzeit, EUR 50,00 bei 2- bis 3-jähriger Laufzeit, EUR 75,00 ab 3,5-jähriger Laufzeit. Man nimmt nicht automatisch teil; um die Gutschrift zu erhalten, muss man eine E-Mail mit dem Stichwort "Willkommensprämie" an den Kundenservice von WeltSparen schicken.
Zusätzlich können Neukunden, die noch ein aufgelöstes, entwertetes Sparbuch einer anderen Bank besitzen, an der Aktion "WeltSparBuch" teilnehmen. Dabei schenkt WeltSparen einen Amazon-Gutschein über EUR 50,00. Die Sparbuchprämie gilt für Neukunden, die sich im Zeitraum 17.5.16 bis 31.7.16 als Nutzer der Plattform registrieren, eine erste Festgeldanlage bei einer der Partnerbanken abschließen und das alte Sparbuch einschicken. Damit das Sparbuch der Registrierung zugeordnet werden kann, soll der Neukunde ein bereitgestelltes Formular beilegen, in dem er seine E-Mail-Adresse angibt, die er auch bei der Registrierung verwendet hat. Den Gutschein übermittelt WeltSparen am Ende des Aktionszeitraums, vernichtet die Sparbücher, schickt sie nicht mehr zurück.

Die Frage ist ob Aufwand, Risiko und in Kauf genommene Unwägbarkeiten - diese Punkte werden nachfolgend beschrieben - durch die Mehrrendite gerechtfertigt sind. Denn bei Risikobereitschaft könnte gegebenenfalls eine andere Anlageform sinnvoller sein. Der Anleger hat es gleich mit drei Akteuren zu tun, nämlich Raisin, MHB-Bank und einer Auslandsbank. Am Anfang stehen eine Registrierung auf der Internetseite von WeltSparen und das Ausdrucken von Eröffnungsunterlagen für ein Verrechnungskonto beim WeltSparen-Kooperationspartner MHB-Bank. Die MHB-Bank hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Das Verrechnungskonto bei dieser Bank ist ein Girokonto, auf das Kunden Geld einzahlen, um es später anzulegen, und auf das die Auslandsbanken bei Fälligkeit rücküberweisen. In das elektronische Postfach dieses Kontos können Dokumente wie Saldenbestätigungen, Steuerbescheinigungen und sonstige Schreiben der Auslandsbanken hinterlegt werden. Das Konto dient darüber hinaus zur Legitimation bei den Auslandsbanken. Man muss deshalb erfreulicherweise nur einmalig ein PostIdent bei der Post machen, egal wie viele Festgeldkonten es später werden. Eine Kopie oder ein Scan des Ausweises soll mit dem PostIdent eingeschickt oder nachträglich online hochgeladen werden. Im nächsten Schritt erhält der Kunde Zugangsdaten, womit er sich bei WeltSparen einloggen kann. Wenn die Wahl getroffen ist, erstellt man einen Antrag für das gewünschte Festgeldkonto. Das Verrechnungskonto muss das entsprechende Guthaben aufweisen. Den ausgefüllten Antrag sendet man per Post an WeltSparen bzw. die MHB-Bank. Von dort wird er an die Auslandsbank weitergeleitet. Sobald die Bank im Ausland das Konto eröffnet hat, überweist die MHB-Bank den Anlagebetrag vom Verrechnungskonto des Kunden hinüber. Interessenten sollten wissen, dass zwischen der Registrierung auf weltsparen.de und der Bestätigung der Anlage etwa zwei Wochen vergehen können. In dieser Zeit reist das Geld unverzinst. Die Funktion von Raisin besteht darin, die Zinsangebote mit den ausländischen Banken auszuhandeln und dafür zu sorgen, dass deutschen Kunden dort ein Konto eröffnet wird. Der Anbieter unterstützt zudem bei Fragen über einen deutschsprachigen Kundensupport. Die Verantwortung für die Anlageentscheidung trägt allerdings ausdrücklich der Anleger. Raisin hebt hervor, dass keinerlei Empfehlung für die Festzinsangebote ausgesprochen und keine Beratung vorgenommen wird. Für die Vermittlung erhält Raisin von den ausländischen Partnern eine Provision. Mit einem Anteil davon bezahlt sie für die Leistung der MHB-Bank, die auch den Auftrag hat, Kunden in der Korrespondenz mit der Auslandsbank zu unterstützen. Eine direkte Gebühr wird den Kunden nicht berechnet, die Geldanlage ist mit den üblichen Ausnahmen zu Sonderleistungen gebührenfrei.

Die Festgeldverträge fallen unter das Recht im Land des jeweiligen Festgeldanbieters. Bleibt die alles entscheidende Frage nach der Sicherheit der Einlagen. Banken, die besonders hohe Zinsen bieten, sind oft auch besonders wackelig. So gerieten die bulgarische Fibank und die portugiesische Banco Espírito Santo gleich in der Startphase von WeltSparen in Schieflage. Bei der Banco Espírito Santo kam es zur Aufspaltung, in der jetzigen Novo Banco sind neben Kundeneinlagen und Vermögenswerten die Kredite verblieben, die mit gewöhnlichem Risiko eingestuft wurden. Die Stabilität der Auslandsbanken lässt sich für Außenstehende kaum beurteilen. Die weiterhin nationalen Einlagensicherungssysteme in der EU sichern gemäß den Mindestanforderungen EUR 100.000 je Kunde und Institut ab bzw. den Gegenwert in Landeswährung. In Bezug auf die Qualität ist Einlagensicherung nicht gleich Einlagensicherung, so wie auch die wirtschaftliche Lage der einzelnen EU-Staaten weit auseinander geht. Portale wie WeltSparen haben überwiegend Zinsangebote von Banken aus Ländern mit schwächerm Rating auf der Plattform. Kunden können nur darüber spekulieren, ob die jeweilige Einlagensicherung wirklich in der Lage ist, Ansprüche ausländischer Sparer im Notfall zu bedienen. Im Ernstfall müssen Anleger ihre Ansprüche, wenn sie Pech haben, in Landessprache anmelden. Wie der Fall Zypern gezeigt hat, ist aber nicht einmal die Mitgliedschaft in der Eurozone gleichbedeutend mit einer reibungslosen Auszahlung von Kundeneinlagen. Wie es im Vertragstext mit der MHB-Bank heißt, können politische oder wirtschaftliche Instabilität in einzelnen Staaten dazu führen, dass Beschränkungen für den Abzug der Bankeinlagen verhängt werden. Auch könnten sich das rechtliche sowie das regulatorische Umfeld in dem anderen Land ändern oder generell unter dem Niveau und Standard von Deutschland liegen. Auch die viel beworbene Bequemlichkeit durch die Portale ist nur bedingt gegeben. Es gibt mehrere Sonderfälle mit ausländischer Quellensteuer, mit der jeweiligen Regelung zur Anrechenbarkeit in Deutschland muss man sich auseinandersetzen. Zinserträge werden zum Beispiel in Bulgarien mit zehn Prozent Quellensteuer belegt. Damit die Quellensteuer auf fünf Prozent reduziert werden kann, soll der Kunde eine sogenannte Ansässigkeitsbescheinigung ausgefüllt und von seiner Finanzverwaltung bestätigt zurückschicken. Reicht er diese Bescheinigung nicht ein, kann er die Hälfte des Quellensteuerabzugs in Deutschland nicht auf seine zu zahlende Steuer auf Zinseinkünfte anrechnen lassen.


FIMBank
Malta
  • 6 Monate1,60%
  • 12 Monate1,61%
  • 3 Jahre2,20%

Austrian Anadi Bank
Österreich
  • 6 Monate1,11%
  • 12 Monate1,33%
  • 2 Jahre1,44%
  • 3 Jahre1,51%

Zinspilot wird von der Hamburger Deposit Solutions GmbH betrieben und ist wie WeltSparen und Savedo ein Marktplatz für Zinsanlagen. Zinspilot vermittelt Tagesgeld- und Festzinsanlagen, von deutschen Banken und geplant von einigen Banken aus europäischen Ländern. Tagesgelder und deutsche Anlagebanken gibt es bei den beiden Konkurrenten nicht. Auch spricht Zinspilot die Interessenten auf eine andere Weise an: Im Mittelpunkt stehen Bequemlichkeit und Zeitersparnis nach dem Motto "ein Konto, viele Banken". Kontoeröffnung und PostIdent müssen nur einmal durchgeführt werden, und zwar für das Verrechnungskonto bei der deutschen Partnerbank, welches die treuhänderische Abwicklung übernimmt. Der Anleger registriert sich zunächst mit E-Mail-Adresse und Vor- und Zuname bei Zinspilot. Er hat anschließend die für ihn unwesentliche Wahl aus zwei möglichen Partnerbanken: die Sutor Bank mit Sitz in Hamburg und die biw Bank für Investments und Wertpapiere aus Nordrhein-Westfalen. Beide unterliegen der deutschen Bankenaufsicht und sind der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH angeschlossen. Von dem bei der Partnerbank geführten Zinspilot-Konto werden die Gelder weiter verteilt, ohne dass der formale Prozess einer Kontoeröffnung bei jeder einzelnen Anlagebank erforderlich wird. Konkret wählt der Anleger online die bevorzugte Zinsofferte aus, zum Namen der Plattform passend bezeichnet im "Anlage-Cockpit", und beauftragt die Anlage ganz einfach per Überweisung auf das Zinspilot-Konto, indem er im Verwendungszweck einen Angebotscode mitteilt. Anhand des Angebotscodes erkennt die Partnerbank, welche Offerte der Anleger nutzen möchte. Die Partnerbank platziert das Geld im Auftrag des Kunden, führt das allerdings nur zu bestimmten Anlageterminen aus. In der Regel gibt es alle 14 Tage einen neuen Anlagetermin. Ohne sich mit verschiedenen Online-Banking-Zugängen auseinandersetzen zu müssen, lassen sich im Anlage-Cockpit die Kontobewegungen und die Kontoauszüge einsehen und die Freistellungsaufträge für die Zinserträge aus Deutschland verwalten. Damit das Konzept Zinspilot funktioniert müssen viele Zinsangebote auf die Plattform, zurzeit ist die Zahl der kooperierenden Anlagebanken noch gering.

Auslandsbanken bei Zinspilot sind die Austrian Anadi Bank aus dem österreichischen Bundesland Kärnten und die FIMBank aus Malta. Die Austrian Anadi Bank ist der frühere Österreich-Teil der Skandalbank Hypo Alpe Adria, seit 2013 gehört sie dem britisch-indischen Geschäftsmann Dr. Sanjeev Kanoria. Der heutige Name der Bank, Anadi, kommt aus der Sprache Hindi und steht dort für das Ewige, für Tradition, Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit. Für die FIMBank war 2014 ein Geschäftsjahr der großen Herausforderungen, aufgrund der negativen Ergebnisse von Tochtergesellschaften in Russland und in Indien, aber auch durch Kreditabschreibungen der Hauptgesellschaft, verzeichnete sie vor Steuern einen Verlust von 56,7 Millionen US-Dollar, gegenüber einem Minus von 5,0 Millionen US-Dollar in 2013. Über Zinspilot bietet die Austrian Anadi Bank den deutschen Kunden vier Festgeldlaufzeiten. Dabei werden die Zinsen ohne Zinseszinseffekt erst am Laufzeitende gezahlt. Bei der FIMBank wird der Zins ebenfalls ohne Zinseszinseffekt am Laufzeitende gezahlt. Eine Anlage ist bei beiden Anbietern theoretisch bereits mit einem Euro möglich, das findet man bei Festzinsanlagen sonst selten. EUR 100.000 ist der Höchstbetrag, der pro Anleger gilt und sich auf die Summe aller bei dieser Bank unterhaltenen Gelder bezieht. Ein Startbonus ist zur Festgeldanlage auf Zinspilot erhältlich - einmalig für die Einzahlung auf ein neues Festgeldkonto im Zeitraum vom 1.3.16 bis zum 30.6.16, die Bonushöhe ist abhängig von Laufzeit und Anlagebetrag. Bei 3- bis 12-monatiger Laufzeit gibt es EUR 10,00 Bonus bei einem Anlagebetrag ab EUR 5.000 und stattdessen EUR 25,00 ab EUR 25.000 Anlagebetrag. Bei 18-monatiger sowie 2-jähriger Laufzeit gibt es EUR 20,00 Bonus bei einem Anlagebetrag ab EUR 5.000 und stattdessen EUR 50,00 ab EUR 25.000 Anlagebetrag. Bei 3- bis 6-jähriger Laufzeit beträgt der Bonus EUR 30,00 bei einem Anlagebetrag ab EUR 5.000 und stattdessen EUR 75,00 ab EUR 25.000 Anlagebetrag. Es wird der höchstmögliche Bonus berücksichtigt, wenn ein Anleger mehrere Festgeldanlagen im Aktionszeitraum tätigt. Der Bonus wird dem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Im Anlage-Cockpit lässt sich die Auszahlung am Laufzeitende anweisen, voreingestellt ist für beide Anbieter nämlich eine Wiederanlage zu dann gültigen Konditionen. Beachten sollten Anleger auch, dass von den Zinserträgen in Österreich 35 Prozent EU-Quellensteuer abgeführt werden. Eine Befreiung ist nicht möglich. Die einbehaltene Quellensteuer kann bei der deutschen Steuererklärung vollumfänglich erstattet bzw. angerechnet werden. In Malta werden die Zinserträge ohne Quellensteuerabzug gutgeschrieben.


Atlântico Europa
Portugal
  • 6 Monate1,00%
  • 9 Monate1,05%
  • 12 Monate1,55%
  • 2 Jahre1,70%
  • 3 Jahre1,95%

Savedo aus Berlin ist ein weiterer Marktplatz für Zinsanlagen. Savedo hat sich bei Idee und Konstellation stark an WeltSparen orientiert, lotst renditesuchende Inländer ebenfalls zu Festzinsanlagen aus europäischen Ländern. Marktstart war im Dezember 2014 mit der slowakisch-tschechischen J&T Banka. In Reaktion darauf überzeugte WeltSparen die J&T Banka, ihre Zinsangebote auch über die WeltSparen-Plattform anzubieten (identische Zinssätze). Dies machte den unliebsamen Konkurrenten in den ersten Monaten überflüssig, denn dieser hatte ausschließlich diese eine Anlagebank auf der Plattform. Für die Interessenten war es wegen der größeren Auswahl für gegebenenfalls nachfolgende Anlagen praktischer, sich für WeltSparen zu entscheiden. Handelsblatt, WirtschaftsWoche und der Tagesspiegel kooperieren redaktionell mit Savedo, deshalb gibt es dort viele Artikel, die erklären, wie man mit den Auslandsanlagen mehr Rendite erzielen kann. Der deutsche Dienstleister mit Banklizenz, der das für die Abläufe notwendige Verrechnungskonto führt, ist bei Savedo die biw Bank für Investments und Wertpapiere (biw Bank). Die Anträge für dieses Verrechnungskonto und die eigentliche Geldanlage müssen ausgedruckt und unterschrieben auf dem Postweg eingereicht werden. Für die Identifikation stehen zwei Methoden zur Verfügung: PostIdent oder VideoIdent. Der Anleger kann sobald die Kontoeröffnung per Post bestätigt wurde auf sein Verrechnungskonto überweisen. Die biw Bank leitet daraufhin das Geld im Kundenauftrag an die gewählte Anlagebank im Ausland. Laufzeit und Verzinsung des Festgelds beginnen mit dem dortigen Geldeingang. Möchte der Anleger weitere Zinsangebote der Plattform nutzen, muss er sich normalerweise nicht nochmals identifizieren, in manchen Fällen jedoch schon, weil VideoIdent bei Savedo nicht von allen Anlagebanken unterstützt wird. Wenn Bestandskunden, die sich mit VideoIdent für ihre erste Anlage legitimiert haben, bei solchen anlegen wollen, die es nicht unterstützen, schickt Savedo sie auch noch zum PostIdent.

Mittlerweile unterscheidet sich Savedo gegenüber WeltSparen durch die hinzugewonnenen Auslandsbanken und in der Bonusaktion: Neu- und Bestandskunden, die ab 18.12.15 ein Festgeldkonto auf savedo.de eröffnen, erhalten eine Gutschrift in Abhängigkeit vom investierten Anlagebetrag. Zur Höhe der Gutschrift gibt es zehn Stufen, von EUR 10,00 zehnerweise aufwärts bis EUR 100,00 - für Anlagebeträge von EUR 10.000 bis EUR 100.000. EUR 20,00 Gutschrift erhält man beispielsweise bei einem Anlagebetrag größer EUR 10.000 bis EUR 20.000. Die Aktion gilt bis auf Weiteres und kann pro Partnerbank in Anspruch genommen werden. Die Gutschrift wird innerhalb von sechs Wochen nach Laufzeitbeginn auf das Verrechnungskonto ausbezahlt.

Eine der weiteren Auslandsbanken ist die Atlântico Europa aus Portugal. Bei ihr gelten ein Mindesteinlagebetrag von EUR 5.000 und eine Höchsteinlage von EUR 100.000. Atlântico Europa schreibt die Zinsen steuerlich wirksam erst am Laufzeitende dem Anlagekonto gut, bei den mehrjährigen Laufzeiten unter Berechnung von Zinseszinsen. Portugal ist ein Land mit Quellensteuerabzug, der nur gemindert werden kann, Anleger sollten die entsprechende Regelung kennen und eine Ansässigkeitsbescheinigung vorlegen. Daneben finden sich zwei Banken aus Kroatien bei Savedo. Es sind winzige Institute, die erst seit wenigen Jahren bestehen. In unserer Vergleichsübersicht bilden wir diese beiden zurzeit noch nicht ab, auch weil deutsche Anleger neben dem üblichen Aufwand einer Auslandsanlage eine kroatische Steuernummer beantragen müssten. Die Festgeldverträge fallen generell unter das Recht und die Einlagensicherung im Land der jeweiligen Anlagebank.


Klarna
Schweden
  • 12 Monate1,20%
  • 2 Jahre1,25%
  • 3 Jahre1,40%
  • 4 Jahre1,55%

Klarna AB aus Stockholm ist ein Anbieter von rechnungsbasierten Zahlungslösungen für Onlineshop-Betreiber. Die Zinsen werden jeweils nach einem Laufzeitjahr auf das im Antrag angegebene Referenzkonto ausgezahlt. Gibt der Kunde keine anderslautende Weisung, wird der Anlagebetrag zum Laufzeitende um die gleiche Laufzeit zu dem dann geltenden Zinssatz verlängert. Die Mindesteinlage beträgt EUR 10.000. Klarna nennt für die Einsendung der Kontoanträge eine Postadresse in Bingen am Rhein an und für die Überweisung des Anlagebetrags eine Bankverbindung bei der Commerzbank. Der Kunde soll bei der Überweisung im Verwendungszweck seinen Namen und die Antragsnummer angeben.

Das Geld wird in Schweden angelegt. Die Einlagen sind bis EUR 100.000 pro Anleger durch die vom schwedischen Staat garantierte Einlagensicherung Riksgälden geschützt. Die Institute müssen dort ihre einzelnen Anlagekonten zur Einlagensicherung anmelden. Welche Konten geschützt sind, wird auf der Riksgälden-Website veröffentlicht, das Klarna Festgeld ist namentlich aufgeführt. Die Garantiesumme lautet in Schweden auf Euro, obwohl die Krone die Landeswährung ist.


Crédit Agricole Consumer Finance
Frankreich
  • 12 Monate1,01%
  • 2 Jahre1,21%
  • 3 Jahre1,41%
  • 4 Jahre1,51%
  • 5 Jahre1,61%
  • 6 Jahre1,75%
  • 7 Jahre1,90%

Die Crédit Agricole Consumer Finance S. A. ist auf Konsumentenkredite spezialisiert und Teil der genossenschaftlichen Bankengruppe Crédit Agricole. Die Mindesteinlage beträgt EUR 5.000, die Höchsteinlage EUR 500.000. Im Antragsprozess ist ein Passwort für den Telefonservice festzulegen, denn ein Online-Zugang zur Konteneinsicht besteht nicht. Die Bank bestätigt die Antragsannahme per E-Mail. Es wird ab dem Eingangsdatum des Anlagebetrags verzinst. Der Kunde hat ein mehrwöchiges Zeitfenster, in dem er den Anlagebetrag überweisen kann. Es beginnt mit der Antragsstellung und endet vier Wochen nach Zugang der Bestätigung der Antragsannahme. Die Zinsen werden jeweils nach einem Laufzeitjahr auf das im Antrag angegebene Referenzkonto ausgezahlt. Mindestens drei Werktage vor Fälligkeit sollte eine Weisung zur Rückzahlung und Kontoauflösung vorliegen, sonst verlängert sich die Laufzeit einmalig um zwölf Monate zum dann geltenden Zinssatz, danach endet sie ohne dass es einer Kündigung bedarf.

Der Firmensitz ist im französischen Évry. Die Einlagen sind bis EUR 100.000 je Privatperson gesichert über den Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution, der gesetzlichen Einlagensicherung in Frankreich.


LeasePlan Bank
Niederlande
  • 6 Monate1,05%
  • 9 Monate1,10%
  • 12 Monate1,20%
  • 2 Jahre1,25%
  • 3 Jahre1,30%
  • 4 Jahre1,40%
  • 5 Jahre1,50%

Die LeasePlan Bank bietet Festgeld aus den Niederlanden an. Ein Kunde kann mehrere Festgeldkonten führen, die Mindesteinlage beträgt jeweils EUR 1.000, insgesamt darf der Anlagebetrag aller Festgeldkonten zwei Millionen Euro nicht überschreiten. Es muss zunächst das "Online-Sparkonto" bei der LeasePlan Bank eröffnet werden. Die Bezeichnung ist verwirrend, da es eher als Zugang zum Online-Banking zu sehen ist. Guthaben, das dort verbleibt, ist als Tagesgeld geparkt. Die Identität des Antragstellers prüft die LeasePlan Bank durch PostIdent. Zur Prüfung der Daten muss der Antragsteller zudem EUR 1,00 von seinem angegebenen Referenzkonto an die mitgeteilte Nummer des Online-Sparkontos überweisen. Wenn die Identifizierung eingegangen und der Antrag fertig bearbeitet ist, ist der abschließende Schritt, das Online-Sparkonto zu aktivieren und online das Festgeld anzulegen. Eine Besonderheit ist die explizit eingeräumte Bedenkzeit: Der Kunde kann innerhalb von 14 Tagen nach der Eröffnung das Festgeld schließen, ohne dass ihm Kosten entstehen. In diesem Fall zahlt die LeasePlan Bank den variablen Zinssatz, den der Kunde erhalten hätte, wenn der Anlagebetrag als Tagesgeld verblieben wäre. Bei den Laufzeiten bis 12 Monaten werden die Zinsen am Laufzeitende ermittelt und auf das Tagesgeldkonto ausgezahlt, bei den längeren jeweils zum Ende des Kalenderjahres und zum Laufzeitende. Der Anlagebetrag wird am Ende der Laufzeit ebenso auf das Tagesgeldkonto umgebucht.

Die seit Ende August 2015 auf dem deutschen Markt aktive LeasePlan Bank ist eine Tochter der großen Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaft LeasePlan Corporation N. V. Die Bank betreibt das Geschäft von der Niederlassung in Almere aus, der siebtgrößten Stadt der Niederlande, der eingetragene Firmensitz befindet sich in Amsterdam. Es greift die Einlagensicherung der Niederländischen Zentralbank bis EUR 100.000 je Privatkunde.


Yapi Kredi Bank
Niederlande
  • 6 Monate0,80%
  • 12 Monate1,00%
  • 2 Jahre1,25%
  • 3 Jahre1,40%
  • 4 Jahre1,50%
  • 5 Jahre1,60%
  • 6 Jahre1,70%
  • 7 Jahre1,80%
  • 8 Jahre1,85%
  • 9 Jahre1,90%
  • 10 Jahre1,95%

Yapi Kredi Bank Nederland N. V. führt in ihrer Produktpalette das "Euro-Plus Festgeldkonto". Bei Laufzeiten über 12 Monaten werden die Zinsen jährlich, jeweils nach einem Laufzeitjahr, ausgezahlt. Diese Zinssätze sind nebenstehend abgebildet. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit einer Zinsauszahlung zum Ende der Laufzeit ohne Zinseszinseffekt, die nominalen Zinssätze liegen in diesem Fall dementsprechend etwas höher. Die Mindestanlage beträgt EUR 5.000. Zur Anlage auf dem Festgeldkonto muss zunächst das "Euro-Plus Sparkonto" (Tagesgeld) eröffnet werden. Gibt der Kunde keine anderslautende Weisung, wird die Anlage zum Laufzeitende um die gleiche Laufzeit zu dem dann geltenden Zinssatz verlängert.

Die Yapi Kredi Bank Nederland N. V. betreibt ihr Privatkundengeschäft vom zentralen Standort in Amsterdam. Über die niederländische Einlagensicherung der Niederländischen Zentralbank sind Einlagen bis EUR 100.000 je Privatkunde abgesichert.


Bigbank
Estland
  • 6 Monate0,95%
  • 9 Monate1,00%
  • 12 Monate1,10%
  • 2 Jahre1,20%
  • 3 Jahre1,30%
  • 4 Jahre1,45%
  • 5 Jahre1,50%
  • 6 Jahre1,55%
  • 7 Jahre1,65%
  • 10 Jahre1,95%

Bigbank AS bedient den deutschen Markt aus der Ferne. Unternehmenssitz ist die Stadt Tartu in Estland. Festgeldanlagen bietet sie in einer Variante mit jährlicher Zinsauszahlung an und in einer mit Zinsauszahlung am Laufzeitende ohne Zinseszinseffekt. Das Angebot mit jährlicher Zinsauszahlung ist regelmäßig trotz niedrigerer Nominalsätze rentabler, es ist in der nebenstehenden Tabelle angegeben. Die Mindestanlage beträgt EUR 1.000. Ab einem Anlagebetrag von EUR 100.000 können individuelle Sätze vereinbart werden. Wer Geld anlegen möchte, muss zunächst den Zugang zum Online-Banking beantragen und das PostIdent durchführen. Eine deutsche Mobilfunknummer ist anzugeben, da später für jedes Einloggen ein Passwort per SMS übermittelt wird. Wenn das PostIdent bei Bigbank eingetroffen ist, kann der Kunde im Online-Banking einen Festgeldvertrag erstellen, der abermals auf dem Postweg einzureichen ist.

Die Bank hat keine Niederlassung in Deutschland, lediglich eine ins Deutsche übersetzte Internetseite sowie eine mit deutschsprachigen Mitarbeitern besetzte Telefonhotline. Für die Einlagensicherung ist die estnische Einlagensicherung, der Tagatisfond, zuständig. Formell sind über ihn EUR 100.000 je Privatperson gesichert, jedoch stellt sich bei den Sicherungssystemen kleiner Staaten zwangsläufig die Frage, was die Sicherheit im Ernstfall taugt. Estland hat gerade einmal 1,3 Millionen Einwohner. Die Finanz- und Wirtschaftskrise traf das Land hart. Arbeitslosenquote und Inflation sind hoch. Kurzum: Es besteht ein gewisses Risiko. Andererseits ist die Staatsverschuldung gering und man steht wirtschaftlich besser da als die Nachbarstaaten Lettland und Litauen. Im Januar 2011 führte Estland den Euro als Landeswährung ein.


Amsterdam Trade Bank
Niederlande
  • 6 Monate0,65%
  • 9 Monate0,65%
  • 12 Monate1,00%
  • 2 Jahre1,20%
  • 3 Jahre1,30%
  • 4 Jahre1,40%
  • 5 Jahre1,50%

Die Produktbezeichnung der Amsterdam Trade Bank N. V. lautet "Internet Festgeldkonto". Eine Besonderheit liegt darin, dass die Zinsen der Festzinsanlage monatlich auf das Tagesgeldkonto bei der Amsterdam Trade Bank, das zuvor eröffnet werden muss, ausbezahlt werden. Zum Laufzeitende wird auch der angelegte Betrag automatisch auf das Tagesgeldkonto übertragen. Die Mindestanlage beträgt EUR 5.000.

Die Amsterdam Trade Bank, die ein Tochterunternehmen der russischen Alfa Bank ist, hat ihren Sitz in der niederländischen Hauptstadt. Über die niederländische Einlagensicherung der Niederländischen Zentralbank sind Einlagen bis EUR 100.000 je Privatkunde abgesichert.


Zusätzlich möchten wir an dieser Stelle auf unsere AT-Seite hinweisen. Hier werden Festzins-Angebote für den österreichischen Markt gelistet. Bei deutschem Wohnsitz können die Angebote von AutoBank AG (Referenzkonto in Österreich erforderlich), bankdirekt.at, DenizBank AG und easybank AG genutzt werden.


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