neutral
30.12.2016
Teure Nervensägen
Beim Versuch, mir eine Wohnung einzurichten, kam ich eher früher als später nicht umhin, mich mit der Ikano Bank, die personell mit IKEA eng verflochten ist, auseinanderzusetzen. Vollmundige Versprechungen von bequem abzahlbaren Inneneinrichtungen ließen mich mein Vorhaben, von unnötiger Verschuldung bis auf Weiteres abzusehen, noch einmal überdenken. Ich legte mir also eine IKEA Family Card zu, was ordentlich Papierkram bedeutete, aber mein kurzfristiges Ziel, ein paar Möbel in die leere Bude zu stellen, war mir wichtig genug. Dass ich selbst das Kreditlimit und die monatlichen Raten festlegen durfte, hat zusätzlich einen positiven Eindruck hinterlassen. Dass überdies eine Zahlung mit der IKEA-Karte auch bei Saturn und ähnlichen Geschäften möglich ist, hat mich positiv überrascht, führte aber dazu, dass viele größere Anschaffungen erschreckend leicht von der Hand gingen. Wenn man nicht mit Geld umgehen kann, sollte man keine Kreditkarte besitzen. :-) Das Webportal ist optisch nicht unbedingt modern, gibt aber zumindest einen halbwegs übersichtlichen Überblick über den eigenen Kontostand und das Kundenkonto - mehr aber auch nicht. Ärgerlich wird es, wenn man erst einmal Kunde ist, denn dann ist quasi wöchentlich mit zahlreicher Werbepost zu rechnen, die man über das Onlineportal selbstverständlich auch nicht abbestellen kann, sondern entweder beim Kundendienst oder direkt in der nächsten IKEA-Filiale vorstellig werden muss. Schlimmer noch: Mit derzeit fast 15 Prozent Zinsen für die (oft sozusagen unausweichliche, weil standardmäßig nicht anders vorgesehene) Ratenzahlung lädt die IKEA Family Card nicht unbedingt dazu ein, häufig benutzt zu werden. So bezahlt man für so manche Anschaffung auch mal zwei Monate lang nur die Zinsen - oft wäre selbst ein Dispokredit auf dem Girokonto die deutlich preiswertere Wahl, gerade auch langfristig gesehen. Wegen der Akzeptanz außerhalb IKEAs, was ja durchaus nicht selbstverständlich ist, vergebe ich eine neutrale Bewertung, kann aber einem potenziellen Interessenten nur zum Leistungsvergleich raten. IKEA jedenfalls nimmt auch MasterCard und VISA - und die bekommt man teilweise zu besseren Konditionen direkt von seiner Hausbank.
— Sven K.