Hohe Hürden zur Depoteröffnung auch für langjährige Kunden
Seit nunmehr 13 Jahren besitze ich ein Tagesgeldkonto bei der Santander Consumer Bank. Nachdem mein Wertpapierdepot bei der ING zuletzt nur noch für Menschen mit den allerneuesten Webbrower-Versionen der bekannten Herausgeber und einem teuer zu erwerbenden photoTAN-Generator zugänglich war, lag es nahe, eine Verlegung zur Santander ins Auge zu fassen, denn dort gibt es noch das praktische mTAN-Verfahren, und auch der von mir genutzte Webbrowser mit (trotz wöchentlichem Update) etwas älterer JavaScript-Implementierung macht keinerlei Probleme. Also alles gut? Leider nicht. Denn bei der Santander hat man andere Möglichkeiten gefunden, um Kunden, die ein Depot eröffnen wollen, doch noch davon abzuhalten. Wenn man nämlich glaubt, jemand, der schon ein Tagesgeldkonto besitzt, müsste eigentlich schon so bekannt sein, dass er nur noch einfach im Online-Banking ein Depot hinzuzubuchen braucht, so irrt man ganz gewaltig. Denn die Santander will zunächst einmal eine neue Identifikationsfeststellung vornehmen. Die Kunden haben ja auch sonst nichts Besseres und Erquicklicheres zu tun, als jetzt erneut für das PostIdent zur Post zu laufen und sich dort in eine Menschenschlange einzureihen. Aber halt! So einfach ist es gar nicht. Denn während das Tagesgeldkonto sich nach wie vor per PostIdent eröffnen lässt, ist das beim Depot nicht mehr möglich. Vielmehr braucht man hier für die erneute Identifikation einen PC mit Kamera, Mikrofon und ausreichend schneller Internetverbindung mit großem Datenvolumen, da es jetzt nämlich unbedingt eine Identifikation per VideoIdent sein muss, PostIdent geht nicht mehr. Damit ist dieses Depot für mich als Mobilfunk-Nutzer am Heim-PC unerreichbar, obwohl ich möglicherweise recht zufrieden damit sein könnte. Jetzt muss ich also, obwohl ich schon langjähriger Kunde bin, mir doch tatsächlich ein Depot bei einer anderen Bank suchen. Das ist wirklich eine seltsame Art der Gewinnung von neuen Depotkunden.