Kreditkarte: Debit-Cards in Verbindung mit gebührenfrei geführten Girokonten

Die meisten Banken stellen Kreditkarten nur den eigenen Girokunden aus. Nachfolgend listen wir einige Karten von Direktbanken und Challenger-Banken, bei denen es sich lohnt, sie näher zu betrachten. Beitragsfrei dazugegeben werden in der Regel nur noch Debit-Cards. Um die Kosten gering zu halten, ist es manchmal so, dass nur eine digitale Karte dabei ist und der Kunde auf Wunsch eine physische Karte gegen Gebühr bestellen kann. Eine weitere Vorgabe: Das Girokonto muss ohne Grundpreis sein, ohne dass ein Mindestgeldeingang oder Gehaltseingang dafür Bedingung wäre. Das eigentlich nicht beabsichtigte Eröffnen eines Girokontos stellt dann nämlich keine große Hürde dar.





Debit-Visa-Card von Vivid MoneyVivid Money ist auf die Smartphone-Nutzung ausgelegt. Auch beim gebührenfrei geführten Konto im Standard-Plan ist die erste physische Debit-Visa-Card beitragsfrei. Allerdings erhebt Vivid Money seit August 2021 eine Gebühr von EUR 9,90 für den Versand einer jeden physischen Karte. Der Versandpreis kann - falls dieses Angebot beim Bestellen gerade gilt - umgangen werden, und zwar durch Aufladen des Kontos mit mindestens EUR 200,00. Für jede Folgekarte oder jede weitere physische Karte beträgt der Kartenpreis einmalig EUR 9,90 für die Ausgabe plus die EUR 9,90 für den Versand. Im Standard-Plan ist die physische Karte aus Plastik, bei Bestellung während der Zuordnung zum Prime-Plan ist sie wahlweise auch aus Metall oder personalisiert erhältlich. Für den Zeitraum ihrer Kartengültigkeit kann die Karte dann ohne weiteren Jahresbeitrag genutzt werden. Die Karten von Vivid Money können für das mobile Bezahlen mit Apple Pay und Google Pay hinterlegt werden. Bei Standard ist Geldabheben an Geldautomaten bis EUR 200,00 pro Laufzeitmonat weltweit gebührenfrei (ggf. Entgelt des Automatenbetreibers). Abhebungen über diese Betragsgrenze hinaus werden mit 3,00% Gebühr belastet, mindestens aber EUR 1,00 pro Vorgang. Kleine Auszahlungsbeträge unter EUR 50,00 lösen ebenfalls die Gebühr von 3,00%, mindestens aber EUR 1,00 pro Vorgang, aus. Der Laufzeitmonat beginnt mit dem Tag, an dem man sich angemeldet hat; ein gebührenfreies Kontingent steht somit nicht unbedingt zum Ersten eines Kalendermonats wieder zur Verfügung. Vivid Money erhebt kein Auslandsentgelt, allerdings kommt es bei Fremdwährungstransaktionen auch auf den angewendeten Wechselkurs und den darin eventuell enthaltenen Aufschlag an. Vivid Money spricht davon, einen "Live-Wechselkurs" zum Zeitpunkt der Transaktion anzuwenden, der in der Regel zu einem der besten gehöre, der möglichst auf dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank basiere und nur einen kleinen Aufschlag enthalte. Auf Kartenumsätze werden seit März 2022 im Standard-Plan wieder Cashbacks gutgeschrieben, die sich zudem mit der Wertentwicklung einer Aktie verknüpfen lassen. Die Cashbackrate beträgt in Standard 0,50% auf Kartenzahlungen in Euro und 1,00% auf Kartenzahlungen in Fremdwährung. Auf kleine Zahlungen wird kein Cashback gewährt, in Standard muss der Zahlbetrag auf mindestens EUR 1,00 lauten. Für die insgesamt so erzielbaren Cashbacks gilt eine Obergrenze von EUR 20,00 pro Laufzeitmonat in Standard. Das Giro- und Kartenangebot von Vivid Money wird über den Bankpartner Solarisbank realisiert. Im Preis- und Leistungsverzeichnis der Solarisbank ist ersichtlich, dass Kurse von Morningstar Real-Time Data Limited, London, zur Anwendung kommen und der generelle Aufschlag gar nicht mal so niedrige 0,50% ist. Außerhalb der Arbeitszeiten des betreffenden Devisenmarktes sogar bis zu 1,00%. Das Befüllen mit Guthaben ist bei Vivid Money ausschließlich per Überweisung möglich.


N26 MastercardN26 ist auf die Smartphone-Nutzung ausgelegt. Beim gebührenfrei geführten Standardkonto ist eine digitale Debit-Mastercard beitragsfrei enthalten, die auch in die Wallet bei Apple Pay und Google Pay hinzugefügt werden kann. Die auf Kundenwunsch erhältliche physische Karte kostet einmalig EUR 10,00 je Versand. Mit der Debit-Mastercard kann drei Mal pro Monat an Geldautomaten in Deutschland gebührenfrei abgehoben werden. In der App zeigt ein Zähler an, wie viele der kostenfreien Abhebungen noch übrig sind. Die digitale Version der Karte kann freilich nur an den wenigen NFC-fähigen Geldautomaten zum Geldabheben genutzt werden. Als Alternative bleibt, seinen Bargeldbedarf über die Barzahlen.de-Partner oder die direkten Bargeldservices im Einzelhandel abzudecken. Die Auszahlungen über diese sind in der Anzahl unbegrenzt, auch Abhebungen an Geldautomaten im Ausland sind seitens N26 in unbegrenzter Anzahl gebührenfrei (ggf. Entgelt des Automatenbetreibers). Ein Auslandsentgelt fällt beim Bezahlen nicht an, im Standard-Preismodell aber beim Geldabheben in Fremdwährung, und zwar in Höhe von 1,70%.