Brokerage: Information
- Depotangebot/Anzeige
Scalable Capital
- gebührenfreie Konto- und Depotführung im "Free Broker"
- EUR 1,99 Orderentgelt pauschal je Ausführung über Xetra Frankfurt
- Depotangebot/Anzeige
comdirect- Pure Depot mit EUR 1,00 Orderentgelt pauschal je Ausführung, Handel ausschließlich über gettex, kostenlose Konto- und Depotführung
Beim Vergleich der Online-Broker gibt es zum einen die Etablierten wie comdirect, Consorsbank, ING, maxblue und S Broker. Ihr Orderangebot an in- und ausländischen Wertpapieren, Fonds zu reduzierten Ausgabeaufschlägen und ETF-Sparplänen ist umfassend, die Kosten transparent, die Eingabemasken komfortabel und der Kundenservice in der Regel überzeugend. Detaillierte Informationen zum Angebot und zu den handelbaren Wertpapieren lassen den Unterschied bereits auf den Webseiten erkennen. Andere wie flatex überzeugen eher durch niedrige Preise oder indem sie sich in bestimmten Segmenten profilieren. Zahlreiche Wertpapieranleger, die sich neu für ein Depot entscheiden, gehen derzeit allerdings zu Neobrokern wie Scalable Broker, Trade Republic, Smartbroker+ oder Traders Place, wo man an bestimmten Handelsplätzen fast zu Nullsätzen handeln kann. Dafür ist die Auswahl an Handelsplätzen dort üblicherweise auf die Partner eingeschränkt (trifft auf Smartbroker+ und Traders Place nicht zu) und man hat das eine oder andere mal etwas schlechtere Spreads in den Kursen.
Um den passenden Anbieter zu finden, sollten Sie Ihr Nutzerprofil vorher festlegen. Überlegen Sie sich also, welche Art von Wertpapieren Sie wo handeln, wie hoch die Ordervolumen gewöhnlich sind, ob Sie Ihre Wertpapieraufträge in der Regel limitieren und wie oft im Jahr etwa Trades stattfinden.
Bei häufigen Trades kommt es stärker auf die Orderkosten an. Es fällt auf, dass einige Online-Broker je nach Ordergröße deutlich unterschiedliche Preise je Order erheben, sodass einer, der für kleine Orders gut geeignet ist, nicht unbedingt auch für größere Orders vorn liegt. Teilweise sind Mindest- und Höchstprovisionen gesetzt. Für inaktive Anleger schlagen etwaige Depotkosten stärker zu Buche, für diese wäre ein bedingungslos kostenlos geführtes Depot ideal. Manchmal ist die kostenlose Depotführung an bestimmte Bedingungen geknüpft wie eine Transaktion im Quartal oder das Investieren per Sparplan, dann muss man schauen, ob dies die vorgesehene Nutzung nicht allzu stark einschränkt. Und manchmal ist für Guthaben auf dem Depot-Verrechnungskonto ein Negativzins zu zahlen. Nicht zuletzt unterscheiden sich die Online-Broker auch im Leistungsumfang. Dazu gehört insbesondere, ob die gewünschten Wertpapiere über den Online-Broker überhaupt handelbar sind und welche Handelsplätze zur Verfügung stehen. ETF-Anleger werden sich entsprechend zum Auf- oder Ausbau eines ETF-Bestands für Aktionen und die verfügbaren Sparpläne interessieren. Andere kaufen Einzelwerte und wollen dabei auch auf ausländische Börsenplätze zurückgreifen können. Da fast jeder Anbieter mit einer eigenen Tarifstruktur aufwartet und sich auch das Leistungsangebot stark unterscheidet, gestaltet sich der Vergleich durchaus schwierig. Folglich finden sich jedoch auch Angebote, die dem eigenen Bedarf recht gut entsprechen.
Änderungen bei den Brokerage-Angeboten
- Bei ING gibt es seit 1.8.26 ein neues Eröffnungsangebot zum Depot. Es ist einseitig mit dem Eröffnungsangebot zum Girokonto verknüpft, sodass es dieses Mal nur wahrgenommen werden kann, wenn sowohl Depot als auch Girokonto eröffnet werden. Zum einen ist so unter Bedingungen die Girokonto-Geldprämie von EUR 200,00 erhältlich und zum anderen der auf wunschgutschein.de einlösbare Wertgutschein über EUR 100,00, zusammen also bis zu EUR 300,00. Voraussetzung für den Gutschein ist ein Wertpapier-Sparplan über mindestens EUR 100,00 monatlich, der bis 15.12.26 mindestens drei Mal ausgeführt sein muss. Die Wertpapiergattung ist dabei nicht eingeschränkt. Ohne Ausführungsentgelt ist die Sparplanausführung allerdings nur beim ETF-Sparplan; bei Aktien- und Zertifikate-Sparplänen erhebt die ING 1,50% vom Kurswert. Als Neukunde zählt, wer in den vergangenen zwölf Monaten weder Girokonto noch Depot bei der ING hatte. Das Eröffnungsangebot zum Girokonto steht dagegen für sich, es setzt keine Depoteröffnung voraus.
- Für ab dem 15.7.26 eröffnete Depots erhebt comdirect kein pauschales Depotentgelt mehr. Erstmals führt das Preis- und Leistungsverzeichnis in der Fassung vom Juli 2026 diese Regel. Sie gilt beim regulären Depot, nicht beim separat angebotenen "Pure Depot". Bislang wurden ab dem dritten Quartal nach Eröffnung EUR 1,95 monatlich erhoben, aber nur, wenn Kunden keines der drei Befreiungskriterien erfüllten. Die Pauschale entfiel bei einem comdirect-Girokonto unter derselben Kundennummer, bei mindestens zwei Trades je Quartal oder bei einem Wertpapiersparplan mit mindestens einer Ausführung je Quartal. Bei Depots, die Kunden bis einschließlich 14.7.26 eröffnet haben, bleiben Entgelt und Befreiungskriterien unverändert; im Preis- und Leistungsverzeichnis ist das ausdrücklich festgehalten. Die Neukundenaktionen der comdirect befreiten in der Vergangenheit meist drei Jahre lang von der Pauschale.
- Scalable Capital ordnet beim Scalable Broker die Preise für Wertpapierorders neu, angekündigt am 8.7.26 per Kundenanschreiben und Pressemitteilung. Bestandskunden sollen den geänderten Bedingungen im Webportal oder in der App aktiv zustimmen. Ab sofort erhebt der Neobroker für eine Order über Xetra pauschal nur noch EUR 1,99. Das Handelsplatzentgelt fällt nicht mehr an. Zuvor waren es EUR 3,99 zuzüglich eines Handelsplatzentgelts von 0,01% des Ordervolumens, mindestens EUR 1,50. Der Preis einer Xetra-Order sinkt also von mindestens EUR 5,49 auf EUR 1,99 und macht den Handel über den großen deutschen Börsenplatz damit hochattraktiv. Gegenläufig verteuert Scalable den Handel über gettex. Ab 1.9.26 kostet dort jede Order einheitlich EUR 1,99. Im kostenlosen Free Broker zahlten Kunden bislang EUR 0,99. Härter trifft es die Abonnenten von "Prime+": Deren Grundgebühr von EUR 4,99 monatlich deckt Orders ab EUR 250,00 Ordervolumen ab; künftig zahlen auch sie auf gettex EUR 1,99 je Order. Um weiterhin für EUR 0,99 bzw. ohne Ordergebühr zu handeln, müssen Kunden künftig auf die hauseigene European Investor Exchange (EIX) ausweichen. Einige Nutzer halten die Spreads und die Liquidität auf gettex für besser als an der EIX. Belastbare Vergleichsdaten fehlen; breitere Spreads verursachen indirekte Mehrkosten. Sparpläne bleiben unberührt - sie laufen seit Längerem schon über die EIX, weiterhin ohne Ausführungsentgelt. Der Doppelschritt vereinheitlicht die Preise beider externen Handelsplätze bei EUR 1,99 und lässt allein die EIX darunter. Scalable Capital betreibt sie seit 2024 gemeinsam mit der Börse Hannover. Die Preisstruktur lenkt die Handelsplatzwahl an jene Börse, an der der Broker selbst mitverdient. Der Ordervorteil des Abonnements schrumpft auf einen einzigen Handelsplatz. Für gettex gibt es kein Preisargument mehr, zum selben Preis erreichen Anleger den Referenzmarkt Xetra mit tieferem Orderbuch. Die Neuordnung folgt auf das Ende der deutschen Übergangsausnahme vom EU-Verbot des Payment for Order Flow. Mit den Rückvergütungen der Handelsplätze entfällt eine Ertragsquelle, die den Handel über sie verbilligte. Der wirtschaftliche Zusammenhang liegt nahe und auch der Zugzwang dank Trade Republic; als Grund nennt Scalable das nicht.
- Der Neobroker justTrade baute sein Preis- und Leistungsverzeichnis per 1.7.26 um, die Kunden informierte justTrade knapp zwei Wochen vor Inkrafttreten über eine Nachricht im Online-Postfach. Im börslichen Aktien- und ETF-Handel gilt nun formal eine Orderprovision von EUR 2,90. Bei Orders über LS Exchange und Tradegate reduziert sie eine "Ausgleichszahlung" der Handelspartner an die Kunden auf EUR 1,00. Für alle anderen Handelsplätze bleiben EUR 2,90 stehen. Da justTrade im Aktien- und ETF-Handel weiterhin LS Exchange, Quotrix und Tradegate als verfügbare Börsen nennt, bezieht sich die Verteuerung allein auf Quotrix. Zuvor war das Modell einfacher: Im börslichen Handel waren EUR 0,00 Orderprovision und EUR 1,00 Fremdkosten ausgewiesen. Einzelne Altkunden konnten nach Nutzerberichten sogar noch zu EUR 0,00 handeln, weil sie eine frühere Preisumstellung nicht akzeptiert hatten. Dieses Privileg endet nun wohl. Um die Zustimmung einzuholen, zeigt justTrade beim Login ein Popup an; ohne Annahme können keine Orders aufgegeben werden. Für Anleger, die ohnehin über LS Exchange oder Tradegate handeln, ändert sich am effektiven Orderpreis wenig. Wer bisher Quotrix nutzte, muss prüfen, ob ein möglicher Kursvorteil den Mehrpreis von EUR 1,90 je Order rechtfertigt. Quotrix wird damit unattraktiver, bleibt aber im Angebot. ETF-Sparpläne führt justTrade weiterhin ohne Ausführungsentgelt aus, nun aber über Lang & Schwarz statt zuvor über Quotrix. Im Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen fasste justTrade die Preisermittlung ebenfalls neu. Die Provision beträgt jetzt EUR 2,90 plus 0,50% des Ordervolumens. Über PremiumPartner Gold, darunter J.P. Morgan, Morgan Stanley, UBS und Vontobel, wird sie über eine an die Kunden ausgeschüttete Rabattierung auf EUR 0,00 reduziert; über PremiumPartner Silber, derzeit DZ Bank und Société Générale, auf EUR 2,00. Neu ist der Handel über die Börse Stuttgart. Dort reicht justTrade EUR 1,90 Fremdkosten sowie die Transaktionsentgelte der Börse weiter. Für Kryptowerte gilt weiterhin 0,125% Orderprovision. Letztlich geht es nicht nur um die bloßen Gebührenzeilen; Hintergrund ist das Ende der deutschen Übergangsausnahme zum Verbot für Payment for Order Flow. justTrade ersetzt die bislang erhaltenen, jetzt verbotenen Rückvergütungen durch ein neues Rechtskleid mit angehobener Orderprovision und gleichzeitiger "Ausgleichszahlung" an die Kunden. Das hält den Einstiegspreis bei zwei Handelspartnern niedrig. Es ist der defensivste der Wege, die in der Branche gewählt wurden (andere: eigener Handelsplatz, eigene Market-Maker-Lizenz, Order-Routing durch Broker über eine feste Vorauswahl an Handelspartnern und Ausführungsgrundsätzen).
- tradegate.direct führte im Mai Wertpapiersparpläne ein und schloss damit die auffälligste Lücke im eigenen Brokerage-Angebot. Ein Sparplan lässt sich ab EUR 25,00 je Rate einrichten. Sparplanfähig sind über 4.000 ETPs sowie mehrere hundert Aktien. Die Abkürzung ETP steht für "Exchange Traded Products"; dazu zählen vor allem ETFs. Fünf Intervalle sind wählbar: monatlich, zweimonatlich, quartalsweise, halbjährlich und jährlich. Als Ausführungstag lässt sich der 3., 9., 18. oder 27. eines Monats festlegen - also abseits des 1. und 15., an denen sich die Sparplan-Zuflüsse branchenüblich bündeln und entsprechend berechenbar auf die Kurse wirken können. Ein paar wesentliche Details zur Sparplanausführung bei tradegate.direct: Sie läuft nicht über die Börse, sondern außerbörslich. Laut den Sparplan-Sonderbedingungen des Brokers und der FAQ bestimmt ein volumengewichteter Durchschnittspreis den Ausführungspreis. tradegate.direct ermittelt ihn am Börsenplatz Tradegate BSX - in einer selbst festgelegten Referenzperiode unmittelbar vor der Ausführung. Haben dort in der Referenzperiode keine Umsätze stattgefunden, entspreche der Preis dem Durchschnitt der Verkaufspreise aus der verbindlichen Vorhandelspreisinformation. Im Kern ist die Regelung kundenfreundlich, an einer Stelle aber bewusst intransparent. Anders als bei einer Ausführung zu genau einem Zeitpunkt, wie sie die meisten Wettbewerber fahren, trifft die Anleger durch den volumengewichteten Durchschnittspreis kein zufälliger Kursausschlag in der Ausführungssekunde. Doch tradegate.direct bestimmt die Länge der Referenzperiode individuell für jedes Wertpapier und je nach Liquiditätslage. Damit können die Kunden den ausgewiesenen Preis nicht nachvollziehen - sie kennen weder die genauen Fenstergrenzen noch haben sie Zugriff auf die Einzelumsätze, aus denen sich der Durchschnitt ergibt. Ein Ausführungsentgelt erhebt tradegate.direct nicht, im Festpreis kann aber ein Spread stecken. Die Ausführung erfolgt Nutzerberichten zufolge gegen 16:15 Uhr am Ausführungstag. Lastschriften vom Referenzkonto zieht tradegate.direct nicht ein. Das Guthaben muss vorab auf dem Verrechnungskonto liegen, sonst fällt die Ausführung aus.
