Informationen zum Thema Direktbanken

Bankgeschäfte sind von fast jedem Punkt der Welt aus möglich

Bankgeschäfte sind von fast jedem Punkt der Welt aus möglich

Direktbanken erfüllen den Wunsch der Kunden nach größerer Flexibilität und Mobilität, indem sie per Internet und Telefon von fast jedem Punkt der Welt aus rund um die Uhr erreichbar sind. Kostenvorteile werden in Form von günstigen Konditionen an Kunden weitergegeben.

Direktbanken verzichten auf ein teures und personalintensives Filialnetz. Das ermöglicht schlanke Strukturen und begrenzt die Kosten. Kunden werden ausschließlich über Internet, Telefon oder Post von einem zentralen Standort betreut. Mittlerweile agieren mehrere Direktbanken jedoch mit modifizierten Konzepten, die auch Beratung und Geschäftsstellen vorsehen.

Der Markteintritt der Direktbanken hat das deutsche Bankenwesen nachhaltig verändert. Dies verdeutlicht beispielsweise der Start der Direkt Anlage Bank und Consors im Jahr 1994. Drei Punkte erschwerten damals den Wertpapierhandel für Privatanleger: Erstens die hohen Gebühren für Kunden, die keine Beratung brauchten. Zweitens waren Informationen zum Börsenhandel spärlich, und drittens war die Abwicklungsqualität schlecht. Erst zwei Tage nach einer Aktienorder erfuhr man damals per Post, ob man die Anteile wirklich erworben hatte. Durch die Direktbanken wurde der Börsenhandel demokratischer: anbieterübergreifendes Fondsangebot zu günstigen Konditionen, Depotübersichten per Mausklick, Realtime-Börsenkurse, offene Orderbücher und Daytrading. Damals für Privatanleger unvorstellbar, mittlerweile Alltag.

Vor allem im Einlagengeschäft wie z. B. bei Tagesgeld oder Sparbriefen haben klassische Finanzinstitute an Boden verloren, Direktbanken ziehen über günstige Konditionen hohe Einlagevolumen ab. Filialbanken zögern, die Zinsen auf das Niveau von Direktbanken zu heben, da ihre Kunden niedrig verzinsliche Spareinlagen bzw. nahezu unverzinsliche Sichteinlagen schnell auf neue Angebote umschichten würden. Es entsteht ein "Kannibalisierungseffekt", der es den Filialbanken nahezu unmöglich macht, zusätzliches Neugeschäft zu generieren. Aber auch der Wettbewerb im eigenen Direktbanken-Lager ist hart und Kunden fühlen sich bei diesen Anlagen wenig an den Anbieter gebunden. Zinsänderungen beim Tagesgeld wirken sich häufig unmittelbar auf Zu- bzw. Abflüsse der Kundeneinlagen aus. Trotzdem können die Anbieter bei der Ertragskalkulation auf die Trägheit von weniger preissensiblen Kunden vertrauen.

Ein großer Teil der Fahrzeugfinanzierung wird heute nicht mehr über Filialbanken sondern über die Automobilbanken oder auf Privatkredite spezialisierte Institute abgewickelt. Sie arbeiten mit dem Kfz-Händlern zusammen und sind so näher am Kunden. Die Automobilbanken verfügen zudem über attraktive Kundenkontakte beim Cross Selling zwischen Automobil- und Bankgeschäft.

Die Revolution durch das Internet treibt den Wandel in der Finanzindustrie voran. Dem Kunden erschließt sich ein Angebot, das nicht nur auf die wenigen Banken vor Ort beschränkt ist. Online-Banking ist eine beliebte Anwendung, Kunden schätzen die Bequemlichkeit. Durch die zur Verfügung stehenden Informationen sind Bankkunden heute selbstbewusster, viele wollen autonom entscheiden. Hinzu kommt, dass Bankprodukte leicht über das Internet vergleichbar und abzuschließen sind. Dadurch sind Direktbanken, die aufgrund der Struktur gute Konditionen bieten können, gut aufgestellt. Das klassische Einstiegsprodukt für diejenigen, die erstmals mit Direktbanken Erfahrungen machen, ist ein Tagesgeldkonto. ING-DiBa wurde über das Tagesgeld "Extra-Konto" bekannt und ist mit 8,0 Millionen Kunden (Stand: 12/15) die inzwischen größte und wohl auch ertragsmäßig erfolgreichste Direktbank.

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