Kreditkarte: Information
Innerhalb Deutschlands gilt die girocard als vollwertiger Ersatz, bei Aufenthalten im Ausland empfiehlt es sich dagegen, eine Kreditkarte mitzunehmen. Die Kreditkarte macht unabhängig von der jeweiligen Landeswährung und ist sicherer als Bargeld. Bei Diebstahl oder Abhandenkommen kann sie gesperrt werden, die Haftung ist bis zur Meldung des Verlusts auf EUR 50,00 begrenzt, grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz ausgenommen. In manchen Bereichen, etwa bei der Buchung von Hotelübernachtungen und Mietwagen, wird eine Kreditkarte teilweise vorausgesetzt. Auch beim Einkauf im Internet ist sie oft die einzig verbleibende Zahlungsoption. Im Grunde sollte man unterwegs mehrere Karten dabeihaben, um nicht plötzlich ohne Geld dazustehen, wenn mal eine der Karten nicht lesbar ist, die Geheimzahl vergessen wird, die Bank das Limit für Auslandseinsätze in bestimmten Ländern auf 0 gesetzt hat, um Missbräuchen vorzubeugen, oder die Bank die Karte sperrte, weil sie einen tatsächlichen Missbrauch vermutet. Der Markt teilt sich auf wenige Gesellschaften auf. Die meisten Leute haben eine Mastercard oder Visa im Geldbeutel, sie werden gleichzeitig am häufigsten als Zahlungsmittel akzeptiert. Während man beide über eine Bank beantragen kann, bekommt man American Express und Diners in der Regel lediglich über die Kartengesellschaft selbst. American Express liegt in Deutschland beim Marktanteil an dritter Stelle, deutlich hinter Mastercard und Visa. Diners, JCB und UnionPay zählen hierzulande eher zu den Exoten.
Ein grundlegendes Unterscheidungsmerkmal der Karten sind die verschiedenen Abrechnungsarten. Es gibt Debit-, Charge- und Credit-Cards. Bei einer Debit-Card werden die Kartenumsätze taggenau zinswirksam gebucht. In diesen Fällen funktioniert die Karte wie eine girocard, wie zum Beispiel bei der Debit-Visa-Card der ING. Bei einer Charge-Card werden Umsätze erst mit der monatlichen Abrechnung dem Girokonto bei der Hausbank belastet, der in Anspruch genommene Kreditrahmen ist bis dahin zinsfrei. Bei einer Credit-Card kann ebenfalls im Gesamten ausgeglichen werden, hier aber zusätzlich auch optional in monatlichen Raten durch die Vereinbarung von Teilzahlung.
Gebühren entstehen insbesondere für die Karte selbst sowie am Automaten und beim Bezahlen. Es gibt einige Angebote ohne Kartenpreis, ansonsten reicht der jährliche Preis von EUR 20,00 bis EUR 140,00. Oft entfällt der Jahrespreis ab einem bestimmten jährlichen Kartenumsatz teilweise oder sogar komplett. Während es für die einen wichtig ist, was der Einsatz auf den alltäglichen Wegen kostet, verwenden andere Kreditkarten mehr auf Reisen. Zum Abheben am Automaten eignen sich die unabhängig von einem Girokonto erhältlichen Kreditkarten eher selten, hier gilt es, sich vorab zu informieren, welche seiner Bank- oder Kreditkarten man für diesen Zweck am besten im Inland nutzt und welche im Ausland. Außerhalb der Euroländer fällt beim Bezahlen und beim Abheben zudem ein Auslandsentgelt an, es liegt bei den Karten in der Regel zwischen 1,00 bis 2,00 Prozent des jeweiligen Betrags.
Mit Versicherungen, Services und Bonusprogrammen werden Zielgruppen angesprochen und gleichzeitig zum häufigen Karteneinsatz ermutigt. Die Geschenke reichen von Rabatten beim Tanken bis zu Versicherungspaketen. Speziell bei den Versicherungen erschließt sich erst im Kleingedruckten, ob tatsächlich ein nennenswerter Vorteil gewährt wird. Wichtig zu wissen ist zunächst einmal, ob die Ware/Leistung mit der Kreditkarte bezahlt werden muss oder nicht, um den Versicherungsschutz zu erhalten. Versicherungshöhe, genauer Leistungsumfang, wer eventuell mitversichert ist, ob ein Selbstbehalt zu tragen ist und die weiteren Bedingungen sind hier ebenso zu finden. Die Geschenke werden über die von den Händlern zu zahlenden Entgelte für Zahlungen mit Kreditkarte finanziert. Für die Kartenaussteller sind sie eine große Einnahmequelle. Die EU deckelte jedoch deren Grundlage, die sogenannten Interbankenentgelte, um aus volkswirtschaftlicher Sicht kostengünstigere Kartenzahlungen zu erzwingen. Kartenzahlungen mit Visa und Mastercard dürfen den Händler nun maximal 0,30 Prozent des Transaktionswerts kosten, zuvor wurden je nach Vereinbarung 1,00 bis 3,00 Prozent verlangt. Das ist der Hintergrund, wieso die Kartenbranche zum Ausgleich teilweise die jährlichen Kartenpreise anhob oder die Geschenke nun schmaler ausfallen.
Generell lässt sich sagen, der Wert dieser Anreize hängt maßgeblich vom Kunden ab. Überlegen Sie sich, ob und wenn ja, welche Versicherungen oder Bonusprogramme für Sie überhaupt von Nutzen wären. Im Kreditkarten-Vergleich berücksichtigen wir Kreditkarten, die unabhängig von weiteren Produkten beziehbar sind. Das sind Optionen für jeden, der nicht die Karte seiner Hausbank nehmen möchte. Im Kartenantrag sollte man darauf achten, wie das Kreditkartenkonto ausgeglichen wird, denn bei einigen Kreditkartenanbietern wie insbesondere Barclays und Hanseatic Bank wird Teilzahlung im Antrag vereinbart. Das bedeutet, es werden monatlich nur kleine Beträge zurückgezahlt und auf die übrige Summe fallen Kreditzinsen an. Ändern lässt sich die Voreinstellung bei Barclays und Hanseatic Bank nachdem die Karte ausgestellt ist - im Online-Banking oder telefonisch. Kreditkarten, die die Finanzinstitute in weiteren Varianten mit CoBranding-Partnern vertreiben, und Kreditkarten, die in Verbindung mit Girokonten angeboten werden, haben wir außerhalb des Vergleichs für Sie zusammengestellt. Ebenso die Kreditkarten, bei denen der Kunde die Teilzahlung nicht ändern kann, bezeichnet als "Revolving-Credit-Cards". Verbraucherschützer warnen davor, da sie ein Einstieg in die Verschuldung sein können, in eine zweite Kreditlinie neben dem Dispo des Girokontos locken.
Änderungen bei den Kreditkarten
- Die easybank erhöhte am 25.9.26 das Startguthaben ihrer beitragsfreien "easybank Kreditkarte" ausgehend von EUR 60,00 wieder auf EUR 75,00. Erneut gilt also der Höchstwert, der bei der Karte zur Fußball-WM erreicht wurde. Als voraussichtliches Enddatum kommunizierte die Bank den 8.10.26 - dann würde die Aktion nur kurze Zeit laufen. Die Bedingungen blieben unverändert: mindestens EUR 100,00 Kartenumsatz binnen vier Wochen sowie die Einwilligung in Werbung per E-Mail oder Push-Nachricht, die bis zur Gutschrift bestehen muss
- Klarna macht die "Klarna Card" zum Abo-Produkt: Wer sie behalten und weiter einsetzen möchte, benötigt künftig mindestens die günstigste Mitgliedsstufe "Everywhere" für EUR 4,99 monatlich (EUR 59,88 jährlich). Die laufenden Kosten entstehen damit nicht über einen Kartenpreis, sondern über ein verpflichtendes Abonnement. Für Neukunden gilt die Regelung schon jetzt. Klarna hat sie in den Kartenbedingungen vom 27.8.26 und im Preis- und Leistungsverzeichnis vom 16.9.26 festgeschrieben. Bestandskunden stellt Klarna im November 2026 um. Das genaue Datum nennt die Bank jedem Karteninhaber in einer persönlichen E-Mail; Betroffene berichten von Terminen zwischen dem 4.11.26 und dem 20.11.26. Die unterschiedlichen Termine ergeben sich, weil Klarna die Ankündigungen offenbar in Tranchen verschickt und Banken Vertragsänderungen zwei Monate im Voraus ankündigen müssen. Wer keine Mitgliedschaft abschließt, wird nicht automatisch zum zahlenden Abonnenten, kann die Kreditkarte nach dem Stichtag aber nicht mehr weiterverwenden. Eine später gekündigte oder nicht verlängerte Mitgliedschaft führt nach Ablauf der Kündigungsfrist ebenso zur Kartensperre, wie Klarna in seinen Hilfeseiten bestätigt. Wer abschließt, bindet sich an einen zweiten Vertrag, dessen Preis Klarna mit 30 Tagen Vorlauf erhöhen darf. Everywhere bietet unter anderem Rabatte bei ausgewählten Händlern und bevorzugten Kundenservice. Ein pauschales Cashback auf sämtliche qualifizierten Klarna-Einkäufe gehört dagegen nicht dazu. Klarna vermarktet den Umbau als Gebührenabbau. Mit Everywhere entfallen die Servicegebühren für "Später bezahlen" außerhalb der Partnershops. Davon profitiert nur, wer die Funktion regelmäßig nutzt. Die höheren Stufen "Plus", "Premium" und "Max" kosten regulär EUR 9,99, EUR 19,99 und EUR 44,99 monatlich. Sie bieten 0,50%, 1,00% beziehungsweise 1,50% Cashback auf qualifizierte Klarna-Käufe. Je nach Stufe kommen Einkaufsversicherungen und Reiseleistungen hinzu, bei Max zusätzlich kostenlose Besuche in Flughafen-Lounges. Für Neukunden ist außerdem wichtig: Der Abschluss einer Mitgliedschaft garantiert keine Kreditkarte. Klarna prüft den Kartenantrag weiterhin individuell. Davon zu unterscheiden ist das "Klarna Bankkonto" mit seiner Debit-Visa-Card. Kontoführung und virtuelle Debitkarte bleiben ohne Grundgebühr erhältlich. Die physische Debitkarte gibt es dagegen ebenfalls nur mit Mitgliedschaft und gegen eine einmalige Gebühr von EUR 6,99. Die beworbenen zwei seitens Klarna gebührenfreien Bargeldabhebungen gelten nur bei der Debitkarte. Klarna baut kostenlose Leistungen seit einem Jahr ab: zuerst die physische Debitkarte, im August 2026 Preiserhöhungen für Plus/Premium um je EUR 2,00, jetzt die Klarna Card.
- In der Runde "Online bezahlen" vom 15.9.26 bis 15.11.26 vergütet die Kreditkartengesellschaft Visa 2,00% auf Online-Zahlungen bis EUR 75,00. Die Summe der Gutschriften ist auf EUR 15,00 je Teilnehmer begrenzt. Ausgenommen sind Zahlungen im stationären Handel, bei Wetten und Glücksspiel sowie für Finanzdienstleistungen und Versicherungen. Den Auszahlungstopf von EUR 650.000 stockte Visa während der Sommerrunde per Nachtrag auf. Der Teilnahmezeitraum kann vorzeitig enden, "sobald für den Veranstalter absehbar ist, dass der Gesamtrückerstattungsbetrag erreicht sein wird". Teilnehmen kann nur, wer seinen Hauptwohnsitz in Deutschland hat und im Programm "Visa Bonus" registriert ist. Darauf stellte Visa sein deutsches Cashback-Angebot am 7.7.26 um: Statt sich für jede Aktionsrunde neu anzumelden, hinterlegen Teilnehmer einmalig bis zu fünf Visa Debit- oder Kreditkarten auf visabonus.de. Jede neue Kampagne muss per Klick im Konto aktiviert werden. Ausgenommen bleiben nicht aufladbare Prepaid- und V-PAY-Karten, seit der Umstellung ohne Begründung ebenso von Klarna ausgegebene Visa-Karten. Wer nicht mehr teilnehmen will, muss alle Kartenhinterlegungen löschen. Der Komfortgewinn ist bezahlt: Der Höchstbetrag sank von EUR 25,00 je angemeldeter Karte auf die jetzigen EUR 15,00 je Teilnehmer - unabhängig von der Kartenzahl. Visa identifiziert Teilnehmer über die E-Mail-Adresse. Die Cashbackrate sank von 3,00% in der Herbstrunde 2025 auf 2,00%. Besser wurde es allein bei der Transaktionsobergrenze, von EUR 50,00 auf EUR 75,00. Transaktionen größer EUR 75,00 zählen nicht. Als Gegenleistung stimmen Teilnehmer bei der Kartenhinterlegung zu, dass die Kartennetzwerke die Aktivität auf den verknüpften Karten überwachen und Transaktionsdaten an den dänischen Plattformbetreiber Loyal Solutions weitergeben dürfen. In den Programm-Nutzungsbedingungen sind neben Loyal Solutions sechs weitere bei der Durchführung der Aktion mitwirkende Unternehmen genannt. Es ist die elfte Visa-Aktion dieser Art in Deutschland seit Oktober 2019. Der maximale Cashback von EUR 15,00 liegt unter allen bisher dokumentierten Obergrenzen.
- Die easybank gibt ihre "Platinum" seit 17.8.26 nur noch als Visa aus, und sie senkte am selben Tag das für Neukunden erhältliche Startguthaben der "easybank Kreditkarte" von EUR 75,00 auf EUR 60,00. Die Platinum war bis Februar 2026 als "Barclays Platinum Double" vermarktet worden, sie kombinierte Visa und Mastercard zu einer wechselseitigen Absicherung - bei Akzeptanzlücken, Systemstörungen und abweichenden Umrechnungskursen der beiden Netzwerke. Die Jahresgebühr von EUR 99,00 und das Versicherungspaket blieben unverändert, Neukunden zahlen denselben Preis nun für eine Karte statt für zwei. Bereits ausgegebene Mastercards der Platinum behalten ihre Gültigkeit, Bestandskunden sind vorerst nicht betroffen. Die EUR 75,00 Startguthaben bei der beitragsfreien easybank Kreditkarte stammten aus einem zur Fußball-WM gestarteten, später verlängerten Eröffnungsangebot. Es war eine zeitweilige Aktionsspitze, mit den jetzigen EUR 60,00 ist es wieder das Niveau von davor. Die Bedingungen blieben unverändert: EUR 100,00 Kartenumsatz binnen vier Wochen nach Kontoeröffnung sowie eine Einwilligung in Werbung per E-Mail oder Push-Nachricht, die bis zur Gutschrift fortbestehen muss.
