neutral
10.08.2018
Kein Basiskonto!
Wollte ein Guthabenkonto oder ein Basiskonto bei der Bank eröffnen, schon wegen der Verfügbarkeit der kostenlosen Sparkassen-Geldautomaten (Tochtergesellschaft der Frankfurter Sparkasse). Aber nichts da, kann man vergessen. Die Girokonten, die man online beantragen kann (und es ist eine ausschließliche Online-Bank) haben unverfängliche Namen, aus denen keineswegs klar ersichtlich ist, ob sie als Guthabenkonto oder Basiskonto gelten können. Also habe ich den Antrag genommen, der verfügbar war. Dieses Formular ist so konzipiert, dass man es nur abschicken kann, wenn man ein Tagesgeldkonto anlegt, seine Telefonnummer preisgibt und der Schufa-Abfrage zustimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man einen Kreditrahmen, Dispo oder Kreditkarte wünscht (habe ich alles verneint). Wer keine blütenreine Schufa-Weste hat (wie meinesgleichen), bekommt nach geschlagenen 5 Tagen ab PostIdent-Verfahren eine lapidare Absage: "Sehr geehrter So-und-So, vielen Dank für Ihr Interesse an einer Kontoeröffnung bei der 1822direkt. Nach unserer Prüfung und unter Berücksichtigung aller für uns relevanten Informationen sehen wir keine Möglichkeit zur Eröffnung des Kontos. Wir bedauern, Ihnen keine anderweitige Rückmeldung geben zu können. Mit freundlichen Grüßen Ihre 1822direkt." Auf der Online-Seite der 1822direkt ist zum Thema Basiskonto erst mal nichts zu finden. Erst wer sich die Mühe macht, alles zu durchforsten, findet bei Fragen und Antworten: "Ist es möglich bei der 1822direkt ein Basiskonto (Konto für Jedermann) zu eröffnen? Die 1822direkt ist eine Vertriebsgesellschaft der Frankfurter Sparkasse. Als Zahlungsdienstleister bietet diese ein Basiskonto (Konto für Jedermann) an. Weitere Informationen finden Sie hier." Mit anderen Worten, bei der 1822direkt kann man kein Basiskonto eröffnen. Übrigens, als ich auf den Link "hier" geklickt habe, erschien eine PDF-Datei, die schön schwarz eingefärbt war. So ein Zufall auch, dass mein Adobe-Reader kein geeignetes Programm ist, die PDF-Datei zu lesen ;-) Wenn man nun weiter recherchiert, erfährt man, nach deren eigener Aussage, dass sie genau genommen gar keine Bank sind, sondern nur eine Dienstleistung in Form einer Vertriebsgesellschaft der Frankfurter Sparkasse. Demnach wären sie auch nicht verpflichtet, den §§30 ff des Zahlungskontengesetzes nachzukommen. Da ja die Muttergesellschaft (Frankfurter Sparkasse) sich dem Zahlungskontengesetz nicht entziehen kann, bietet diese natürlich das Basis-Konto an. Am Schalter in Frankfurt, wo denn sonst. Aber was nutzt es einem Kunden, der nicht gerade um die Ecke wohnt und ein Online-Konto bei der angeblichen Direktbank eröffnen möchte. Clever, hmm???
— anonym