Tagesgeld: Tagesgeldkonten in Kombination mit anderen Produkten
Einige Institute bieten Tagesgeldkonten nur in Kombination mit anderen Produkten an, um eine höhere Kundenbindung zu erreichen. Dies kann etwa ein Girokonto oder ein Wertpapierdepot sein. Wenn beispielsweise eine Bank das Tagesgeldprodukt nur ihren Girokunden anbietet oder gar nur bei gleichzeitiger Eröffnung des Girokontos, schränkt dies den potenziellen Interessentenkreis ein. Insbesondere dann, wenn Kosten und Verwaltungsaufwand entstehen, der Interessent eigentlich kein weiteres Girokonto eröffnen möchte oder weitere Zusatzbedingungen zu erfüllen sind. Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht zu diesen speziellen Angeboten:
3,40%
Tagesgeld und Brokerage: Consorsbank bietet seit 24.2.26 einen Sonderzins von 3,40% p. a. auf Guthabenteile bis eine Million Euro, räumt ihn für drei Monate ein.
Neben dem Tagesgeldkonto eröffnet Consorsbank ein Wertpapierdepot - es ist kostenlos geführt und muss nicht tatsächlich genutzt werden. Als Gemeinschaftskonto lässt sich das Produktbündel aus Tagesgeld mit Depot nicht eröffnen, nur von einem alleinigen Kontoinhaber. Das Depot-Verrechnungskonto ist ein weiteres Konto bei Consorsbank; nur das Tagesgeldkonto wird verzinst, nur auf das Tagesgeldkonto sollte man für die Zinsanlage Geld überweisen. Das Sonderzinsangebot und das Geldprämienangebot können alle volljährigen Interessenten nutzen, die in den vergangenen sechs Monaten kein Depot oder Konto bei der Consorsbank unterhielten. Bestandskunden der Consorsbank, die volljährig sind und in den vergangenen sechs Monaten kein Tagesgeldkonto bei ihr hatten, können ebenso mit 3,40% p. a. eröffnen - zu finden auf der Website der Consorsbank über den Menüpunkt Sparen & Anlegen > Tagesgeld für Bestandskunden. Die Standardverzinsung beträgt ohne Betragsbegrenzung derzeit 0,80%. Die Zinsen werden quartalsweise gutgeschrieben. Vom Tagesgeldkonto bei Consorsbank kann man auf jedes beliebige Konto überweisen, es ist nicht auf ein Referenzkonto beschränkt. Zu den Überweisungen ist ein Tageslimit von EUR 25.000 voreingestellt, im Online-Banking kann man es auf bis zu EUR 50.000 erhöhen, schriftlich auch darüber hinaus.
3,00%
Sonderzins auf Girokonto: Die BBVA bietet Neukunden bei Girokontoeröffnung einen Sonderzins von 3,00% p. a. für die ersten sechs Monate auf Guthabenteile bis EUR 500.000 direkt auf dem Girokonto. Ein separates Tagesgeldkonto ist nicht erforderlich. Der Zeitraum beginnt mit der Kontoeröffnung und endet am letzten Tag des sechsten darauffolgenden Kalendermonats – dadurch ist der Zeitraum der Sonderverzinsung letztlich einige Tage länger als sechs Monate. Nach Ablauf der Verzinsung mit 3,00% p. a. verzinst BBVA Guthaben noch für viereinhalb weitere Jahre mit einem niedrigeren Zins, und zwar mit 25% des Zinssatzes der EZB-Einlagefazilität. Diese Weiterverzinsung gehört ebenfalls zum Eröffnungsangebot. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben. Die Überweisungslimits sind niedrig: Ausgehende SEPA-Überweisungen sind auf EUR 10.000 pro Tag begrenzt. Echtzeitüberweisungen sind ausgehend auf EUR 1.000 pro Transaktion begrenzt, EUR 3.000 pro Tag und EUR 15.000 pro Monat. Die Limits können insbesondere bei größeren Umschichtungen mühsam sein, da Überweisungsbeträge gegebenenfalls auf viele Tage aufgeteilt werden müssen. Alternativ können die Kunden ihr Limit temporär erhöhen lassen, was einen Legitimationsprozess mit Ausweisscans und Selfie via Postfach-Nachricht erfordert. Bei Kontoschließung entfällt die Verzinsung für den laufenden Monat.
Das Girokonto führt BBVA ohne Grundpreis. Ein Mindestgeldeingang ist nicht erforderlich. Das Angebot richtet sich an Volljährige mit Wohnsitz in Deutschland. Gemeinschaftskonten sind nicht möglich. Die Legitimation bei der Kontoeröffnung kann ausschließlich über VideoIdent vorgenommen werden. Einlagen sind bis EUR 100.000 je Einleger über das spanische Einlagensicherungssystem abgesichert. BBVA bietet die Produkte über ihre Niederlassung in Frankfurt an - für Kunden in Deutschland ist es eine Inlandsanlage. Als zusätzlichen Eröffnungsvorteil gewährt die Bank sechs Monate lang 3,00% Cashback auf Kartenumsätze mit der zum Konto gehörenden Debit-Mastercard. Der Cashback ist auf monatliche Kartenumsätze von EUR 350,00 begrenzt, was maximal EUR 10,50 monatlich oder EUR 63,00 über den gesamten Zeitraum ergibt. Das Cashback-Programm endet nach dem Zeitraum vollständig.
2,80%
Tagesgeld und Brokerage: Bei der Targobank läuft eine Wertpapierübertragungsaktion für Depot-Neukunden, bei der ein Tagesgeld-Sonderzins der Anreiz ist. Die Targobank hat mehrere Depotmodelle, die Aktion gilt bei Eröffnung des Depots im Preismodell "Klassik-Depot". Wenn mindestens im Gegenwert von EUR 7.000 auf das bei der Targobank neu eröffnete Depot übertragen wird, belohnt die Bank derzeit mit 2,80% p. a. für zwölf Monate. Die Sonderverzinsung beginnt innerhalb von vier Wochen nach Wertpapiereingang. Die maximale Betragshöhe, für die der Sonderzins gilt, ist nach einer von der Targobank veröffentlichten Tabelle vom eingehenden Wertpapiervolumen abhängig. Ab einem Wertpapierübertrag von EUR 7.000 werden bis zu EUR 50.000 mit dem Sonderzins verzinst. Ab einem Übertrag von EUR 50.000 steigt der maximal verzinste Betrag auf EUR 100.000, ab EUR 100.000 auf EUR 150.000. Dies setzt sich in Schritten von meist EUR 50.000 fort, wobei es im mittleren Bereich der Tabelle einige Abweichungen von diesem Schema gibt. Die letzte Zeile der Tabelle sieht ab einem Übertrag von EUR 950.000 einen maximal verzinsten Tagesgeldbetrag von einer Million Euro vor. Der Standardzins für Guthaben auf dem Tagesgeldkonto der Targobank beträgt derzeit 0,60%. Die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben. Die Aufträge zu Übertrag und Anlage sind über die von der Targobank bereitgestellten PDF-Formulare zu geben. Es können komplette Depots oder auch nur einzelne Wertpapiere eingezogen werden. Die übertragenen Papiere dürfen innerhalb von zwölf Monaten nach Tagesgelderöffnung nicht wieder zu einer anderen Bank übertragen werden, ein Verkauf einzelner Depotwerte ist dagegen möglich. Ein Enddatum der Aktion ist nicht kommuniziert; die Aktion läuft schon seit langer Zeit, wird aber hin und wieder etwas angepasst. Die Depotführung ist bei der Targobank unter Bedingungen gebührenfrei. Zum Beispiel entfällt die monatliche Pauschale bereits, wenn das Online-Postfach dauerhaft genutzt wird. Die Wertpapierübertragungsaktion können Kunden und Neukunden nutzen, die in den letzten 36 Monaten kein Depot bei der Targobank unterhielten.
2,50%
Tagesgeld und Brokerage: Scalable Capital bietet seit März 2026 ein separates Tagesgeldkonto mit eigener IBAN. Der variable Zinssatz liegt derzeit bei 2,50%, ohne Betragsbegrenzung. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben. Scalable verzichtet erklärtermaßen auf befristete Aktionszinsen; der Zinssatz gilt für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen. Das Tagesgeldkonto setzt ein Depot bei Scalable voraus, das bei Scalable Broker im Free-Modell kostenlos geführt wird und nicht aktiv genutzt werden muss. Es kann auch für Minderjährige eröffnet werden.
Zuvor verzinste Scalable direkt auf dem Depot-Verrechnungskonto zum vollen Satz der EZB-Einlagefazilität. Mit Einführung des separaten Tagesgeldkontos entfiel per April 2026 die Verzinsung auf dem Depot-Verrechnungskonto. Guthaben muss also aktiv auf das Tagesgeldkonto umgebucht werden, damit es Zinsen bringt. Das hat für Wertpapieranleger strukturelle Nachteile: Ausschüttungen, Verkaufserlöse und Dividenden landen zunächst auf dem unverzinsten Depot-Verrechnungskonto. Für Limit-Orders oder kurzfristige Kaufgelegenheiten bereitgehaltene Liquidität bleibt nun ebenfalls unverzinst. Internes Umbuchen zwischen den beiden Konten läuft in Echtzeit. Bei eingehenden Zahlungen von externen Konten auf das Tagesgeldkonto wird die Echtzeitüberweisung unterstützt, ausgehend sind es Standardüberweisungen.
Guthabenverwahrung und Schutz unterscheiden sich in den beiden Depotmodellen. In "Prime+" (EUR 4,99 monatlich) verteilt Scalable die Einlagen auf die eigene Bank und Treuhandsammelkonten bei vier Partnerbanken: Deutsche Bank, Münchener Hypothekenbank, NordLB und HSBC Continental Europe S. A., Germany. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt das Bankguthaben. Laut Scalable steige die Absicherung entsprechend der Anzahl beteiligter Banken kumuliert auf bis zu EUR 500.000 pro Kunde - jeweils EUR 100.000 pro Kunde und Institut. Bei HSBC gilt die französische Einlagensicherung. Darüber hinausgehende Beträge werden bei Banken mit freiwilliger Einlagensicherung verwahrt.
Im Free-Modell können Einlagen wiederum bei der eigenen Bank und den Partnerbanken liegen - oder in Geldmarktfonds von BlackRock, DWS und J. P. Morgan Asset Management fließen. In der Praxis macht der Fondsanteil häufig den größten Teil oder sogar den Gesamtbetrag aus. Die Aufteilung variiert täglich ohne festes Verhältnis. Scalable berücksichtigt Partnerbank-Kapazitäten, Konditionen, Handelsaktivität sowie Ein- und Auszahlungen. Algorithmen bestimmen die Verteilung nach Ermessen des Unternehmens. Kunden können sie nicht beeinflussen, nur in App oder Web einsehen. Die Bank stellt sicher, dass Kunden bei entsprechendem Guthaben unabhängig von dem indirekten Geldmarktfonds-Investment einzahlen, auszahlen und Wertpapiere kaufen können.
Geldmarktfonds bieten keine Einlagensicherung. Free-Kunden tragen daher ein zusätzliches Anlagerisiko. Trotz Sondervermögen-Status und OGAW-Schutzstandard sind Kursverluste denkbar. Bei einer Insolvenz der Scalable Capital Bank müssten Kunden gegenüber dem Insolvenzverwalter die Aussonderung verlangen. Das kann Wochen dauern, in denen sie nicht über die Fondsanteile verfügen. Schneller geht es bei Einlagen unter der Einlagensicherung. Hier schreibt das Gesetz eine Rückzahlung binnen sieben Tagen vor, nachdem die Aufsichtsbehörde den Entschädigungsfall festgestellt hat. Verbraucherschützer kritisieren, die Bezeichnung "Tagesgeld" suggeriere ein Schutzniveau, das im Free-Modell nicht durchgängig gewährleistet ist.
Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer, die Scalable bei in Deutschland steuerpflichtigen Kunden automatisch abführt. Den Sparer-Pauschbetrag können Kunden per Freistellungsauftrag nutzen. Als sorgenfreier Tagesgeldersatz eignet sich das Konto bei Scalable wegen der beschriebenen Struktur nur bedingt. Für die eigenen Wertpapierkunden dürfte die Guthabenverzinsung mit schnellen Umbuchungen und der gewohnt ansprechenden Oberfläche dennoch ein willkommener Zusatznutzen sein.
2,26%
Tagesgeld und Girokonto: Girokunden der BBBank können auf dem "Tagesgeld online" anlegen. Das Girokonto der BBBank muss als Gehalts- oder Bezügekonto geführt werden und es fällt auch ein Grundpreis von EUR 2,95 pro Monat dabei an. Das Guthaben auf dem Tagesgeld online wird standardmäßig derzeit mit 0,75% verzinst und die Zinsgutschrift erfolgt quartalsweise. Volljährige Neukunden, die ab 9.1.26 das Tagesgeldkonto eröffnen, erhalten eine feste Sonderverzinsung auf dem Tagesgeldkonto von 2,26% p. a. auf Guthabenteile bis EUR 250.000 für die ersten vier Monate. Das Neukundenangebot kann wahrgenommen werden, ohne ein Girokonto bei der BBBank eröffnen zu müssen. Als Neukunde zählt, wer in den vergangenen zwölf Monaten kein Giro-, Tagesgeld- oder Sparkonto bei der BBBank unterhielt.
2,00%
Tagesgeld und Girokonto: Seit März 2025 bietet Revolut ein klassisches Tagesgeldkonto an. Es ist für Girokunden mit deutscher IBAN bei der deutschen Zweigniederlassung verfügbar. Bis auf Weiteres erhalten alle einen Zinssatz von derzeit 2,00% p. a. Später werde er sich nach dem gewählten Abo richten. Kunden im teuren "Ultra"-Abo (EUR 60,00 pro Monat oder bei jährlicher Zahlweise EUR 600,00 pro Jahr) will Revolut dauerhaft den vollen Zins der EZB-Einlagefazilität weiterreichen. Kunden im kostenlosen Standardtarif werden nach der Einführungsphase vermutlich einen deutlich niedrigeren Satz erhalten.
Das Angebot ergänzte das bereits bestehende ETF-Geldmarktinvestment, das Revolut bis März 2025 so präsentierte, als handele es sich um ein Tagesgeldkonto. Auch andere Neobanken und Neobroker bieten eine Tagesgeldverzinsung auf EZB-Zinsniveau zur Kundenbindung an das eigene Girokonto oder Depot – darunter N26, Trade Republic und Smartbroker+. Ein besonderes Merkmal von Revolut ist die tägliche Zinsgutschrift, die den Zinseszinseffekt verstärkt, gleichzeitig aber zahlreiche Buchungen verursacht. Ein Beispiel dazu: Bei EUR 10.000 und 2,50% beträgt der jährliche Ertrag EUR 250,00 bei jährlicher Gutschrift, EUR 252,88 bei monatlicher und EUR 253,15 bei täglicher. Die Konten bei Revolut werden ausschließlich online geführt. Ein- und Auszahlungen können nur per Überweisung über das Girokonto bei Revolut vorgenommen werden. Es ist keine Mindesteinlage erforderlich, die Höchsteinlage ist bei EUR 100.000 gezogen. Die Einlagen liegen bei der Revolut Bank UAB, Zweigniederlassung Deutschland, und sind durch das litauische Einlagensicherungssystem bis zu EUR 100.000 je Einleger geschützt. Einige Anleger betrachten das Merkmal der Einlagensicherung bei Revolut skeptisch, da Litauen ein kleiner Staat ist.
2,00%
Tagesgeld und Brokerage: Der Neobroker Trade Republic hat im Januar 2023 eine Verzinsung für das nicht in Wertpapieren angelegte Guthaben eingeführt. Diese Verzinsung ist verglichen mit herkömmlichen Tagesgeldkonten attraktiv und für Wertpapieranleger ist sie vorteilhaft, da damit bei Trade Republic auch die Zeiten verzinst sind, ohne umbuchen, in denen Liquidität für den Wertpapierhandel vorgehalten wird.
Als Trade Republic die Verzinsung im Oktober 2023 auf damals 4,00% anhob, wurde es so gehandhabt, dass die Anhebung bei Bestandskunden nicht automatisch angewendet wird. Bestandskunden müssen die Höherverzinsung in der App aktivieren, erst ab dann profitieren sie davon. Der Weg dorthin ist über das Profil in der oberen rechten Ecke, anschließend über die Einstellungen zu "Konten & Depot" und dann zu "Zinsen". Je nachdem, wann man als Neukunde das Konto eröffnet hat, muss man die Verzinsung in der App ebenfalls aktivieren, um sie zu erhalten - wie das eingestellt ist, sollte man sicherheitshalber prüfen; aber nicht deaktivieren, denn laut FAQ sei es nicht möglich sie wieder zu aktivieren, wenn sie einmal deaktiviert wurde.
Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann Trade Republic die Höhe der Verzinsung nach billigem Ermessen jederzeit ändern. Momentan beträgt sie 2,00% für Guthabenteile bis EUR 50.000. Das gesamte nicht investierte Geldguthaben, also auch über die EUR 50.000 hinaus, wird erst ab dem Zeitpunkt verzinst, zu dem der Kunde die neue Trade-Republic-IBAN, die in Vorbereitung für die Girokonto-Funktion kommen soll, erhalten und innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt aktiviert und den neuen Geschäftsbedingungen zugestimmt hat.
In dieser neuen Konstruktion sollen die Einlagen bei bis zu zwei der Partnerbanken liegen können, und bei "höheren Beträgen" eine automatische Anlage in Geldmarktfonds erfolgen. Wie sich das Geld auf die Banken bzw. Fonds verteilt, kann der Kunde nicht beeinflussen, nur tagesaktuell in der App einsehen. Ab welchen Beträgen die Gelder in Geldmarktfonds fließen, also wie die höheren Beträge definiert sind, legt Trade Republic individuell fest. In einer Erläuterung hieß es: "Am Geldmarkt eingesetzte Gelder werden direkt auf einem separaten Depotkonto geführt." Dieses Depotkonto ist für den Kunden aber gar nicht einsehbar. In einer späteren in der App angezeigten Information hieß in Bezug auf den Inhaber des Depots ein wenig konkreter: "Die am Geldmarkt diversifizierten Geldern werden direkt auf deinen Namen auf einem separaten Depotkonto gehalten." In welchen Geldmarktfonds konkret investiert wird, war anfangs nicht benannt. Mittlerweile wird der BlackRock ICS Euro Liquidity Fund Premier Dist EUR, ISIN IE000GWTNRJ7, angezeigt; er investiert in kurzlaufende Bank- und Unternehmensanleihen. Festzuhalten ist, dass Trade Republic beim Zinsangebot wenig transparent vorgeht und es keine normale Tagesgeldanlage ist. Für den Teil, der in Geldmarktfonds investiert ist, gilt keine Einlagensicherung. Unabhängig von der Wertentwicklung des Fonds erhalten die Kunden den zugesprochenen Zins und können täglich über ihr Guthaben verfügen. Die Zinsen werden monatlich anteilig gutgeschrieben.
Die Einlagen bei den Partnerbanken liegen nicht auf einem Konto, das auf den Namen der Kunden lautet. Stattdessen unterhält Trade Republic Treuhandsammelkonten. Die Kunden zahlen über die ihnen zugeteilte individuelle IBAN ein, die Salden der einzelnen Kunden werden von Trade Republic buchhalterisch ermittelt und ausgewiesen. Trade Republic lässt die Treuhandsammelkonten derzeit von Deutsche Bank und J.P. Morgan in Deutschland und HSBC Continental Europe in Irland führen. Der Geschäftspartner für die Partnerbank ist Trade Republic, nicht der einzelne Kunde. Die Aufteilung der Kunden zu den Partnerbanken nimmt Trade Republic vor. Das Kontoguthaben ist bei der jeweiligen Bank durch eine gesetzliche Entschädigungseinrichtung nach EU-Recht geschützt, bei Deutsche Bank und J.P. Morgan durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und bei der irischen HSBC Continental Europe durch die französische Einlagensicherung. Die Formulierungen von Trade Republic lassen stets darauf schließen, dass die Einlagen auf den Konten bei den Partnerbanken betraglich trotz der Sammelkonto-Konstruktion bis EUR 100.000 je Trade-Republic-Kunde gesichert seien. Die Rechtsposition der Kunden ist jedoch mit der Unsicherheit behaftet, dass letztlich doch nur insgesamt EUR 100.000 greifen könnten. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken bestätigte uns auf unsere Anfrage auch nur im Grundsatz (nicht konkret zu Trade Republic), dass ihre Sicherung bei Treuhandkonten in der Sicherungshöhe auf den einzelnen Einleger abstellt, jedoch müsse die konkrete Ausgestaltung des Treuhandsammelkontos ihren Vorgaben entsprechen und sowohl der Treuhandcharakter als auch die einzelnen Einleger eindeutig bezeichnet sein. Ob das bei Trade Republic so ausgestaltet ist, lässt sich für Außenstehende nicht beurteilen. Und Trade Republic sichert sich selbst gegenüber den Kunden ab; in der Kundenvereinbarung, die man im Antragsprozess vorgelegt bekommt, heißt es: "[…] Der Kunde trägt damit im Ergebnis das Insolvenzrisiko der das Treuhandsammelkonto führenden Treuhandbank, soweit Trade Republic in der Insolvenz der Treuhandbank den Anspruch auf Auszahlung des Kundenguthabens weder gegenüber der Einlagensicherung der Treuhandbank noch gegenüber dem Insolvenzverwalter der Treuhandbank im Rahmen des Insolvenzverfahrens realisieren kann." Gleichfalls war auf Bitte der irischen Citibank, ehemals ebenfalls eine der Partnerbanken, ein Hinweis ergänzt worden unter "Wie ist mein Geld abgesichert?", mit dessen letztem Satz wiederum die Citibank alle Verantwortung von sich wies, er lautete: "[…] Da Trade Republic die Citibank Europe plc (CEP) darüber informiert hat, dass die CEP die Gelder auf dem Konto im Namen der Trade-Republic-Kunden hält, wird die CEP das Konto in ihren Unterlagen als "Begünstigtenkonto" kennzeichnen. Sollte der Fall der Einlagensicherung eintreten, wäre es Sache der irischen Zentralbank (Central Bank of Ireland), zu prüfen, welche der Begünstigten für den Schutz infrage kommen."
Für die Kunden mit Wohnsitz in Deutschland wird die Kapitalertragsteuer automatisch abgeführt bzw. wenn möglich die Zinserträge mit einem vorhandenen Freistellungsauftrag verrechnet, dies gelte laut Auskunft des Kundensupports von Trade Republic auch wenn man dem Treuhandsammelkonto bei der irischen HSBC Continental Europe zugeordnet ist. Ebenso findet kein Quellensteuerabzug in Irland statt. Das erklärt sich insofern, dass Trade Republic eine Verzinsung von der Partnerbank als Zuwendung erhält, in der Kundenvereinbarung verzichtet der Kunde auf diese. Stattdessen erhält der Kunde die Verzinsung durch Trade Republic nach billigem Ermessen.
1,75%
Tagesgeld und Brokerage: Traders Place bietet mit dem "Zinskonto" ein separates Tagesgeldkonto an, das vom Bankpartner Baader Bank bereitgestellt wird. Die Standardverzinsung beträgt derzeit 1,75% für Guthabenteile bis eine Million Euro. Sie ergibt sich aus der Formel EZB-Einlagefazilität minus 0,25 Prozentpunkte. Alle Zinssätze und selbst der Bonuszins sind von Traders Place als variabel ausgewiesen. Es ist eine Mindesteinlage von EUR 5.000 vorgegeben. Die Zinsen werden quartalsweise gutgeschrieben.
Traders Place ist ein Neobroker, bei dem keine Depotführungsgebühren anfallen. Um das Zinskonto nutzen zu können, muss zunächst ein Depot inklusive Depotverrechnungskonto bei Traders Place eröffnet werden. Einzahlungen auf das Zinskonto können ausschließlich über das Depot-Verrechnungskonto erfolgen. Die Einlagen werden bei der Baader Bank geführt und sind entsprechend über deren Zuordnung zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken im Rahmen der Sicherungsgrenzen abgesichert.
1,50%
Tagesgeld und Brokerage: Auf dem Tagesgeldkonto "KontoPlus" verzinst der S Broker standardmäßig derzeit die Guthabenteile bis EUR 500.000 mit 1,50%. Die Zinsen werden quartalsweise gutgeschrieben. Guthabenteile größer EUR 500.000 werden nicht verzinst. Das Angebot kommt nur für einen begrenzten Personenkreis infrage, denn es gilt für Depotkunden des S Brokers, und zwar nur für diejenigen, die auch das Depot-Verrechnungskonto direkt beim S Broker führen, nicht bei einer der kooperierenden Sparkassen.
Das Depot wird kostenlos geführt, wenn pro Quartal mindestens ein Trade bzw. ein Sparplan ab einem Ordervolumen von EUR 50,00 ausgeführt wird bzw. ein Vermögensbestand von EUR 10.000 zum Quartalsende vorliegt, zum Beispiel in Form von Tagesgeldguthaben. Einzahlungen sind nur über das Verrechnungskonto bis maximal in Höhe des verfügbaren Guthabens auf dem Verrechnungskonto möglich. Ebenso kann über das Guthaben nur durch Rücküberweisung auf das Verrechnungskonto verfügt werden. Der Auftrag muss dabei zwingend über den Zugangsweg Internet gegeben werden, die Umbuchung erfolgt unmittelbar.
1,00%
Tagesgeld und Girokonto: Die DKB hat seit Februar 2021 ein echtes Tagesgeldkonto. Zuvor bot sie zum Anlegen von Tagesgeldern ihr bis dahin noch verzinstes Kreditkartenkonto an; das hatte auch Vorteile, denn durch Einzahlungen konnte der Verfügungsrahmen für die Kreditkarte erweitert und über das Guthaben konnte im Bedarfsfall an Geldautomaten in aller Welt ohne Bargeldgebühr in bar abgehoben werden. Auf dem Tagesgeldkonto verzinst die DKB derzeit mit 1,00%. Die Zinsen schreibt sie quartalsweise gut.
Das Tagesgeld der DKB ist ausschließlich in Verbindung mit dem Girokonto der DKB erhältlich, egal ob mit oder ohne Aktivstatus. Ab EUR 700,00 Geldeingang pro Kalendermonat und generell für Personen im Alter unter 28 Jahren führt sie es ohne Grundpreis. Die EUR 700,00 dürfen sich aus mehreren Beträgen zusammensetzen, um Gehalt muss es sich nicht handeln, auch eigene Überweisungen von internen oder externen Konten zählen als Geldeingang. Wird der Mindestgeldeingang nicht erreicht, belastet die DKB für den Monat EUR 4,50. Als Gemeinschaftskonto kann kein Tagesgeld eröffnet werden. Ein- und Auszahlen ist jeweils über das Girokonto möglich, der Übertrag erfolgt ohne zeitliche Verzögerung. Kontoauszüge werden wie beim Girokonto monatlich nach dem fünften Tag eines Monats ins Online-Postfach gestellt, beim optionalen Postversand werden EUR 1,00 pro Auszug belastet.
0,75%
Tagesgeld und Girokonto: Die Postbank bietet ihr Tagesgeldkonto in Verbindung mit einem Postbank-Girokonto an. Die Girokonten haben eine Grundgebühr, wobei es auch ein Kontomodell mit kostenloser Kontoführung für junge Leute bis 21 Jahre gibt und eines mit kostenloser Kontoführung bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens EUR 3.000. Für das Tagesgeldkonto gilt ein Standardzins von derzeit 0,75%. Weitere Produktmerkmale: Zinsgutschrift jährlich, Kontoführung telefonisch und online, Kontoauszug quartalsweise per Online-Postfach
0,50%
Tagesgeld und Girokonto: C24, die Bank des Check24-Portals, bietet seit Oktober 2022 auf dem Tagesgeldpocket (anfangs als "PocketZINS" bezeichnet) eine Verzinsung. Derzeit gilt dort ein Zinssatz von 0,50% auf Guthabenteile bis EUR 100.000. C24 schreibt die Zinsen monatlich gut. Eine Einlagensicherung besteht nur bis EUR 100.000, über die Pflichtmitgliedschaft zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Das Tagesgeldpocket ist kein losgelöstes Tagesgeldkonto, man kann es nur in Verbindung mit einem Girokonto bei C24 einrichten und es hat keine eigene IBAN, weshalb die Gelder immer über das zugehörige Girokonto transferiert werden müssen, sowohl die Ein- als auch die Auszahlungen. Das Tagesgeldpocket ist zu allen Girokontomodellen bei C24 erhältlich. Das Girokontomodell "Smart" ist bedingungslos ohne Grundpreis, und wenn man die girocard nicht explizit dazubestellt, fällt auch kein Kartenpreis an.
In den Monaten nach Einführung der Girokonten waren auf dem Tagesgeldpocket bzw. dem früheren Zinspocket schon des Öfteren hohe Zinssätze im Schaufenster. Bis dahin galten diese jedoch nur für relativ kleine Guthabenteile, je nach genutztem Girokontomodell bis EUR 500,00 ("Smart"), EUR 5.000 ("Plus") oder EUR 10.000 ("Max"). Im Oktober 2022 folgte dann das Anheben auf die jetzt wesentlich höhere Zinsbegrenzung.
0,50%
Girokonto: C24, führte im April 2023 in allen Girokontomodellen eine Verzinsung direkt auf dem Girokonto ein. Zeitweise war es bei C24 paradoxerweise so, dass auf dem Girokonto besser verzinst wurde (aber begrenzt auf Guthabenteile bis EUR 50.000) als auf dem zum Girokonto einrichtbaren "PocketZINS", das mit der Einführung der Girokonto-Verzinsung in "Tagesgeldpocket" umbenannt wurde. Auf dem Girokonto gilt derzeit ein Zins von 0,50% für Guthabenteile bis EUR 50.000. Die Zinshöhe ist an einen Referenzzinssatz gekoppelt und ergibt sich aus der Formel Zinshöhe der Einlagefazilität der EZB abzüglich 1,50%. Der Zins gilt sowohl für bestehende Kunden, die den neuen AGB zugestimmt haben, als auch für Neukunden. Er wird auf dem eigentlichen Girokonto gewährt, auf eventuell eingerichteten Unterkonten gilt er nur bis zum Höchstbetrag von jeweils EUR 5.000. Das Intervall der Zinsgutschrift ist quartalsweise. C24 hat drei Girokontomodelle, bedingungslos ohne Grundpreis ist das Kontomodell "Smart", und wenn man die girocard nicht explizit dazubestellt, fällt auch kein Kartenpreis an.
